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# Leinenaggression verstehen: Ursachen und Training mit CANIS

            **Podcast:**

   [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

              **Erscheinungsdatum:**

   19. Juni 2026

            **Länge:**

   00:51:09

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://dercanis-podcast.podigee.io/144-neue-episode)

 ![Gründe, warum Hunde an der Leine pöbeln](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2026-08/259a013b-2db0-4e65-af49-64c68fe310f2.png.webp?itok=ZjNOX-yu)

###   Gründe, warum Hunde an der Leine pöbeln

   19. Juni 2026 · [Der CANIS-Podcast](/podcast/der-canis-podcast)

Stell Dir vor, Du gehst mit Deinem Hund spazieren. Die Sonne scheint, alles ist entspannt - bis am Horizont ein anderer Hund auftaucht. Sofort spürst Du, wie die Leine sich spannt. Dein Hund erstarrt, fixiert den anderen Vierbeiner, und bevor Du überhaupt reagieren kannst, bricht ein ohrenbetäubendes Gebell los. Kommt Dir das bekannt vor? Dann bist Du nicht allein. Genau diesem weitverbreiteten und nervenaufreibenden Problem widmet sich eine Episode des [**Der CANIS-Podcast**](https://www.petcaster.de/podcast/der-canis-podcast). Die Hosts Miriam Warwas, Michael Grewe und Iona Teichert sprechen diesmal mit der Hundetrainerin Verena Kretzer über die Ursachen von Leinenaggression, auch bekannt als Leinenpöbeln. Gemeinsam gehen Iona und Verena der Frage auf den Grund, warum so viele Hunde an der Leine ausrasten und warum die oft vermutete schlechte Erfahrung selten die ganze Wahrheit ist. Diese Folge ist ein Muss für jeden, der die Hintergründe dieses Verhaltens verstehen und einen Weg zu entspannteren Spaziergängen finden möchte.

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Leinenpöbeln beginnt im Kleinen:** Das Problem startet nicht erst mit lautem Gebell, sondern schon mit subtilen Anzeichen wie muskulärer Anspannung, intensivem Starren (Fixieren) oder einem plötzlichen Hinlegen. Wer diese frühen Signale erkennt, hat bessere Chancen, die Situation zu deeskalieren.
- **Es ist oft ein gelerntes Ritual:** Leinenaggression ist selten die Folge eines einzigen traumatischen Erlebnisses. Vielmehr handelt es sich um ein erlerntes Verhalten, das sich über die Zeit durch Aufmerksamkeit - auch negative - und eine Form der Selbstbelohnung verfestigt hat.
- **Die Ursache ist für das Training zweitrangig:** Die Suche nach dem Warum hilft oft nicht weiter. Statt in der Vergangenheit nach einem Sündenbock zu suchen, ist es laut Verena effektiver, das aktuelle, ritualisierte Verhalten zu durchbrechen und dem Hund eine neue, ruhigere Strategie beizubringen.
- **Training beginnt außerhalb des Konflikts:** Der Versuch, das Pöbeln direkt in einer angespannten Hundebegegnung zu korrigieren, ist meist zum Scheitern verurteilt. Erfolgreiches Training startet in einer ruhigen Umgebung, um Mensch und Hund Sicherheit durch kleine Erfolgserlebnisse zu geben.
- **Fehlende Frustrationstoleranz ist ein Kernproblem:** Ein Hund, der nie gelernt hat, mit kleinen Enttäuschungen oder dem Warten auf etwas umzugehen, neigt eher zu emotionalen Ausbrüchen. Diese Fähigkeit zur Selbstregulation wird bereits im Alltag zu Hause gefördert.

## Mehr als nur Gebell: Was Leinenpöbeln wirklich ist

Wenn wir von Leinenpöbeln sprechen, haben die meisten das Bild eines tobenden, bellenden Hundes vor Augen. Doch Verena Kretzer macht im Gespräch klar, dass das eigentliche Problem viel früher beginnt. Es fängt im Kopf des Hundes an, lange bevor der erste Laut ertönt. Sie beschreibt es als einen Vulkan, der innerlich brodelt: Der Körper spannt sich an, die Beine werden steif, die Rute geht hoch und der Blick friert auf dem anderen Hund ein. Diese subtilen Signale sind die ersten Anzeichen. Ich kenne das von meinem eigenen Hund nur zu gut - dieser Moment der absoluten Stille, kurz bevor die Welt untergeht. Wer hier lernt, genau hinzusehen, kann oft noch eingreifen, bevor die Lava überkocht.

Iona und Verena unterscheiden dabei grob zwei Motivationen: Zum einen gibt es den Hund, der aus einer aggressiven Motivation heraus agiert. Sein Verhalten ist geprägt von Imponieren und Drohgebärden - er will den anderen Hund auf Abstand halten. Zum anderen gibt es den frustrierten Typ. Dieser Hund möchte eigentlich unbedingt zum anderen Vierbeiner hin, vielleicht um zu spielen oder zu begrüßen, und kann die Einschränkung durch die Leine einfach nicht ertragen. Seine Anspannung ist oft etwas weicher, aber der Frust entlädt sich ebenfalls in Bellen und Ziehen. In der Praxis können sich diese beiden Typen natürlich auch vermischen, aber die Unterscheidung hilft, das Verhalten des eigenen Hundes besser einzuordnen.

## Die sichere Anleitung zum Leinenpöbler: Wie man das Problem unbewusst fördert

In einem cleveren Gedankenspiel dreht Iona die Frage um: Was müsste man tun, um garantiert einen Leinenpöbler heranzuziehen? Verena Kretzer liefert eine Liste von Verhaltensweisen, die viele Hundehalter aus bester Absicht an den Tag legen, damit aber unbeabsichtigt das Problem erschaffen.

Ganz oben auf der Liste steht der Klassiker: der Welpe, der an der Leine zu jedem anderen Hund Hallo sagen darf. Dadurch entsteht eine hohe Erwartungshaltung. Jeder andere Hund wird zu einem potenziellen Spielpartner, und wenn der Kontakt dann verwehrt wird, entsteht Frust. Genauso schädlich ist es, dem Hund in dem Moment der aufkeimenden Aufregung Aufmerksamkeit zu schenken. Ob Du ihn mit ruhiger Stimme zu besänftigen versuchst oder ihn schimpfst - für den Hund ist beides eine Bestätigung, dass die Situation gerade unglaublich wichtig ist. Er lernt: Mein Mensch reagiert, also muss dieser andere Hund eine große Sache sein. Auch der gut gemeinte Versuch, den Hund mit Leckerlis abzulenken, kann nach hinten losgehen, wenn das Timing falsch ist. Wirfst Du die Kekse genau in dem Moment, in dem Dein Hund den anderen fixiert, belohnst Du genau diese Anspannung. Ein weiterer zentraler Punkt ist mangelnde Frustrationstoleranz, die bereits zu Hause beginnt. Ein Hund, der gelernt hat, dass er durch Fiepen, Anstupsen oder Bellen sofort bekommt, was er will - sei es Futter, Aufmerksamkeit oder ein Spiel - lernt nie, mit einem Nein oder Jetzt nicht umzugehen. Diese Unfähigkeit, kleine Enttäuschungen auszuhalten, überträgt sich dann direkt auf den Spaziergang.

## Die Ursachenfalle: Warum die Suche nach dem Warum oft in die Irre führt

Viele Halter sind überzeugt, die eine Ursache für das Pöbeln ihres Hundes zu kennen: Er wurde mal von einem schwarzen Hund gebissen, seitdem hasst er alle. Diese Erklärung ist menschlich und nachvollziehbar, denn wir suchen gerne nach klaren Gründen. Verena erklärt jedoch, warum dieser Ansatz im Hundetraining oft nicht weiterhilft. Selbst wenn es einen auslösenden Vorfall gab, hat sich das Verhalten meist verselbstständigt und generalisiert. Der Hund pöbelt plötzlich auch bei weißen, kleinen oder freundlichen Hunden. Es ist zu einem erlernten Ritual geworden, das sich für den Hund in irgendeiner Form lohnt.

Das Pöbeln ist selbstbelohnend. Es baut Stress und Anspannung ab und die Begegnung ist schnell vorbei. Iona bringt hierzu einen wunderbaren Vergleich: Es ist wie das Schimpfen aus dem Autofenster, wenn man geschnitten wurde. Man lässt kurz seinen Frust raus, fühlt sich für einen Moment besser, und der andere Fahrer ist schon längst weg. Eine echte Auseinandersetzung findet nicht statt. Genau das passiert beim Leinenpöbeln. Statt sich also auf eine Ursachenforschung zu versteifen, die man ohnehin nicht mehr ändern kann - man kann sich ja nicht mit dem Hund auf die Couch setzen und das Trauma aufarbeiten, wie Verena humorvoll anmerkt -, ist es zielführender, das aktuelle Verhalten zu verändern. Der Fokus sollte darauf liegen, dem Hund eine neue, bessere Strategie an die Hand zu geben, um mit Hundebegegnungen umzugehen.

## Stadt, Land, Frust: Welchen Einfluss hat das Umfeld?

Spielt es eine Rolle, ob ein Hund in der pulsierenden Stadt oder auf dem ruhigen Land lebt? Iona und Verena diskutieren, wie das Umfeld das Leinenpöbeln beeinflussen kann. Auf dem Land, so Ionas Beobachtung, gibt es oft viel Platz zum Ausweichen. Hundebegegnungen sind seltener, können dadurch aber zu einem riesigen Ereignis werden. Ein Hund, der tagelang nur Wiesen und Wälder gesehen hat, empfindet einen Artgenossen möglicherweise als extreme Aufregung. Der Leidensdruck für den Halter ist zudem oft geringer, weil man Konfrontationen leichter vermeiden kann.

In der Stadt hingegen sind Begegnungen an der Tagesordnung. Das kann dazu führen, dass sich unerwünschtes Verhalten schneller festigt, weil es ständig geübt wird. Gleichzeitig argumentiert Verena, dass Stadthunde gezwungenermaßen lernen, mehr Reize auszublenden und eine höhere Frustrationstoleranz zu entwickeln. Sie müssen an Ampeln warten, an Menschenmengen vorbeigehen und können nicht bei jedem Hundekontakt freilaufen. Das Fazit ist uneindeutig: Beide Umgebungen haben ihre eigenen Herausforderungen. Letztlich hängt es weniger vom Wohnort ab als von der grundsätzlichen Erziehung, der Frustrationstoleranz und dem Management durch den Menschen.

## Praktische Schritte für einen entspannteren Spaziergang

Aus dem Gespräch mit Verena Kretzer lassen sich konkrete Handlungsempfehlungen ableiten, die Dir helfen können, das Problem an der Wurzel zu packen.

1. **Der wichtigste Tipp für junge Hunde:** Verenas eindringlichster Appell richtet sich an Besitzer von Welpen und Junghunden. Wenn Dein junger Hund zum ersten Mal Anstalten macht zu pöbeln, ignoriere es. Gib dem Verhalten keine Bedeutung. Reagiere nicht mit Worten, nicht mit einem Leinenruck, nicht mit Beruhigungsversuchen. Zeige Deinem Hund durch Deine Gelassenheit, dass sein Verhalten völlig irrelevant ist. In vielen Fällen erledigt sich das Problem damit von selbst, weil es sich für den Hund nicht lohnt.
2. **Beginne das Training im Frieden, nicht im Krieg:** Wenn das Pöbeln bereits ein festes Muster ist, starte das Training nicht in der direkten Konfrontation. In diesem Moment sind sowohl Du als auch Dein Hund bereits gestresst und nicht mehr lernfähig. Übe stattdessen in einer ruhigen Umgebung mit großem Abstand zu anderen Hunden oder mit einem Trainingspartner. Ziel ist es, Erfolgserlebnisse zu schaffen.
3. **Baue Sicherheit und Souveränität auf:** Das Training soll Dir als Mensch Sicherheit geben. Verena betont, dass diese Sicherheit auf den Hund abstrahlt. Jeder kleine Erfolg, bei dem ihr eine Begegnung ruhig meistert, stärkt Dein Vertrauen und Deine Fähigkeit, in Zukunft gelassener zu bleiben. Dieser positive Kreislauf ist der Schlüssel zum Erfolg.
4. **Arbeite an der Basis:** Leinenpöbeln ist oft nur das Symptom eines tieferliegenden Themas. Arbeite zu Hause an der Frustrationstoleranz und Impulskontrolle Deines Hundes. Übe, dass er auch mal warten muss, nicht immer im Mittelpunkt steht und nicht jede seiner Forderungen sofort erfüllt wird. Ein Hund, der gelernt hat, sich selbst zu regulieren, wird auch auf Spaziergängen emotional stabiler sein.

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                    Petcaster

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

##  Themen

 - [  Aggression und Konflikte  ](/podcasts/themen/aggression-konflikte)
- [  Frustrationstoleranz und Impulskontrolle  ](/podcasts/themen/frustrationstoleranz-und-impulskontrolle)

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

         ## Shownotes

   Interview mit Verena Kretzer In dieser Folge des CANIS-Podcasts spricht Iona mit der Hundetrainerin und CANIS-Dozentin Verena Kreutzer über ein Verhalten, das viele Hundehalter:innen beschäftigt: Leinenpöbeln. Doch warum reagieren manche Hunde an der Leine so heftig auf Artgenossen? Liegt es wirklich immer an Unsicherheit oder schlechten Erfahrungen? Und welche Rolle spielen Lernen, Frust und die Erwartungen des Menschen?

Gemeinsam gehen die beiden der Frage nach, wie Leinenpöbeln entsteht, warum die Suche nach einer einzigen Ursache oft zu kurz greift und weshalb sich das Verhalten bei vielen Hunden über die Zeit ritualisiert.

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