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# Jagdverhalten beim Hund: Risiken erkennen im CANIS-Podcast

            **Podcast:**

   [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

              **Erscheinungsdatum:**

   10. April 2026

            **Länge:**

   00:12:00

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://dercanis-podcast.podigee.io/137-neue-episode)

 ![Shorts: Gefahren von Jagdverhalten](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2026-08/a3d630da-6bd5-480b-8252-a8ab005cfa2e.jpg.webp?itok=Qqw-iYI0)

###   Shorts: Gefahren von Jagdverhalten

   10. April 2026 · [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

Die Gefahren von Jagdverhalten bei Hunden sind oft schwer zu fassen, denn was als harmloses Ballspiel beginnt, kann in manchen Fällen ernste Konsequenzen haben. Diese komplexe Thematik steht im Mittelpunkt einer Episode des [CANIS-Podcasts](https://www.petcaster.de/podcast/der-canis-podcast), in der die Hosts Miriam Warwas, Michael Grewe und Iona Teichert mit der Expertin Iris über die verborgenen Risiken des Beutefangverhaltens sprechen. Das Gespräch, geführt von Iona und Iris, beleuchtet, warum das Jagdverhalten unserer Haushunde nicht immer so harmlos ist, wie es scheint, und welche Verantwortung wir als Halter tragen. Es geht um die entscheidende Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Spiel und einem potenziell gefährlichen Verhalten, und wie können wir verhindern, dass diese Grenze überschritten wird?

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Vermischung der Antriebe:** Bei bestimmten Rassen, wie Terriern, wurde gezielt eine Mischung aus Jagdverhalten (Stoffwechsel) und Aggressionsverhalten (Sozialverhalten) gefördert. Iris erklärt, dass diese Wut an der Beute beim Wolf nicht existiert und im Alltag zu unvorhersehbaren und gefährlichen Reaktionen führen kann.
- **Die Gefahr unreflektierter Wurfspiele:** Einfaches, wiederholtes Werfen von Bällen oder Frisbees trainiert den Hund darauf, reflexartig auf Bewegungsreize zu reagieren. Dies kann dazu führen, dass der Hund das Verhalten generalisiert und plötzlich auch Jogger, Radfahrer oder kleine Hunde jagt.
- **Selbstbelohnung durch Dopamin:** Das Hetzen selbst schüttet im Gehirn des Hundes Dopamin aus, was stark belohnend wirkt. Der Hund gerät in einen Rausch und sucht aktiv nach Möglichkeiten, dieses Gefühl wieder zu erleben, was das Verhalten süchtig machen kann.
- **Verschobenes Beutespektrum:** Durch Training und genetische Veranlagung kann sich das Beuteschema eines Hundes verschieben. Objekte oder Lebewesen, die keine natürliche Beute sind (z. B. Autos, Kinder), werden plötzlich zu Jagdzielen.
- **Erhöhtes Erregungsniveau im Alltag:** Hunde, die regelmäßig in den Jagdrausch versetzt werden, haben oft ein chronisch erhöhtes Stresslevel. Iona und Iris diskutieren, wie dies zu anderen Verhaltensproblemen wie Leinenaggression oder mangelnder Ruhe führen kann.

## Wenn Jagd und Aggression verschmelzen

Einer der zentralen Punkte, den Expertin Iris hervorhebt, ist ein Phänomen, das bei Wildkaniden wie dem Wolf nicht vorkommt: die sogenannte Antriebsvermischung. Während ein Wolf seine Beute emotionslos und rein aus dem Bedürfnis der Nahrungsbeschaffung jagt, zeigen einige unserer Hunderassen ein ganz anderes Bild. Besonders bei Terriern oder Dackeln wurde züchterisch eine Eigenschaft gefördert, die Iris als Wut an der Beute beschreibt. Hier vermischt sich das Beutefangverhalten, das dem Funktionskreis des Stoffwechsels zugeordnet ist, mit Aggressionsverhalten aus dem Sozialverhalten.

Warum wurde das getan? Diese Rassen sollten sich bei der Jagd auch mit wehrhaften und größeren Tieren wie Dachsen oder Füchsen anlegen. Die zusätzliche Wut gab ihnen den nötigen Mut und die Durchsetzungskraft dafür. Im häuslichen Umfeld wird diese Vermischung jedoch zu einem Risiko. Aggressionsverhalten dient in der Regel der Konfliktlösung, ohne den Gegner ernsthaft zu verletzen. Beutefangverhalten hingegen zielt auf die Tötung ab. Verschmelzen beide Antriebe, kann eine Auseinandersetzung mit einem anderen Hund oder sogar einem Menschen eine weitaus gefährlichere Dynamik entwickeln, weil die Tötungsabsicht des Jagdverhaltens mitschwingt.

## Vom Ball zum Jogger: Wie unkontrolliertes Spiel das Jagdverhalten generalisiert

Es wirkt so einfach und macht vielen Hunden sichtlich Spaß: dem geworfenen Ball hinterherhetzen. Doch genau hier liegt laut Iris und Iona eine der größten Gefahrenquellen. Das unreflektierte Jagen von Bällen, Frisbees oder Stöcken trainiert eine reflexartige Reaktion auf schnelle Bewegungsreize. Der Hund lernt nicht, seine Impulse zu kontrollieren, sondern wird dafür belohnt, sofort loszustürmen. Das eigentliche Problem entsteht, wenn der Hund dieses Verhalten generalisiert.

Das Gehirn des Hundes unterscheidet nicht zwangsläufig zwischen einem fliegenden Ball und einem vorbeifahrenden Radfahrer, einem rennenden Kind oder einem kleinen Hund. Der auslösende Reiz - die schnelle Bewegung vom Hund weg - ist in all diesen Fällen sehr ähnlich. Verstärkt wird dieser Lerneffekt durch das körpereigene Belohnungssystem. Wie Iris erläutert, sorgt die Jagd für eine massive Dopaminausschüttung, die einen regelrechten Rauschzustand auslöst. Der Hund wird quasi süchtig nach diesem Gefühl und sucht aktiv nach neuen Auslösern. So kann es passieren, dass ein Hund, der anfangs nur auf seinen Ball fixiert war, plötzlich beginnt, alles zu jagen, was sich schnell bewegt.

## Wenn der Hund das Falsche jagt

Die Folge dieser Generalisierung ist ein sogenanntes verschobenes Beutespektrum. Der Hund jagt plötzlich Dinge, die evolutionär betrachtet keine Beute sind. Das können leblose Objekte wie Autoreifen sein, was zu schweren Unfällen führen kann, aber auch andere Lebewesen. Leider, so berichtet Iris, hört man immer wieder von tragischen Vorfällen, bei denen kleine Hunde von größeren als Beute angesehen und getötet werden.

In diesem Zusammenhang verweist Iris auf eine erschütternde Untersuchung von Dorit Feddersen-Petersen und anderen Forschenden, die Todesfälle von Kindern durch Hundebisse analysierte. Die Studie kam zu dem Schluss, dass in vielen dieser Fälle nicht Aggression, sondern Beutefangverhalten die primäre Motivation des Hundes war. Auch wenn solche Vorfälle extrem selten sind, verdeutlichen sie das maximale Risikopotenzial, das in unkontrolliertem Jagdverhalten steckt. Es ist eine ernüchternde Erinnerung daran, dass wir die angeborenen Instinkte unserer Hunde niemals unterschätzen dürfen.

## Der Zusammenhang zwischen Jagdrausch und Alltagsstress

Iona wirft eine in der Praxis häufig beobachtete Frage auf: Warum führt exzessives Jagen oder Ballspielen oft zu einer Verschlechterung anderer Verhaltensweisen, wie zum Beispiel dem Pöbeln an der Leine? Iris erklärt diesen Zusammenhang mit dem allgemeinen Erregungsniveau des Hundes. Ein Hund, der täglich durch intensive Hetzspiele hochgefahren wird, befindet sich in einem Zustand permanenter Anspannung. Sein Nervensystem kommt kaum noch zur Ruhe.

Dieses chronisch hohe Stresslevel senkt die Reizschwelle für andere Auslöser. Der Hund ist schneller frustriert, reizbarer und reagiert heftiger auf Umweltreize wie andere Hunde. Vergleichbar ist das mit uns Menschen, wenn wir unter Schlafmangel leiden - auch wir sind dann dünnhäutiger und fahren schneller aus der Haut. Viele Hundebesitzer erleben einen Aha-Effekt, wenn sie auf Anraten von Trainern das Ballspielen einstellen. Oft berichten sie, so Iris, dass ihr Hund plötzlich von allein zur Ruhe kommt, sich entspannt hinlegt und im Alltag viel gelassener ist.

## Praktische Tipps für einen sicheren Umgang mit Jagdverhalten

Die Erkenntnisse aus dem Gespräch lassen sich in konkrete Handlungsempfehlungen für den Alltag übersetzen. Es geht nicht darum, jegliches Spiel zu verbieten, sondern darum, es bewusst und kontrolliert zu gestalten.

1. **Spiele bewusst gestalten:** Anstatt den Ball oder das Spielzeug unkontrolliert zu werfen, baue Elemente der Impulskontrolle ein. Lass deinen Hund warten, bevor er loslaufen darf. Verstecke das Spielzeug und lass ihn danach suchen (Nasenarbeit), anstatt ihn nur hetzen zu lassen. So förderst du die Zusammenarbeit und die Konzentration, nicht den reinen Jagdreflex.
2. **Beobachte das Erregungsniveau:** Lerne, die Körpersprache deines Hundes zu lesen. Beende das Spiel, bevor er in den Tunnel gerät und nicht mehr ansprechbar ist. Kurze, kontrollierte Spielsequenzen sind besser als lange, exzessive Hetzjagden.
3. **Fördere ruhige Alternativen:** Biete deinem Hund Beschäftigungen an, die ihn mental auslasten, ohne ihn körperlich in einen Rausch zu versetzen. Suchspiele, Apportiertraining mit ruhiger Übergabe, Tricktraining oder einfach nur entspannte Spaziergänge, bei denen er in Ruhe schnüffeln darf, sind wertvolle Alternativen.
4. **Führe das Ball-weg-Experiment durch:** Wenn du vermutest, dass das Wurfspiel deinem Hund mehr schadet als nützt, probiere den von Iris vorgeschlagenen Test. Lass den Ball und andere Wurfobjekte für ein bis zwei Wochen komplett weg und beobachte aufmerksam, wie sich das Verhalten deines Hundes im Alltag verändert. Viele Halter sind überrascht, wie viel ruhiger und ausgeglichener ihr Hund dadurch wird.

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                    Petcaster

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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##  Themen

 - [  Jagdverhalten  ](/podcasts/themen/jagdverhalten)
- [  Frustrationstoleranz und Impulskontrolle  ](/podcasts/themen/frustrationstoleranz-und-impulskontrolle)

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

         ## Shownotes

   Interview mit Dr. Iris Mackensen-Friedrichs In dieser CANIS Podcast-Shorts-Folge spricht Iona mit Dr. Iris Mackensen-Friedrichs über die Gefahren von Jagdverhalten beim Hund. Die Folge beleuchtet, warum unreflektiertes Hetzen das Erregungsniveau dauerhaft erhöhen kann, wie es zur Generalisierung auf ungeeignete Reize wie Jogger, Radfahrer oder andere Hunde kommt und weshalb daraus reale Risiken entstehen. Eine fachliche Kurzfolge für alle, die Jagdverhalten nicht verharmlosen, sondern verantwortungsvoll verstehen wollen.