Hunde im Sommer: Wie du deinen Vierbeiner sicher durch die Hitze bringst

#124 Tipps gegen Hitzestress - Mit Tierärztin Ina

#124 Tipps gegen Hitzestress - Mit Tierärztin Ina

16. Juli 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde spricht der Host mit der Tierärztin Ina über die zunehmenden Herausforderungen, die der Klimawandel und heißere Sommer für Hundebesitzer mit sich bringen. Im Fokus steht die Frage, wie man Hunde effektiv vor den Gefahren von Hitze schützen kann und welche Maßnahmen im Ernstfall eines Hitzschlags zu ergreifen sind. Die Episode bietet eine umfassende Anleitung für alle Hundehalter, um die warmen Monate sicher und angenehm für ihre Tiere zu gestalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gefahr ab 20 °C: Bereits Temperaturen über 20 Grad Celsius können laut Tierärztin Ina bei starker Sonneneinstrahlung und körperlicher Anstrengung, wie dem Laufen am Fahrrad, für Hunde problematisch werden.
  • Das Auto als Todesfalle: Lasse deinen Hund niemals allein im Auto. Schon bei 25 °C Außentemperatur kann die Innentemperatur innerhalb von 20 Minuten auf über 42 °C ansteigen. Ein leicht geöffnetes Fenster reicht nicht aus.
  • Heißer Asphalt verbrennt Pfoten: Asphalt kann sich extrem aufheizen und schwere Verbrennungen an den Hundepfoten verursachen. Als Test gilt die 5-Sekunden-Regel: Kannst du deinen Handrücken nicht für fünf Sekunden auf dem Boden halten, ist er auch für deinen Hund zu heiß.
  • Anzeichen für Hitzschlag erkennen: Starkes Hecheln mit aufgerissenem Maul, ein langgestreckter Hals, übermäßiges Speicheln, Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen oder ein getrübtes Bewusstsein sind ernste Warnsignale.
  • Erste Hilfe bei Überhitzung: Bringe den Hund sofort an einen kühlen, schattigen Ort. Biete ihm Wasser an (nicht eiskalt) und kühle seinen Körper langsam mit lauwarmem Wasser, beginnend bei den Pfoten.
  • Risikogruppen beachten: Kurzatmige (brachycephale) Rassen, ältere Hunde und Tiere mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Hitze besonders gefährdet und benötigen erhöhte Aufmerksamkeit.
  • Passe die Routine an: Verlege Spaziergänge und anstrengende Aktivitäten konsequent in die kühleren Morgen- und Abendstunden.

Wann Hitze für Hunde kritisch wird

Tierärztin Ina erklärt, dass die Hitzetoleranz von Hunden stark vom Typ, der Rasse und der Aktivität abhängt. Während ihr Dackel Tristan die Sonne genießt, muss ihr Belgischer Schäferhund Watson mit viel Unterwolle aktiv zur Ruhe gezwungen werden. Ein entscheidender Faktor ist die körperliche Belastung: Bereits bei Temperaturen über 20 °C in der Sonne kann es für einen Hund, der am Fahrrad mitläuft, gefährlich werden.

Besonders gefährdet sind sogenannte brachycephale Rassen (z. B. Möpse, Französische Bulldoggen). Aufgrund ihrer kurzen Nasen, verengten Atemwege und schmalen Luftröhren können sie ihre Körpertemperatur nur unzureichend über das Hecheln regulieren und erleiden daher schneller einen Hitzschlag. Auch ältere und kranke Hunde, insbesondere solche mit Herz-Kreislauf-Problemen, haben größere Schwierigkeiten mit hohen Temperaturen.

Hitzschlag: Symptome erkennen und richtig handeln

Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt laut Ina zwischen 38 und 39 °C. Temperaturen ab 42 °C sind lebensbedrohlich, da körpereigene Proteine zu gerinnen beginnen, was zu Organschäden und dem Absterben von Gehirnzellen führen kann.

Folgende Anzeichen deuten auf eine Überhitzung oder einen beginnenden Hitzschlag hin:

  • Exzessives Hecheln: Das Maul ist weit aufgerissen, die Zunge hängt schlaff heraus oder ist starr nach vorne gestreckt.
  • Atmung: Der Hals ist langgestreckt, um die Atmung zu erleichtern.
  • Speichelfluss: Es kommt zu vermehrtem Sabbern.
  • Neurologische Störungen: Der Hund zeigt Gleichgewichtsstörungen, zittert, wirkt apathisch oder verliert das Bewusstsein.
  • Magen-Darm-Probleme: Erbrechen und Durchfall können ebenfalls auftreten.

Ina betont, dass bei Anzeichen von Bewusstseinstrübung oder starker Apathie sofort ein Tierarzt aufgesucht werden muss. In der Klinik wird der Hund stabilisiert, erhält Infusionen zur Kreislaufunterstützung und wird stationär überwacht, da Organschäden auch zeitverzögert auftreten können.

Die alltäglichen Gefahren: Auto und Asphalt

Zwei der größten, aber vermeidbaren Gefahren sind das Zurücklassen des Hundes im Auto und Spaziergänge auf heißem Asphalt.

Das Auto als Hitzefalle: Ina unterstreicht, wie schnell sich ein Auto aufheizt. Bei 25 °C Außentemperatur erreicht das Innere nach einer Stunde bereits 50 °C. Ein Spaltbreit geöffnetes Fenster sorgt nicht für ausreichende Luftzirkulation. Auch ein Parkplatz im Schatten ist trügerisch, da die Sonne wandert. Ein Hund sollte daher an warmen Tagen niemals im Auto gelassen werden, auch nicht nur für fünf Minuten.

Heißer Asphalt: Der Host berichtet von einer schockierenden Beobachtung, bei der eine Frau ihren Hund in der Mittagshitze über heißen Asphalt zog. Ina bestätigt, dass Verbrennungen an den Pfotenballen im Sommer häufig vorkommen und sehr schmerzhaft sowie schwer zu behandeln sind. Die 5-Sekunden-Regel (Handrücken auf den Boden legen) ist ein einfacher Test. Spaziergänge sollten auf Wiesen, Waldwege oder in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlegt werden.

Praktische Abkühlungstipps und häufige Fehler

Um Hunden die Hitze erträglicher zu machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Gleichzeitig kursieren Mythen, die mehr schaden als nutzen können.

Was hilft:

  • Wasser: Schwimmen in sauberen Gewässern (Achtung vor Blaualgen!), ein Hundepool im Garten oder das sanfte Abspritzen mit einem Gartenschlauch bieten gute Abkühlung.
  • Kühle Snacks: Ein mit Joghurt oder Leberwurst gefüllter und gekühlter Kong oder eine Schleckmatte können eine willkommene Erfrischung sein.
  • Kühle Liegeplätze: Eine Kühlmatte oder ein kühler Fliesenboden helfen dem Hund, seine Temperatur zu regulieren.
  • Fellpflege: Das regelmäßige Ausbürsten der losen Unterwolle ist wichtiger als das komplette Scheren. Es verbessert die Luftzirkulation an der Haut. Das Kürzen von sehr langem Fell ist laut Ina unbedenklich.

Was man vermeiden sollte:

  • Eiskaltes Wasser: Es zwingt den Körper, zusätzliche Energie aufzuwenden, um das Wasser auf Körpertemperatur zu erwärmen. Kühles oder lauwarmes Wasser ist besser.
  • Nasses Handtuch auflegen: Bei einem bereits überhitzten Hund kann ein nasses Handtuch die Wärme stauen, anstatt sie abzuführen. Ina empfiehlt stattdessen, den Hund direkt nass zu machen, um die Verdunstungskälte zu nutzen.
  • Elektrolyte im Wasser: Dies ist für Hunde in der Regel nicht notwendig und schwer zu dosieren. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit normalem Wasser ist entscheidend.

Praktische Schritte für heiße Tage

  1. Passe deine Routine an: Verlege Gassi-Runden und sportliche Aktivitäten konsequent auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
  2. Wähle den richtigen Weg: Meide tagsüber asphaltierte Straßen und sonnige Plätze. Bevorzuge schattige Wald- oder Feldwege.
  3. Teste den Untergrund: Nutze die 5-Sekunden-Regel, um zu prüfen, ob der Boden für die Pfoten deines Hundes zu heiß ist.
  4. Lasse deinen Hund niemals allein im Auto: Auch nicht für wenige Minuten und auch nicht im Schatten.
  5. Sorge für einen kühlen Rückzugsort: Stelle sicher, dass dein Hund Zugang zu einem kühlen Raum, Fliesenboden oder einer Kühlmatte hat.
  6. Stelle immer frisches Wasser bereit: Achte darauf, dass der Wassernapf stets gefüllt ist, sowohl zu Hause als auch unterwegs.
  7. Beobachte deinen Hund genau: Achte auf die ersten Anzeichen von Überhitzung wie starkes Hecheln, Unruhe oder Apathie.
  8. Handle im Notfall schnell und richtig: Bringe den Hund sofort in den Schatten, biete Wasser an und beginne mit einer langsamen Abkühlung. Zögere nicht, bei ernsten Symptomen sofort zum Tierarzt zu fahren.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

🐶 Die Temperaturen steigen und das bringt neue Herausforderungen für unsere Vierbeiner mit sich! In dieser Episode der HundeRunde geht's um Hunde und Hitze! 🌞 Mareike, dieses Mal ohne Liza, hat sich kompetente Unterstützung eingeladen: Tierärztin Ina ist zu Gast und teilt ihr Wissen darüber, wie man Hunde sicher durch heiße Sommertage bringt. Liza freut sich derzeit über die vielen Genesungswünsche aus der Community und ist bald auch wieder dabei. 🩺🐕 Ab welchen Außentemperaturen es für unsere Fellnasen kritisch wird, warum nicht jeder Hund gleich mit Hitze umgehen kann und warum es so gefährlich ist, seinen Hund bei Hitze im Auto zu lassen, hört ihr in der Folge.🚗

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