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# CANIS-Podcast: Biologische Hintergründe des Jagdverhaltens verstehen

            **Podcast:**

   [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

              **Erscheinungsdatum:**

   13. März 2026

            **Länge:**

   00:13:29

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://dercanis-podcast.podigee.io/135-neue-episode)

 ![Shorts: Definition von Jagdverhalten](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2026-08/7d483abf-760a-4880-b037-7d613904edfd.jpg.webp?itok=rnj3cwBR)

###   Shorts: Definition von Jagdverhalten

   13. März 2026 · [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

Das Beutefangverhalten bei Hunden, oft auch Jagdverhalten genannt, ist tief in ihrer Genetik verankert. Doch warum ist mancher Hund nicht abrufbar und wann stößt Erziehung an ihre Grenzen? Viele Hundebesitzer:innen kennen die Frustration, wenn der eigene Vierbeiner plötzlich auf Durchzug schaltet. In einer Kurzfolge des CANIS-Podcasts beleuchtet Expertin Iris im Gespräch mit den Hosts Miriam Warwas, Michael Grewe und Iona Teichert die biologischen Hintergründe dieses Verhaltens. Sie erklärt, warum Jagen für Hunde so unwiderstehlich ist und weshalb ein perfekter Rückruf manchmal eine Illusion bleibt. Diese Episode ist ein Muss für alle, die das Jagdverhalten ihres Hundes besser verstehen und realistisch damit umgehen wollen, anstatt an Mythen und falschen Versprechungen zu verzweifeln.

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Keine Aggression:** Beutefangverhalten ist biologisch und neurologisch klar von Aggressionsverhalten getrennt. Es dient dem Nahrungserwerb und ist Teil des Stoffwechselverhaltens, während Aggression zum Sozialverhalten gehört.
- **Die zerlegte Jagd:** Die Jagdsequenz eines Wolfs (Orten, Fixieren, Hetzen, Töten etc.) wurde bei unseren Hunderassen durch Zucht gezielt verändert. Jede Rasse hat ihre Spezialdisziplin, etwa das Fixieren beim Border Collie oder das Apportieren beim Retriever.
- **Selbstbelohnender Rausch:** Jagen ist durch die Ausschüttung von Dopamin und Opiaten im Gehirn selbstbelohnend. Der Hund braucht keinen äußeren Erfolg (wie das Fangen der Beute), um einen Kick zu erleben. Dieses System ist bei manchen Rassen sogar stärker ausgeprägt als beim Wolf.
- **Genetik schlägt Training:** Iris betont, dass die genetische Veranlagung klare Grenzen für die Erziehung setzt. Selbst bei bester Bindung und perfektem Training gibt es Hunde, die in einer intensiven Jagdsituation nicht mehr abrufbar sind.
- **Frühes Handeln ist entscheidend:** Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, den Hund aus der vollen Hetze zurückzurufen, sondern seine Körpersprache zu lesen und ihn anzusprechen, bevor er sich in das Verhalten hineinsteigert.

## Biologische Grundlagen: Warum Jagdverhalten keine Aggression ist

Ein weitverbreitetes Missverständnis ist die Gleichsetzung von Jagd- und Aggressionsverhalten. Iris stellt klar, dass dies aus biologischer Sicht falsch ist. Während manche Psychologen argumentieren, dass beim Jagen ein Lebewesen geschädigt wird und es deshalb zur Aggression zählt, verorten Biologen die beiden Verhaltensweisen in unterschiedlichen Hirnarealen und Funktionskreisen. Das Beutefangverhalten gehört zum stoffwechselbedingten Verhalten - es geht um Nahrungsbeschaffung. Aggression hingegen ist Teil des Sozial- oder Schutzverhaltens. Ein entscheidender Unterschied liegt in der emotionalen Verfassung: Ein Wolf, der ein Reh jagt, ist konzentriert und effizient, aber nicht wütend. Er pöbelt seine Beute nicht an, sondern spart seine Energie für die Jagd. Das Verhalten ist, abgesehen von der inneren Belohnung, weitgehend emotionslos. Bei manchen Hunden kann es zu einer Vermischung der Antriebe kommen, die aber oft durch Zucht oder Lernerfahrungen entstanden ist.

## Die Jagdsequenz nach Coppinger: Vom Wolf zum Rassehund

Um die Vielfalt des Jagdverhaltens bei Hunden zu verstehen, verweist Iris auf das von Raymond und Lorna Coppinger beschriebene Modell einer idealisierten Jagdverhaltenskette bei Wölfen. Diese Kette umfasst die Schritte: Orten, Fixieren, Anschleichen, Hetzen, Packen, Töten und schließlich das Fressen oder Wegtragen der Beute. Bei unseren heutigen Hunderassen haben Züchter über Jahrhunderte einzelne Elemente dieser Kette verstärkt, während andere abgeschwächt wurden. So entstand eine Spezialisierung:

- **Hütehunde wie der Border Collie** zeigen vor allem das Fixieren mit den Augen und das Anschleichen. Das Töten wurde hingegen stark gehemmt.
- **Terrier** wurden darauf gezüchtet, die letzten Glieder der Kette - das Packen und Töten - besonders effektiv auszuführen.
- **Retriever** wiederum haben ihre Stärke im Tragen der Beute, ohne sie zu beschädigen.

Diese genetischen Veranlagungen erklären, warum verschiedene Hunde eine so unterschiedliche jagdliche Motivation und Ausprägung zeigen. ## Der Kick im Kopf: Das selbstbelohnende System des Jagens

Warum jagen Hunde, obwohl sie zu Hause einen vollen Napf haben und die Jagd selten zum Erfolg führt? Die Antwort liegt im Gehirn. Iris erklärt, dass Beutefangverhalten durch ein starkes körpereigenes Belohnungssystem angetrieben wird. Bei der Jagd werden Dopamin und Opiate ausgeschüttet, die ein euphorisches Gefühl auslösen. Dieser Kick belohnt das Verhalten an sich, nicht nur das Ergebnis. Für einen Wolf ist das überlebenswichtig, da er oft acht oder neun Mal erfolglos jagt, bevor er Beute macht. Ohne diese innere Motivation würde er aufgeben. Bei vielen Hunderassen wurde dieser Mechanismus durch die Zucht noch verstärkt. Ein Jagdhund, der auf einer Spur klebt und seine Umwelt komplett ausblendet, oder ein Windhund, der pure Freude am Hetzen empfindet, erlebt einen Rausch, der von außen kaum zu durchbrechen ist. Dieses Wissen ist zentral, um zu verstehen, warum ein Leckerli oft keine Konkurrenz zu einem flüchtenden Reh darstellt.

## Grenzen der Erziehung: Wenn die Genetik das letzte Wort hat

Iris räumt mit dem Versprechen auf, man könne jeden Hund zu 100 % abrufbar machen. Sie macht deutlich, dass die Genetik eine entscheidende Rolle spielt und dem Training klare Grenzen setzt. Es gibt Hunde, die trotz bester Beziehung zu ihren Menschen und exzellentem Training in einer akuten Jagdsituation nicht mehr ansprechbar sind. Das liegt nicht an mangelnder Bindung oder Erziehungsfehlern, sondern daran, dass der Hund in einen Tunnel gerät und akustische Signale wie Rufe oder Pfiffe schlicht nicht mehr verarbeiten kann. Diese Erkenntnis ist für viele Halter:innen entlastend, da sie den Druck nimmt, ein unerreichbares Ziel verfolgen zu müssen. Es ist keine Schande, einen Hund in bestimmten Situationen an der Leine zu führen - es ist ein Zeichen von Verantwortung und Voraussicht.

## Praktische Tipps für den Umgang mit jagdlich motivierten Hunden

Auch wenn die Genetik nicht veränderbar ist, bist Du Deinem jagdlich ambitionierten Hund nicht hilflos ausgeliefert. Iris gibt klare Empfehlungen für den Alltag:

1. **Lerne, Deinen Hund zu lesen:** Der wichtigste Schritt ist, die subtilen körpersprachlichen Signale zu erkennen, die ein beginnendes Jagdinteresse anzeigen. Eine angespannte Haltung, fixierte Augen oder eine erstarrte Rute sind oft die ersten Anzeichen.
2. **Sei schneller als der Instinkt:** Dein Timing ist alles. Ein Rückruf hat die besten Erfolgschancen, solange Dein Hund noch ansprechbar ist, also ganz am Anfang der Jagdsequenz. Sobald er in die Hetze übergegangen ist, ist es meist zu spät.
3. **Management ist ein Werkzeug, kein Versagen:** Nutze Hilfsmittel wie eine Schleppleine in wildreichen Gebieten oder zu kritischen Zeiten wie der Dämmerung. Vorausschauendes Handeln und das Meiden von bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten ist kluges Management, keine Niederlage.
4. **Setze realistische Ziele:** Akzeptiere die Veranlagung Deines Hundes. Es geht nicht darum, den Jagdtrieb zu eliminieren, sondern ihn in kontrollierbare Bahnen zu lenken und für Sicherheit zu sorgen. Wie Iris am eigenen Beispiel ihrer Hunde in Dänemark beschreibt: Manchmal ist die Leine die beste und sicherste Lösung für alle Beteiligten.

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                    Petcaster

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

##  Themen

 - [  Jagdverhalten  ](/podcasts/themen/jagdverhalten)

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

         ## Shownotes

   Interview mit Dr. Iris Mackensen Friedrichs In dieser CANIS Podcast-Shorts-Folge spricht Iona mit Dr. Iris Mackensen-Friedrichs über Jagdverhalten beim Hund und dessen biologische Grundlagen. Im Mittelpunkt steht die Abgrenzung zwischen Aggressionsverhalten und Beutefangverhalten sowie die Frage, warum Jagdverhalten nicht über Beziehung oder Erziehung allein erklärbar ist.

Die Folge gibt Einblick in Funktionskreise, genetische Dispositionen und rassespezifische Unterschiede und erklärt, weshalb manche Hunde trotz guten Trainings in jagdlichen Situationen kaum ansprechbar sind. Eine kurze, fundierte Einordnung für alle, die Jagdverhalten realistisch einschätzen möchten.