Exzessives Schlecken beim Hund: Ursachen, Stresssignale und Trainingstipps
Jeder von uns, der sein Leben mit einem Hund teilt, kennt diese eine kleine, nervtötende Angewohnheit. Das Schmatzen in der Nacht, das Kratzen an der Tür oder eben - das unaufhörliche Schlecken. In einer neuen Folge des Podcasts HundeRunde gehen die Moderatorinnen Liza Gerlach und Mareike Klohr (wobei Liza diesmal alleine moderiert) genau so einem Fall auf den Grund. Zu Gast ist der Schlagersänger Julian Reim, der von seinem fünfjährigen Mops Hatschi berichtet. Hatschi ist Julians treuer Begleiter, doch sein zwanghaftes Ablecken von Decken und Kissen treibt sein Herrchen zur Verzweiflung. Diese Episode ist ein Muss für jeden, der verstehen will, warum Hunde manchmal seltsame Verhaltensweisen entwickeln und wie man ihnen mit Geduld und der richtigen Strategie begegnen kann.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Problem: Julians Mops Hatschi leckt exzessiv und ausdauernd Oberflächen wie seine Decken und Körbchen ab. Dieses Verhalten tritt in allen Situationen auf und stört den Alltag, insbesondere die Nachtruhe.
- Die Ursache ist Stress: Liza analysiert das Verhalten als einen Bewältigungsmechanismus. Auch ein geliebter Hund kann durch einen unregelmäßigen Lebensstil - wie den eines tourenden Musikers - Stress empfinden. Das Lecken dient dann dem Abbau von Anspannung.
- Vom Welpen-Albtraum zum Dream-Team: Julian teilt offen seine Erfahrungen mit der oft romantisierten anstrengenden Welpenzeit und plädiert dafür, die erwachsenen Jahre eines Hundes zu schätzen - eine erfrischend ehrliche Perspektive auf den Welpenblues.
- Die Lösung: Umlenken statt verbieten: Anstatt das Lecken nur zu unterbinden, schlägt Liza vor, das Bedürfnis in kontrollierte Bahnen zu lenken. Eine Schleckmatte dient als erlaubtes Ventil für den Stressabbau.
- Training ist der Schlüssel: Der Erfolg hängt von einem klaren und konsequenten Trainingsplan ab. Das unerwünschte Lecken wird sofort unterbrochen, während das Lecken an der Matte gezielt gefördert wird. Alle Bezugspersonen müssen dabei an einem Strang ziehen.
Ein Mops namens Hatschi: Ein ungleiches Paar mit einer gemeinsamen Macke
Julian Reim, bekannt aus Radio und Fernsehen, ist nicht nur Musiker, sondern auch mit Hunden aufgewachsen. Sein erster eigener Hund ist Hatschi, ein grau gestromter Mops, den er als Welpe aus einem Upps-Wurf zu sich holte. Julian erzählt mit viel Humor und entwaffnender Ehrlichkeit von den ersten eineinhalb Jahren, die er als kleinen Albtraum beschreibt. Er fand Welpen nie so niedlich, wie sie oft dargestellt werden, sondern freute sich auf den erwachsenen Hund als echten Lebensbegleiter. Diese Offenheit ist ungemein erfrischend, denn sie spricht vielen Hundebesitzern aus der Seele, die sich in der anstrengenden Anfangszeit überfordert fühlen. Heute sind Julian und Hatschi ein eingespieltes Team, das perfekt zusammenpasst - wäre da nicht diese eine, hartnäckige Angewohnheit.
Das Dauerlecken: Mehr als nur eine lästige Angewohnheit
Das Problem ist schnell umrissen: Sobald Hatschi sich auf seinen Platz legt - sei es sein Körbchen zu Hause oder eine Decke im Hotelzimmer -, beginnt er, die Oberfläche abzulecken. Unaufhörlich, penetrant und laut. Liza hakt hier als Expertin sehr gezielt nach, um die Ursache einzugrenzen. Sie schließt schnell medizinische Gründe wie eine Mangelernährung oder gesundheitliche Probleme aus, da Julian bereits das Futter umgestellt hat und Hatschi ansonsten fit ist. Das Verhalten ist auch nicht orts- oder situationsgebunden, sondern tritt immer auf, wenn Hatschi zur Ruhe kommen soll. Es ist ein Automatismus, eine tief verankerte Gewohnheit, die selbst nach kurzen Unterbrechungen durch ein „Nein“ sofort wieder einsetzt.
Stress als Ursache: Warum auch ein glücklicher Hund Mechanismen braucht
Lizas zentrale Hypothese lautet: Das Lecken ist ein Stressbewältigungsmechanismus. Sie erklärt, dass durch das Lecken Hormone wie Cortisol abgebaut werden, was dem Hund hilft, sich selbst zu beruhigen. Der Stress muss dabei nicht negativ sein. Auch positive Aufregung und ein abwechslungsreiches Leben, wie es Julian als Musiker führt, bedeuten für einen Hund eine ständige Anpassungsleistung. Feste Routinen, die Hunden Sicherheit geben, fehlen oft. Die ständigen Ortswechsel, unterschiedliche Betreuungspersonen und ein unregelmäßiger Tagesablauf erzeugen eine innere Unruhe. Wenn Hatschi dann auf seinem Platz zur Ruhe kommen soll, kanalisiert er diese Anspannung in das Lecken. Julian erkennt sich darin wieder und zieht einen treffenden Vergleich: Für ihn ist es in stressigen Phasen das Vapen, für Liza die Schokolade. Zu verstehen, dass das Lecken kein Ungehorsam, sondern ein Ventil ist, verändert die Perspektive grundlegend - von genervt zu verständnisvoll.
Die Lösung liegt im Umdenken: Umlenken statt verbieten
Hier kommt der entscheidende Punkt in Lizas Beratung: Einem Hund ein tief verwurzeltes Verhalten einfach nur wegzunehmen, ohne ihm eine Alternative zu bieten, ist selten erfolgreich. Der Hund muss seine Anspannung ja trotzdem irgendwie abbauen. Deshalb lautet die Strategie nicht Verbot, sondern Umlenkung. Anstatt eines Kauartikels, der ein früheres, unerwünschtes Kauverhalten wieder triggern könnte, empfiehlt Liza eine Schleckmatte. Diese befriedigt genau das Bedürfnis des Leckens und gibt Hatschi eine erlaubte und kontrollierte Möglichkeit, seinen Stress abzubauen. Das Ziel ist es, ihm beizubringen: Lecken ist okay, aber nur hier und nur, wenn ich es dir erlaube.
Praktische Schritte: Das Schleckmatten-Protokoll
Für Julian und alle, die ein ähnliches Problem haben, entwirft Liza einen klaren, umsetzbaren Trainingsplan. Dieser erfordert vor allem eines: Konsequenz.
- Ein Ventil schaffen: Biete dem Hund mehrmals täglich für einige Minuten eine Schleckmatte an (bestrichen mit Leberwurst, Frischkäse oder Joghurt). Der Hund lernt so, dass sein Bedürfnis an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit befriedigt wird.
- Klare Regeln setzen: Beende die Schleckmatten-Session aktiv, indem du die Matte wegnimmst. Das signalisiert dem Hund, dass du die Kontrolle über die Ressource hast und die Handlung nun beendet ist.
- Unerwünschtes Verhalten sofort unterbrechen: Sobald der Hund an einer anderen Stelle zu lecken beginnt, folgt ein sofortiges und klares Abbruchkommando (z.B. Nein). Timing ist hier alles: Bereits der erste Leckversuch muss unterbunden werden, nicht erst der zehnte.
- Alle ziehen an einem Strang: Dieses Training funktioniert nur, wenn alle Bezugspersonen - Familie, Freunde, Hundesitter - die gleichen Regeln konsequent umsetzen. Inkonsistenz würde den Trainingserfolg zunichtemachen.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen: Beginne ein solches Training nur, wenn du in den nächsten Tagen genügend Zeit und mentale Kapazität hast, um dranzubleiben. Authentisches und geduldiges Training ist der Schlüssel zum Erfolg.
Julian zeigt sich am Ende des Gesprächs motiviert und zuversichtlich. Die Episode macht deutlich, dass hinter vielen Macken unserer Hunde eine nachvollziehbare Ursache steckt. Mit Empathie, dem richtigen Wissen und einem strukturierten Plan lässt sich fast jedes Verhalten in positive Bahnen lenken - für einen entspannteren Hund und einen ebenso entspannten Menschen.
Themen
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.
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Shownotes
In dieser Folge ist Schlagersänger Julian Reim zu Gast und erzählt von seinem Mops Hatschi. Hatschi ist Julians erster eigener Hund und sein treuer Begleiter im Alltag als Musiker.
So unkompliziert Hatschi in vielen Situationen auch ist, eine Sache beschäftigt Julian schon länger: Hatschi schleckt ständig die Untergründe ab, auf denen er zur Ruhe kommen soll - ob Decke, Körbchen oder andere Liegefläche. Selbst eine Futterumstellung hat daran nichts geändert. Liza stellt deshalb die wichtigsten Fragen und ordnet ein, bis wann Lecken noch "normal" ist und wann auffälliges Verhalten beginnt.
Dabei geht es um mögliche Ursachen wie Stress, fehlende Routine und Kompensationsverhalten. Liza erklärt, warum jeder Hund eigene Strategien zum Stressabbau entwickelt, wie man das Verhalten sinnvoll umkonditioniert und warum alle Bezugspersonen bei einem solchen Training mitziehen müssen. Eine Folge mit vielen praktischen Tipps zu Schleckmatten, klaren Signalen und dem Unterschied zwischen den Kommandos „Nein“ und „Aus“.
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