Furminant: Einseitige Bindung beim Hund lösen und Training finanzieren

Eine neue Furminant Ära hat begonnen

Eine neue Furminant Ära hat begonnen

27. September 2026 · Furminant - Der Hundepodcast mit Johanna und Alex

Was kannst du tun, wenn dein Hund sich extrem stark an nur eine Bezugsperson bindet und leidet, sobald diese Person den Raum verlässt? Dieses häufige Problem und die hohen Kosten von Hundetraining sind zentrale Themen in der neuen Ära des Podcasts Furminant. Die Hosts Johanna Spahr und Alex Schillack starten mit einer technischen Neuerung - Alex’ neuem Mischpult - in eine Episode, die tief in die emotionalen und finanziellen Herausforderungen der Hundehaltung eintaucht. Sie diskutieren, wie man Hunden und Menschen den Alltag erleichtert, wenn die Bindung einseitig ist, teilen ihre berührendsten Momente als Trainer und stellen sich einer kritischen Debatte über die Preise im Hundetraining. Diese Folge bietet dir nicht nur praktische Lösungsansätze, sondern auch Denkanstöße zur Verantwortung, die mit der Haltung eines Hundes einhergeht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einseitige Bindung managen: Wenn ein Hund eine Person stark vermisst, kann es helfen, wenn die andere Bezugsperson kurz vor dem Weggang des Partners mit dem Hund spazieren geht. So erlebt der Hund die Trennungssituation nicht direkt.
  • Bindung gezielt aufbauen: Um die Beziehung zur weniger bevorzugten Person zu stärken, sollte diese die Hauptverantwortung für Fütterung und Spaziergänge übernehmen. Der bisherige Favorit sollte sich bewusst zurücknehmen.
  • Schuldgefühle im Training: Viele Hundebesitzer fühlen sich schuldig für das Verhalten ihres Hundes, oft bestärkt durch unfaire Aussagen von Trainern. Eine realistische Einschätzung des Hundeverhaltens kann diese Last nehmen.
  • Die Kosten des Hundetrainings: Hohe Preise für Hundetraining sind weniger ein Problem der Trainer als ein Spiegelbild gesamtgesellschaftlicher finanzieller Belastungen. Es ist wichtig, die Kosten für Training von Anfang an einzuplanen.
  • Prävention statt Reaktion: Eine frühzeitige Investition von 500 bis 1.000 Euro in gutes Welpen- und Junghundetraining kann weitaus teurere Verhaltenskorrekturen in der Zukunft ersparen.

Was tun, wenn der Hund sich nur an eine Person bindet?

Den Auftakt der Episode macht eine Hörerfrage, die Alex von seiner eigenen Frau erhalten hat. Ihr gemeinsamer Pflegehund, ein einjähriger Rüde, fixiert sich stark auf Alex und jault und fiept, sobald dieser das Haus verlässt. Dieses Verhalten ist der Grund, warum der Hund überhaupt abgegeben wurde. Johanna erklärt, dass man dieses Problem auf zwei Ebenen angehen muss: Management und Training.

Für das kurzfristige Management schlägt sie einen einfachen, aber wirkungsvollen Trick vor: Die Person, die mit dem Hund zurückbleibt, sollte ihn für einen kurzen Spaziergang mit nach draußen nehmen, während die andere Person das Haus verlässt. Auf diese Weise wird der Hund aus der direkten Trennungssituation herausgeholt und erlebt den Abschied nicht als passives, stressiges Ereignis. Langfristig, so Johanna, muss die Bindung zur zweiten Bezugsperson aktiv gestärkt werden. Das bedeutet, dass sie zur neuen, orientierungswertigen Figur für den Hund werden muss. Dies gelingt, indem sie zentrale Aufgaben wie die Fütterung und die meisten Spaziergänge übernimmt und im Alltag klare Entscheidungen für den Hund trifft. Alex ergänzt, dass der Hund eine generelle Präferenz für Männer zu haben scheint, was die Situation zusätzlich erschwert, aber durch gezieltes Training überwindbar ist.

Die schönsten Momente als Hundetrainer

Auf die Frage einer Zuhörerin nach ihren schönsten Erlebnissen im Beruf teilen Johanna und Alex zwei sehr persönliche und berührende Geschichten. Johannas Moment ist an die Entwicklung des Hundes Neil geknüpft. Neil kam als aggressiv geltender Lost Boy zu ihr, nachdem er über Kleinanzeigen verschenkt worden war und bereits fünf verschiedene Zuhause hinter sich hatte. Ein Tierschutzverein zog sogar seine Euthanasie in Betracht. Bei Johanna zeigte er sich jedoch schnell als charmanter Hund, der einfach klare Regeln brauchte. Sein Auszug in ein endgültiges, liebevolles Zuhause, in dem er so angenommen wird, wie er ist, war für sie ein tief emotionaler Erfolg und ein Beweis dafür, dass auch Hunde mit einer schwierigen Vergangenheit eine zweite Chance verdienen.

Alex’ schönster Moment dreht sich um die Entlastung einer Hundebesitzerin. In einem Workshop traf er eine Frau, die wegen des Verhaltens ihres Australian Shepherds den Tränen nahe war. Ein vorheriger Trainer hatte ihr eingeredet, sie sei nicht gut genug für ihren Hund und allein schuld an seinem Verhalten - dem typischen Vorpreschen und Verbellen anderer Hunde. Alex konnte ihr zeigen, dass ihr Hund ein ganz normaler, nur noch nicht fertig erzogener Aussie war. Die Erleichterung der Frau, die von einer riesigen, unbegründeten Schuldlast befreit wurde, hat ihn tief bewegt. Es steht für ihn sinnbildlich dafür, wie wichtig es ist, Menschen nicht zu verurteilen, sondern ihnen mit Verständnis und Fachwissen zur Seite zu stehen.

Luxusgut Hundetraining: Eine Debatte über Kosten und Verantwortung

Ein kritischer Instagram-Kommentar löst eine intensive Diskussion über die Kosten von Hundetraining aus. Die Verfasserin des Kommentars argumentiert, dass Preise von 80 bis 120 Euro pro Stunde Hundetraining zu etwas Elitärem machen, das sich viele nicht leisten können. Sie sieht die Trainer in der Mitverantwortung für schlecht angeleitete Hunde.

Johanna und Alex widersprechen dieser Darstellung entschieden. Sie sehen das Kernproblem nicht bei den Preisen der Trainer, sondern im geringen real verfügbaren Einkommen vieler Menschen. Hundetrainer sind oft Selbstständige mit hohen Ausgaben für Fortbildungen, Versicherungen und ohne soziale Absicherung bei Krankheit oder im Alter. Die verlangten Preise seien notwendig, um überhaupt davon leben zu können. Vielmehr kritisieren sie die Prioritätensetzung mancher Halter, die tausende Euro für einen Designerhund ausgeben, aber dann am Training sparen. Ein gut geplanter Betrag von 500 bis 1.000 Euro im ersten Jahr der Hundehaltung würde laut Johanna ausreichen, um eine solide Basis zu schaffen und späteren, weitaus teureren Problemen vorzubeugen. Die Debatte macht deutlich: Hundehaltung ist ein Luxus, der finanzielle Planung und die Bereitschaft zur Investition in das Wohl des Tieres erfordert.

Praktische Schritte bei einseitiger Hunde-Bindung

Wenn dein Hund eine klare Präferenz für eine Person im Haushalt hat und bei deren Abwesenheit leidet, kannst du mit gezielten Maßnahmen gegensteuern. Hier sind die wichtigsten Schritte, um die Balance wiederherzustellen:

  1. Verantwortung bewusst neu verteilen: Die Person, an der sich der Hund weniger orientiert, sollte die zentralen und positiv besetzten Aufgaben übernehmen. Dazu gehört das Füttern aus der Hand, das Anleiten von Trainingseinheiten und die alleinige Durchführung der meisten Spaziergänge. Die bisherige Hauptbezugsperson sollte sich in diesen Bereichen bewusst zurückziehen.
  2. Abschiedssituationen entschärfen: Vermeide es, dass der Hund den Abschied der favorisierten Person direkt miterlebt. Die zurückbleibende Person kann kurz vorher mit dem Hund das Haus verlassen und erst zurückkehren, wenn der Partner bereits weg ist. So entsteht keine negative Verknüpfung mit dem Alleinsein.
  3. Exklusive positive Erlebnisse schaffen: Baue gezielt Aktivitäten auf, die der Hund nur mit der zweiten Bezugsperson erlebt. Das können besondere Spiele, Ausflüge an neue Orte oder Kuscheleinheiten sein. Diese exklusiven Momente stärken die individuelle Bindung und machen die Person in den Augen des Hundes wertvoller.
  4. Führung und Sicherheit vermitteln: Die Person, die eine stärkere Bindung aufbauen möchte, muss für den Hund als entscheidungsfreudig und verlässlich wahrnehmbar werden. Das bedeutet, im Alltag konsequent kleine Regeln durchzusetzen und dem Hund durch klares Handeln Sicherheit zu geben.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Alex hat ein neues Spielzeug und damit werden die Folgen nun abwechslungsreicher, lustiger und Johanna eventuell im Zeitverlauf immer genervter. Insgesamt also ein Super Rezept für kurzweilige und informative Unterhaltung rund um den Hund. 

Heute geht es um die Frage, wie man es Hunden und Menschen einfacher macht, wenn ein Hund sich doll an eine Bezugsperson bindet. Es geht um Geld und Hundetraining und unsere schönsten Momente als Trainer*in.

Wenn ihr Juliane Bräuer kontaktieren wollt schaut gerne hier vorbei:

https://www.fsv.uni-jena.de/en/63767/dr-juliane-braeuer

Und wenn ihr euch bei Dogs&us anmelden wollt, schaut gerne hier:

https://www.dogs-and-us.de 

Mehr zu:

👩🏻  Johanna Spahr

Hahutra

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👱🏻‍♂️ Alexander Schillack 

TeamHundecoach

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Keywords

Orientierung am Menschen, Hundeverhalten, Hundetraining, Forschung, Hundetypen, Kommunikation, Genetik, Erziehung, Hundetraining, Hundeerziehung