Ausbildung zum Therapiebegleithund bei CANIS
Stell dir vor, du könntest deine Leidenschaft für Hunde mit deinem sozialen oder therapeutischen Beruf verbinden. Dein vierbeiniger Partner würde nicht nur dein Leben bereichern, sondern auch das von Klienten, Schülern oder Patienten. Doch wie wird aus diesem Traum eine professionelle und verantwortungsvolle Realität? In einer neuen Folge des CANIS-Podcasts, der von den Kynologen Miriam Warwas, Michael Grewe und Iona Teichert moderiert wird, gibt die Expertin Hannah Grewe einen tiefen Einblick in die Ausbildung zum Therapiebegleithund und Päddog bei CANIS. Als Leiterin dieses spezialisierten Zweigs erklärt sie, was ein gutes Team ausmacht, wie die Ausbildung aufgebaut ist und wie du den ersten Schritt auf diesem besonderen Weg gehen kannst. Dieser Artikel fasst ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen und bietet dir eine klare Orientierung, wenn du überlegst, mit deinem Hund in die tiergestützte Arbeit einzusteigen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Professionelle Basis ist entscheidend: Die Ausbildung richtet sich ausschließlich an Menschen mit einem Abschluss in einem pädagogischen, therapeutischen oder medizinischen Beruf.
- Zwei Experten für ein Ziel: Das Ausbildungskonzept von CANIS ist einzigartig, da es von einem Tandem geleitet wird - Hannah Grewe als Therapeutin und eine Kollegin als Hundetrainerin. So werden die Bedürfnisse von Mensch, Hund und Klient gleichermaßen berücksichtigt.
- Therapiehund vs. Päddog: Es gibt einen feinen, aber wichtigen Unterschied. Ein Therapiebegleithund arbeitet im Rahmen eines therapeutischen Konzepts, während ein Päddog (oder Pädagogikbegleithund) im pädagogischen Umfeld wie Schulen oder in der Jugendhilfe eingesetzt wird.
- Der erste Schritt ist ein Testlauf: Bevor du dich für die Ausbildung entscheidest, ist die Teilnahme an den zweitägigen Auswahl-Tagen Mein Hund und Ich Pflicht. Hier könnt ihr euch gegenseitig kennenlernen und prüfen, ob die Arbeit wirklich zu euch passt.
- Es ist eine persönliche Reise: Die Ausbildung ist mehr als nur technisches Training. Sie ist ein intensiver Prozess, der dich und die Beziehung zu deinem Hund fordert und nachhaltig verändert.
- Individuelle Betreuung steht im Fokus: Um eine hohe Qualität zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl pro Jahrgang auf sechs bis zwölf Teams begrenzt. Dies ermöglicht eine sehr persönliche und auf das jeweilige Arbeitsfeld zugeschnittene Begleitung.
Vom Therapeutenkind zur Ausbildungsleiterin: Hannah Grewes persönlicher Weg
Hannah Grewe wurde, wie sie selbst sagt, in die Welt der Hunde hineingeboren. Als Tochter der CANIS-Gründer Michael Grewe und Bettina Bandes-Grewe war sie von klein auf von Hunden und Hundetraining umgeben. Interessanterweise entschied sie sich zunächst bewusst gegen eine Karriere mit Hunden und wurde Ergotherapeutin und Traumapädagogin, um mit Menschen zu arbeiten. Doch die Verbindung zu den Tieren ließ sie nicht los. Als sie 2014 ihre eigene Hündin zum Therapiebegleithund ausbilden ließ und in ihrer Arbeit einsetzte, erkannte sie das enorme Potenzial dieser Partnerschaft. In dieser Zeit reifte in ihr die Idee, eine eigene Ausbildung zu konzipieren, die ihre beiden Welten - die therapeutische Fachkompetenz und das fundierte kynologische Wissen von CANIS - miteinander verbindet. Während ihrer Elternzeit entwickelte sie schließlich das Konzept, das heute die Basis der Spezialausbildung bei CANIS bildet.
Mehr als nur Tricks: Die Philosophie der CANIS-Ausbildung
Was die Ausbildung bei CANIS von anderen Angeboten unterscheidet, ist der duale Ansatz. Hannah erklärt, dass sie die Ausbildung bewusst im Team mit einer erfahrenen Hundetrainerin, Verena, leitet. Während Verena den Fokus auf das hundetrainerische Handwerk legt, bringt Hannah die therapeutische und pädagogische Perspektive ein. Dieser Aufbau stellt sicher, dass die Teams nicht nur lernen, wie sie ihrem Hund bestimmte Aufgaben beibringen, sondern auch, wie sie diese gezielt und ethisch korrekt in ihrem Arbeitsalltag einsetzen. Es geht darum, eine Brücke zu schlagen zwischen dem, was der Hund kann, und dem, was der Klient braucht.
Die Ausbildungsinhalte sind eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus Theorie und Praxis. In den theoretischen Modulen geht es um essenzielle Themen wie die Körpersprache des Hundes, Stresserkennung und Kommunikation. Dies ist die Grundlage, um den Hund im Einsatz lesen zu können und sein Wohlbefinden jederzeit sicherzustellen. In der Praxis wird nicht nur an der Grunderziehung gefeilt, sondern es werden auch konkrete Einsatzmöglichkeiten und Methoden für den jeweiligen Arbeitskontext entwickelt. Hannah betont, wie wichtig die individuelle Betrachtung jedes Mensch-Hund-Teams ist. Ziel ist es, am Ende der Ausbildung nicht nur ein Zertifikat in der Hand zu halten, sondern einen praxisnahen Methodenkoffer, der auf das spezifische Arbeitsfeld - sei es eine Schule, eine Praxis oder eine soziale Einrichtung - zugeschnitten ist.
Therapiebegleithund oder : Was ist der Unterschied?
Die Begriffe rund um die tiergestützte Arbeit können verwirrend sein. Hannah schafft hier Klarheit, indem sie die beiden zentralen Begriffe der Ausbildung erläutert. Ein Therapiebegleithund ist, wie der Name schon sagt, der Partner eines Therapeuten - beispielsweise eines Psychotherapeuten, Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten. Der Hund wird hier ganz gezielt als Teil eines dokumentierten, therapeutischen Konzepts eingesetzt, um vorher definierte Ziele zu erreichen.
Ein Päddog oder Pädagogikbegleithund hingegen ist der Hund eines Pädagogen oder einer pädagogischen Fachkraft. Sein Einsatzort ist typischerweise eine Schule, ein Kindergarten oder eine Einrichtung der Jugendhilfe. Obwohl die Aufgaben des Hundes in der Praxis sehr ähnlich sein können, liegt der Unterschied im formellen Rahmen. Die Arbeit ist hier eher pädagogisch als therapeutisch ausgerichtet. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie die Professionalität und die klare Abgrenzung der jeweiligen Arbeitsbereiche unterstreicht.
Eine emotionale Reise: Was die Ausbildung von dir und deinem Hund verlangt
Wenn du mit dem Gedanken spielst, diesen Weg zu gehen, solltest du dir bewusst sein, dass er mehr von dir verlangt als nur Zeit für Trainingsstunden. Hannah beschreibt die Ausbildungszeit als eine intensive emotionale Reise, die eine tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Beziehung zum Hund erfordert. Es wird Momente geben, in denen das Training herausfordernd ist und du Ausdauer beweisen musst. Gleichzeitig, so Hannah, ist die Ausbildung gefüllt mit unzähligen bereichernden Erlebnissen: der Moment, in dem ein Klient zum ersten Mal auf deinen Hund reagiert, ein lang geübtes Kommando perfekt sitzt oder du bei den ersten echten Einsätzen merkst, wie wertvoll die Anwesenheit deines Hundes ist. Besonders prägend seien für sie als Ausbilderin immer wieder die Abschlussprüfungen, bei denen die Teams Videos aus ihren realen Arbeitseinsätzen zeigen. Diese Einblicke in die oft sehr berührenden Interaktionen zwischen Hund, Halter und Klient sind für alle Beteiligten hochemotional und der schönste Beweis für den Erfolg der gemeinsamen Arbeit.
Dein Fahrplan zur Ausbildung: Die konkreten Schritte
Du bist überzeugt und möchtest den nächsten Schritt gehen? Der Weg in die Ausbildung bei CANIS ist klar strukturiert, um sicherzustellen, dass sowohl du als auch dein Hund die richtigen Voraussetzungen mitbringen.
- Prüfe die formalen Kriterien: Grundvoraussetzung ist ein anerkannter beruflicher Abschluss im sozialen, therapeutischen, pädagogischen oder medizinischen Bereich. Dein Hund sollte zudem gesund und körperlich fit für die Anforderungen sein.
- Besuche den Info-Abend: Eine tolle Gelegenheit, um Hannah und das Konzept kennenzulernen, ist der kostenlose Live-Info-Abend per Zoom. Der nächste Termin ist der 30. Juni um 19 Uhr. Die Anmeldung findest du auf der CANIS-Webseite.
- Melde dich für die Auswahl-Tage an: Der obligatorische erste Praxisschritt ist die Teilnahme an der Veranstaltung Mein Hund und Ich. Diese zwei Tage dienen als unverbindlicher Eignungstest und geben dir einen umfassenden Einblick in die Arbeitsweise. Du lernst die Ausbilderinnen kennen, sie lernen dich und deinen Hund kennen und ihr bekommt eine ehrliche Einschätzung.
- Triff deine Entscheidung: Nach den Auswahl-Tagen hast du eine fundierte Grundlage, um zu entscheiden, ob du die Ausbildung beginnen möchtest. Vielleicht empfiehlt das Team auch, noch ein Jahr zu warten, falls bestimmte Themen Vorrang haben.
- Sichere dir deinen Platz: Die Ausbildung startet jährlich im September. Da die Plätze stark limitiert sind, lohnt sich eine frühzeitige Planung. Selbst wenn der aktuelle Jahrgang bereits voll ist, kannst du dir nach erfolgreicher Teilnahme an den Auswahl-Tagen bereits einen Platz für das Folgejahr sichern.
Themen
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.
Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.
Shownotes
In dieser CANIS Shorts Folge spricht Iona mit Hannah Grewe über die CANIS Ausbildung für Päddogs und Therapiebegleithunde. Welche Voraussetzungen sollten Mensch und Hund mitbringen? Wie ist die Ausbildung aufgebaut und welche Inhalte erwarten die Teilnehmer:innen? Hannah gibt Einblicke in die Arbeit mit Hund im pädagogischen und therapeutischen Kontext und erklärt, wie die Ausbildung Mensch Hund Teams auf ihre späteren Einsätze vorbereitet.