Das Welpenzimmer: André Vogt und Eva Birkenholz zur Einrichtung

179: "Das Welpenzimmer: Was es braucht und was nicht"

179: "Das Welpenzimmer: Was es braucht und was nicht"

15. August 2026 · Der Welpentrainer - Der Podcast mit André Vogt

Ein Welpenzimmer einrichten, um Ruhe, Stubenreinheit und das Alleinbleiben zu trainieren? Was zunächst nach einem eigenen Raum für den Hund klingt, ist tatsächlich ein abgegrenzter Bereich im Wohnzimmer, der deinem Welpen einen sicheren Rückzugsort bietet. In einer neuen Folge ihres Podcasts Der Welpentrainer erklären die erfahrenen Hundetrainer André Vogt und Eva Birkenholz, warum dieses Konzept so wertvoll ist und wie du es von Anfang an richtig umsetzt. Sie besprechen die entscheidenden Vorteile, von der Förderung der Entspannung bis hin zur Vorbereitung auf das Alleinsein, und geben praktische Anleitungen für die Einrichtung und Gewöhnung. Diese Episode ist eine unverzichtbare Ressource für alle werdenden oder frischen Welpenbesitzer, die eine solide Basis für ein entspanntes Zusammenleben schaffen möchten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mehr als nur ein Gitter: Das Welpenzimmer ist kein Käfig zur Bestrafung, sondern ein sicherer Rückzugsort im Zentrum des Familiengeschehens. Es hilft dem Welpen, zur Ruhe zu kommen und sich selbst zu regulieren.
  • Ein Multitalent für die Erziehung: Es unterstützt dich maßgeblich bei zentralen Themen wie Stubenreinheit, dem Training des Alleinbleibens und dem Management der wilden dollen fünf Minuten.
  • Der Schlüssel ist die positive Gewöhnung: Lass deinen Welpen den Ort selbst entdecken und schaffe positive Verknüpfungen durch Kauartikel oder Schleckmatten. Deine Anwesenheit am Anfang ist entscheidend.
  • Konsequenz bei Protest: Wenn dein Welpe jammert, ist es wichtig, standhaft zu bleiben. Gibst du nach, lernt er, dass Protest zum Erfolg führt. André betont, dass der Hund in diesem Moment alles hat, was er braucht, und du in der Nähe bist.
  • Frühes Abnabeln erleichtert das Leben: Beginne früh damit, den Welpen an kurze Trennungsphasen zu gewöhnen. Das erspart dir und deinem Hund späteren Trennungsstress.
  • Zeitlich begrenzte Hilfe: Das Gitter ist eine temporäre Unterstützung. Sobald dein Hund den Platz als seinen festen Ruheort akzeptiert hat und verlässlicher geworden ist, kannst du es wieder abbauen.

Was genau ist ein Welpenzimmer und welche Vorteile bietet es?

Wenn André und Eva vom Welpenzimmer sprechen, meinen sie keinen separaten Raum, sondern einen mit Absperrgittern gestalteten Bereich im Wohnzimmer. Dieser Ort soll zu einem sicheren Hafen für den jungen Hund werden - einem sogenannten Safe Space. André erklärt, dass die Vorteile weit über die reine Sicherheit hinausgehen. Ein zentraler Punkt ist das Thema Ruhe und Entspannung. Welpen benötigen zwischen 20 und 22 Stunden Schlaf pro Tag, doch oft fällt es ihnen schwer, von selbst herunterzufahren. Das Welpenzimmer schafft einen klar definierten Ort, der fest mit Entspannung verknüpft wird. Gleichzeitig gibt es dir als Halter eine Pause, da du nicht permanent aufpassen musst, ob der Welpe an Kabeln knabbert oder den Teppich zerlegt. Weitere entscheidende Erziehungsziele werden dadurch unterstützt: Die Stubenreinheit lässt sich besser managen, das so wichtige Alleinbleiben wird von Beginn an vorbereitet und die berüchtigten dollen fünf Minuten können in einem sicheren Rahmen kanalisiert werden, ohne dass du oder deine Möbel Schaden nehmen.

Die richtige Einrichtung: So wird der Ruheort zum Wohlfühlplatz

Die Gestaltung des Welpenzimmers ist simpel, aber entscheidend für den Erfolg. Wähle einen Ort, an dem später auch das endgültige Körbchen deines Hundes stehen soll, idealerweise im Hauptaufenthaltsraum wie dem Wohnzimmer. So ist der Welpe zwar räumlich getrennt, nimmt aber weiterhin am Familienleben teil und fühlt sich nicht isoliert. Die Größe sollte laut André so bemessen sein, dass das Körbchen hineinpasst und zusätzlich Platz auf dem Boden bleibt, damit der Hund sich auch auf einem kühleren Untergrund ausstrecken kann. Zu groß sollte der Bereich aber nicht sein, da er sonst zum Spielen einlädt und der Zweck des Ruheorts verloren geht. Zur Grundausstattung gehören das Körbchen, ein Wassernapf und eventuell ein Kauartikel oder eine Schleckmatte, um die Entspannung zu fördern. André rät davon ab, den Bereich mit Spielzeug zu überladen, da dies dem Ziel der Reizarmut entgegenwirkt.

Wie gewöhne ich den Welpen an sein neues Zimmer?

Die erste Begegnung mit dem Welpenzimmer sollte positiv und ohne Zwang ablaufen. André empfiehlt, das Gitter bereits vor der Ankunft des Welpen aufzubauen. Platziere etwas Verlockendes, wie einen Kauartikel, darin und lass die Tür zunächst offen. So kann der Hund seinen neuen Bereich neugierig und selbstständig erkunden. In den ersten Tagen kannst du dich mit in den Bereich setzen, um deinem Welpen Sicherheit zu geben und eine positive Verbindung zu schaffen. Aktivitäten wie das Schlecken an einer gefrorenen Schleckmatte helfen dem Hund, zur Ruhe zu kommen und den Ort mit Entspannung zu verknüpfen. Wenn der Welpe woanders einschläft, rät André, ihn behutsam in sein Körbchen im Welpenzimmer zu legen. So festigst du die Verknüpfung von diesem Ort mit Schlaf und Erholung.

Umgang mit Quengeln und die Kunst des Abnabelns

Es wird der Moment kommen, in dem dein Welpe im Gitter sitzt und jammert. Das ist ein normaler Lernprozess. Eva und André sind sich einig: Hier ist deine Konsequenz gefragt. Wenn du den Hund aus Mitleid herausholst, lernt er, dass Protest zum Ziel führt, und das Training wird erheblich erschwert. Bleibe stattdessen ruhig im Raum, ignoriere das Quengeln, aber signalisiere durch deine Anwesenheit Sicherheit. Der Welpe lernt so, sich selbst zu beruhigen. Dieses Prinzip ist auch die Grundlage für das Abnabeln - das Training des Alleinbleibens. Beide Hosts betonen, wie wichtig es ist, damit früh zu beginnen. Ein Welpe hat gerade die Trennung von Mutter und Geschwistern hinter sich. Ihn jetzt erst an eine extrem enge, ständige Bindung zu gewöhnen, um ihn später erneut trennen zu müssen, macht den Prozess für den Hund unnötig schwer. Das Welpenzimmer ermöglicht es, von Anfang an gesunde Distanz zu üben.

Vom Welpenzimmer zum dauerhaften Ruheplatz

Das Welpenzimmer ist eine temporäre Lösung. Doch wie lange sollte es genutzt werden? André empfiehlt, sich nicht an einer festen Wochenzahl zu orientieren, sondern am Verhalten des Hundes. Wenn dein Welpe den Ort selbstständig zum Schlafen aufsucht, die Stubenreinheit gut funktioniert und die wilden Phasen nachlassen, ist es Zeit für den Abbau. Das kann nach drei, aber auch erst nach sechs Wochen der Fall sein. Eva warnt davor, das Gitter aus reiner Bequemlichkeit zu lange stehen zu lassen. Der Übergang sollte fließend sein: Das Körbchen bleibt an seinem Platz, nur der Zaun verschwindet. Es kann sein, dass dein Hund sein Verhalten kurzzeitig ändert. An diesem Punkt, so André, greift dann die bis dahin aufgebaute Beziehung und das Training von Akzeptanz, um den Hund daran zu erinnern, dass dies weiterhin sein Ruheplatz ist - auch ohne Gitter.

Praktische Schritte zur Einführung des Welpenzimmers

  1. Vorbereitung vor der Ankunft: Baue das Gitter an einem zentralen Ort auf und statte es mit Körbchen, Wasser und zwei unterschiedlichen Liegeflächen aus, bevor dein Welpe einzieht.
  2. Der erste Kontakt zählt: Lass die Tür des Gitters offen und lege einen attraktiven Kauartikel hinein. Erlaube deinem Welpen, den Bereich selbstständig und neugierig zu erkunden, ohne ihn hineinzudrängen.
  3. Positive Verknüpfungen schaffen: Verbringe anfangs Zeit mit deinem Welpen im Gitter. Biete ihm eine Schleckmatte oder einen Kauknochen an, um ihm zu helfen, sich zu entspannen und den Ort positiv zu besetzen.
  4. Konsequent bleiben bei Protest: Es ist normal, dass dein Welpe anfangs jammert. Bleibe ruhig und anwesend, aber gib dem Protest nicht nach, indem du ihn herausnimmst. Er lernt so, sich selbst zu beruhigen.
  5. Das Abnabeln einleiten: Sobald der Welpe den Ort akzeptiert hat, beginne, die Distanz schrittweise zu vergrößern. Setze dich erst neben das Gitter, dann weiter weg auf die Couch und verlasse schließlich für kurze Momente den Raum.
  6. Die wilden Phasen managen: Nutze das Welpenzimmer als sicheren Ort, wenn dein Hund seine dollen fünf Minuten hat und überdreht. So schützt du ihn vor sich selbst und verhinderst Diskussionen in einer Phase, in der er nicht ansprechbar ist.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Der Einzug eines Welpen ist für viele Menschen ein aufregendes Ereignis. Schnell werden Körbchen, Spielzeug, Näpfe und zahlreiche Zubehörartikel gekauft. Doch was braucht ein Welpe wirklich für einen gelungenen Start ins neue Zuhause?

In der neuen Folge des Podcasts „Der Welpentrainer“ sprechen André Vogt und Eva Birkenholz über das ideale „Welpenzimmer“ und darüber, welche Anschaffungen sinnvoll sind – und welche eher dem Marketing als dem Hund dienen.

Unter anderem geht es darum, welche Grundausstattung wirklich notwendig ist, wie ein sicherer Rückzugsort für den Welpen gestaltet wird, welche Rolle Ruhe und Struktur in den ersten Wochen spielen und um häufige Fehler bei der Vorbereitung auf den Welpeneinzug.

Mit vielen praktischen Tipps und Erfahrungen aus dem Trainingsalltag helfen André Vogt und Eva Birkenholz dabei, Welpen einen entspannten und sicheren Start ins Familienleben zu ermöglichen.

Eine wertvolle Folge für alle, die bald einen Welpen bekommen oder gerade die ersten Wochen mit ihrem neuen Familienmitglied erleben.

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