HUNDESTUNDE: Hundetrainingsmythen auf dem Prüfstand mit Conny Sporrer

Sommer-Highlight: Hundetrainingsmythen Teil 2

Sommer-Highlight: Hundetrainingsmythen Teil 2

13. August 2026 · HUNDESTUNDE

Kennst du das auch? Du bekommst von einer Person einen gut gemeinten Ratschlag für dein Hundetraining, nur um kurz darauf von jemand anderem das genaue Gegente zu hören. Die Welt des Hundetrainings ist voller Mythen, Halbwahrheiten und veralteter Annahmen, die für Verwirrung und Frust sorgen. In der Fortsetzung ihrer Mythen-Reihe nehmen sich Conny Sporrer und Marc Eichstedt im Podcast HUNDESTUNDE genau dieser Themen an. Sie tauchen tief in die Diskussionen rund um die Hundebox, das Jagdverhalten durch Ballspiele und die richtige Strategie bei ziehenden Hunden ein und liefern dabei nicht nur fachliche Klarheit, sondern auch eine wichtige Botschaft: Vertraue deinem Bauchgefühl.

Die Episode ist ein Muss für alle Hundehalter, die sich im Dschungel der Trainingsmethoden zurechtfinden wollen. Conny und Marc entlarven nicht nur, warum viele gängige Ratschläge mehr schaden als nutzen, sondern zeigen auch, wie ein modernes, faires und bedürfnisorientiertes Training wirklich aussieht. Es geht darum, das Verhalten deines Hundes zu verstehen, anstatt es nur mit starren Regeln zu unterdrücken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Hundebox als Werkzeug, nicht als Gefängnis: Richtig eingesetzt und positiv aufgebaut, ist die Hundebox ein wertvoller Rückzugsort und ein wichtiges Hilfsmittel, um Hunden Ruhe beizubringen. Eine dauerhafte Unterbringung oder der Einsatz als Strafe ist jedoch tierschutzrelevant und strikt abzulehnen.
  • Neue Gesetzeslage in Deutschland: Die Tierschutz-Hundeverordnung schränkt die Nutzung von Boxen stark ein (Größe, Dauer). Marc weist darauf hin, dass für Trainingszwecke in Einzelfällen eine Genehmigung beim zuständigen Veterinäramt beantragt werden kann.
  • Ballspiele fördern nicht den Jagdtrieb: Ein Hund wird nicht zum Jäger, weil du mit ihm Bälle wirfst. Jagdverhalten ist genetisch veranlagt. Kontrollierte, strukturierte Jagdspiele können diesen Trieb jedoch in positive Bahnen lenken und die Impulskontrolle deines Hundes sogar stärken.
  • Futtersuche ist keine Einladung zum Müllfressen: Wenn du gezielt Futtersuchspiele anleitest, lernt dein Hund nicht, alles vom Boden zu fressen. Im Gegenteil: Du gibst ihm eine kontrollierte Möglichkeit, sein Bedürfnis nach Nasenarbeit auszuleben, und schaffst eine klare Regel - gesucht wird nur, wenn du es erlaubst.
  • Leinenführigkeit durch Stehenbleiben ist riskant: Die Methode, bei Zug einfach stehenzubleiben, kann zu unerwünschten Verhaltensketten führen. Der Hund lernt unter Umständen, dass er erst ziehen muss, um anschließend für das Nachgeben der Leine belohnt zu werden. Ein proaktiver Aufbau, der lockeres Laufen von Anfang an belohnt, ist oft sinnvoller.
  • Dein Bauchgefühl ist dein bester Ratgeber: Fühlt sich ein Trainingsratschlag falsch an, hinterfrage ihn. Conny und Marc ermutigen dazu, sich nicht von selbsternannten Experten verunsichern zu lassen und Methoden abzulehnen, die dem eigenen Gefühl für Fairness und dem Wohl des Hundes widersprechen.

Der Mythos Hundebox: Zwischen sicherem Rückzugsort und Missbrauch

Kaum ein Hilfsmittel spaltet die Hundewelt so sehr wie die Hundebox. Während die einen sie als sichere Höhle und unverzichtbares Management-Tool preisen, sehen andere darin ein tierschutzwidriges Gefängnis. Conny und Marc bringen hier dringend benötigte Differenzierung in die Debatte. Sie machen klar, dass der Missbrauch der Box - etwa das stundenlange Wegsperren eines Hundes oder die Nutzung als Strafe, wie es Marc aus einem schockierenden Fall einer Hundepsychologin berichtet - absolut inakzeptabel ist. Genau wegen solcher Fälle wurde in Deutschland die Tierschutz-Hundeverordnung angepasst, die die Größe und die Dauer des Aufenthalts in einer Box streng regelt.

Gleichzeitig betonen beide jedoch den enormen Wert der Box, wenn sie korrekt eingesetzt wird. Für einen Welpen kann sie ein entscheidendes Hilfsmittel sein, um zur Ruhe zu finden - vergleichbar mit einem Gitterbett für ein Kind. Wie Conny aus eigener Erfahrung schildert, kann eine Box auch unterwegs, zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch oder einem Videodreh, ein mobiler, sicherer Rückzugsort sein, der dem Hund hilft, in einer trubeligen Umgebung zu entspannen. Der Schlüssel liegt in einem kleinschrittigen, positiven Aufbau. Der Hund muss die Box freiwillig als seinen Ort annehmen. Ziel ist es, sie als temporäres Hilfsmittel zu nutzen, das im Idealfall irgendwann überflüssig wird, und nicht als Dauerlösung zur Problemvermeidung.

Jagdverhalten und Ballspiele: Wird mein Hund zum Jäger, wenn wir apportieren?

Es ist ein Ratschlag, den man immer wieder hört: Spiel keine wilden Zerr- oder Ballspiele mit deinem Hund, sonst förderst du seinen Jagdtrieb. Marc stellt klar, dass dies ein grundlegendes Missverständnis ist. Jagdverhalten ist zu einem großen Teil genetisch verankert und muss nicht erst durch ein Spiel geweckt werden. Ein Hund, der keine jagdliche Veranlagung hat, wird nicht plötzlich Rehen nachstellen, nur weil er einem Ball hinterherläuft.

Viel entscheidender ist die Perspektive, die Conny und Marc vertreten: Anstatt angeborene Bedürfnisse zu unterdrücken, sollten wir sie in kontrollierte und für uns nützliche Bahnen lenken. Ein Hund mit hoher Jagdmotivation braucht ein Ventil. Ein strukturiertes Apportiertraining, das viel Impulskontrolle verlangt (warten, auf Signal losschicken, apportieren), ist hier eine ideale Alternative zum unkontrollierten Jagen. Es befriedigt das Bedürfnis des Hundes, kanalisiert seine Energie und stärkt gleichzeitig die Bindung und Kooperation mit dem Menschen. Dasselbe Prinzip gilt für Futtersuchspiele: Einem Hund, der gerne mit der Nase am Boden ist, das Schnüffeln komplett zu verbieten, ist frustrierend. Ihm aber beizubringen, dass er auf dein Signal hin gezielt suchen darf, gibt ihm eine Aufgabe und etabliert eine klare Regel, die unerwünschtes Fressen von der Straße sogar verhindern kann.

Wenn der Hund an der Leine zieht: Warum Stehenbleiben oft nach hinten losgeht

Die wohl bekannteste Methode gegen Leinenzerren ist das sofortige Stehenbleiben, sobald die Leine sich spannt. Marc erklärt, warum dieser Ansatz aus lerntheoretischer Sicht problematisch sein kann. Es besteht die große Gefahr, eine sogenannte Verhaltenskette aufzubauen. Der Hund lernt: Erstens, ich ziehe in die Leine. Zweitens, mein Mensch bleibt stehen. Drittens, ich nehme die Spannung von der Leine. Viertens, es geht weiter (Belohnung). Das eigentliche Ziehen wird so zum notwendigen ersten Schritt, um die Belohnung zu erhalten. Anstatt zu lernen, die Leine gar nicht erst auf Spannung zu bringen, perfektioniert der Hund das Muster aus Anspannen und Lockern.

Zwar gibt es Hunde, bei denen die Methode funktioniert, doch für viele ist sie ineffektiv und frustrierend. Conny und Marc plädieren stattdessen für einen proaktiven Ansatz. Statt darauf zu warten, dass der Hund einen Fehler macht, sollte man von Beginn an die richtige Position und eine lockere Leine belohnen. Das kann anfangs auch bedeuten, den Hund mit einem Leckerli in der Hand in die gewünschte Position zu führen. So schafft man von Anfang an viele positive Verknüpfungen mit dem gewünschten Verhalten, anstatt den Hund erst einen Fehler machen zu lassen, um ihn dann zu korrigieren.

Ein Herz für Pfoten: Spendenaufruf für Tierschutzhunde

Zum Abschluss der Folge nutzt Conny die Gelegenheit, auf ein Herzensprojekt aufmerksam zu machen. Als Schirmherrin des Vereins Pfotenherz-Tierschutz bittet sie um Unterstützung für eine wichtige Maßnahme. Um die Vermittlungschancen der Hunde in den Partnertierheimen zu verbessern und eine vollkommene Transparenz zu gewährleisten, sollen alle Hunde auf Mittelmeerkrankheiten getestet werden - und zwar nicht erst kurz vor der Ausreise, sondern so früh wie möglich. Dies ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und gibt potenziellen Adoptanten von Anfang an Klarheit über den Gesundheitszustand. Für die rund 170 notwendigen Tests werden über 5.000 Euro benötigt. Jeder noch so kleine Beitrag hilft, dieses Ziel zu erreichen und den Hunden eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Den Spendenlink findest du in den Shownotes der Podcast-Episode weiter unten auf dieser Seite.


Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Im zweiten Teil unserer Folge über die größten Hundetrainingsmythen nehmen Conny und Marc weitere weit verbreitete Irrtümer unter die Lupe. 

Es geht unter anderem um Hundeboxen, Jagdverhalten, Ballspiele, Futtersuchspiele und den Mythos vom „ziehenden Hund“. Freut euch auf fundierte Erklärungen, spannende Aha-Momente und jede Menge Praxiswissen.


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