Hund bei Hitze: Warum weniger Bewegung an heißen Tagen gesünder ist

176: "Sommeralltag mit Hund - Was wirklich sinnvoll ist und was nicht"

176: "Sommeralltag mit Hund - Was wirklich sinnvoll ist und was nicht"

4. Juli 2026 · Der Welpentrainer - Der Podcast mit André Vogt

Die erste Hitzewelle des Jahres rollt über das Land und stellt uns Hundebesitzer vor eine entscheidende Frage: Wie gestalten wir den Alltag, wenn die Temperaturen unbarmherzig steigen? Im Podcast Der Welpentrainer nehmen sich die erfahrenen Hundetrainer André Vogt und Eva Birkenholz genau dieses Themas an. Sie räumen mit dem weitverbreiteten Irrglauben auf, dass ein Hund auch bei 30 Grad und mehr stundenlange Action braucht. Stattdessen liefern André und Eva einen klaren Leitfaden für einen entspannten und vor allem sicheren Sommeralltag, der das Wohl des Hundes in den Mittelpunkt stellt. Diese Episode ist ein unverzichtbarer Ratgeber für alle, die unsicher sind, wie viel Ruhe ihr Hund wirklich braucht und wie sie gefährliche Fehler vermeiden können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ruhe ist oberstes Gebot: An heißen Tagen ist die wichtigste Regel, den Ball flach zu halten. Dein Hund braucht keine stundenlange Auslastung, sondern vor allem einen kühlen, ruhigen Rückzugsort. Ein schlechtes Gewissen, weil du weniger unternimmst, ist absolut unangebracht.
  • Passe deine Routine an: Verlege die Hauptaktivitäten in die kühlen Morgen- und späten Abendstunden. Das bedeutet vielleicht, früher aufzustehen, aber es schützt die Gesundheit deines Hundes.
  • Vermeide heiße Untergründe: Asphalt kann für Hundepfoten zur Qual werden. Mache den 7-Sekunden-Test mit deinem Handrücken: Wenn du ihn nicht auf dem Boden halten kannst, ist es für deinen Hund zu heiß.
  • Kopfarbeit statt Körpertraining: Wenn du deinen Hund beschäftigen möchtest, setze auf mentale Auslastung in der kühlen Wohnung. Suchspiele oder das Üben von Tricks sind ideale Alternativen zu körperlich anstrengenden Aktivitäten.
  • Tabus im Sommer: Joggen, Fahrradfahren oder exzessives Ballwerfen sind bei Hitze absolut tabu. Solche Aktivitäten können schnell zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag führen.
  • Verantwortung übernehmen: Du musst für deinen Hund entscheiden. Auch wenn er aktiv wirkt oder spielen will, ist es deine Aufgabe, ihn zur Ruhe zu zwingen und vor Überhitzung zu schützen.

Weniger ist mehr: Das Missverständnis der ständigen Auslastung

Eines der zentralen Themen, das André und Eva immer wieder betonen, ist die Notwendigkeit, dem Hund an heißen Tagen Ruhe zu gönnen. Viele Besitzer haben das Gefühl, ihren Hund permanent beschäftigen zu müssen, damit er ausgelastet und glücklich ist. Doch die beiden Trainer stellen klar: Ein erwachsener Hund hat ein Ruhebedürfnis von 18 bis 20 Stunden am Tag. An heißen Tagen ist dieses Bedürfnis sogar noch ausgeprägter. Dein Hund leidet nicht unter Langeweile, wenn er döst - er schont schlicht seine Ressourcen.

Doch was, wenn der Hund von sich aus immer wieder Action einfordert? André und Eva sehen hier oft ein tieferliegendes Problem. Häufig handelt es sich um Hunde, die nie gelernt haben, richtig zur Ruhe zu kommen, oder um aufmerksamkeitsheischendes Verhalten. Anstatt dem Drängen des Hundes nachzugeben und ihn in der Mittagshitze zu bespaßen, sollte man an der eigentlichen Ursache arbeiten: dem Ruhe-Training. Ein Hund, der auch bei normalen Temperaturen schwer abschalten kann, wird bei Hitze erst recht zum Problem. Hier gilt es also, konsequent zu sein und dem Hund zu zeigen, dass jetzt Entspannung angesagt ist - für seine eigene Sicherheit.

Die goldenen Regeln für den Spaziergang im Sommer

Spaziergänge sind natürlich auch im Sommer wichtig, doch das Timing ist alles. Eva erzählt aus eigener Erfahrung von einem Urlaub auf Mallorca mit ihren Hunden, wo sie sich jeden Morgen um 7 Uhr den Wecker stellte, um eine erträgliche Gassi-Runde zu ermöglichen. Die klare Empfehlung lautet: Nutze die kühlen Stunden sehr früh morgens oder spät abends. Schon um 9 Uhr kann die Sonneneinstrahlung in der Stadt zu intensiv sein.

Ein besonders unterschätztes Risiko ist heißer Asphalt. Er kann die Pfotenballen deines Hundes regelrecht verbrennen. André empfiehlt den einfachen 7-Sekunden-Test: Lege deinen Handrücken auf den Asphalt. Wenn du es keine sieben Sekunden aushältst, ist der Boden für deinen Hund definitiv zu heiß. Eva ergänzt, dass auch Gullydeckel oder andere Metalloberflächen noch viel heißer werden können. Hundeschuhe sind für die beiden keine echte Alternative, denn selbst wenn die Pfoten geschützt sind, leidet der Rest des Körpers unter der Hitze. Besser ist es, direkt in den Wald oder an einen See zu fahren, wo der Untergrund kühler ist und Schatten spendet.

Tabus bei Hitze: Diese Aktivitäten sind lebensgefährlich

Es gibt Dinge, die man an heißen Tagen schlichtweg unterlassen sollte. Dazu gehört jegliche Form von exzessiver körperlicher Anstrengung. André zeigt sich fassungslos über Menschen, die mittags mit ihrem Hund joggen oder Fahrrad fahren. Das ist nicht nur unverantwortlich, sondern schlichtweg gefährlich.

Auch das beliebte Ballwerfen ist ein No-Go. Eva erklärt sehr anschaulich, dass der Hund dabei in eine Art Rauschzustand gerät. Durch die Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin merkt er nicht, wie sehr er sich verausgabt - ähnlich wie ein Jagdhund, der im Eifer des Gefechts Schmerzen ignoriert. Dieses Verhalten hat mehr mit einer Sucht als mit echtem Spielspaß zu tun. Es liegt in der Verantwortung des Halters, diesen Kreislauf zu durchbrechen und den Hund vor sich selbst zu schützen. Das Gleiche gilt für wildes Toben mit anderen Hunden. Auch hier müssen Besitzer eingreifen und für Pausen sorgen, bevor es zu einer Überhitzung kommt.

Coole Alternativen und nützliche Gadgets für den Sommer

Untätig herumsitzen muss man trotzdem nicht. Die Lösung liegt in der mentalen Auslastung. In der kühlen Wohnung lassen sich wunderbar Schnüffelspiele veranstalten. Ein Schnüffelteppich, versteckte Leckerlis oder Intelligenzspielzeuge fordern den Kopf deines Hundes, ohne den Körper zu belasten.

Zusätzlich gibt es einige nützliche Helfer, die André und Eva besprechen:

  • Kühlmatten: Matten mit einem speziellen Gel, das von unten kühlt. Eine gute Option, wenn der Hund sie annimmt.
  • Hundepools: Ein robustes Planschbecken im Garten oder auf dem Balkon kann für Wasserratten eine tolle Abkühlung sein.
  • Kühlwesten: Eva empfiehlt Modelle, die vor allem am Bauch kühlen und am Rücken aus einem luftdurchlässigen Material bestehen. So kann die Körperwärme nach oben entweichen und es entsteht kein Hitzestau.
  • Eis und Schleckmatten: Eine mit Joghurt oder Leberwurst bestrichene und eingefrorene Schleckmatte sorgt für Abkühlung und beruhigt durch das Lecken. Auch ein selbstgemachtes Hundeeis aus Wurstwasser, wie André es lachend beschreibt, ist eine willkommene Erfrischung.

Bei allen kalten Leckereien gilt jedoch: Langsam und in Maßen füttern, da manche Hunde Magenprobleme bekommen können.

Praktische Schritte für einen kühlen Kopf (und kühle Pfoten)

  1. Die Morgenroutine anpassen: Stehe früh auf und erledige den Hauptspaziergang, bevor die Sonne Kraft entwickelt. Danach gibt es Frühstück, und der Hund kann sich für den Rest des Tages ausruhen.
  2. Einen kühlen Rückzugsort schaffen: Sorge dafür, dass dein Hund immer Zugang zu einem schattigen, kühlen Platz hat - sei es auf Fliesen, im Keller oder in einem abgedunkelten Raum. Frisches, kühles Wasser sollte jederzeit verfügbar sein.
  3. Aktivitäten nach drinnen verlagern: Wenn dein Hund unausgelastet wirkt, starte eine kurze Trainingseinheit mit Tricks oder ein Suchspiel im Haus. Das lastet mental aus und überfordert den Kreislauf nicht.
  4. Events und Menschenmengen meiden: Verzichte darauf, deinen Hund zu Stadtfesten, Märkten oder in den vollen Biergarten mitzunehmen. Die Hitze, die vielen Menschen und die Gerüche bedeuten puren Stress für ihn.
  5. Besondere Maßnahmen bei Extremfällen: Wohnst du in einer Dachgeschosswohnung, die sich stark aufheizt, musst du kreativ werden. Nasse Handtücher vor einem Ventilator können die Raumtemperatur leicht senken. Eva erwähnt eine Frau, die mit ihrem Hund im Keller übernachtete - ein extremes, aber eindrückliches Beispiel für gelebte Verantwortung.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Sonne, hohe Temperaturen und lange Tage – der Sommer lädt zu ausgedehnten Spaziergängen, Ausflügen und gemeinsamen Aktivitäten mit dem Hund ein. Gleichzeitig kursieren rund um die heiße Jahreszeit zahlreiche Tipps und vermeintliche Regeln. Doch was davon ist tatsächlich sinnvoll – und was gehört eher in die Kategorie Mythos?

In der neuen Folge von „Der Welpentrainer“ sprechen Hundetrainer André Vogt und Eva Birkenholz darüber, wie Hunde sicher und entspannt durch den Sommer kommen. Mit ihrer langjährigen Erfahrung geben sie praxisnahe Empfehlungen für den Alltag und räumen mit weit verbreiteten Irrtümern auf.

Unter anderem geht es um folgende Fragen: Wann Spaziergänge im Sommer wirklich sinnvoll sind. Brauchen Hunde Kühlmatten, Kühlwesten oder Planschbecken? Wie viel Bewegung ist an heißen Tagen noch gesund? Und: Welche Rolle spielen Schatten, Wasser und Kühldecken?

Ob Urlaub, Garten, Stadtbummel oder Wanderung – André Vogt und Eva Birkenholz zeigen, worauf Hundehalter im Sommer wirklich achten sollten und wie sich heiße Tage für Mensch und Hund angenehm gestalten lassen.

„Der Welpentrainer“ richtet sich an Welpenbesitzer, Hundeanfänger und alle Menschen, die ihren Hund besser verstehen und sicher durch den Alltag begleiten möchten.

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