Frühling mit Hund: Was jetzt bei Training, Zeckenschutz und Brut- und Setzzeit wichtig ist

169: "Frühling im Kopf – Warum Hunde draußen plötzlich alles vergessen"

169: "Frühling im Kopf – Warum Hunde draußen plötzlich alles vergessen"

28. März 2026 · Der Welpentrainer - Der Podcast mit André Vogt

Spürst du es auch? Die Tage werden länger, die Luft riecht nach Aufbruch und die ersten warmen Sonnenstrahlen locken uns nach draußen. Der Frühling ist eine Zeit der Erneuerung - nicht nur für uns, sondern auch für unsere Hunde. In einer neuen Folge ihres Podcasts Der Welpentrainer tauchen die erfahrenen Hundetrainer André Vogt und Eva Birkenholz tief in die Freuden und Herausforderungen dieser Jahreszeit ein. Sie beleuchten, wie die erwachende Natur das Verhalten unserer Vierbeiner beeinflusst und welches Rüstzeug wir als Halterinnen und Halter jetzt benötigen. Diese Episode ist ein unverzichtbarer Leitfaden für alle, die verstehen wollen, warum ihr Hund plötzlich wieder an der Leine zerrt, jedem Geruch nachgeht oder auf Spaziergängen wie ausgewechselt wirkt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Außenfokus deines Hundes nimmt stark zu: Die Natur erwacht und mit ihr unzählige neue Gerüche und Reize. Dein Hund wird sich stärker an der Umwelt orientieren, was die Konzentration auf dich erschweren kann.
  • Ein Trainings-Reset ist jetzt sinnvoll: André und Eva raten dazu, grundlegende Kommandos wie den Rückruf und die Leinenführigkeit gezielt aufzufrischen. Eine Schleppleine kann in dieser Phase eine wertvolle Absicherung sein.
  • Verantwortung in der Natur ist das A und O: Während der Brut- und Setzzeit gilt es, Wildtiere besonders zu schützen. Auch wenn es keine generelle Leinenpflicht gibt, solltest du deinen Hund im Zweifel sichern, um das Aufscheuchen von Jungtieren zu verhindern.
  • Parasitenschutz wird zur Priorität: Zecken sind wieder aktiv und übertragen gefährliche Krankheiten. Ein zuverlässiger Schutz ist unerlässlich, um deinen Hund gesund zu halten.
  • Der Fellwechsel erfordert Aufmerksamkeit: Die meisten Hunde verlieren jetzt ihr dichtes Winterfell. Regelmäßiges Bürsten hilft nicht nur deinem Hund, sondern verhindert auch, dass du in einem Meer aus Haaren versinkst. Entsorge die ausgekämmte Wolle aber bitte im Müll.
  • Unliebsame Hundebegegnungen häufen sich: Da wieder mehr Menschen unterwegs sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für konfrontative Situationen mit unkontrollierten Hunden. Mentale Vorbereitung und klares Management sind hier der Schlüssel.

Frühlingserwachen: Die neue Energie bei Mensch und Hund

André und Eva sind sich einig: Der Frühling hebt die Stimmung. Die längeren, helleren Tage und das Vogelgezwitscher am Morgen wirken sich positiv auf unser Gemüt aus. Diese Energie überträgt sich auch auf unsere Hunde. Eva beobachtet in ihren Trainingsgruppen, dass Hunde an den ersten sonnigen Tagen oft ausgelassener und fröhlicher wirken. Diese neu gewonnene Lebensfreude ist ansteckend und sollte unbedingt genossen werden. Ein gemeinsamer, entspannter Spaziergang in der Frühlingssonne kann die Bindung stärken. Gleichzeitig warnen beide davor, die Erziehung komplett schleifen zu lassen. Die gute Laune des Hundes kann schnell in Übermut umschlagen, wenn klare Grenzen fehlen. Insbesondere junge oder pubertierende Hunde, so Eva, benötigen in dieser reizintensiven Zeit oft eine extra Portion Führung und Unterstützung, um nicht über die Stränge zu schlagen.

Trainings-Reset im Frühling: Warum jetzt die Grundlagen zählen

Während im Winter die Spaziergänge oft kürzer und routinierter ausfallen, explodiert die Welt im Frühling förmlich vor neuen Eindrücken. Für unsere Hunde bedeutet das eine Flut an Informationen: Der Boden riecht nach Wildtieren, läufige Hündinnen hinterlassen unwiderstehliche Duftmarken und überall raschelt es im Gebüsch. André erklärt, dass dieser intensive Außenfokus die Ansprechbarkeit unserer Hunde stark reduzieren kann. Ein Hund, der im Winter perfekt gehört hat, scheint plötzlich alles Gelernte vergessen zu haben. 
Aus diesem Grund empfiehlt er einen bewussten Trainings-Reset. Anstatt frustriert zu sein, solltest du die veränderten Bedingungen anerkennen und dein Training anpassen. Das bedeutet konkret: Greife zur Sicherheit wieder zur Schleppleine, auch wenn du sie eigentlich schon weggelegt hattest. Übe den Rückruf unter geringer Ablenkung und steigere die Schwierigkeit langsam. Es geht nicht darum, den Hund zu bestrafen, sondern darum, ihm zu helfen, in einer anspruchsvolleren Umgebung die richtigen Entscheidungen zu treffen und Erfolgserlebnisse zu sammeln. Diese zwei bis drei Wochen intensiveres Management legen den Grundstein für einen entspannten Sommer.

Natur-Knigge: Verantwortung während der Brut- und Setzzeit

Ein zentrales Thema, das im Frühling besondere Relevanz hat, ist der Schutz der Wildtiere. Mit den ersten Jungtieren beginnt die sogenannte Brut- und Setzzeit. In dieser sensiblen Phase können freilaufende Hunde eine ernsthafte Bedrohung für den Nachwuchs von Rehen, Hasen oder bodenbrütenden Vögeln darstellen. Eva und André appellieren eindringlich an die Verantwortung jedes einzelnen Hundehalters. 
Interessanterweise ist die rechtliche Lage in Deutschland uneinheitlich: Während einige Bundesländer eine strikte Leinenpflicht verhängen, gibt es in anderen, wie Nordrhein-Westfalen, keine solche generelle Regelung. André positioniert sich kritisch gegenüber pauschalen Verboten und plädiert stattdessen für einen qualifizierten Hundeführerschein, der verantwortungsvollen Besitzern mehr Freiheiten einräumt. Eva zeigt Verständnis für beide Seiten: Sie kann den Frust von Haltern nachvollziehen, deren Hunde keinerlei Jagdambitionen haben, erkennt aber auch die Notwendigkeit an, die Natur vor jenen zu schützen, die ihre Hunde weniger gut unter Kontrolle haben. Unabhängig von der Gesetzeslage lautet die klare Botschaft: Wer einen jagdlich ambitionierten Hund hat oder sich der Kontrolle unsicher ist, muss seinen Hund sichern - zum Schutz der Wildtiere und um zu verhindern, dass sich das unerwünschte Jagdverhalten weiter verfestigt.

Die Schattenseiten: Zecken, Fellwechsel und unliebsame Begegnungen

Neben all der Freude bringt der Frühling auch einige weniger angenehme Begleiter mit sich. An erster Stelle stehen die Zecken. Eva stellt klar, dass ein wirksamer Zeckenschutz heute wichtiger ist als je zuvor. Durch die milderen Winter sind die Parasiten fast ganzjährig aktiv und bringen durch die Klimaerwärmung auch neue Arten und damit neue Krankheitserreger wie die für die Mittelmeerkrankheiten mit nach Deutschland. Sie empfiehlt, auf medizinisch geprüfte Präparate wie Spot-ons oder Kautabletten zu vertrauen, da der Schutz durch natürliche Mittel oft nicht ausreichend belegt ist und das Risiko einer schweren Erkrankung die Bedenken gegenüber der Chemie bei weitem überwiegt.
Ein weiteres, eher lästiges Thema ist der Fellwechsel. Wenn dein Hund sein Winterfell abstößt, sind regelmäßiges Bürsten und ein guter Staubsauger deine besten Freunde. Eva gibt hierzu einen entscheidenden Hinweis, den viele nicht kennen: Die ausgekämmte Unterwolle sollte niemals in der Natur zurückgelassen werden. Vögel nutzen sie zwar gerne zum Nestbau, doch die feinen Hundehaare können sich um die Gliedmaßen der Jungvögel wickeln und diese tödlich verletzen.
Zuletzt thematisieren die beiden Trainer ein wachsendes Ärgernis: unkontrolliert auf andere zulaufende Hunde. Wenn das Wetter besser wird, sind die Parks und Wege voller. Die persönlichen Anekdoten - André, der von seinem E-Roller gestoßen wird, und Eva, die während einer Einzelstunde von einem Passanten bepöbelt wird - verdeutlichen das Problem. Es mangelt oft an Rücksichtnahme und Voraussicht. Der Appell ist klar: Der eigene Hund muss so geführt werden, dass er für niemanden zur Belästigung oder gar Gefahr wird.

Praktische Schritte für einen gelungenen Start in den Frühling

  1. Frische dein Training gezielt auf: Nimm dir bewusst Zeit, um die Basics wie Leinenführigkeit und Rückruf zu festigen. Nutze eine Schleppleine, um deinem Hund kontrollierten Freiraum zu geben und gleichzeitig die Sicherheit zu gewährleisten, dass er nicht jagen geht oder andere belästigt.
  2. Aktiviere den Parasitenschutz: Sprich mit deinem Tierarzt über das für deinen Hund passende Mittel gegen Zecken und Flöhe. Warte nicht, bis du die erste Zecke findest - ein präventiver Schutz ist der beste Weg, um gefährliche Krankheiten zu vermeiden.
  3. Etabliere eine Pflegeroutine: Integriere tägliches Bürsten in deinen Alltag, um den Fellwechsel zu managen. Das stärkt nicht nur die Bindung, sondern hält auch deine Wohnung sauberer. Entsorge die ausgekämmte Wolle immer im Hausmüll.
  4. Sei ein Vorbild in der Natur: Informiere dich über die Regeln in deinem Gebiet bezüglich der Brut- und Setzzeit. Bleibe auf den Wegen und leine deinen Hund an, wenn Wildtiere in der Nähe sind oder sein Gehorsam nicht zu 100 % verlässlich ist.
  5. Bereite dich auf Hundebegegnungen vor: Übe, vorausschauend zu laufen und potenziell heiklen Situationen auszuweichen. Lerne, für deinen Hund einzustehen und freundlich, aber bestimmt um Abstand zu bitten, wenn ein fremder Hund unkontrolliert auf euch zukommt.
  6. Vergiss das Genießen nicht: Bei all den Regeln und Management-Aufgaben ist es wichtig, die positiven Seiten nicht aus den Augen zu verlieren. Nutze die neu gewonnene Energie und das schöne Wetter für gemeinsame Abenteuer, Spiele und ausgiebige Kuscheleinheiten in der Sonne.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Hundeerziehung kann sich manchmal wie ein Auf und Ab anfühlen – doch besonders im Frühling scheint bei vielen Hunden plötzlich gar nichts mehr zu funktionieren: Der Rückruf verpufft, die Leine spannt sich dauerhaft und draußen ist scheinbar alles spannender als der eigene Mensch. Aber ist das wirklich ein Trainingsrückschritt – oder steckt mehr dahinter?

In der neuen Folge des Welpentrainer-Podcasts gehen André Vogt und Eva Birkenholz genau diesem Phänomen auf den Grund. Sie sprechen darüber, warum Hunde im Frühling oft wie ausgewechselt wirken und welche Rolle Hormone, Umweltreize und steigende Ablenkung dabei spielen. Dabei wird schnell klar: Das Verhalten ist in vielen Fällen völlig normal – und kein Zeichen von „Ungehorsam“.

Im Fokus stehen unter anderem: die Auswirkungen von Frühjahrsreizen auf Aufmerksamkeit und Verhalten, warum der Rückruf plötzlich bröckelt, welche Rolle Jagdverhalten und Gerüche spielen, typische Fehler im Umgang mit dieser Phase und wie Hundehalter:innen ihr Training sinnvoll anpassen können, ohne sich selbst unter Druck zu setzen.

Mit ihrer langjährigen Erfahrung zeigen die beiden, wie wichtig es ist, Verhalten richtig einzuordnen und Trainingsziele realistisch anzupassen. Statt Frust und Zweifel steht ein neuer Blick auf Entwicklung, Management und alltagstaugliches Training im Vordergrund. Die Folge bietet wertvolle Impulse für alle, die gerade das Gefühl haben, ihr Hund „funktioniert draußen nicht mehr“ – und hilft dabei, gelassener durch diese intensive Jahreszeit zu gehen.

Ein ehrlicher, praxisnaher Blick auf das Frühjahrschaos im Hundetraining – und warum genau jetzt Verständnis oft wichtiger ist als Perfektion. Jetzt reinhören und den eigenen Hund (wieder) besser verstehen.

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