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# Dr. Iris Mackensen-Friedrichs: Den Hund als Hund verstehen

            **Podcast:**

   [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

              **Erscheinungsdatum:**

   23. Oktober 2026

            **Länge:**

   00:37:40

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://dercanis-podcast.podigee.io/154-warum-wir-uns-so-gut-verstehen-konn-t-en)

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###    Warum wir uns so gut verstehen könn(t)en

   23. Oktober 2026 · [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

Warum wir uns so gut verstehen könn(t)en - das neue Buch von Dr. Iris Mackensen-Friedrichs deckt auf, wie Missverständnisse im Zusammenleben mit Hunden entstehen und warum ein biologischer Blick auf das Tier so wichtig ist. In dieser Folge des CANIS-Podcasts spricht Iona Teichert mit der Autorin und Kynologin Dr. Iris Mackensen-Friedrichs. Sie gibt exklusive Einblicke in ihr Werk, das im Kosmos Verlag erscheint. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage, wie eine tiefere, verständnisvollere Beziehung gelingen kann, wenn wir Hunde wieder mehr als Hunde betrachten - mit all ihren genetischen Anlagen, individuellen Persönlichkeiten und Bedürfnissen. Diese Folge ist eine wertvolle Ressource für alle Hundehalter, die über reines Training hinauswachsen und die Grundlage für ein harmonisches Miteinander schaffen wollen.

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Den Hund als Hund verstehen:** Das Buch plädiert dafür, den Hund von einer biologischen und ganzheitlichen Perspektive aus zu betrachten, anstatt menschliche Maßstäbe anzulegen oder ihn nur über Lerntheorien zu definieren.
- **Missverständnisse ausräumen:** Iris Mackensen-Friedrichs klärt über gängige Irrtümer auf, wie etwa die Annahme, Hunde dürften keinem Stress ausgesetzt werden, oder dass das Setzen von Grenzen dem Vertrauen schadet.
- **Fehler sind erlaubt und wichtig:** Weder Menschen noch Hunde sind zerbrechlich. Fehler im Training sind kein Weltuntergang, sondern ein natürlicher Teil des Lernprozesses, der zur Entwicklung von Resilienz beiträgt.
- **Die komplementäre Beziehung als Fundament:** Die Mensch-Hund-Beziehung ist nicht symmetrisch wie eine Freundschaft, sondern komplementär. Der Mensch trägt die Verantwortung und trifft Entscheidungen, was dem Hund Sicherheit und Orientierung gibt.
- **Individualität zählt:** Jeder Hund ist eine eigene Persönlichkeit mit genetischen Veranlagungen und Lernerfahrungen. Das Training und die Erwartungen müssen an das jeweilige Individuum angepasst werden.

## Ein Plädoyer für den Blick aufs Ganze: Die Motivation hinter dem Buch

Seit Jahren beobachtet Iris Mackensen-Friedrichs in ihrer Arbeit als Dozentin und Hundetrainerin einen beunruhigenden Trend: Die Betrachtung des Hundes entfernt sich immer mehr von seinen biologischen Wurzeln. Gut gemeinte, aber oft einseitige Trainingsansätze konzentrieren sich auf die reine Vermittlung von Verhalten und vernachlässigen dabei die grundlegende Natur des Hundes. Angetrieben von dem Wunsch, diesem Trend entgegenzuwirken, hat sie das Buch Warum wir uns so gut verstehen könn(t)en geschrieben. Es soll, wie sie im Gespräch mit Iona erklärt, eine ganzheitliche Sichtweise vermitteln. Ihr Ziel ist es, Hundehaltern die Augen dafür zu öffnen, dass ein harmonisches Zusammenleben nicht nur auf Dressur basiert, sondern auf einem tiefen Verständnis für die evolutionären, genetischen und individuellen Eigenschaften des Hundes sowie einer stabilen Mensch-Hund-Beziehung.

## Typische Missverständnisse in der Hundehaltung aufgedeckt

Im Podcast geht Iris auf einige der häufigsten Missverständnisse ein, die sie in ihrem Buch thematisiert. Ein zentraler Punkt ist die weitverbreitete Angst, den Hund zu überfordern. Viele Halter versuchen, ihren Hund von jeglichem Stress fernzuhalten, was laut Iris jedoch kontraproduktiv ist. Hunde benötigen moderate Herausforderungen, um Resilienz und eine gesunde Robustheit zu entwickeln. Werden sie von allem abgeschirmt, können sie später anfälliger für Ängste oder Traumafolgestörungen sein.

Ein weiteres Missverständnis betrifft das Setzen von Grenzen. Die Sorge, durch eine klare Ansage das Vertrauen des Hundes zu verlieren, ist unbegründet. Iris betont, dass eine wohlwollende, aber klare Führung dem Hund Sicherheit gibt. Auch die Vorstellung, dass Hunde ausschließlich durch positive Belohnung lernen und jede andere Methode schädlich ist, wird kritisch beleuchtet. Dieser Ansatz ignoriert die Komplexität des Lernens und die individuellen Bedürfnisse des Hundes. Körpersprachliche Signale wie Demutsgesten werden zudem oft fälschlicherweise ausschließlich mit Angst gleichgesetzt, obwohl sie ein normaler Teil der hündischen Kommunikation sind, um Akzeptanz zu signalisieren.

## Warum erklärt Lerntheorie allein nicht alles?

Ein Kernanliegen von Iris ist es, die oft verkürzte Sichtweise im Hundetraining zu erweitern. Viele Ansätze reduzieren Hundeverhalten auf reine Lerntheorie und erklären Probleme damit, dass der Mensch nicht oft oder nicht richtig genug trainiert habe. Dieser Blick greift zu kurz. Iris plädiert für eine multifaktorielle Betrachtungsweise, die sich an den vier Erklärungsebenen des Verhaltensforschers Niko Tinbergen orientiert. Verhalten hat nicht nur eine unmittelbare Ursache (z. B. der Hase, der das Jagen auslöst), sondern auch eine entwicklungsgeschichtliche (Abstammung vom Wolf), eine individuelle (was der Hund in seinem Leben gelernt hat) und eine funktionale Komponente (welchen Überlebensvorteil das Verhalten bringt).

Wer nur auf das Training schaut, übersieht oft entscheidende Faktoren wie die genetische Veranlagung einer Rasse, die individuelle Persönlichkeit des Hundes oder den Zustand der Mensch-Hund-Beziehung. Erst wenn all diese Ebenen berücksichtigt werden, entsteht ein vollständiges Bild, das zu nachhaltigen Lösungen führt.

## Vom Welpen bis zum Senior: Die drei Ebenen der Lernbereitschaft

Um zu verstehen, warum ein Hund ein bestimmtes Verhalten leicht oder nur schwer lernt, stellt Iris das Konzept der dreifachen Lernbereitschaft vor. Diese Ebenen beeinflussen maßgeblich den Trainingserfolg:

1. **Genetische Lernbereitschaft:** Jede Hunderasse bringt spezifische Veranlagungen mit. Ein Collie ist genetisch darauf ausgelegt, eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten und Blickkontakt zu halten, während ein Springer Spaniel eher seiner Nase folgt. Diese Anlagen machen das Erlernen bestimmter Aufgaben leichter oder schwerer.
2. **Erworbene Lernbereitschaft:** Diese Ebene beschreibt die bisherigen Lernerfahrungen eines Hundes. Ein Hund, der von klein auf gelernt hat, Probleme zu lösen und mit kleinen Frustrationen umzugehen, lernt als Erwachsener leichter Neues als ein Hund, der bisher kaum geistig gefordert wurde. Das Gehirn entwickelt neuronale Netzwerke, die später das Lernen erleichtern.
3. **Aktuelle Lernbereitschaft:** Hier geht es um den momentanen Zustand des Hundes. Ist er müde, hungrig, gestresst oder hat er Schmerzen? Die Tagesform und die unmittelbare Umgebung entscheiden darüber, ob ein Hund überhaupt aufnahmefähig ist. Ein guter Trainer passt das Training an diese aktuelle Bereitschaft an.

## Praktische Schritte für eine bessere Beziehung zu deinem Hund

Die Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Iris lassen sich direkt in den Alltag mit deinem Hund integrieren. Hier sind einige konkrete Anregungen, um euer gegenseitiges Verständnis zu vertiefen:

- **Erkenne deine Rolle an:** Verstehe eure Beziehung als komplementär. Du bist nicht der beste Freund auf Augenhöhe, sondern die verantwortliche Bezugsperson. Triff notwendige Entscheidungen und biete deinem Hund damit eine sichere und verlässliche Struktur.
- **Sei fehlerfreundlich mit dir und deinem Hund:** Perfektion ist unerreichbar. Akzeptiere, dass Fehler passieren und Teil des gemeinsamen Weges sind. Diese Gelassenheit reduziert den Druck auf euch beide und schafft Raum für echtes Lernen.
- **Beobachte ganzheitlich:** Wenn dein Hund ein Problemverhalten zeigt, frage dich nicht nur, was du trainieren kannst. Berücksichtige auch seine Rasse, seine Persönlichkeit, seine bisherigen Erfahrungen und seine aktuelle Verfassung. Oft liegt die Lösung in einer Anpassung der Rahmenbedingungen, nicht in mehr Training.
- **Fördere die Resilienz deines Hundes:** Schütze deinen Hund nicht vor allen Herausforderungen. Gib ihm die Möglichkeit, in einem sicheren Rahmen moderate Stresssituationen zu bewältigen und selbst Lösungen zu finden. Das stärkt sein Selbstvertrauen und seine Fähigkeit, mit den Wechselfällen des Lebens umzugehen.

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                    Petcaster

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

         ## Shownotes

   Interview zum Buch mit Dr. Iris MAckensen-Friedrichs In dieser Folge des CANIS Podcasts spricht Iona mit Iris über ihr neues Buch „Warum wir uns so gut verstehen könn(t)en“. Es geht darum, den Hund wieder stärker als Hund zu betrachten. Die beiden sprechen über biologische Grundlagen, unterschiedliche Hundepersönlichkeiten, typische Missverständnisse in der Hundeerziehung und die Bedeutung der Mensch-Hund-Beziehung. Außerdem erzählt Iris, was sie zum Schreiben bewegt hat und was sie sich für den Umgang zwischen Menschen und Hunden wünscht.

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