HundeRunde #172: Wie Hunde unsere Körpersprache lesen lernen

#172 Körpersprache beim Hund: Was euer Hund an euch abliest (Teil 2)

#172 Körpersprache beim Hund: Was euer Hund an euch abliest (Teil 2)

28. Oktober 2026 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

Wie gut versteht dein Hund deine Körpersprache eigentlich? Oft senden wir Menschen unbewusst Signale, die bei Hunden ganz anders ankommen, als wir es beabsichtigen. Missverständnisse sind da vorprogrammiert. In der Episode #172 ihres Podcasts HundeRunde, dem zweiten Teil ihrer Reihe zur Körpersprache, beleuchten die Moderatorinnen Liza Gerlach und Mareike Klohr genau diese Kommunikationslücke zwischen Mensch und Hund. Liza erklärt, warum Hunde nicht nur unsere Haltung und Gesten deuten, sondern sogar unseren Stress riechen können. Die Episode taucht tief in typische Alltagssituationen ein und zeigt, wie du die Beziehung zu deinem Hund durch ein besseres Verständnis deiner eigenen Körpersprache nachhaltig verbessern kannst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gute Kommunikation bedeutet nicht, dass dein Hund perfekt funktioniert, sondern dass ihr beide aufeinander achtet und euer Verhalten gegenseitig anpasst. Es ist ein dynamischer Prozess des Gebens und Nehmens.
  • Hunde lesen uns anders als wir Menschen uns gegenseitig lesen. Während wir uns auf die Mimik konzentrieren, erfasst der Hund den gesamten Körper: Haltung, Bewegung und Anspannung sind für ihn entscheidend.
  • Dein Hund kann deinen Stress buchstäblich riechen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Hunde anhand von Schweiß- und Atemproben akuten menschlichen Stress erkennen können, was ihr eigenes Verhalten direkt beeinflusst.
  • Viele typische menschliche Gesten sind für Hunde bedrohlich oder unangenehm. Dazu gehören direktes Anstarren, sich über den Hund beugen oder ihm von oben über den Kopf zu streicheln.
  • Deine Stimme ist ein Spiegel deiner Seele - und dein Hund hört genau hin. Die Tonlage und emotionale Färbung deiner Kommandos und deines Lobs sind entscheidend und müssen zur Situation passen, um nicht für Verwirrung zu sorgen.

Warum gute Kommunikation mehr ist als nur Gehorsam

Direkt zu Beginn der Folge stellt Liza eine zentrale These auf, die den Kern der Mensch-Hund-Beziehung trifft: Eine gute Kommunikation erkennt man nicht an einem Hund, der wie eine Maschine funktioniert, sondern an der Fähigkeit beider Partner, die Signale des anderen wahrzunehmen und das eigene Verhalten anzupassen. Es geht nicht um 17 verschiedene Kommandos, sondern um gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, aufeinander einzugehen. Der Hund passt sich ständig an uns an - aber tun wir das auch für ihn?

Die unsichtbare Kommunikation: Wie dein Hund deinen Stress riechen kann

Einer der faszinierendsten Aspekte, den Liza beleuchtet, ist die olfaktorische Wahrnehmung von Hunden. Sie erklärt, dass unser Körper bei Stress - etwa bei einer angespannten Hundebegegnung - Hormone wie Adrenalin ausschüttet. Das verändert unseren Herzschlag, die Atmung, die Muskelspannung und auch unseren Körpergeruch. Eine Studie aus dem Jahr 2021 hat nachgewiesen, dass Hunde diesen Unterschied riechen können. Sie unterscheiden zielsicher zwischen Geruchsproben von gestressten und entspannten Menschen. Dein Hund merkt also sofort, wenn du nervös wirst. Diese Information, kombiniert mit deiner angespannten Leinenhaltung und veränderten Stimme, signalisiert ihm: Achtung, Gefahr! Das kann dazu führen, dass er selbst gestresst reagiert oder versucht, die Situation durch Beschwichtigung zu deeskalieren.

Typische Missverständnisse im Alltag und wie du sie vermeidest

Menschliche und hündische Körpersprache könnten kaum unterschiedlicher sein. Liza und Mareike gehen auf einige klassische Konfliktpunkte ein, die jeder Hundebesitzer kennt:

Direkter Blickkontakt: Während wir direktes Ansehen als höflich und aufmerksam empfinden, kann langes Anstarren für einen Hund eine Drohung oder eine Erwartungshaltung signalisieren, die ihn verunsichert. Dass Hunde uns heute oft und gerne ansehen, ist ein erlerntes Verhalten, weil wir es belohnen - von Natur aus würden sie es eher meiden.

Über den Hund beugen: Ob beim Anlegen des Geschirrs oder beim Streicheln - wir neigen dazu, uns über unsere Hunde zu beugen. Diese Geste von oben herab empfinden die meisten Hunde als bedrohlich und weichen aus. Mareike erinnert an Lizas anschaulichen Vergleich der Schnappschildkröte beim Rückruf, wenn der Mensch sich schon nach dem Hund greifend nach vorne beugt, bevor dieser überhaupt da ist.

Streicheln über den Kopf: Eine gut gemeinte Geste, die viele Hunde gar nicht mögen. Sie weichen mit dem Kopf aus oder wenden sich ab. Das ist kein Zeichen von Undankbarkeit, sondern eine klare körpersprachliche Bitte, diese Art der Berührung zu unterlassen. Besser ist es, den Hund seitlich an der Brust oder an der Flanke zu streicheln, wenn er es zulässt.

Die Macht deiner Stimme und Stimmung

Unsere Stimme ist ein mächtiges Werkzeug, das wir oft unbewusst einsetzen. Ein freudig gerufenes Kommando klingt völlig anders als dasselbe Wort, das mit genervtem oder gestresstem Unterton gesprochen wird. Liza erzählt von einer Kundin, deren Hund nicht mehr zuverlässig kam, weil ihre Stimme je nach Tagesform stark schwankte. Der Hund empfand den Ruf nicht mehr als einladend und reagierte mit Meideverhalten. Die simple Lösung war hier die Umstellung auf eine Hundepfeife - ein neutrales Signal, das immer gleich klingt. Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie sensibel Hunde auf unsere emotionale Verfassung reagieren. Auch das Lob muss zur Situation passen: Einen ruhigen Hund auf seiner Decke mit einem lauten, aufgeregten Super! zu loben, ist kontraproduktiv und reißt ihn aus der Entspannung.

Kleine Signale mit großer Wirkung: Wie Hunde Kontakt halten

Oft übersehen wir die feinen Signale, mit denen unsere Hunde mit uns in Verbindung bleiben. Mareike teilt ihre Erfahrung mit ihrer Hündin Taylor, die anfangs auf Spaziergängen kaum Blickkontakt hielt. Auf Lizas Rat hin begann sie, bereits das subtile Drehen der Ohren in ihre Richtung verbal zu loben. Dieses kleine Zeichen war Taylors Art zu lauschen, wo ihre Menschen sind. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein regelmäßiger Blick zurück und sogar ein selbstständiges Zurückkommen, um sich zu versichern. Ein weiteres schönes Beispiel: Mareike geht beim Rückruf oft unbewusst in die Hocke. Inzwischen hat Taylor diese Geste so verinnerlicht, dass sie angerannt kommt, sobald Mareike in die Hocke geht - ganz ohne verbales Kommando.

Praktische Beobachtungsaufgaben für dich und deinen Hund

Um die eigene Wahrnehmung zu schärfen und die Kommunikation mit deinem Hund zu verbessern, gibt Liza dir drei konkrete Hausaufgaben für die nächste Woche mit auf den Weg. Nimm dir Zeit, deinen Hund genau zu beobachten und sei offen für neue Erkenntnisse.

  1. Wann sucht mein Hund freiwillig Kontakt zu mir? Achte im Alltag darauf, wann und wie dein Hund von sich aus deine Nähe sucht - ganz ohne, dass du ihn dazu aufforderst. Das kann ein Blick auf dem Spaziergang, ein Anstupsen mit der Nase oder das Auflegen des Kopfes auf deinen Schoß sein.
  2. Wann sagt mein Hund Nein? Beobachte die subtilen Signale, mit denen dein Hund möglicherweise Unbehagen ausdrückt. Wendet er den Kopf ab, wenn du ihn streicheln willst? Erstarrt er kurz? Leckt er sich über die Nase? Diese Beschwichtigungssignale sind seine Art, höflich abzulehnen.
  3. Wie reagiert mein Hund, wenn ich meine Körpersprache ändere? Experimentiere bewusst mit deiner eigenen Haltung. Was passiert, wenn du in einer angespannten Situation mehr Abstand hältst, dich seitlich statt frontal zu deinem Hund stellst oder einfach mal weniger Druck ausübst? Du wirst überrascht sein, wie sich die Reaktion deines Hundes dadurch verändern kann.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Wie gut versteht euer Hund eigentlich eure Körpersprache? Und wie oft senden wir Menschen Signale, die beim Hund ganz anders ankommen als beabsichtigt? In Teil 2 unserer Körpersprache-Reihe sprechen Liza und Mareike darüber, wie Mensch und Hund miteinander kommunizieren - und warum es dabei immer wieder zu Missverständnissen kommt.

Liza erklärt, warum Hunde nicht nur unsere Körperhaltung und Bewegungen beobachten, sondern sogar Stress über unseren Geruch wahrnehmen können. Außerdem geht es um typische Alltagssituationen: Warum kann direkter Blickkontakt bedrohlich wirken? Weshalb mögen viele Hunde es nicht, wenn wir uns über sie beugen oder ihnen über den Kopf streicheln? Und welche Rolle spielen unsere Stimme, Stimmung und Körperspannung beim Training?

Natürlich gibt es auch persönliche Erfahrungen mit Fred und Taylor - etwa darüber, wie Hunde auf Spaziergängen ganz unauffällig Kontakt zu ihren Menschen halten. Zum Abschluss hat Liza noch drei kleine Beobachtungsaufgaben für euch vorbereitet, mit denen ihr euren Hund und eure eigene Körpersprache noch besser kennenlernen könnt. Und weil das Thema so umfangreich ist, geht es nächste Woche direkt mit der Mensch-Hund-Kommunikation weiter.

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