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# Parasitenschutz beim Hund: Was du über Würmer, Zecken und Prophylaxe wissen musst

 



Stell dir vor, du sitzt im Urlaub gemütlich beim Abendessen, dein Hund döst unter dem Tisch. Eine laue Sommernacht, alles scheint perfekt. Doch genau in diesem Moment lauern unsichtbare Gefahren: winzige Sandmücken, die schwere Krankheiten übertragen können. Viele Hundebesitzer unterschätzen das Risiko von Parasiten - nicht nur auf Reisen, sondern auch direkt vor der eigenen Haustür. In der [HUNDESTUNDE](https://www.petcaster.de/podcast/hundestunde) taucht Moderatorin Conny Sporrer gemeinsam mit der Tierärztin Sabine Simpel tief in die Welt der inneren und äußeren Plagegeister ein. Sabine, eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet, erklärt nicht nur, welche Parasiten für deinen Hund wirklich gefährlich sind, sondern auch, wie du ihn effektiv und individuell schützen kannst. Diese Folge ist ein unverzichtbarer Ratgeber für alle, die sich fragen: Was muss ich wirklich tun, um meinen Hund gesund zu halten?

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Die stillen Schädlinge:** Innere Parasiten wie Spulwürmer oder Giardien verursachen oft lange keine offensichtlichen Symptome. Wenn der Hund Durchfall oder einen aufgeblähten Bauch zeigt, ist der Befall meist schon fortgeschritten. Eine regelmäßige Prophylaxe ist daher entscheidend.
- **Gefahr für die ganze Familie:** Viele Würmer, insbesondere der Spulwurm und der gefährliche Fuchsbandwurm, sind Zoonosen. Das bedeutet, sie können vom Hund auf den Menschen übertragen werden und schwere gesundheitliche Schäden verursachen, besonders bei Kindern und immungeschwächten Personen.
- **Strategie statt Schema F:** Wie oft ein Hund entwurmt werden sollte, hängt von seinem individuellen Risiko ab. Ein Jagdhund, der Mäuse frisst, braucht einen anderen Schutz als ein "Taschenhund". Die Expertin empfiehlt den Online-Risikotest von [ESCCAP](https://www.esccap.de/entwurmungstest/), um den Bedarf deines Hundes zu ermitteln.
- **Keine reinen Mittelmeerkrankheiten mehr:** Durch den Klimawandel und Reiseverkehr sind Krankheiten wie Babesiose oder Leishmaniose längst auch in unseren Breitengraden angekommen. Sabine betont, dass der Begriff CVBDs (Canine Vector-Borne Diseases) passender ist, da die Gefahr nicht mehr nur im Süden lauert.
- **Repellent vs. Systemisch:** Es gibt zwei Hauptwirkweisen beim Schutz vor äußeren Parasiten. Repellierende Mittel (z.B. bestimmte Halsbänder, Spot-ons) wehren Zecken und Mücken ab, bevor sie zustechen. Systemische Mittel (Tabletten) töten die Parasiten erst, nachdem sie Blut gesaugt haben. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, die Wahl hängt von den Lebensumständen ab.
- **Urlaub ist Vorbereitungssache:** Jedes Reiseland birgt spezifische Parasitenrisiken. Vor einer Reise mit Hund ist es unerlässlich, sich über die Gefahren vor Ort zu informieren - von Herzwürmern in Südeuropa bis zu bestimmten Zeckenarten.

## Die unsichtbare Gefahr: Würmer und Einzeller im Inneren

Wenn wir über Parasiten sprechen, denken die meisten sofort an die Zecke, die sich im Fell festbeißt. Doch die vielleicht größere, weil unsichtbare, Gefahr lauert im Inneren des Hundes. Sabine Simpel unterteilt die Endoparasiten in zwei Gruppen: Würmer und Einzeller. Zu den Würmern zählen vor allem Rundwürmer (wie Spul- oder Herzwürmer) und Bandwürmer (wie der Fuchs- oder Gurkenkernbandwurm).

Besonders der Spulwurm ist allgegenwärtig. Fast jeder Welpe kommt bereits mit einem Befall zur Welt, da die Würmer über die Mutterhündin in der Gebärmutter oder über die Milch übertragen werden. Bei erwachsenen Hunden kapseln sich die Spulwürmer oft in der Muskulatur ab und warten auf einen Moment, in dem das Immunsystem geschwächt ist - oder auf eine Trächtigkeit, um auf die nächste Generation überzugehen. Für den Menschen, vor allem für Kinder, stellen sie eine ernsthafte Gefahr dar. Die Larven können im menschlichen Körper wandern und Organe wie das Auge oder das Gehirn schädigen. Die Anekdote von Sabine, die als Kind in einer Sandkiste spielte, die auch als Katzenklo diente, macht die Ansteckungsgefahr im Alltag greifbar.

Noch dramatischer sind die Folgen einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Für den Hund selbst ist er weniger problematisch, doch für den Menschen kann er tödlich sein. Nimmt ein Mensch die Eier auf, können sich in Leber oder Lunge riesige Zysten bilden, die oft erst nach Jahren entdeckt werden und wie ein Tumor wuchern. Hunde infizieren sich meist, indem sie infizierte Mäuse oder andere Nagetiere fressen. Ein weiterer häufiger Gast ist der Gurkenkernbandwurm, der - wie der Name schon andeutet - durch das Verschlucken von Flöhen übertragen wird. Hatte dein Hund also Flöhe, ist eine anschließende Bandwurmbehandlung unerlässlich.

Unter den Einzellern sind Giardien besonders gefürchtet. Sie verursachen einen typisch schleimigen, extrem übelriechenden Durchfall. Die Ansteckung erfolgt über Zysten, die sich in kontaminiertem Wasser, Futter oder im Kot anderer Tiere befinden. Das Tückische an Giardien ist ihre Hartnäckigkeit: Die Zysten sind in der Umgebung extrem widerstandsfähig und führen oft zu ständigen Neuinfektionen. Eine Behandlung erfordert daher nicht nur Medikamente für den Hund, sondern auch rigorose Hygienemaßnahmen in der gesamten Wohnung.

## Entwurmen: Wie oft, warum und was passiert, wenn man es nicht tut?

Eine der zentralen Fragen, die Conny und Sabine diskutieren, ist die nach der richtigen Entwurmungsstrategie. Viele Hundebesitzer haben Bedenken, ihrem Tier „unnötig Chemie“ zu verabreichen und bevorzugen es, den Kot erst testen zu lassen. Sabine erklärt die Vor- und Nachteile beider Methoden. Eine Kotprobe, die über drei Tage gesammelt wird, kann einen Befall nachweisen. Ein negatives Ergebnis ist jedoch keine Garantie dafür, dass der Hund wurmfrei ist. Würmer scheiden ihre Eier nicht kontinuierlich aus, sodass eine Probe fälschlicherweise negativ ausfallen kann. Man geht also ein Restrisiko ein.

Die regelmäßige Entwurmung, deren Frequenz sich am individuellen Risiko des Hundes orientiert, bietet eine höhere Sicherheit. Sabine räumt mit dem Mythos auf, dass eine Wurmkur den Darm schädigt, wenn gar keine Würmer vorhanden sind. Sie erklärt, dass die Medikamente nur für wenige Tage im Körper wirken, die vorhandenen Würmer abtöten und dann wieder ausgeschieden werden. Sind keine Würmer da, passiert einfach nichts. Es ist also keine Prophylaxe im Sinne eines dauerhaften Schutzes, sondern eine Therapie, die den aktuellen Zustand bereinigt. Der Hund kann sich theoretisch schon zwei Tage später wieder anstecken. Deshalb ist die Regelmäßigkeit so wichtig. Dies ist ein entscheidender Punkt, der oft missverstanden wird: Entwurmen schützt nicht vor einer zukünftigen Infektion, sondern beendet eine bestehende.

## Zecken, Flöhe &amp; Co.: Die äußeren Feinde und ihre Waffen

Bei den Ektoparasiten steht die Zecke unangefochten an der Spitze der Gefahrenliste. Nicht der Blutsauger selbst ist das Problem, sondern die Krankheitserreger, die er überträgt. Conny berichtet von einer Hündin namens Paulinchen, die gleich an zwei durch Zecken übertragenen Krankheiten litt - ein Schicksal, das längst nicht mehr nur Hunde aus dem Ausland trifft. Sabine macht deutlich, dass Krankheiten wie Babesiose (Hundemalaria) oder Anaplasmose mittlerweile auch in Deutschland und Österreich heimisch sind. Die bloße Untersuchung des Hundes nach dem Spaziergang ist zwar eine gute Ergänzung, aber kein ausreichender Schutz. Die winzigen Larven der Zecken, die nur einen halben Millimeter groß sind, übersieht man im dichten Fell leicht.

Neben den Zecken gibt es noch andere Lästlinge wie die Hirschlausfliege, die im Wald vorkommt. Sie landet auf dem Wirt, wirft ihre Flügel ab und beißt zu, was extrem juckende Stellen hinterlässt. Während diese Fliege eher unangenehm als gefährlich ist, spielen Flöhe eine größere Rolle. Sie verursachen nicht nur starken Juckreiz und können Allergien auslösen, sondern übertragen, wie bereits erwähnt, auch den Gurkenkernbandwurm.

## Schutzschild für den Hund: Repellent, Spot-on oder Tablette?

Wie schützt man seinen Hund nun am besten? Sabine stellt die drei gängigsten Methoden vor und erklärt ihre Funktionsweise. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen repellierenden (abwehrenden) und systemischen (innerlich wirkenden) Mitteln zu verstehen.

1. **Halsbänder und Spot-ons (repellierend):** Produkte wie das Seresto-Halsband oder Advantix-Spot-on geben ihre Wirkstoffe über die Haut und den Fettfilm des Fells ab. Sie haben einen sogenannten „Kontaktrepellenz-Effekt“. Das bedeutet, die Zecke muss den Hund berühren, um mit dem Wirkstoff in Kontakt zu kommen. Sie wird dann gelähmt, fällt ab und stirbt - idealerweise, bevor sie zustechen und Krankheiten übertragen kann. Die Hörerinnenfrage, warum trotz Halsband manchmal tote Zecken im Fell stecken, beantwortet Sabine damit, dass kein Schutz zu 100 % wirkt, aber der Saugakt und damit die Krankheitsübertragung in den meisten Fällen verhindert wird. Entscheidend für die Wirksamkeit eines Halsbandes ist der enge Hautkontakt - zwei Finger sollten gerade so zwischen Hals und Band passen.
2. **Tabletten (systemisch):** Diese Präparate wirken von innen. Der Wirkstoff geht ins Blut des Hundes über. Eine Zecke oder ein Floh muss also erst zustechen und Blut saugen, um den Wirkstoff aufzunehmen und daran zu sterben. Tabletten haben keine abwehrende Wirkung. Ihr großer Vorteil ist der sehr schnelle „Speed of Kill“: Die Parasiten sterben so rasch, dass die Übertragung der meisten Krankheitserreger (die oft Stunden dauert) verhindert wird. Für Haushalte mit kleinen Kindern, die engen Körperkontakt zum Hund haben, kann eine Tablette eine gute Alternative sein, da keine Wirkstoffe auf dem Fell sind.

Die Wahl der richtigen Methode ist eine individuelle Entscheidung, die am besten gemeinsam mit dem Tierarzt getroffen wird, basierend auf dem Lebensstil des Hundes, der Familie und den regionalen Gegebenheiten.

## Urlaubs-Spezial: Sandmücken und Herzwürmer gezielt abwehren

Die schönste Zeit des Jahres kann für den Hund zur gefährlichsten werden, wenn man nicht vorbereitet ist. Im Süden und zunehmend auch in anderen Regionen Europas lauern zwei besonders tückische Überträger: die Sandmücke und die Stechmücke. Die winzige Sandmücke überträgt Leishmaniose, eine schwere, oft chronisch verlaufende Krankheit. Stechmücken hingegen können Larven des Herzwurms übertragen, die sich im Herzen und den Lungengefäßen des Hundes zu bis zu 30 cm langen Würmern entwickeln.

Sabine teilt faszinierende, aber auch beunruhigende Fakten: Leishmanien verändern den Körpergeruch des infizierten Hundes so, dass er für Sandmücken noch attraktiver wird. Und die Larven des Herzwurms sind im Blut des Hundes genau zur Dämmerung am aktivsten - exakt dann, wenn auch die Stechmücken ausschwärmen. Ihr wichtigster Tipp für den Urlaub lautet daher: Den Hund während der Dämmerung und am Abend nicht draußen liegen lassen. Ein gemütliches Abendessen im Freien ist für den Hund eine Hochrisiko-Situation. Ein repellierendes Spot-on bietet hier den besten Schutz, da es die Mücken vom Stechen abhält.

## Praktische Schritte für einen rundum geschützten Hund

Aus dem Gespräch mit Sabine lassen sich klare Handlungsempfehlungen ableiten, die dir helfen, deinen Hund sicher durchs Jahr zu bringen:

1. **Mache den Risiko-Check:** Nutze den anonymen [Online-Test von ESCCAP](https://www.esccap.de/entwurmungstest/) (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), um das individuelle Wurm-Risiko deines Hundes zu bestimmen.
2. **Erstelle einen Entwurmungsplan:** Trage dir basierend auf dem Ergebnis feste Termine in den Kalender ein. Ob du dich für die regelmäßige Kur oder die Kotprobe entscheidest - Konsequenz ist der Schlüssel.
3. **Sorge für ganzjährigen Schutz:** Wähle ein passendes Mittel gegen Ektoparasiten wie Zecken und Flöhe und wende es lückenlos an. Zecken sind in milden Wintern oft ganzjährig aktiv.
4. **Bereite deinen Urlaub vor:** Informiere dich rechtzeitig vor der Reise über die spezifischen Parasitenrisiken in deinem Urlaubsland. Die ESCCAP-Website bietet hierfür detaillierte Länderinformationen. Beginne mit der entsprechenden Prophylaxe (z. B. gegen Herzwürmer) schon vor der Abreise.
5. **Passe dein Verhalten im Urlaub an:** Halte deinen Hund in Risikogebieten während der Dämmerung im Haus, um ihn vor Sand- und Stechmücken zu schützen.
6. **Achte auf Hygiene:** Sammle den Kot deines Hundes immer auf, um die Verbreitung von Parasiten zu minimieren. Sei besonders vorsichtig, wenn kleine Kinder im Haushalt leben, und achte auf regelmäßiges Händewaschen nach dem Kontakt mit dem Hund.

 

 

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  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**  

 

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

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