Liebe auf den ersten Blick - Wie man den passenden Tierschutzhund findet

#119 Blind Date mit Hund - Das Prinzip "Bark Date"

#119 Blind Date mit Hund - Das Prinzip "Bark Date"

21. Mai 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde teilen die Gäste René und Bea ihre persönliche und herzerwärmende Geschichte, wie sie ihren Hund Scotty über ein sogenanntes Bark Date gefunden haben. Gemeinsam mit Hundecoach Liza beleuchten die Hosts eine innovative Alternative zur klassischen Adoption aus dem Tierheim oder über Online-Plattformen.

Im Zentrum steht die Frage, wie eine persönliche Begegnung die oft schwierige Entscheidung für einen Tierschutzhund erleichtern und die Wahrscheinlichkeit für ein perfektes Match erhöhen kann. Diese Episode ist eine wertvolle Ressource für alle, die darüber nachdenken, einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause zu geben, und zeigt einen Weg auf, der über ein einfaches Foto im Internet weit hinausgeht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Persönliche Begegnung statt Online-Profil: Bark Dates sind organisierte Treffen in Parks, bei denen potenzielle Adoptanten Tierschutzhunde von Pflegestellen direkt und in entspannter Atmosphäre kennenlernen können.
  • Mehr als nur Optik: Das Konzept ermöglicht es, den Charakter, die Energie und die Bedürfnisse eines Hundes live zu erleben, was laut Hundecoach Liza entscheidend ist, um Fehlentscheidungen aufgrund von Fotos zu vermeiden.
  • Keine sofortige Mitnahme: Die Adoption erfolgt nicht vor Ort. Nach dem ersten Kennenlernen folgt ein mehrstufiger Prozess mit weiteren Treffen, einer Selbstauskunft und einer Vorkontrolle durch die Tierschutzorganisation.
  • Einblicke durch Pflegestellen: Die anwesenden Pflegestellen kennen die Hunde sehr gut und können detaillierte Auskunft über deren Verhalten, Vorgeschichte und Bedürfnisse geben - eine wertvolle Informationsquelle.
  • Stress für den Hund berücksichtigen: Hundecoach Liza betont, dass solche Events für die Hunde eine Reizüberflutung darstellen. Ihr Verhalten dort ist nicht unbedingt repräsentativ für ihren wahren Charakter in einem ruhigen Zuhause.
  • Der „Jackpot“ ist möglich: Die Geschichte von René, Bea und Scotty zeigt, dass man auch bei einem Tierschutzhund mit unbekannter Vergangenheit einen unkomplizierten und perfekt passenden Begleiter finden kann.
  • Umgang mit Ängsten: Bei ängstlichen Hunden sind Geduld, Ruhe und kleinschrittiges Training entscheidend. Für tiefgreifende Ängste wird jedoch professionelle Hilfe durch einen Hundetrainer empfohlen.

Was ist ein Bark Date? Ein innovatives Konzept zur Hunde-Adoption

Bea und René stießen durch eine Bekannte auf das Konzept des Bark Dates. Die Organisation dahinter hat es sich zur Mission gemacht, Tierschutz- und Tierheimhunden ein Zuhause zu geben, indem sie persönliche Begegnungen zwischen Mensch und Hund ermöglicht. Bea erklärt, wie diese Events ablaufen: Sie finden meist auf großen Wiesen in Parks statt, wo etwa 30 Hunde von ihren Pflegestellen vorgestellt werden. Die zu vermittelnden Hunde sind an speziellen Halstüchern zu erkennen. Besucher können zwanglos umhergehen, die Hunde beobachten und mit den Betreuern ins Gespräch kommen. Es ist sogar möglich, den eigenen Hund mitzubringen, um die Verträglichkeit direkt zu testen.

Hundecoach Liza bewertet diese Idee als „total gut und innovativ“. Sie hebt hervor, dass viele Adoptionen, die nur auf Fotos basieren, zu Enttäuschungen führen können, weil der Hund in der Realität ganz anders ist als erwartet. Ein Bark Date biete die Chance, einen ehrlichen ersten Eindruck zu gewinnen und zu prüfen, ob die Größe, das Wesen und die Bedürfnisse des Hundes wirklich zum eigenen Leben passen. Dies sei die Grundlage für eine nachhaltige und glückliche Mensch-Hund-Beziehung.

Die Geschichte von René, Bea und Scotty: Liebe auf den ersten Blick

Obwohl René und Bea nach dem Tod ihres vorherigen Hundes eigentlich eine Pause einlegen wollten, besuchten sie aus Neugier ein Bark Date in Köln. Dort trafen sie auf Scotty, einen jungen, sehr ängstlichen Hund aus Rumänien, der erst seit 24 Stunden in Deutschland war. René berichtet von einem magischen Moment: „Ich gehe in die Hocke und er setzt sich zwischen meine Beine. Thema durch.“ Scotty, der sich von niemand anderem anfassen ließ, suchte sofort Schutz und Nähe bei ihnen. Für die beiden war klar, dass der Hund sie ausgewählt hatte.

Obwohl auch andere Interessenten für Scotty da waren, spürte die Pflegestelle die besondere Verbindung zwischen dem Paar und dem Hund. Diese erste Begegnung legte den Grundstein für den weiteren Adoptionsprozess.

Der Adoptionsprozess: Mehr als nur ein Treffen im Park

Ein Hund wird bei einem Bark Date niemals sofort mitgegeben. René und Bea beschreiben den sorgfältigen Prozess, der auf das erste Kennenlernen folgte. Zuerst füllten sie eine detaillierte Selbstauskunft aus, in der ihr Alltag und ihre Einstellung zur Hundehaltung abgefragt wurden. Danach organisierte die Pflegestelle ein weiteres Treffen für einen gemeinsamen Spaziergang, um das Verhalten des Hundes in einer normalen Umgebung zu beobachten. Scotty zeigte auch hier seine Zuneigung und wollte die beiden am Ende kaum gehen lassen.

Da Scotty tagsüber von Renés Mutter betreut werden sollte, die bereits einen Nachbarshund zu Besuch hat, wurde ein drittes Treffen arrangiert, um die Verträglichkeit der Hunde zu prüfen. Auch dieses verlief perfekt. Erst nach diesen positiven Schritten und einer Vorkontrolle ihres Zuhauses durch die Tierschutzorganisation bekamen sie grünes Licht. Nach etwa zwei Wochen konnten sie Scotty endgültig zu sich holen. Die Organisation führt sogar Nachkontrollen durch, um sicherzustellen, dass es dem Hund langfristig gut geht.

Tierschutzhunde verstehen: Zwischen Vorurteilen und Realität

Liza spricht gängige Vorurteile an, wonach Tierschutzhunde oft pauschal als ängstlich, aggressiv oder schlecht sozialisiert gelten. Sie stellt klar, dass dies nicht zutrifft, aber viele dieser Hunde tatsächlich kleinere oder auch größere Päckchen aus ihrer Vergangenheit mitbringen. Ein zentraler Punkt ihrer Analyse ist die Stresssituation eines Bark Dates. Sie erklärt: "Der Tag an sich, die zwei Stunden, wird für den Hammer Stress gewesen sein." Ein Hund zeigt sich unter dieser Anspannung nicht so, wie er in einem entspannten Zuhause wäre. Deshalb sei es absolut entscheidend, den Hund in mehreren, ruhigeren Situationen erneut zu treffen, um seinen wahren Charakter kennenzulernen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Ein Jahr mit Scotty: Vom Angsthund zum Familienmitglied

René und Bea beschreiben Scotty als absoluten Jackpot. Er war von Anfang an stubenrein, macht nichts kaputt und versteht sich mit allen Menschen und Tieren. Die anfängliche Ängstlichkeit zeigte sich in bestimmten Situationen, etwa als Bea einen Handtuch-Turban trug oder bei der Konfrontation mit offenen Treppen und schnell vorbeifahrenden Radfahrern. Mit viel Geduld, positiver Verstärkung und kleinschrittigem Training konnten sie ihm diese Ängste nehmen. Bea betont die wertvolle Unterstützung durch die Pflegestelle, die ihnen auch nach der Adoption mit Rat zur Seite stand.

Nach einem Jahr hat sich Scotty zu einem verschmusten, selbstbewussten und gut erzogenen Hund entwickelt, der fest in den Familienalltag integriert ist. René und Bea sind so begeistert von ihrer Erfahrung, dass sie Bark Dates jedem nur empfehlen können und selbst über einen Zweithund nachdenken.

Praktische Schritte: Dein Weg zum Tierschutzhund über ein Bark Date

  1. Informiere dich: Suche online nach Terminen für Bark Dates in deiner Nähe. Die offizielle Website oder Social-Media-Kanäle sind hier die besten Quellen.
  2. Geh ohne Erwartungen hin: Besuche das Event zunächst ganz unverbindlich. Du bist zu nichts verpflichtet und kannst die Atmosphäre einfach auf dich wirken lassen und Hunde streicheln.
  3. Sprich mit den Experten: Nutze die Gelegenheit, um ausführlich mit den Pflegestellen zu sprechen. Sie kennen ihre Schützlinge am besten und können dir ehrliche Auskunft geben.
  4. Lass die Chemie wirken: Wenn du eine Verbindung zu einem Hund spürst, tausche Kontaktdaten aus, um weitere Schritte zu planen.
  5. Vereinbare Folgetreffen: Triff den Hund in einer ruhigeren Umgebung wieder, idealerweise bei einem Spaziergang oder bei der Pflegestelle zu Hause.
  6. Prüfe die Rahmenbedingungen: Beziehe alle relevanten Personen und eventuell vorhandene Haustiere in den Kennenlernprozess mit ein.
  7. Sei geduldig mit dem Prozess: Der formelle Adoptionsprozess mit Selbstauskunft und Vorkontrolle dient dem Schutz des Tieres und ist ein Zeichen für eine seriöse Organisation.
  8. Plane die Eingewöhnung: Gib dem Hund nach der Ankunft Zeit, Ruhe und Raum. Erwarte nicht sofort Perfektion und sei auf kleine Herausforderungen vorbereitet.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

In dieser Folge verraten euch René und Bea, wie sie auf den Hund gekommen sind. Ihre Fellnase Scotty haben sie nämlich auf einem "Bark Date" kennengelernt. Bark Dates sind deutschlandweite Veranstaltungen bei denen ihr Tierschutz- und Tierheimhunde kennenlernen könnt, ganz unverbindlich und ohne Druck. Bei René, Bea und Scotty war es Liebe auf den ersten Blick - und das, obwohl sie eigentlich gar keinen Hund mehr haben wollten. René und Bea berichten von ihren Erfahrungen mit Bark Date und vom ersten Jahr mit Scotty. Kleiner Spoiler: Die beiden haben wirklich ihren Traumhund gefunden. Vielleicht seid ihr ja gerade selbst auf der Suche nach einem neuen Familienmitglied? Dann hört unbedingt rein und lasst euch inspirieren!

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