Warum dein Hund frustriert ist und was du dagegen tun kannst

Lieblingsfolge: Frustrationstoleranz beim Hund

Lieblingsfolge: Frustrationstoleranz beim Hund

22. Januar 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde widmen sich die Sprecherinnen Liza Gerlach und Mareike Klohr einem Gefühl, das jeder Hundebesitzer kennt: Frustration. Ausgehend von humorvollen Alltagsbeispielen aus ihrem eigenen Leben - von Heißhunger auf Schokolade bis zu einem unkooperativen Junghund im Garten - tauchen sie tief in die Psychologie des Hundes ein.

Die zentralen Themen sind die Ursachen, Symptome und Folgen von Frust bei Hunden. Die Episode analysiert, warum manche Hunde schneller frustriert sind als andere und wie sich dieses Verhalten äußert. Die Kernfrage lautet: Wie kannst du die Frustrationstoleranz deines Hundes systematisch trainieren, um einen entspanteren und ausgeglicheneren Begleiter für den Alltag zu formen? Diese Folge ist eine wertvolle Ressource für alle Hundebesitzer, insbesondere für jene, die mit Verhaltensweisen wie Bellen, Ziehen an der Leine oder Zerstörungswut konfrontiert sind.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Frustration entsteht durch Überforderung: Frust tritt auf, wenn die an einen Hund gestellten Anforderungen seine aktuellen Fähigkeiten (z. B. Trainingsstand, kognitive Reife oder emotionale Stabilität) übersteigen.
  • Training beginnt ab Tag eins: Die Grundlage für Frustrationstoleranz wird bereits im Welpenalter gelegt, wenn Hunde lernen, auf Bedürfnisse zu warten und Grenzen zu akzeptieren - ein Prozess, der bei der Mutterhündin beginnt.
  • Falsches Training kann Frust verschlimmern: Strafbasierte Methoden, wie im Beispiel des Hundes, der mit einem Kissen geschlagen wurde, lösen nicht das Kernproblem, sondern erzeugen oft neuen, chronischen Frust und unerwünschte Ersatzhandlungen (z. B. Zerstörung von Gegenständen).
  • Ruhe schrittweise aufbauen: Um einem Hund beizubringen, in stressigen Situationen (wie in einem Café) ruhig zu bleiben, beginne das Training in einer reizarmen Umgebung und steigere die Ablenkung langsam und kontrolliert.
  • Eine Alternative anbieten, statt nur zu verbieten: Wenn du ein unerwünschtes Verhalten unterbindest, gib deinem Hund immer eine klare und positive Alternative. Anstatt nur "Nein" zu sagen, zeige ihm, was er stattdessen tun soll (z. B. auf seiner Decke liegen).
  • Frustrationstoleranz ist ein Lebensthema: Da immer neue Situationen und Reize im Leben eines Hundes auftreten, ist das Training der Selbstregulation und Frustbewältigung ein kontinuierlicher Prozess.

Was ist Frustration beim Hund und wie entsteht sie?

Liza erklärt, dass jeder Hund Frust entwickeln kann, wenn er überfordert wird. Die Ursachen sind vielfältig und hängen stark von der individuellen Situation ab. Frustration entsteht, wenn die Erwartungen des Menschen die aktuellen Fähigkeiten des Hundes übersteigen. Dies kann den Trainingsstand, die kognitiven Fähigkeiten oder die emotionale Belastbarkeit betreffen. Zu schnelles oder zu anspruchsvolles Training führt schnell zu Frust.

Auch veränderte Lebensumstände sind ein wesentlicher Auslöser. Ein Umzug, die Trennung eines Partners, ein neuer Hund im Haushalt oder selbst ein Urlaub können für einen Hund enormen Stress bedeuten und seine Frustschwelle senken. Laut Liza gibt es Hunderassen, die tendenziell anfälliger für Frust sind. Dazu gehören jagdlich ambitionierte Hunde wie Vizslas sowie Hüte- und Schutzhunde, die oft schneller hochfahren, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden.

Wie sich Frust äußert: Von Zerstörung bis Aggression

Die Anzeichen für Frustration sind individuell sehr unterschiedlich. Liza beschreibt eine breite Palette an Verhaltensweisen, die auf Frust hindeuten können:

  • Zerstörung von Gegenständen: Der Hund kaut auf der Leine, zerstört Möbel oder zerkratzt Wände.
  • Selbstverletzendes Verhalten: Exzessives Lecken der Pfoten bis hin zu offenen Wunden oder das Beißen in den eigenen Körper.
  • Aggression: Der Frust richtet sich gegen den Menschen (z. B. Schnappen in die Wade nach einer Korrektur) oder gegen andere Hunde (Leinenaggression, weil der Hund nicht zum Artgenossen darf).
  • Vokalisierung und Unruhe: Anhaltendes Bellen, Fiepen oder Jaulen als Ausdruck innerer Anspannung.
  • Stresssignale: Vermehrtes Hecheln, Schuppenbildung oder Kratzen sind körperliche Anzeichen, die mit Frust einhergehen können.

Es wird zwischen einem kurzfristigen schlechten Tag, der ein bis zwei Tage andauert, und chronischem Frust unterschieden. Chronischer Frust entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, oft durch unpassendes Training. Er verfestigt sich und führt zu dauerhaften Verhaltensänderungen, die das Zusammenleben stark belasten können. Oft entsteht ein Teufelskreis, bei dem der Frust des Hundes auch den Menschen frustriert, was die Situation weiter verschärft.

Ein Fallbeispiel: Wie falsches Training Frust erzeugt

Liza schildert den Fall eines Junghundes, der beim Übermüden begann, in die Hände seiner Besitzer zu knabbern. Auf Anraten eines anderen Trainers versuchten die Besitzer, dieses Verhalten zu korrigieren, indem sie den Hund mit einem Sofakissen schlugen. Diese Methode, so Liza, war nicht nur gewaltvoll und ineffektiv, sondern führte zu einer problematischen Verknüpfung: Das ursprüngliche Beißen blieb bestehen, aber zusätzlich entwickelte der Hund eine Zwangshandlung und begann, gezielt alle Sofakissen im Haus zu zerstören.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie eine falsche Korrektur ein Frustrationsproblem nicht löst, sondern ein neues, noch größeres schafft. Das Kissenzerstören wurde zur Ersatzhandlung, in der der Hund seinen aufgestauten Frust abließ. Die Lösung bestand darin, das Training komplett neu und gewaltfrei aufzubauen, die Ursache für das Beißen (Übermüdung) zu managen und dem Hund positive Alternativen beizubringen.

Das Training der Frusttoleranz: Ein stetiger Prozess

Das Fundament für Frustrationstoleranz wird bereits in den ersten Lebenswochen gelegt. Liza erläutert, dass Welpen schon bei ihrer Mutter lernen, Bedürfnisse aufzuschieben, etwa wenn sie nicht jederzeit an die Zitzen dürfen. Dieses Prinzip der Selbstregulation setzt sich fort, sobald der Welpe in sein neues Zuhause kommt. Einfache Regeln und Grenzen im Alltag sind die ersten Schritte im Training der Frusttoleranz.

Ein zentraler Aspekt ist die Impulskontrolle. Hunde, die dazu neigen, alles und jeden zu kontrollieren, entwickeln schnell Frust, wenn sie dieser selbst auferlegten Aufgabe nicht nachkommen können. Liza rät, dem Hund diesen "Job" zu kündigen, ihm aber gleichzeitig eine sinnvolle und entspannende Alternative anzubieten, wie etwa einen Kauknochen. Ein Hund sollte nicht einfach in der Luft hängen, sondern eine klare Struktur und alternative Aufgaben erhalten, um nicht aus Langeweile oder Frust neue unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln.

Praktische Schritte: So trainierst du Ruhe in belebter Umgebung

Das Beispiel des gemeinsamen Eisessens in einer belebten Eisdiele wird genutzt, um einen konkreten Trainingsplan zur Steigerung der Frustrationstoleranz zu skizzieren. Ziel ist es, dem Hund beizubringen, auch bei vielen Reizen ruhig und entspannt zu bleiben.

  1. Schaffe eine Ruhezone: Beginne das Training mit einer Decke oder Jacke als designierten Ruhezonenplatz. Übe zunächst in einer völlig reizarmen Umgebung, dass dein Hund sich auf diese Decke legt und entspannt.
  2. Dauer und Distanz langsam steigern: Wenn der Hund für einige Minuten ruhig liegen bleibt, fange an, kleine Störungen einzubauen. Stehe auf, gehe ein paar Schritte weg oder wühle in deiner Tasche. Der Hund soll dabei liegen bleiben.
  3. Orte schrittweise wechseln: Wenn das Training in ruhiger Umgebung sicher funktioniert, verlagere es an Orte mit zunehmend mehr Reizen. Beginne in der Nähe eines Spielplatzes oder am Rande eines belebten Platzes, bevor du dich direkt ins Geschehen begibst.
  4. Ablenkungen gezielt einbauen: Übe gezielt mit verschiedenen Impulsen. Bitte Freunde, am Hund vorbeizugehen, oder telefoniere bewusst, während dein Hund auf seiner Decke liegt. So lernt er, dass deine Aufmerksamkeit nicht immer zu 100 % bei ihm ist und er sich trotzdem entspannen kann.
  5. Sicherheit vermitteln: Besonders in belebten Umgebungen ist es deine Aufgabe, dem Hund Sicherheit zu geben. Setze dich notfalls vor ihn, um andere Menschen auf Abstand zu halten und ihm zu signalisieren, dass er nicht aufpassen muss.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Frustration ist ein fieses Gefühl! Wir alle sind mal gefrustet, auch unser Hund. Und genau darum geht's in dieser Lieblingsfolge. Frust kann durch verschiedene Reize und Einflüsse entstehen und vor allem jungen Hunden fällt es schwer, dieses Gefühl zu ertragen. In der Folge sprechen Liza und Mareike darüber, warum „Kissen schreddern“ für Hunde nicht der richtige Umgang mit Frustration sein sollte, und Liza verrät bessere Tipps für eine gesunde Frustrationstoleranz bei eurem Hund. Viel Spaß beim Zuhören! Und wir freuen uns, wenn ihr uns über eine Bewertung in eurer Podcast-App. Danke! :)

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