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# Dr. Erik Zimen: Wie sein Geist die Philosophie von CANIS prägt

            **Podcast:**

   [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

              **Erscheinungsdatum:**

   17. Juli 2026

            **Länge:**

   01:09:07

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://dercanis-podcast.podigee.io/149-neue-episode)

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###    Wie sehr ist CANIS von Dr. Erik Zimen geprägt?

   17. Juli 2026 · [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

Stell dir vor, du stehst mit einer Gruppe von Hundebesitzern im Böhmischen Wald, der Regen prasselt auf deine Jacke und der Wanderführer, ein bärtiger Mann mit einer fast animalischen Ausstrahlung, entfaltet eine völlig durchnässte Karte. Statt zu versuchen, die Route zu entziffern, knüllt er sie zusammen, wirft sie mit den Worten Scheiß Karte, brauchen wir nicht in den nächsten Mülleimer und marschiert los. Würdest du ihm folgen? In dieser Episode des CANIS-Podcasts zeichnen die Gründer Michael Grewe und Bettina Bannes Grewe zusammen mit der langjährigen Weggefährtin Nicole Kieschnick ein sehr persönliches und vielschichtiges Porträt genau dieses Mannes: Dr. Erik Zimen, Verhaltensbiologe, Wolfsforscher und die treibende Kraft hinter der Gründung von CANIS.

Im Gespräch mit Host Iona Teichert geht es nicht nur um Anekdoten aus einer wilderen Zeit des Hundetrainings, sondern um die Kernfrage, wie viel von Eriks unkonventionellem Geist und seiner Philosophie heute noch in der DNA von CANIS steckt. Es ist eine Reise zu den Wurzeln, die für jeden, der mit CANIS in Berührung kommt - ob als Student, Absolvent oder einfach nur Interessierter - ein tiefes Verständnis für die Haltung und die Werte des Unternehmens schafft. Du erfährst, warum ein Hund einfach ein Hund sein darf, wieso Chaos ein Nährboden für Entwicklung sein kann und wie ein Mann im Alleingang eine ganze Szene prägen konnte, lange bevor Social Media Influencer definierte.

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Ein Mann der Extreme:** Erik Zimen wird als charismatische, aber auch polarisierende Persönlichkeit beschrieben - ein wildes Menschentier, das mit seiner intensiven, lauten und direkten Art Menschen entweder fesselte oder vor den Kopf stieß. Er war bekannt für seine kompromisslose Haltung und seine Fähigkeit, Menschen durch seine schiere Präsenz zu führen und zu beeinflussen.
- **Die Kernphilosophie - Hund sein lassen:** Einer seiner zentralen Leitsätze, der CANIS bis heute prägt, war die Überzeugung, dass ein Hund primär ein Hund ist und nicht vermenschlicht werden sollte. Sein Fokus lag weniger auf einzelnen Erziehungstechniken als auf der authentischen Beziehung zwischen Mensch und Tier.
- **Lernen durch Provokation und Chaos:** Erik war kein konventioneller Lehrer. Er nutzte gezielt Provokation und organisatorisches Chaos, um Menschen aus ihrer Komfortzone zu locken und sie zu zwingen, selbst Lösungen zu finden. Bettina beschreibt, wie er auf Wanderungen das Reden über oder sogar mit den Hunden verbot - eine frühe Form des heutigen häuslichen Programms.
- **Wissenschaftliches Fundament:** Als Verhaltensbiologe legte Erik Zimen mit seiner Freilandforschung an Wölfen und seiner Doktorarbeit über den Verhaltensvergleich von Wölfen und Königspudeln die wissenschaftliche Basis für CANIS. Dieses Skript wird bis heute als Grundlage für das Ethogramm-Seminar genutzt.
- **Der stürmische Start von CANIS:** Die Gründung von CANIS war ein spontaner Akt, der innerhalb weniger Monate aus einer Idee Realität wurde. Nach Eriks frühem Tod stand das junge Unternehmen vor dem Aus, doch der starke Zusammenhalt des Teams, das er um sich versammelt hatte, sicherte das Überleben und die Weiterentwicklung seines Erbes.

## Ein wildes Menschentier: Der Charakter von Erik Zimen

Wenn Michael, Bettina und Nicole von Erik Zimen erzählen, entsteht das Bild eines Mannes, der in keine Schublade passt. Michael beschreibt ihn als bärtiges, wildes Menschentier mit einer lähmenden Ernsthaftigkeit auf der einen und einem entwaffnend warmherzigen Lächeln auf der anderen Seite. Er war laut, barock, liebte große Feste und wusste genau, wie er auf Menschen wirkte - eine Fähigkeit, die er bewusst einsetzte, um sie zu fesseln. Nicole ergänzt das Bild um die Facette des Arbeitstiers: Erik forderte von sich und anderen absoluten Einsatz, von morgens bis tief in die Nacht, ohne Raum für Schwäche. Ein Schnupfen war kein Grund, sich auszuruhen.

Diese extreme, fast archaische Art war Segen und Fluch zugleich. Bettina erinnert sich an ihre erste Begegnung bei einer Hundewanderung, bei der Erik die nutzlos gewordene Wanderkarte wegwarf und die Gruppe angstfrei durch unbekanntes Gelände führte, sogar über grüne Grenzen, wo man sich vor Hubschraubern ducken musste. Während sie sich bei ihm sicher fühlte, empfanden andere sein Verhalten als unorganisiert und verantwortungslos. Erik polarisierte stark. Er sagte den Leuten seine Meinung direkt ins Gesicht, was hart sein konnte, aber auch für eine radikale Klarheit sorgte. Man wusste immer, woran man bei ihm war.

Ein besonders treffendes Beispiel für seinen unorthodoxen Stil ist die Anekdote, die Michael von einer morgendlichen Wanderung erzählt. Erik formte aus Nutella und Haferflocken eine täuschend echte Wolfslosung, legte sie im Wald aus und entdeckte sie dann mit der Gruppe. Vor den Augen der fassungslosen Teilnehmer stocherte er darin, leckte seinen Finger ab und diagnostizierte dem vermeintlichen Wolf eine Krankheit. Es war, wie Michael es nennt, Schockhumor. Niemand wagte zu widersprechen, weil es Erik Zimen war, der das tat. Als Michael denselben Scherz ein Jahr später versuchte, erntete er nur Ekel und Unverständnis. Diese Geschichte zeigt eindrücklich, wie sehr Eriks Wirkung an seine einzigartige Persönlichkeit und die von ihm aufgebaute Autorität geknüpft war.

## Der Hund ist ein Hund: Zimens Philosophie im Hundetraining

Obwohl Erik Zimen von vielen als Koryphäe im Hundebereich angesehen wurde, war er, wie Bettina klarstellt, kein Hundetrainer im klassischen Sinne und wollte auch keiner sein. Sein Interesse galt dem Wesen des Hundes und vor allem dem Menschen dahinter. Er war froh, den praktischen Erziehungsteil an Michael und Bettina abgeben zu können. Seine eigentliche Mission war es, den Menschen die Natur ihres Hundes nahezubringen. Sein Credo, so Nicole, war, dass ein Hund ein Hund sein und bleiben darf, ohne durch menschliche Interpretationen und Bedürfnisse überformt zu werden.

Diese Haltung spiegelte sich in seinen Methoden wider. Auf seinen Hundewanderungen war es verboten, über Hunde zu sprechen. Er wollte, dass die Menschen sich als Gemeinschaft erleben und nicht nur über ihre vierbeinigen Anhängsel definieren. Manchmal, so Bettina, verbot er den Teilnehmern sogar, mit ihren Hunden zu sprechen. Das war seine Art, die ständige verbale Einflussnahme zu durchbrechen und die Menschen dazu zu bringen, auf einer anderen Ebene mit ihrem Tier zu kommunizieren - oder es einfach mal in Ruhe zu lassen.

Auch in Vorträgen scheute er die Provokation nicht. Bettina berichtet von einem Verbandstreffen, bei dem Erik ein Stachelhalsband in die Hand nahm und es als tolles Mittel pries, um das Ziehen an der Leine zu beenden. Ein Skandal für viele Zuhörer - doch Erik selbst, dessen Hunde fast immer ohne Leine und Halsband liefen, nutzte so ein Mittel nie. Er warf den Köder nur aus, um eine dringend notwendige Diskussion über Methoden und deren Sinnhaftigkeit anzustoßen. Er zwang die Menschen, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen, anstatt ihm blind zu folgen.

## Vom Freilandforscher zum Gründer: Wissenschaft und die Entstehung von CANIS

Erik Zimens Zugang zu Hunden war tief in seiner Arbeit als Verhaltensbiologe verwurzelt. Er war einer der wenigen deutschen Wissenschaftler, die Freilandforschung an Wölfen betrieben, unter anderem in den Abruzzen. Seine Doktorarbeit, in der er das Verhalten von Wölfen und Königspudeln verglich, die er gemeinsam aufzog, ist bis heute ein zentrales Dokument bei CANIS. Es bildet die Grundlage für das Ethogramm-Seminar und zeigt, wie wissenschaftliche Beobachtung die Basis für praktisches Training schafft. Seine Forschung half auch, Themen wie die Hybridisierung von Wolf und Hund frühzeitig und undramatisch einzuordnen.

Die Gründung von CANIS selbst war ein Spiegelbild seines Charakters: spontan, schnell und ein wenig chaotisch. Die Idee entstand nach einer extrem erfolgreichen Praktischen Woche, einem gemeinsamen Seminar mit Michael. Der Name CANIS stammte von Erik. Zwischen der Idee im Frühjahr 2002 und dem Start der ersten Ausbildung im September lagen nur wenige Monate. Es gab einen Infotag, eine Zeitungsannonce und plötzlich waren 45 Studierende angemeldet - die meisten von ihnen, so schätzt es das Team heute ein, kamen wegen des berühmten Namens Erik Zimen. Michael Grewe kannte damals kaum jemand.

Diese Abhängigkeit von seiner Person wurde zur existenziellen Bedrohung, als Erik nur wenige Monate nach dem Start von CANIS die Diagnose Hirntumor erhielt und im Mai 2003 verstarb. Michael beschreibt seine panische Angst, dass das gesamte Projekt zusammenbrechen würde. Doch das Gegenteil trat ein: Kein einziger Student kündigte. Der von Erik geschaffene Geist der Gemeinschaft und des Zusammenhalts erwies sich als stärker als die Krise. Das Team rückte zusammen, organisierte hochkarätige Dozenten und schaffte es, das junge Unternehmen durch die schwerste Zeit seiner Geschichte zu steuern.

## Ein Abschied auf seine Art: Die letzten Monate und das Vermächtnis

Die Art und Weise, wie Erik Zimen mit seiner tödlichen Krankheit umging, war für sein Umfeld ebenso prägend wie sein Leben. Er zog sich nicht zurück, sondern inszenierte seinen Abschied. Er veranstaltete eine riesige Party auf seinem Hof, eine Feier des Lebens, zu der er alle Freunde und Weggefährten einlud. Michael beschreibt den bewegenden Moment am Ende des Abends, als Erik, bereits stark von der Krankheit gezeichnet, zu den Klängen von Frank Sinatra über den Hof zu seinem Haus ging und damit für viele symbolisch aus dem Leben trat. Es war ein Abschied nach seinen eigenen Regeln - I did it my way.

Michael teilt auch eine sehr persönliche letzte Begegnung. Erik lag, frierend trotz der Wärme, unter einer Decke und bat Michael, den letzten übrig gebliebenen Terrierwelpen aus seinem Wurf zu sich zu nehmen. Dieser Hund, Caspar, wurde später von Michael in Gedenken an seinen Freund Erik genannt. In einem anderen Gespräch im Krankenhaus vertraute Erik Michael seine Verzweiflung über die Entwicklung der Welt an und warnte ihn davor, sich im Hamsterrad der Termine zu verlieren. Erik zeigte sich in dieser letzten Phase verletzlich und reflektiert.

Für Michael war es besonders beeindruckend, dass Erik sich seines veränderten Aussehens und seiner durch die Krankheit bedingten Verwirrung nicht schämte. Er hielt bis zuletzt Vorträge und zeigte damit auf radikale Weise, dass Sterben und Verfall zum Leben dazugehören. Diese Offenheit und dieser Mut im Angesicht des Todes sind ein zentraler Teil seines Vermächtnisses.

## Das Erbe von CANIS: Was von Erik Zimen geblieben ist

Wie viel Erik Zimen steckt heute noch in CANIS? Das Team ist sich uneins und doch einig. Michael vertritt die Ansicht, dass sich CANIS fundamental weiterentwickelt hat und mit Eriks kompromissloser Art in der heutigen Zeit wohl nicht überlebt hätte. Die Ausbildung ist strukturierter, die Kommunikation vorsichtiger, die Organisation professioneller. Doch Bettina und Nicole widersprechen sanft: Der Geist, die Grundhaltung, sei geblieben. Die Idee, dass ein Hund ein Hund sein darf, die Bedeutung von Gemeinschaft, die Fähigkeit, für alles eine Lösung zu finden - all das sind Werte, die direkt auf Erik zurückgehen.

Als Außenstehender, der diese emotionalen Erinnerungen hört, drängt sich ein Bild auf: Erik Zimen war der Funke, der Katalysator. Er hat mit seiner unbändigen Energie und seiner klaren Vision den Grundstein gelegt und die richtigen Menschen um sich versammelt. Nach seinem Tod hat dieses Team das Feuer am Leben erhalten, es aber in eine Form gebracht, die nachhaltig brennen kann. Sie haben die Essenz seiner Philosophie bewahrt, aber die Methoden an die moderne Zeit angepasst. Michael fasst es am Ende treffend zusammen: Eine von Eriks größten Gaben war es, Menschen zu verbinden. Und genau das ist es, was CANIS bis heute auszeichnet - ein Netzwerk, eine Gemeinschaft, die weit über das reine Hundetraining hinausgeht.

## Lehren aus einem Leben: Was wir von Erik Zimen mitnehmen können

Auch wenn du Erik Zimen nie persönlich kanntest, lassen sich aus seinem Leben und Wirken zeitlose Prinzipien ableiten, die nicht nur im Umgang mit Hunden, sondern auch im Leben allgemein wertvoll sind.

1. **Mut zur Unkonventionalität:** Folge nicht blind ausgetretenen Pfaden. Eriks Methoden waren oft chaotisch und provokativ, aber sie zwangen die Menschen, selbstständig zu denken und eigene Lösungen zu finden. Manchmal ist der direkte Weg nicht der lehrreichste.
2. **Klarheit vor Gefälligkeit:** Direkte und ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen, auch wenn sie im ersten Moment unbequem ist. Es ist wichtiger zu wissen, wo man steht, als es allen recht zu machen.
3. **Den Kern nicht aus den Augen verlieren:** In der Hundewelt kann man sich leicht in Methoden, Werkzeugen und Techniken verlieren. Erik erinnerte alle immer wieder an das Wesentliche: die Natur des Tieres und die Authentizität der Beziehung.
4. **Gemeinschaft als Kraftquelle:** Echte, persönliche Verbindungen sind das Fundament für jedes nachhaltige Projekt. Die Geschichte von CANIS zeigt, dass ein starkes Team selbst die tiefsten Krisen überstehen kann. Investiere in Menschen, nicht nur in Konzepte.
5. **Resilienz durch ein wenig Chaos:** Nicht alles muss bis ins letzte Detail durchgeplant sein. Die Fähigkeit zu improvisieren und in unvorhergesehenen Situationen handlungsfähig zu bleiben, ist eine unschätzbare Stärke. Ein wenig Chaos hält den Geist flexibel.

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                    Petcaster

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

         ## Shownotes

   Interview mit Nicole Kieschnick, Bettina Bannes Grewe und Michael Grewe In dieser Folge des CANIS-Podcasts spricht Iona mit Nicole Kieschnick, Bettina Bannes-Grewe und Michael Grewe über den Menschen, Wissenschaftler und Mitgründer von CANIS, Dr. Erik Zimen. Welche Ideen und Werte prägen CANIS bis heute? Was hat sich seit den Anfängen verändert und welche Gedanken sind geblieben? Eine persönliche Folge über die Geschichte von CANIS, die Entwicklung der Hundetrainer:innenausbildung und das Vermächtnis eines Menschen, der die Kynologie nachhaltig beeinflusst hat.