Wie viel Auslastung braucht mein Hund wirklich?

#116 Richtig ausgelastet? Darauf unbedingt achten

#116 Richtig ausgelastet? Darauf unbedingt achten

23. April 2025 · HundeRunde - Profitipps vom Hundecoach

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde tauchen Hundecoach Liza und Moderatorin Mareike tief in eine der meistgestellten Fragen von Hundehalter:innen ein: das richtige Maß an Auslastung. Ausgehend von der faszinierenden Fähigkeit eines Schimmelspürhundes diskutieren sie, wie man die Bedürfnisse von Welpen, Junghunden und erwachsenen Hunden individuell und gesundheitsfördernd erfüllt.

Die zentrale Frage der Folge lautet: Wie findest du die perfekte Balance zwischen Aktivität und Ruhe, ohne deinen Hund zu über- oder unterfordern? Die Episode liefert klare, praxisnahe Antworten für alle, die unsicher sind, ob sie ihrem Hund zu viel oder zu wenig zumuten, und hilft dabei, einen gesunden und zufriedenen Alltag für Mensch und Tier zu gestalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Weniger ist mehr, besonders bei Welpen: Kurze, häufige Spaziergänge und das Verarbeiten von Alltagsreizen sind für Welpen wichtiger und gesünder als lange Märsche.
  • Ruhe ist die wichtigste Lektion: Hundecoach Liza betont, dass das Erlernen von Ruhe und Entspannung die Basis für einen ausgeglichenen Hund ist. Ein Hund, der zur Ruhe finden kann, lässt sich leichter aktivieren als umgekehrt.
  • Gelenke schonen bis zum ersten Lebensjahr: Intensive, gelenkbelastende Aktivitäten wie Joggen, Fahrradfahren oder abrupte Sprünge (z. B. beim Frisbee) sollten erst nach dem ersten Lebensjahr begonnen werden, wenn der Hund körperlich ausgewachsen ist.
  • Überlastung vermeiden: Ein Hund, der ständig körperlich an seine Grenzen gebracht wird, gewöhnt sich an das hohe Aktivitätslevel und fordert immer mehr. Dies kann zu einem überdrehten Verhalten führen, da nach müde oft doof kommt.
  • Auslastung ist individuell: Es gibt keine allgemeingültige Formel. Die Bedürfnisse eines Hundes hängen von Rasse, Alter, Gesundheitszustand und individuellem Charakter ab.
  • Ungeplante Ruhetage sind normal: Ein Hund muss lernen, auch mit Tagen umzugehen, an denen weniger passiert (z.B. wenn du krank bist). Das fördert die Frustrationstoleranz und ist Teil eines normalen Alltags.

Die richtige Auslastung für Welpen: Weniger ist mehr

Zu Beginn der Diskussion räumt Liza mit veralteten Faustregeln auf. Statt starrer Zeitvorgaben pro Lebensmonat empfiehlt sie einen pragmatischeren Ansatz für Welpen. Drei feste Runden von etwa 20 Minuten pro Tag seien ausreichend. Hinzu kommen kurze Ausflüge für das Lösen sowie alltägliche Erlebnisse im Haus.

Liza erklärt, dass für einen Welpen bereits der Alltag eine immense Auslastung darstellt. Neue Eindrücke wie der Staubsauger, das Kennenlernen von Familienmitgliedern oder das Autofahren sind anstrengende Lernprozesse. Daher sei es entscheidend, den Fokus auf Ruhephasen zu legen. Ein Welpe muss lernen, dass nicht permanent Action herrscht. Dieser Ansatz beugt späterer Überforderung und übersteigerten Erwartungshaltungen vor.

Vorsicht bei Junghunden: Gelenke schonen und richtig fördern

In der Phase des Junghundes (ab ca. 5-6 Monaten bis zu einem Jahr) ist körperliche Vorsicht geboten. Liza warnt eindringlich davor, Hunde in dieser wichtigen Wachstumsphase zu überlasten. Aktivitäten, die die Gelenke stark beanspruchen, sind tabu. Dazu gehören:

  • Joggen und Fahrradfahren
  • Lange, anspruchsvolle Wanderungen (besonders mit Steigungen)
  • Sportarten mit abrupten Stopps und Sprüngen (z.B. Ball- oder Frisbeespiele, bei denen der Hund in der Luft fängt)

Stattdessen sollte der Fokus auf Aktivitäten liegen, die den Kopf fordern und die Gelenke schonen. Liza empfiehlt hierfür Dummyarbeit, Schwimmen (in der wärmeren Jahreszeit), Mantrailing und diverse Schnüffelspiele. Diese Beschäftigungen lasten den Hund mental aus und stärken die Bindung, ohne seine körperliche Entwicklung zu gefährden.

Auslastung für erwachsene Hunde: Ein ausgewogenes Maß finden

Sobald ein Hund körperlich ausgewachsen ist (ungefähr ab einem Jahr, bei großen Rassen teils später), können intensivere Aktivitäten eingeführt werden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Liza in einem langsamen und bedachten Aufbau. Wer mit dem Radfahren beginnen möchte, sollte mit kurzen Einheiten von fünf Minuten starten und die Dauer schrittweise über mehrere Tage und Wochen steigern.

Als grobe Orientierung für den Alltag eines erwachsenen Hundes nennt Liza eine Gesamtdauer von etwa zwei Stunden Bewegung, aufgeteilt auf mehrere Runden: beispielsweise morgens und abends je eine halbe Stunde und mittags eine größere Runde von einer Stunde. Entscheidend sei jedoch nicht die reine Dauer, sondern die Qualität der Zeit. Ein Spaziergang sollte durch Trainingseinheiten, Freispiel oder Suchspiele bereichert werden, um den Hund ganzheitlich auszulasten.

Die entscheidende Rolle der Ruhe und Frustrationstoleranz

Ein zentraler Punkt der Episode ist die Bedeutung von Ruhe. Ein Hund benötigt laut Expertenschätzungen zwischen 16 und 18 Stunden Ruhe und Schlaf pro Tag, um Erlebtes zu verarbeiten. Diese Regenerationsphasen sind entscheidend für das Lernvermögen und die Ausgeglichenheit.

Die Moderatorinnen betonen, dass es unrealistisch und sogar kontraproduktiv ist, einen Hund 24/7 beschäftigen zu wollen. Hunde, die lernen, dass es auch Phasen der Langeweile gibt und sie nicht bei jeder Regung bespaßt werden, entwickeln eine höhere Frustrationstoleranz. Dies ist besonders wichtig für Tage, an denen das gewohnte Programm nicht stattfinden kann, etwa bei Krankheit des Halters. Ein Hund, der gelernt hat, zur Ruhe zu kommen, kann solche Tage problemlos überstehen, ohne Verhaltensprobleme zu entwickeln.

Rassespezifische Bedürfnisse und die Grenzen der Verallgemeinerung

Zwar gibt es Rassen, die genetisch bedingt einen höheren Bewegungsdrang haben - wie Border Collies, Australian Shepherds, Huskys, viele Jagdhunde und Terrier -, doch Liza warnt vor Pauschalisierungen. Selbst innerhalb einer Rasse gibt es große individuelle Unterschiede. Ein Dackel kann, wenn er gesund und richtig trainiert ist, Freude am Laufen am Fahrrad haben, während eine Dogge vielleicht gemütlicher veranlagt ist.

Letztlich muss jeder Halter seinen eigenen Hund beobachten und lernen, seine Signale zu deuten. Eine allgemeingültige Regel für die „perfekte“ Auslastung gibt es nicht. Bei Unsicherheiten sei es immer besser, gezielt nachzufragen und sich individuell beraten zu lassen, anstatt den Hund in ein starres Schema zu pressen.

Praktische Leitlinien zur Auslastung

  1. Für Welpen (bis ca. 5. Monat): Konzentriere dich auf kurze, aber häufige Einheiten. Drei Spaziergänge à ca. 20 Minuten sind ein guter Richtwert. Die wichtigste Aufgabe ist das Verarbeiten von Alltagsreizen und das gezielte Training von Ruhephasen.
  2. Für Junghunde (bis ca. 1. Lebensjahr): Meide intensive, gelenkbelastende Sportarten. Setze stattdessen auf geistige Auslastung durch Trainingseinheiten, Nasenarbeit (Schnüffelspiele, Mantrailing) und gelenkschonende Bewegung wie Schwimmen.
  3. Für erwachsene Hunde (ab ca. 1. Lebensjahr): Ein guter Richtwert sind insgesamt ca. zwei Stunden Bewegung pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Runden. Führe neue, intensive Sportarten wie Radfahren oder Joggen langsam und schrittweise ein.
  4. Achte auf Ruhezeiten: Sorge dafür, dass dein Hund die Möglichkeit hat, 16-18 Stunden pro Tag zu ruhen oder zu schlafen. Dies ist für seine geistige und körperliche Regeneration unerlässlich.
  5. Beobachte deinen Hund: Lerne, die Zeichen von Müdigkeit und Überforderung zu erkennen. Das berühmte „nach müde kommt doof“ ist ein klares Signal, dass dein Hund eine Pause braucht.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Wie laste ich meinen Hund gut aus? Eine Frage, die sich wohl alle Hundebesitzer stellen. Je nach Alter und Rasse gibt's da nämlich einige Unterschiede und auf die gehen Liza und Mareike in dieser Folge ausführlich ein. Warum man im ersten Hunde-Jahr auf den Wanderurlaub verzichten sollte, welche Auslastungs-Möglichkeiten es stattdessen gibt und weshalb zu viel Auslastung auch bei älteren Hunden kontraproduktiv ist, erzählt Liza in der Folge. Außerdem gibt's Tipps zum Fahrrad fahren mit Hund und zum Ruhe-Training.

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