Ein Hund für die Großfamilie? Experten-Tipps für ein harmonisches Zusammenleben

#123 Großfamilie und Hund?! So passt's zusammen

#123 Großfamilie und Hund?! So passt's zusammen

2. Juli 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde beantwortet Hundetrainerin Liza die Frage der Hörerin Katharina, Mutter von vier Kindern, ob und wie ein Hund in eine große, lebhafte Familie integriert werden kann. Gemeinsam mit Host Mareike analysiert sie die besonderen Herausforderungen und Chancen, die sich ergeben, wenn mehrere Personen - Erwachsene wie Kinder - an der Erziehung eines Welpen beteiligt sind.

Die Episode richtet sich an alle Familien, die über die Anschaffung eines Hundes nachdenken. Sie beleuchtet die zentrale Frage: Wie schafft man eine Struktur, die sowohl den Bedürfnissen eines jungen Hundes als auch dem trubeligen Alltag einer mehrköpfigen Familie gerecht wird, ohne dass der Hund oder die Familienmitglieder überfordert werden?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheitlichkeit ist der Schlüssel: In einer Großfamilie ist es entscheidend, dass alle an einem Strang ziehen. Klärt vorab klare Regeln, einheitliche Kommandos (z. B. "Sitz") und ein gemeinsames Auflösesignal (z. B. "Okay"), um den Hund nicht zu verwirren.
  • Wählt eine passende Rasse: Hundetrainerin Liza empfiehlt für Anfänger und Familien eine leichtführige Rasse mit starken Nerven, wie einen Golden Retriever, Labrador, Pudel oder Cockapoo. Anspruchsvollere Rassen wie Australian Shepherds sind für den Anfang weniger geeignet.
  • Schafft einen heiligen Rückzugsort: Ein Welpe benötigt viel Ruhe (bis zu 20 Stunden am Tag). Richtet ihm einen festen Platz ein (z. B. eine Box in einer ruhigen Ecke), an dem er absolut ungestört ist. Dieser Ort ist für Kinder tabu, wenn der Hund sich dorthin zurückzieht.
  • Plant die erste Zeit realistisch: Die Eingewöhnungsphase ist intensiv. Plant mindestens zwei bis vier Wochen ein, in denen immer jemand zu Hause ist, um eine Bindung aufzubauen und an der Stubenreinheit zu arbeiten. Stellt euch auf unruhige Nächte und den Welpen-Blues ein.
  • Bezieht Kinder altersgerecht ein: Kinder können tolle und konsequente Trainingspartner sein. Nehmt sie abwechselnd mit in die Hundeschule, aber stellt sicher, dass sie dort konzentriert mitarbeiten und nicht nur als Beschäftigungsaktion dabei sind.
  • Priorisiert Charakter vor Aussehen: Auch wenn es schön ist, wenn der Hund optisch zur Familie passt - die Entscheidung sollte auf dem Charakter und den Bedürfnissen der Rasse basieren, nicht auf dem Aussehen.
  • Investiert in einen guten Züchter: Ein seriöser Züchter ist Gold wert. Fahrt lieber ein Stück weiter, um einen verantwortungsvollen Züchter zu finden, der die Welpen gut sozialisiert und euch transparent über die Elterntiere informiert.

Hund und Großfamilie: Voraussetzungen für ein Gelingen

Grundsätzlich steht einem Hund in einer Großfamilie nichts im Wege. Hundetrainerin Liza betont, dass dies gut funktionieren kann. Die größte Herausforderung sieht sie jedoch in der Konsistenz der Erziehung. Sie warnt mit dem Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei": Wenn jedes Familienmitglied den Hund etwas anders erzieht, andere Kommandos verwendet oder Regeln unterschiedlich auslegt, führt das zu Missverständnissen und Verwirrung beim Tier. Daher ist eine klare Absprache im Vorfeld unerlässlich. Es muss eine Hauptbezugsperson geben, die die Federführung in der Erziehung übernimmt, auch wenn alle anderen Familienmitglieder aktiv eingebunden werden.

Die Wahl der richtigen Hunderasse für einen trubeligen Alltag

Da in einer Familie mit vier Kindern immer etwas los ist - von spielenden Freunden über laute Geräusche bis hin zu Hektik -, braucht der Hund laut Liza ein robustes Nervenkostüm. Sie rät zu Rassen, die als leichtführig, ruhig und wenig anspruchsvoll gelten. Dazu zählt sie Rassen wie den Golden Retriever, Labrador, Pudel oder auch Mischlinge wie den Golden Doodle. Von Rassen, die sehr viel mentale Auslastung und eine sehr konsequente Führung benötigen, wie dem Australian Shepherd oder einem Schäferhund, rät sie für Hunde-Neulinge in dieser Konstellation eher ab.

Katharina und ihre Familie ziehen einen Cockapoo in Betracht. Liza bewertet diese Wahl als gut, da ihre bisherigen Erfahrungen mit dieser Rasse in der Hundeschule unauffällig und positiv waren. Sie warnt jedoch davor, die Entscheidung primär vom Aussehen abhängig zu machen, auch wenn die Idee eines lockigen Hundes passend zur lockigen Haarpracht der Kinder charmant sei. Der Charakter und die Bedürfnisse des Hundes müssen immer im Vordergrund stehen.

Alltagsorganisation: Struktur und Ruheinseln schaffen

Ein strukturierter Alltag ist für einen Welpen essenziell. Liza rät Katharinas Familie, schon vor der Anschaffung einen groben Plan für die ersten Monate zu erstellen: Wer geht morgens, mittags und abends Gassi? Wie werden Termine wie Fußballtraining oder Musikunterricht organisiert, ohne dass der Welpe zu lange allein bleiben muss? Gerade in der Anfangszeit benötigt der Hund eine 24/7-Betreuung.

Ein zentraler Punkt ist die Einrichtung eines festen Rückzugsortes, beispielsweise einer Hundebox. Dieser Platz sollte in einer ruhigen Ecke des Wohnbereichs stehen - nicht mitten im Geschehen oder direkt unter dem Fernseher. Liza betont, dass dieser Ort für den Hund eine absolute Ruhezone sein muss. Wenn der Hund dort liegt, darf er von niemandem gestört werden, auch nicht von den Kindern, die ihn streicheln wollen. Dies sei entscheidend für die Regeneration des Hundes und beuge Überreizung und Stress vor.

Die Rolle der Kinder und der Besuch der Hundeschule

Die Einbeziehung der Kinder in die Erziehung ist laut Liza sehr wertvoll. Sie berichtet, dass Kinder oft ehrlicher und konsequenter in der Hundeerziehung sind als Erwachsene. Der Besuch einer Hundeschule wird daher ausdrücklich mit Kindern empfohlen. Allerdings sollte dies strukturiert ablaufen: Statt dass die ganze Familie auf einmal teilnimmt, was für alle Beteiligten (inklusive der anderen Kursteilnehmer) ablenkend sein kann, sollten sich die Kinder abwechseln. Wichtig ist, dass das Kind, das an der Reihe ist, aktiv und konzentriert mitarbeitet und die Stunde als ernsthaftes Training begreift. Die Person, die die Leine hält, hat die Verantwortung.

Praktische Schritte zur Vorbereitung auf den Welpen

  1. Verantwortlichkeiten klären: Legt im Familienrat fest, wer die Hauptverantwortung für Training, Fütterung und Tierarztbesuche übernimmt und wie die täglichen Aufgaben (Gassi gehen, Spielen) aufgeteilt werden.
  2. Wissen aneignen, aber nicht übertreiben: Informiert euch durch Podcasts, Bücher oder YouTube, aber lasst euch nicht von zu vielen unterschiedlichen Meinungen verunsichern. Liza ermutigt dazu, auch auf die eigene Intuition - gerade als erfahrene Mutter - zu vertrauen.
  3. Rückzugsort einrichten: Besorgt eine Hundebox oder ein bequemes Hundebett und etabliert von Tag eins an die Regel, dass dies ein ungestörter Ruheplatz für den Hund ist.
  4. Zeit für die Eingewöhnung blocken: Plant mindestens zwei bis vier Wochen Urlaub oder Home-Office ein, um dem Welpen das Ankommen zu erleichtern und eine stabile Bindung aufzubauen.
  5. Einen seriösen Züchter auswählen: Achtet nicht nur auf die Nähe des Züchters. Wichtiger sind Transparenz, saubere Haltungsbedingungen, ein guter Gesundheitszustand der Elterntiere und eine gute Sozialisierung der Welpen. Fahrt lieber etwas weiter für einen Züchter, bei dem ihr ein gutes Bauchgefühl habt.
  6. Kinder vorbereiten: Besucht Freunde, die bereits einen Welpen haben, damit die Kinder den Umgang üben können. Erklärt ihnen die wichtigsten Regeln im Umgang mit dem neuen Familienmitglied, insbesondere die Notwendigkeit von Ruhephasen.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Liza und Mareike haben mal wieder Post von einer lieben Hörerin bekommen: Katharina ist Mama von vier Kindern und die wünschen sich nichts sehnlicher, als einen Hund. Eigentlich war Katharina immer dagegen, aber so langsam haben ihre Kinder sie weichgeklopft… Bevor es aber wirklich ein neues Familienmitglied gibt, will Katharina erstmal abklären: Passt ein Hund überhaupt in eine Großfamilie? Und wenn ja, welcher? Diese und weitere Fragen klären Liza und Mareike in der Folge. Und übrigens: Die Folge ist nicht nur was für Familien. Auch wenn ihr solo am Überlegen seid, euch einen Hund anzuschaffen, bekommt ihr viele nützliche Tipps. :)

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