Unsicherheit bei Hunden erkennen und meistern

Lieblingsfolge: Unsicherheit beim Hund

Lieblingsfolge: Unsicherheit beim Hund

3. September 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde - Profi-Tipps vom Hunde-Coach taucht Hunde-Expertin Liza tief in das Thema Unsicherheit bei Hunden ein. Ausgelöst durch die persönlichen Erfahrungen einer der Sprecherinnen mit ihrem jungen Hund Fred, der im Herbst erstmals mit Dunkelheit konfrontiert wird, beleuchtet die Episode die Ursachen, Erscheinungsformen und vor allem die richtigen Lösungsansätze für unsicheres Verhalten.

Die zentrale Frage lautet: Wie kannst du als Hundehalter:in die subtilen Zeichen von Unsicherheit erkennen, richtig deuten und deinem Hund die nötige Unterstützung geben, um souverän durch den Alltag zu kommen? Diese Folge ist eine unverzichtbare Ressource für alle Hundebesitzer:innen, die die Bindung zu ihrem Tier stärken und ihm helfen wollen, Herausforderungen selbstbewusst zu meistern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Reaktionen auf Unsicherheit: Liza erklärt, dass unsichere Hunde typischerweise mit einem von vier Verhaltensmustern reagieren - den vier Fs: Freeze (Einfrieren), Flirt (überschwängliches, beschwichtigendes Verhalten), Flight (Flucht) oder Fight (Kampf).
  • Deine Haltung ist entscheidend: Deine eigene Souveränität und innere Ruhe sind der Schlüssel. Ein unsicherer Mensch überträgt seine Anspannung oft unbewusst auf den Hund, der dann ebenfalls unsicher reagiert.
  • Aktive Hilfestellung statt Ignorieren: Lass deinen Hund in einer für ihn schwierigen Situation nicht allein. Biete ihm aktiv Führung und Schutz an, um sein Vertrauen in dich zu stärken und ihm zu zeigen, dass du die Lage im Griff hast.
  • Management als Grundlage: Bevor du mit dem Training beginnst, sorge für Sicherheit. Eine kurze Leine in unübersichtlichen Situationen verhindert, dass dein Hund flieht oder in eine Konfrontation gerät.
  • Ein Moment kann alles verändern: Schon eine einzige negative Erfahrung, wie ein plötzliches lautes Geräusch oder eine unerwartete Begegnung, kann ausreichen, um bei einem Hund eine dauerhafte Unsicherheit gegenüber einem bestimmten Reiz auszulösen.
  • Unsicherheit ist nicht gleich Angst: Liza betont den wichtigen Unterschied. Ein unsicherer Hund braucht gezielte Führung und Unterstützung, um eine Situation zu bewältigen. Ein echter Angsthund hingegen leidet unter einer tiefergehenden Problematik, die oft spezialisiertes Training erfordert.

Was ist Unsicherheit und wie entsteht sie?

Zu Beginn der Episode stellt die Moderatorin die Frage, ob jeder Hund von Natur aus Unsicherheiten mitbringt. Liza verneint dies, erklärt aber, dass jeder Hund lernt, Situationen zu bewerten und in Kategorien wie sicher, unsicher oder freudig einzuordnen. Eine einzige, als negativ empfundene Erfahrung kann ausreichen, um eine Situation für immer mit Unsicherheit zu verknüpfen. Ein Hund, der von seinem Charakter her bereits eher zögerlich ist, wird neue, unbekannte Reize eher mit Unsicherheit bewerten. Hier ist es die Aufgabe des Menschen, dem Hund zu helfen und ihm alternative, positive Verhaltensweisen beizubringen.

Als konkretes Beispiel dient die Erfahrung einer Sprecherin mit ihrem jungen Hund Fred, der im Sommer aufgewachsen ist und nun im Herbst zum ersten Mal mit Spaziergängen in der Dunkelheit konfrontiert wird. Geräusche, Lichter von Autos oder Fahrrädern verunsichern ihn stark, was sich in steifer Körperhaltung und Bellen äußert.

Die vier Fs: Wie Hunde auf Unsicherheit reagieren

Liza nutzt das Beispiel eines plötzlich aufgespannten Regenschirms, um die vier typischen Stressreaktionen von Hunden zu erläutern, bekannt als die „vier Fs“:

  1. Freeze (Einfrieren): Der Hund erstarrt und bewegt sich nicht mehr. Er ist möglicherweise nicht mehr ansprechbar. Hier rät Liza, den Hund ruhig anzusprechen und ihn rückwärts aus der Situation herauszuführen. Wenn er nicht reagiert, kann eine vorsichtige taktile Hilfe (sanftes Anfassen) ihn aus der Starre lösen - vorausgesetzt, der Hund kann Berührungen in diesem Moment annehmen.
  2. Flirt (Überschwängliches Verhalten): Der Hund zeigt übertrieben freundliches, fast unterwürfiges Verhalten. Er springt, fiept, leckt exzessiv und zeigt aktive Demut. Liza stellt klar, dass auch dieses Verhalten eine Form von Unsicherheit ist und unterbrochen werden sollte, um dem Hund eine angemessenere Reaktion beizubringen.
  3. Flight (Flucht): Der Hund versucht, der Situation durch Weglaufen zu entkommen. Dies kann sehr gefährlich werden, weshalb Liza betont, wie wichtig vorausschauendes Management ist. In Situationen, die eine Fluchtreaktion auslösen könnten, sollte der Hund an einer kurzen Leine geführt werden, um Unfälle zu vermeiden.
  4. Fight (Kampf): Der Hund reagiert mit aggressivem Verhalten nach vorne, wie Bellen, Knurren oder in die Leine springen. Dies ist eine ernstzunehmende Reaktion, bei der ebenfalls Management (kurze Leine) und gezieltes Training zur Impulskontrolle unerlässlich sind, um eine Gefährdung anderer zu verhindern.

Die Rolle des Menschen: Du bist der Spiegel deines Hundes

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist der Einfluss des Menschen auf das Verhalten des Hundes. Liza erklärt, dass die Unsicherheit des Halters sich direkt auf den Hund überträgt. Wenn du im Dunkeln selbst angespannt bist und hinter jeder Ecke eine potenzielle Gefahr vermutest, wird dein Hund diese Anspannung spüren und die Welt ebenfalls als bedrohlich wahrnehmen. Er schlussfolgert: „Wenn mein Mensch unsicher ist, muss ich die Situation wohl selbst regeln.“

Liza appelliert an die Selbstreflexion der Hörer:innen und spricht vom richtigen Mindset. Nur wer selbst souverän und entspannt auftritt, kann seinem Hund ein verlässlicher Anker sein. Es geht darum, eine innere Haltung der Ruhe und Sicherheit auszustrahlen, damit der Hund lernt, sich an dir zu orientieren.

Persönliche Erfahrungen und die Abgrenzung zur Angst

Zwei persönliche Anekdoten verdeutlichen, wie schnell Unsicherheit entstehen kann. Eine Sprecherin erzählt von ihrer älteren Hündin Nala, die sich im Dunkeln massiv vor einem plötzlich bewegenden Obdachlosen erschrak. Durch sofortiges, ruhiges Eingreifen und das wiederholte, kontrollierte Vorbeigehen an dem Mann konnte die Situation positiv aufgelöst werden. Eine andere Geschichte handelt von der Hündin Daska, die nach dem schrillen Alarm eines Rauchmelders panisch in ihre Hundehütte im Garten floh und sich erst nach mehrmaligem gutem Zureden wieder ins Haus traute.

Liza nutzt diese Beispiele, um eine wichtige Unterscheidung zu treffen: Ein unsicherer Hund ist nicht automatisch ein Angsthund. Unsicherheit bezieht sich oft auf spezifische Situationen und kann mit der richtigen Führung und Hilfestellung gut bewältigt werden. Ein Angsthund hingegen zeigt generalisierte Angstzustände, ist oft nicht mehr ansprechbar und benötigt ein deutlich intensiveres, oft therapeutisches Training.

Praktische Schritte im Umgang mit Unsicherheit

  1. Beobachte deinen Hund: Lerne, die Körpersprache deines Hundes genau zu lesen, um erste Anzeichen von Unsicherheit (z. B. eingezogener Schwanz, steife Haltung) frühzeitig zu erkennen.
  2. Analysiere dich selbst: Reflektiere deine eigene Haltung. Bist du in bestimmten Situationen (z. B. Dunkelheit, enge Räume) selbst angespannt? Arbeite an deinem eigenen Mindset, um Souveränität auszustrahlen.
  3. Biete Schutz und Führung: Positioniere dich aktiv zwischen deinem Hund und dem Auslöser (z. B. ein gruseliges Objekt). Führe deinen Hund an der Hauswand entlang oder auf der von der Gefahr abgewandten Seite.
  4. Unterbrich unerwünschtes Verhalten: Sprich deinen Hund ruhig an, um seine Fixierung auf den Auslöser zu durchbrechen und seine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.
  5. Setze taktile Reize ein: Nutze beruhigende Berührungen (z. B. an Brust oder Rücken), um deinem Hund Sicherheit zu geben - aber nur, wenn er körperlichen Kontakt in diesem Moment annehmen kann.
  6. Nutze Management-Tools: Führe deinen Hund in potenziell unsicheren Situationen an einer kurzen Leine, um Flucht- oder Kampfreaktionen zu verhindern und die Kontrolle zu behalten.
  7. Gib eine alternative Aufgabe: Lenke deinen Hund ab und stärke sein Selbstbewusstsein, indem du ihm eine Aufgabe gibst, z. B. das Tragen eines Dummys oder die Ausführung einfacher Kommandos wie Sitz.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

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Hunde können sich über die kleinsten Dinge erschrecken - sei es ein plötzlich aufgespannter Regenschirm, ein piepender Rauchmelder oder eine unerwartete Bewegung. In dieser Lieblingsfolge spricht Hundecoach Liza darüber, warum solche Reaktionen ganz normal sind, welche „vier Fs“ es dabei gibt und wie ihr euren Hund in diesen Momenten wieder sicher durch die Situation begleitet.

Ihr erfahrt, worauf es bei eurem eigenen Verhalten ankommt und welche Signale eure Fellnase braucht, um zu spüren: „Alles ist in Ordnung.“ Und natürlich beginnt auch diese Lieblingsfolge wieder mit einem kurzen aktuellen Update von Liza, welche Unsicherheiten Fred gerade zum ersten Mal erlebt. Hört rein und entdeckt, wie ihr eurem Hund mehr Sicherheit geben könnt!

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