Profi-Tipps zum Zahnwechsel beim Welpen

#128 Zahnwechsel beim Welpen: Tipps, Tricks & Aha-Momente

#128 Zahnwechsel beim Welpen: Tipps, Tricks & Aha-Momente

20. August 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde tauchen die Moderatorinnen Liza und Mareike tief in ein zentrales Thema für alle neuen Welpenbesitzer ein: den Zahnwechsel. Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen mit ihren Hunden Fred und Taylor beleuchten sie die biologischen Abläufe, typische Verhaltensänderungen und mögliche Komplikationen in dieser anstrengenden, aber wichtigen Entwicklungsphase.

Die Episode dient als umfassender Leitfaden, der erklärt, warum Welpen in dieser Zeit oft unruhig, reizbar oder "unartig" wirken. Sie richtet sich an alle, die gerade einen Welpen haben oder erwarten, und bietet wertvolle Einblicke und praktische Tipps, um diese Phase für Hund und Mensch so stressfrei wie möglich zu gestalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zeitplan des Zahnwechsels: Die ersten Milchzähne brechen zwischen der 3. und 6. Lebenswoche durch. Der eigentliche Zahnwechsel zum bleibenden Gebiss mit 42 Zähnen beginnt etwa ab der 12. Lebenswoche und ist meist im 6. bis 7. Monat abgeschlossen.
  • Typische Symptome: Achte auf vermehrtes Kauen an Gegenständen, leichten Mundgeruch, leichtes Zahnfleischbluten und verändertes Fressverhalten (Appetitlosigkeit oder Schlingen).
  • Verhalten als Ventil: Der Zahnwechsel ist für den Welpen ein körperlicher und emotionaler Ausnahmezustand. Verhaltensänderungen wie Unruhe, Reizbarkeit oder sogar Rückschritte bei der Stubenreinheit sind normal und meist auf Schmerz und Stress zurückzuführen.
  • Unterstützung durch Kauen: Biete deinem Welpen sichere und geeignete Kauartikel (z. B. einen Kong, auch gekühlt) an. Das hilft, den Schmerz zu lindern und schont deine Möbel und Hände.
  • Komplikationen erkennen: Eine häufige Komplikation sind persistierende Milchzähne, bei denen der Milchzahn nicht ausfällt und eine doppelte Zahnreihe entsteht. Dies erfordert einen Besuch beim Tierzahnarzt, um Fehlstellungen zu vermeiden.
  • Grenzen im Spiel setzen: Auch wenn dein Hund Schmerzen hat, ist es wichtig, bei rüpelhaftem oder übergriffigem Verhalten im Spiel klare und faire Grenzen zu setzen. Beende das Spiel notfalls, um unerwünschtes Verhalten nicht zu festigen.
  • Zahnpflege ist entscheidend: Beginne früh mit der Zahnpflege. Studien belegen, dass tägliches oder zweitägiges Zähneputzen mit spezieller Hundezahnpasta die effektivste Methode gegen Zahnstein und Entzündungen ist.

Der Zahnwechsel: Zeitplan und biologische Fakten

Liza, die Hunde-Expertin der Runde, erläutert die wichtigsten Fakten rund um das Hundegebiss. Welpen werden zahnlos geboren. Ihre 28 Milchzähne brechen zwischen der dritten und sechsten Lebenswoche durch. Der Wechsel zum bleibenden Gebiss, das aus 42 Zähnen besteht, startet etwa ab der 12. Lebenswoche. Ein wesentlicher Unterschied zum Menschen: Der bleibende Zahn schiebt den Milchzahn von hinten heraus, sodass der Hund fast nie eine Zahnlücke hat. Dieses evolutionäre Erbe stellt sicher, dass der Hund jederzeit fressen und Beute greifen kann. Die hinteren Backenzähne (Molaren) kommen als bleibende Zähne komplett neu hinzu.

Die verschiedenen Zahnarten haben spezifische Funktionen:

  • Schneidezähne: Zum Abnagen, Zupfen und zur Fellpflege.
  • Eck- bzw. Fangzähne: Zum Packen, Halten, Tragen und Drohen.
  • Prämolaren (vordere Backenzähne): Zum Zerteilen und Zerschneiden von Futter.
  • Molaren (hintere Backenzähne): Zum Zerkleinern und Zermalmen harter Nahrung.

Verhaltensänderungen: Ein Welpe im emotionalen Ausnahmezustand

Die intensivste Phase des Zahnwechsels ist für den Welpen eine enorme Belastung. Liza beschreibt dies als einen körperlichen und emotionalen Ausnahmezustand. Der Druck im Kiefer, Schmerzen und mögliche Zahnfleischentzündungen führen zu erheblichem Stress. Dies äußert sich in verschiedenen Verhaltensweisen:

  • Unruhe und Reizbarkeit: Viele Welpen sind in dieser Zeit zappelig, können schlecht entspannen und sind schreckhafter. Mareike berichtet, dass ihre Hündin Taylor in dieser Phase kaum zur Ruhe kam und im Training unkonzentriert war.
  • Verändertes Sozialverhalten: Einige Hunde ziehen sich zurück und schlafen mehr, während andere im Spiel mit Artgenossen rüpelhafter oder schneller gereizt reagieren. Hier ist es wichtig, als Halter einzugreifen und das Spiel zu unterbrechen, wenn es unfair wird.
  • Rückschritte bei der Stubenreinheit: Der innere Stress kann dazu führen, dass ein bereits stubenreiner Welpe plötzlich wieder in die Wohnung macht. Liza betont, dass dies keine Böswilligkeit ist und mit Geduld behandelt werden sollte.

Mögliche Komplikationen und wann ein Tierarztbesuch nötig ist

Obwohl der Zahnwechsel meist unproblematisch verläuft, gibt es Komplikationen, die tierärztliche Hilfe erfordern. Die häufigste ist der persistierende Milchzahn, bei dem der Milchzahn nicht ausfällt und der bleibende Zahn dahinter durchbricht. Dies führt zu einer doppelten Zahnreihe, was besonders bei kleinen Rassen vorkommt und zu Zahnfehlstellungen, vermehrtem Zahnstein und Entzündungen führen kann. In solchen Fällen muss der Milchzahn chirurgisch entfernt werden. Mareike erzählt, dass bei Taylor ein Fangzahn sehr lange wackelte, aber schließlich von selbst ausfiel.

Weitere Probleme können abgebrochene Milchzähne, bei denen die Wurzel im Kiefer verbleibt, oder starke Zahnfleischentzündungen sein. Liza rät, bei Unsicherheiten einen auf Zahnmedizin spezialisierten Tierarzt aufzusuchen. Für gravierende Fehlstellungen gibt es sogar kieferorthopädische Lösungen wie Zahnspangen für Hunde, die jedoch ausschließlich aus medizinischen und nicht aus kosmetischen Gründen eingesetzt werden.

Die entscheidende Rolle der Zahnpflege

Ein zentraler Appell der Episode ist die Wichtigkeit der Zahnpflege von Anfang an. Liza widerlegt die veraltete Ansicht, dass Hunde keine Zahnpflege benötigen. Sie zitiert eine Studie mit Beaglen aus dem Jahr 2015, die wissenschaftlich belegt, dass tägliches oder mindestens zweitägiges Zähneputzen Plaque, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen signifikant reduziert. Es ist essenziell, spezielle Hundezahnpasta (ohne für Hunde schädliches Fluorid) und eine geeignete Bürste oder einen Fingerling zu verwenden. Regelmäßige Zahnpflege kann schmerzhafte Erkrankungen und teure Behandlungen unter Narkose im Erwachsenenalter verhindern.

Praktische Tipps für die Zeit des Zahnwechsels

  1. Sichere Kauartikel anbieten: Gib deinem Welpen robuste Spielzeuge wie einen Kong (kann zur Kühlung auch eingefroren werden), Kauwurzeln oder andere sichere Artikel, um den Kaudrang zu befriedigen und Schmerzen zu lindern.
  2. Futter anpassen: Wenn dein Hund wegen Schmerzen schlecht frisst, kannst du Trockenfutter einweichen oder vorübergehend auf Nassfutter umsteigen. Sei aber vorsichtig, keinen wählerischen Fresser („Picky Eater“) zu erziehen.
  3. Geduld und Nachsicht im Training: Erwarte in dieser Phase keine Höchstleistungen. Wenn dein Hund unruhig ist oder bei der Stubenreinheit Rückschritte macht, reagiere mit Verständnis statt mit Druck.
  4. Regelmäßige Gebisskontrolle: Gewöhne deinen Welpen daran, dass du ihm ins Maul schaust. So kannst du den Fortschritt kontrollieren und mögliche Probleme wie doppelte Zahnreihen frühzeitig erkennen.
  5. Früh mit dem Zähneputzen beginnen: Nutze die Welpenzeit, um das Zähneputzen spielerisch und positiv zu trainieren. Dies legt den Grundstein für eine lebenslange Zahngesundheit.
  6. Expertenrat einholen: Zögere nicht, bei Komplikationen oder Unsicherheiten einen Tierarzt oder einen spezialisierten Tierzahnarzt zu konsultieren.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

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Zahnwechsel beim Hund – klingt harmlos, kann aber für Hund und Mensch eine ganz schön anstrengende Zeit sein! 🦷🐶 In dieser HundeRunde nehmen euch Liza und Mareike mit durch die wichtigsten Phasen dieses spannenden Entwicklungsschritts. Warum Welpenzähne so spitz wie kleine Haizähnchen sind, was sie im Hundekörper auslösen und wieso manche Vierbeiner plötzlich unausstehlich wirken – all das erfahrt ihr in dieser Episode.

Liza erklärt, wann die Milchzähne durchbrechen, wie der Zahnwechsel abläuft und woran ihr erkennt, dass euer Hund gerade mittendrin steckt. Ihr bekommt praxisnahe Tipps, wie ihr euren Welpen in dieser Zeit unterstützen könnt – von geeigneten Kauartikeln über Spielzeug bis hin zu ersten Schritten in der Zahnpflege.

Außerdem sprechen die beiden über typische Begleiterscheinungen: vermehrtes Kauen an Schuhen, kleine Blutspuren am Spielzeug, Appetitlosigkeit oder sogar Rückschritte bei der Stubenreinheit. Und natürlich geht’s auch um mögliche Komplikationen wie „persistierende Milchzähne“ oder Zahnfehlstellungen – inklusive der Info, dass es tatsächlich Zahnspangen für Hunde gibt!

Hattet ihr schon mal eine lustige oder verrückte Zahnwechsel-Erfahrung mit eurem Hund? Dann teilt sie gern mit uns auf Instagram unter @hunderunde_podcast oder lasst einen Kommentar da!

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