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# Hundetraining: Sollte man nach einer Korrektur das richtige Verhalten belohnen?

 



            **Podcast:** 

   [Furminant - Der Hundepodcast mit Johanna und Alex](/podcast/furminant) 

              **Erscheinungsdatum:** 

   13. Juli 2026 

            **Länge:** 

   00:52:58 

    

 

 





 ![Muss man nach einer Strafe immer das richtige Verhalten belohnen?](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2026-01/Furminant.jpg.webp?itok=1P8mjIyX) 

###   Muss man nach einer Strafe immer das richtige Verhalten belohnen?  

   13. Juli 2026 · [Furminant - Der Hundepodcast mit Johanna und Alex](/podcast/furminant)

  

 

 





 

Stell dir eine typische Situation im Hundetraining vor: Dein Hund zieht an der Leine, du korrigierst ihn kurz und bestimmt, und für einen Moment läuft er perfekt an deiner Seite. Was ist dein erster Impuls? Greifst du sofort zum Leckerli, um dieses vorbildliche Verhalten zu belohnen? Genau diese Frage, ob auf eine Strafe zwingend eine Belohnung folgen sollte, steht im Mittelpunkt der neuesten Episode des Podcasts [Furminant](https://www.petcaster.de/podcast/furminant). Die Hosts Johanna Spahr und Alex Schillack tauchen tief in die Lerntheorie, die Psychologie des Menschen und die feinen Nuancen der Hund-Mensch-Kommunikation ein. Sie hinterfragen eine Lehrmeinung, die in manchen Hundetrainer-Ausbildungen als unumstößliche Regel gilt, und zeigen, warum der Trainingsalltag oft eine flexiblere Herangehensweise erfordert.

Diese Diskussion ist für jeden Hundebesitzer relevant, der sich schon einmal unsicher war, wie man fair und effektiv Grenzen setzt, ohne die Beziehung zum Hund zu belasten. Es geht um die zentrale Frage: Wie schaffen wir Klarheit und Verlässlichkeit, ohne den Hund in ein ständiges Wechselbad der Gefühle aus Korrektur und überschwänglichem Lob zu stürzen?

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Erregung statt Einsicht:** Johanna erklärt eindrücklich, dass eine sofortige, positive Belohnung nach einer Korrektur die Erregungslage des Hundes oft wieder in die Höhe treibt. Statt zur Ruhe zu finden, wird der Hund angefeuert und tappt möglicherweise direkt in den nächsten Fehler - ein Teufelskreis aus Strafe und Belohnung entsteht.
- **Die stärkste Belohnung ist Ruhe:** Oft ist das Ausbleiben der Strafe bereits die wirksamste Bestätigung für den Hund. Wenn er merkt, dass der unangenehme Reiz verschwindet, sobald er das richtige Verhalten zeigt (negative Verstärkung), ist das eine klare und verständliche Lektion, die keine zusätzlichen Leckerlis benötigt.
- **Das menschliche Gewissen:** Häufig entspringt der Drang zu belohnen nicht dem Bedürfnis des Hundes, sondern dem des Menschen. Wir fühlen uns nach einer Korrektur schlecht und wollen es "wieder gutmachen". Alex und Johanna regen dazu an, zu hinterfragen, ob man mit der eigenen Konsequenz im Reinen ist.
- **Ein gehemmter Hund ist kein trauriger Hund:** Ein ruhiger, in seinem Verhalten gehemmter Hund ist oft das Ziel der Erziehung, besonders in aufregenden Situationen. Viele Besitzer interpretieren diese Gelassenheit fälschlicherweise als Traurigkeit und versuchen, den Hund wieder "aufzuputschen", obwohl er gerade den gewünschten mentalen Zustand erreicht hat.
- **Kontext ist entscheidend:** Die pauschale Regel "immer belohnen" ist irreführend. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man ein unerwünschtes Verhalten (wie Pöbeln) lediglich unterbinden möchte oder ob man ein ganz spezifisches Alternativverhalten (wie eine perfekte "Fuß"-Position) aufbaut.

## Warum eine Belohnung nach der Strafe oft kontraproduktiv ist

Der Kern der Diskussion dreht sich um die emotionale und mentale Verfassung des Hundes. Johanna vertritt die klare Haltung, dass eine Belohnung, insbesondere in Form von Futter oder aufgeregtem Lob, die eben erst durch die Korrektur gesenkte Erregung sofort wieder ansteigen lässt. Stell dir die Leinenführigkeit vor: Der Hund prescht nach vorne, wird korrigiert, fällt zurück in die richtige Position. Wenn du ihn nun mit einem "Jaaa, super!" und einem Keks belohnst, bringst du Energie in die Situation, die den Hund wahrscheinlich direkt wieder nach vorne katapultiert. Du treibst ihn, wie Johanna es nennt, geradewegs in den nächsten Fehler. Langfristig ist es fairer, dem Hund durch eine neutrale, ruhige Haltung zu helfen, in einem gelassenen Zustand zu bleiben. So braucht es insgesamt weniger Korrekturen.

Alex untermauert dies mit einem Beispiel aus einem Workshop. Er hatte einen Hund, der stark pöbelte, körpersprachlich eingeschränkt. Nachdem der Hund zur Ruhe kam, zog Alex sich langsam und rückwärtsgewandt zurück, anstatt sich einfach umzudrehen und wegzugehen. Warum? Er wollte handlungsbereit bleiben und die Kommunikation nicht abrupt abbrechen. Dieses Vorgehen spiegelt auch das Verhalten unter Hunden wider: Nach einer Auseinandersetzung herrscht oft eine Phase der Beobachtung und des langsamen Lösens, keine plötzliche Kehrtwende mit anschließender Spielaufforderung.

## Die menschliche Perspektive: Warum wir das Bedürfnis haben, es wieder gutzumachen

Ein wesentlicher Punkt, den beide Hosts herausarbeiten, ist die menschliche Psychologie. Das Bedürfnis, nach einer Strafe zu belohnen, sagt oft mehr über uns aus als über den Hund. Fühlen wir uns unwohl dabei, eine Grenze zu setzen? Haben wir das Gefühl, uns für unsere Konsequenz entschuldigen zu müssen? Alex vergleicht es treffend mit einem Strafzettel: Wenn du geblitzt wirst und die Strafe bezahlst, schickt dir die Behörde danach auch keinen Präsentkorb, um sich für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Die Sache ist damit erledigt.

Dazu kommt eine weit verbreitete Fehlinterpretation des hundlichen Wohlbefindens. Viele Menschen verbinden einen glücklichen Hund mit hoher Energie - Rennen, Springen, Spielen. Ein Hund, der nach einer Korrektur ruhig und vielleicht sogar etwas geduckt oder "gehemmt" ist, wird schnell als "traurig" oder "eingeschüchtert" abgestempelt. Dabei ist genau dieser Zustand der mentalen Ruhe oft das Trainingsziel. Ihn durch eine Belohnung zu durchbrechen, weil wir die Stille nicht aushalten, untergräbt den Lerneffekt.

## Der entscheidende Unterschied: Verhalten hemmen vs. Alternativen formen

Die Frage, ob eine Belohnung sinnvoll ist, hängt stark vom Trainingsziel ab. Alex erklärt, dass es einen großen Unterschied gibt, ob man ein unerwünschtes Verhalten lediglich unterbinden will oder ob man ein konkretes Alternativverhalten formen möchte.

In seinem Workshop-Beispiel wollte er nur, dass das Pöbeln aufhört. Was der Hund stattdessen tat - ob er sich zu seinem Besitzer orientierte, schnüffelte oder einfach nur ruhig stand -, war zweitrangig, solange es im Rahmen des Erlaubten lag. Der Hund durfte selbst eine Lösung finden. In einem solchen Fall ist eine Belohnung für ein spezifisches Verhalten nicht nur unnötig, sondern würde den Hund auch in seiner Lösungsfindung einschränken.

Anders sieht es aus, wenn du zum Beispiel eine exakte Fußposition trainierst. Hier bestätigst du natürlich das gewünschte Verhalten. Aber selbst dann stellt sich die Frage, ob dies unmittelbar nach einer Korrektur geschehen muss oder ob es nicht effektiver ist, die nächste Wiederholung, in der der Hund den Fehler von vornherein vermeidet, positiv zu verstärken.

## Kontext ist alles: Wenn eine Belohnung doch Sinn machen kann

Trotz ihrer grundsätzlichen Skepsis betonen sowohl Alex als auch Johanna, dass es im Hundetraining kaum absolute Regeln gibt. Das Wort "immer" aus der ursprünglichen Fragestellung ist der eigentliche Knackpunkt. Es gibt durchaus Situationen, in denen eine Belohnung nach einer Korrektur angebracht sein kann. Johanna erwähnt, dass sie bei einem sehr unsicheren oder eingeschüchterten Hund möglicherweise eine sanfte Bestätigung nutzen würde, um ihm Sicherheit zu geben.

Alex liefert ein sehr anschauliches Beispiel mit einem Pflegehund, einem Terrier namens Freitag, der in bestimmten Situationen in extremes Schreien verfiel. Bei ihm war die Erregung so hoch und das Verhalten so selbstbelohnend, dass klassische Korrekturen ins Leere liefen. In diesem speziellen Fall nutzte Alex eine Leberwursttube als "Brücke" oder sogar als eine Art Bestechung, um den Hund überhaupt ansprechbar zu halten und durch schwierige Momente zu lotsen. Hier war die Belohnung ein Management-Werkzeug in einer Ausnahmesituation - weit entfernt von einer pauschalen Trainingsregel.

## Praktische Leitsätze für deinen Trainingsalltag

Was kannst du aus dieser Episode für dein eigenes Training mitnehmen? Hier sind einige handlungsorientierte Gedanken:

1. **Priorisiere Ruhe:** Dein Hauptziel nach einer Korrektur sollte ein entspannter Hund sein, nicht ein aufgeregter. Widerstehe dem Impuls, die Stimmung sofort wieder "aufzuhellen". Gib deinem Hund (und dir selbst) Zeit, die Situation zu verarbeiten.
2. **Lass die Ruhe für sich sprechen:** Erkenne an, dass das Ende einer unangenehmen Situation (der Korrektur) für den Hund bereits eine starke Information ist. Er lernt: "Wenn ich dieses Verhalten zeige, wird es wieder entspannt." Das ist oft Lektion genug.
3. **Belohne die Eigeninitiative, nicht die Reaktion:** Wenn du belohnen möchtest, dann tu es für ein Verhalten, das dein Hund von sich aus und ohne vorherige Korrektur anbietet. Belohne ihn, wenn er in einer schwierigen Situation von allein Blickkontakt sucht, nicht weil er aufgehört hat zu ziehen, nachdem du ihn zurückgeholt hast.
4. **Sei ehrlich zu dir selbst:** Frage dich, warum du belohnen willst. Tust du es für deinen Hund oder um dein eigenes Gewissen zu beruhigen? Souveränität bedeutet auch, zu seinen Entscheidungen zu stehen.

 

 

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                    Petcaster 

 

 

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**  

 

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

 

 

 

 

     

##  Themen 

 

 

 

 - [  Hundetraining und Erziehung  ](/podcasts/themen/hundetraining-und-erziehung)
 
  

 

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

 

 

         ## Shownotes

  Alex bringt eine Frage mit in die Folge: Sollte man, lerntheoretisch gesehen, einen Hund immer noch mal für das gewünschte Verhalten belohnen, wenn man vorher einen Fehler bestraft hat?

Wir klären diese Frage in unserer ersten Folge nach der Sommerpause!

Furminant ist zurück, ab jetzt wieder jeden Montag eine neue Folge!

Mehr zu:

👩🏻 **Johanna Spahr**

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**👱🏻‍♂️ Alexander Schillack**

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Keywords

Orientierung am Menschen, Hundeverhalten, Hundetraining, Forschung, Hundetypen, Kommunikation, Genetik, Erziehung, Hundetraining, Hundeerziehung