Der Traum vom freien Hund und die unsichtbare Leine im Kopf

Lieblingsfolge: Angst vor dem Freilauf

Lieblingsfolge: Angst vor dem Freilauf

6. August 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde widmen sich die Moderatorinnen Liza und Mareike einem der größten Wünsche vieler Hundehalter:innen - dem Freilauf. Anlass ist das Ende der Brut- und Setzzeit, nach der Hunde in vielen Regionen wieder von der Leine gelassen werden dürfen. Doch oft ist es nicht der Hund, der für diese Freiheit noch nicht bereit ist, sondern der Mensch am anderen Ende der Leine.

Die Episode analysiert, warum viele Besitzer:innen eine tiefsitzende Angst davor haben, die Leine loszulassen, selbst wenn das Training gut verlaufen ist. Es wird die zentrale Frage behandelt: Wie kannst du die eigene Unsicherheit überwinden und deinem Hund (und dir selbst) das Vertrauen schenken, das für einen sicheren und entspannten Freilauf notwendig ist? Diese Folge richtet sich an alle, die von einem harmonischen Spaziergang ohne Leine träumen, sich aber von Sorgen und "Was-wäre-wenn"-Gedanken blockiert fühlen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die größte Hürde ist oft der Mensch: Die Expertin Liza erklärt, dass in den meisten Fällen nicht der Hund das Problem für den fehlenden Freilauf ist, sondern die Angst und das mangelnde Vertrauen des Halters oder der Halterin.
  • Freilauf ist eine fortgeschrittene Übung: Einen Hund ohne Leine laufen zu lassen, erfordert intensives Training, eine starke Bindung und klare Regeln. Es ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit.
  • Langsam wieder anfangen: Besonders nach einer langen Phase an der Leine, wie der Brut- und Setzzeit, sollte der Hund schrittweise wieder an den Freilauf gewöhnt werden, um ihn nicht zu überfordern.
  • Unterstützung holen, um Ängste zu überwinden: Wenn du merkst, dass du die Bremse bist, hole dir eine Vertrauensperson oder eine:n professionelle:n Trainer:in an deine Seite. Eine externe Perspektive kann helfen, die Situation objektiv zu bewerten und den entscheidenden Schritt zu wagen.
  • Freilauf hat klare Regeln: Erfolgreicher Freilauf ist kein Zustand der Regellosigkeit. Er sollte laut Liza aktiv begonnen und beendet werden, damit der Hund genau weiß, wann er Freizeit hat und wann Konzentration gefordert ist.
  • Nicht jeder Hund passt in jede Situation: Ob ein Hund für den Freilauf geeignet ist, hängt von seinem Charakter, seiner Tagesform und der Umgebung ab. Ein Hund mit Jagdtrieb oder sozialer Unsicherheit kann trotzdem Freilauf genießen, allerdings nur in passenden, kontrollierten Umgebungen.

Der Traum vom Freilauf und die unsichtbare Barriere: Die Angst des Menschen

Der Wunsch, den eigenen Hund frei und unbeschwert laufen zu sehen, ist für viele Hundehalter:innen ein zentrales Ziel. Liza, die Hundetrainerin in der Runde, stellt jedoch fest, dass die Realität oft anders aussieht. Die größte Hürde sei dabei häufig nicht die mangelnde Erziehung des Hundes, sondern die Angst des Menschen. Sie beschreibt, dass fehlendes Vertrauen, schlechte Vorerfahrungen oder eine generelle Unsicherheit dazu führen, dass Besitzer:innen sich nicht trauen, die Leine loszulassen.

Diese Angst kann verschiedene Ursachen haben: die Sorge, der Hund könnte weglaufen und überfahren werden, einen anderen Hund angreifen oder einem Wildtier nachjagen. Solche Sorgen sind laut Liza berechtigt, dürfen aber nicht dazu führen, dass der Hund nie die Chance auf Freiheit bekommt. Der erste und wichtigste Schritt sei es, sich diese eigenen Ängste einzugestehen. Nur wer anerkennt, dass die Blockade bei einem selbst liegt, kann gezielt daran arbeiten.

Voraussetzungen für den Freilauf: Mehr als nur "Leine ab"

Liza betont, dass Freilauf niemals unvorbereitet oder einfach mal so stattfinden sollte. Ein erfolgreicher Freilauf basiert auf einem soliden Trainingsfundament. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören:

  • Starke Orientierung am Menschen: Der Hund sollte sich auch ohne Leine regelmäßig an dir orientieren und von sich aus den Kontakt suchen.
  • Ein verlässlicher Rückruf: Das Rückrufsignal muss auch unter Ablenkung zuverlässig funktionieren.
  • Soziale Verträglichkeit: Der Hund sollte in der Lage sein, angemessen mit anderen Hunden und Menschen zu interagieren, ohne zu pöbeln oder aggressiv zu reagieren.
  • Kontrollierbarkeit: Auch wenn der Hund Jagdverhalten zeigt, muss er jederzeit abrufbar und lenkbar bleiben.

Diese Fähigkeiten werden idealerweise von klein auf trainiert, zum Beispiel durch Schleppleinentraining. Dabei wird langsam das Vertrauen auf beiden Seiten aufgebaut, indem der Hund lernt, in einem bestimmten Radius zu bleiben, und der Mensch lernt, dem Hund mehr Freiraum zu geben.

Der Umgang mit Rückschlägen: Was tun, wenn der Hund doch wegläuft?

Ein negatives Erlebnis kann das Vertrauen nachhaltig erschüttern. Mareike teilt eine persönliche Geschichte, in der ihr Hund einem Reh hinterherjagte und für mehrere Minuten verschwunden war. Solche Momente beschreibt sie als die schlimmsten Minuten im Leben einer Hundehalterin. Für diesen Fall gibt Liza eine klare Empfehlung: Bleibe genau an dem Ort stehen, an dem der Hund dich zuletzt gesehen hat. Die Wahrscheinlichkeit ist dort am höchsten, dass er zu diesem „Geruchspool“ zurückkehrt. Panisches Hinterherlaufen oder unkontrolliertes Rufen kann die Situation verschlimmern.

Nicht jeder Hund ist gleich: Individuelle Grenzen im Freilauf erkennen

Liza stellt klar, dass nicht jeder Hund für jede Freilauf-Situation geeignet ist. Dies sei jedoch weniger eine Frage der Rasse als des individuellen Charakters. Ein Hund mit starkem Jagdtrieb, ausgeprägter Angst oder Aggressionen gegenüber Artgenossen benötigt eine besonders sorgfältige Einschätzung. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass diese Hunde niemals frei laufen dürfen.

Anhand ihres eigenen Hundes Nala erklärt sie, wie ein angepasster Freilauf aussehen kann. Nala sei im Umgang mit anderen Hunden oft unsicher und habe früher das Spiel anderer Hunde dominant korrigiert. Deshalb meidet Liza mit ihr klassische Hundewiesen. In einer ruhigen Umgebung, in der Begegnungen kontrolliert stattfinden können, genießt Nala jedoch regelmäßig ihren Freilauf. Es geht also darum, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen und die Grenzen des eigenen Hundes zu respektieren.

Praktische Schritte zur Überwindung der eigenen Unsicherheit

Wenn du das Gefühl hast, dass deine eigene Angst der Hauptgrund für die ständige Leine ist, empfiehlt Liza eine schrittweise Herangehensweise, um Vertrauen aufzubauen:

  1. Die eigene Angst anerkennen: Gib ehrlich zu, dass du unsicher bist. Das ist der erste Schritt zur Veränderung und kein Zeichen von Schwäche.
  2. Das Training festigen: Arbeite gezielt an den Grundlagen wie Rückruf und Orientierung, um dir selbst mehr Sicherheit zu geben.
  3. Klein und kontrolliert starten: Beginne in einer sicheren, eingezäunten oder sehr übersichtlichen Umgebung. Lasse zunächst nur die Schleppleine auf dem Boden schleifen, bevor du sie ganz abnimmst.
  4. Kurze Intervalle wählen: Leine deinen Hund anfangs nur für wenige Minuten ab. Positive Erfahrungen in kurzen Sequenzen stärken das Vertrauen mehr als ein langer, stressiger Spaziergang.
  5. Unterstützung suchen: Nimm eine:n Freund:in, deine:n Partner:in oder eine:n Trainer:in mit. Eine zweite Person kann dir Sicherheit geben und dir helfen, die Situation objektiv zu beurteilen und im richtigen Moment den Schritt zu wagen.
  6. Den Freilauf bewusst gestalten: Gib deinem Hund ein klares Startsignal für den Freilauf und beende ihn ebenso bewusst, indem du ihn anrufst, belohnst und wieder anleinst. Das schafft eine klare Struktur für euch beide.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Die Brut- und Setzzeit ist zu Ende und damit auch (teilweise) die Leinenpflicht. Jetzt stellen sich viele Hundehalter die Frage: Soll ich meinen Hund ohne Leine laufen lassen? Hundecoach Liza kennt Hundehalter, die unsicher sind, ob sie ihren Hund in den Freilauf lassen möchten. Ein Grund dafür kann sein, dass der Hund nicht darauf trainiert ist, aber auch Ängste bei den Zweibeinern sorgen bei vielen für Unsicherheit. Liza erklärt in dieser Folge, wie und wo ihr den Freilauf trainieren könnt und hat auch einige hilfreiche Tipps, die sich der ein oder andere Zweibeiner antrainieren sollte… 😉 Viel Spaß beim Zuhören 😊 Wir freuen uns, wenn ihr uns über eine Bewertung in eurer Podcast-App. Danke!

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