Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Hunde-Handstand

#252 - Handstand, Kotbeuteltyp & Vorbeistreicheln – Real Talk mit Lukas Pratschker

#252 - Handstand, Kotbeuteltyp & Vorbeistreicheln – Real Talk mit Lukas Pratschker

19. Februar 2026 · HUNDESTUNDE

Stell dir vor, du gehst durch deine Wohnung, dein Hund döst friedlich in seinem Körbchen, und im Vorbeigehen streichelst du ihm kurz über den Kopf. Eine liebevolle Geste, oder? Falsch! Du hast gerade eine von hunderten Schreckreaktionen ausgelöst und das Nervensystem deines Hundes in den Alarmmodus versetzt. Zumindest, wenn man den neuesten Skandalen der Hundewelt auf Social Media glaubt. Genau mit solchen Alltagsmythen, aber auch mit handfesten Trainingstipps und sehr persönlichen Einblicken, startet Conny Sporrer in eine neue Realtalk-Folge ihres Podcasts HUNDESTUNDE. An ihrer Seite ist wieder Hundetrainer und Trick-Experte Lukas Pratschker. Gemeinsam nehmen sie kein Blatt vor den Mund und plaudern erfrischend ehrlich über die Freuden und Tücken des Lebens mit Hunden - von der perfekten Technik für den Handstand bis zur Frage, ob deine Hündin dich vielleicht gerade insgeheim für deine Unfähigkeit verurteilt, ein Gurkenglas zu öffnen.

Diese Episode ist für alle, die sich manchmal im Dschungel aus Hundetrainings-Dogmen verloren fühlen und nach einer Prise Humor und gesundem Menschenverstand sehnen. Es geht um die zentrale Frage: Wie finden wir die richtige Balance zwischen präzisem Training, liebevoller Beziehung und den unvermeidlichen Kompromissen des Alltags?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Struktur schlägt Spontaneität beim Tricktraining: Lukas erklärt, wie komplexe Tricks wie der Handstand nicht durch zufälliges Ausprobieren, sondern durch einen kleinschrittigen, logischen Aufbau mit Hilfsmitteln wie Targets erlernt werden. Geduld und ein klares Konzept sind hier der Schlüssel zum Erfolg.
  • Erziehung braucht Beziehung: Ein Hund, der bei einem Trainer wochenlang perfekt funktioniert, kann bei seinem Besitzer wieder in alte Muster verfallen. Das zeigt: Kommandos sind nichts ohne eine vertrauensvolle Bindung und einen konsequenten Umgang im Alltag.
  • Unterschiedliche Erziehungsstile können sich ergänzen: Wenn sich mehrere Personen einen Hund teilen (wie Lukas und sein Vater), können unterschiedliche Herangehensweisen sogar ein Vorteil sein. Während der eine für präzise Signale sorgt, trainiert der andere die Gelassenheit im Café - eine wertvolle Lektion in Sachen Teamwork.
  • Desensibilisierung ist wichtiger als übertriebener Schutz: Die Idee, einen Hund vor jeder unerwarteten Berührung zu schützen, kann nach hinten losgehen. Conny argumentiert, dass es für einen unsicheren Hund wichtig ist, kontrolliert und positiv zu lernen, mit fremden Menschen und Berührungen umzugehen, um Resilienz aufzubauen.
  • Beschäftigung ist die Basis für alles: Die vielleicht wichtigste Botschaft der Folge. Gemeinsame Aktivitäten, sei es Tricktraining, Dummyarbeit oder einfach nur ein bewusster Spaziergang, stärken nicht nur die Bindung, sondern sind die Grundlage für einen ausgeglichenen und kooperativen Hund. Sie schaffen die Freiheit, die wir uns alle für unsere Vierbeiner wünschen.

Von Handständen und Rücken-Sprüngen: Einblicke in die Trickkiste

Die Episode startet mit einem Thema, das viele Hundebesitzer fasziniert: anspruchsvolle Tricks. Conny hat sich an der Handstand-Challenge versucht, bei der ein Hund rückwärts einen Baum hochläuft. Ihre bisherigen Versuche waren eher mäßig erfolgreich, was Lukas zu einem wichtigen Tipp veranlasst: Bei solchen Übungen ist die Position der Belohnung entscheidend. Anstatt den Hund mit dem Leckerli nach oben zu locken und so den Kopf in den Nacken zu zwingen, sollte die Belohnung unten gegeben werden, um einen geraden Rücken zu fördern.

Lukas verrät daraufhin seine eigene Methode, die überraschenderweise gar nicht primär auf dem Rückwärtsgehen basiert. Er nutzt ein niedriges, flaches Target (z. B. eine zugeschnittene Waschmaschinenmatte), über das der Hund zunächst vorwärts läuft, sodass nur die Hinterpfoten darauf stehen bleiben. Diese "Two-on-two-off"-Position wird intensiv belohnt. Schritt für Schritt wird das Target dann erhöht - zum Beispiel, indem man es auf einen Bücherstapel oder ein an die Wand gelehntes Brett legt. So lernt der Hund, die Hinterbeine immer höher zu positionieren, bis er schließlich an einer vertikalen Fläche wie einem Baum oder einer Wand steht. Das Rückwärtsgehen entwickelt sich dabei fast von selbst, als logische Konsequenz, um auf das Target zu gelangen.

Auch ein anderer spektakulärer Trick, der "Back Stall" - das Springen auf den Rücken des Menschen -, wird thematisiert. Lukas beschreibt humorvoll seine Trainingsversuche, bei denen er anfangs einen kleinen Tisch als Zwischenschritt nutzt, um den Hunden die Zielplattform beizubringen. Hier zeigt sich, wie viel Kreativität und Geduld hinter solchen Tricks stecken, die auf Instagram oft so mühelos aussehen.

Montessori vs. Präzision: Wenn zwei Erziehungsstile aufeinandertreffen

Ein besonders ehrlicher und nachvollziehbarer Teil des Gesprächs dreht sich um die Hundehaltung im Familienverbund. Conny fragt Lukas, wie er damit umgeht, dass er sich die Hunde mit seinem Vater teilt, der einen gänzlich anderen Erziehungsstil pflegt. Lukas gibt lachend zu, dass ihn der Montessori-Stil seines Vaters manchmal zur Verzweiflung treibt. Sein Vater verwechselt Kommandos wie Sitz und Platz und untergräbt so die präzise Signalgebung, die Lukas für seine Auftritte und das Training benötigt.

Doch dann kommt die überraschende Wendung: Dieser lockere Umgang hat auch immense Vorteile. Sein Vater übernimmt den Teil der Sozialisierung, der bei Lukas oft zu kurz kommt. Er nimmt die Hunde mit ins Café, trifft Freunde im Park und bringt ihnen bei, in alltäglichen Situationen entspannt abzuschalten. Conny und Lukas sind sich einig, dass diese Mischung am Ende eine perfekte Symbiose ergibt: Der eine sorgt für die "Weltläufigkeit", der andere für die sportliche Präzision. Es ist ein wunderbares Plädoyer dafür, dass es nicht den einen, perfekten Weg gibt und dass auch unkonventionelle Methoden zum Ziel führen können, solange die Basis stimmt.

Passend dazu teilt Conny eine Anekdote von einem Hund, den sie für mehrere Wochen zur Betreuung hatte. Der Hund war anfangs völlig unerzogen, lernte bei ihr aber in kürzester Zeit einen zuverlässigen Rückruf und gutes Sozialverhalten. Zurück bei seiner Besitzerin, waren all diese Fortschritte nach wenigen Wochen wieder verschwunden. Ihre Schlussfolgerung ist ein zentraler Satz der Episode: Erziehung braucht eben auch Beziehung. Ohne die tägliche Interaktion und die Bindung zum Menschen ist das beste Training nicht nachhaltig.

Der "Vorbeistreicheln"-Skandal: Zwischen Einverständnis und Alltagsstress

Conny bringt ein Thema auf, das sie auf Social Media entdeckt hat: das sogenannte Vorbeistreicheln. Eine Verhaltensexpertin warnt davor, Hunde im Vorbeigehen ohne Vorwarnung zu berühren, da dies permanenten Stress auslöse. Diese Idee führt zu einer differenzierten Diskussion. Lukas gibt zu, dass er bei seinem Hund Bowie tatsächlich ein Anfragewort etabliert hat ("Schmusi?"), um Berührungen anzukündigen. Er tut dies, um ein Erschrecken zu vermeiden, sieht aber in der Gesamtbeziehung zum Hund keinen fundamentalen Unterschied zu seinen früheren Hunden, bei denen er das nicht praktiziert hat.

Er wirft einen wichtigen Punkt auf: Wenn man einen Hund komplett vor unerwarteten Berührungen schützt, wie soll er dann mit der Realität umgehen, in der fremde Menschen oder Kinder ihn unangekündigt anfassen? Eine übertriebene Abschirmung könnte die Sensibilität sogar erhöhen und zu Abwehrreaktionen führen. Conny pflichtet ihm bei und erzählt, wie sie bei ihrer unsicheren Hündin Semmel bewusst kontrollierte Kontakte mit Fremden zulässt. Sie schafft dabei einen sicheren Rahmen, indem sie körperlich präsent ist, gibt ihrer Hündin aber die Chance zu lernen, dass fremde Menschen kein Mysterium sind. Es ist ein Plädoyer für einen pragmatischen Mittelweg: den Hund lesen und schützen, ihn aber gleichzeitig für die reale Welt wappnen.

Von pinkelnden Elefanten und urteilenden Hündinnen

Wie immer streuen Conny und Lukas faszinierende wissenschaftliche Fakten und Studien ein, die zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Eine Schätzfrage sorgt für Erheiterung: Wie lange dauert die Blasenentleerung bei Säugetieren - von der Wühlmaus bis zum Elefanten? Die verblüffende Antwort: im Durchschnitt 21 Sekunden. Diese Information ist nicht nur kurios, sondern auch praktisch, da sie hilft, das tatsächliche Sich-Lösen (länger) vom reinen Markieren (meist nur 1 - 3 Sekunden) zu unterscheiden.

Noch spannender ist eine Studie der Universität Kyoto, die besagt, dass Hündinnen die Kompetenz von Menschen beurteilen, Rüden hingegen nicht. In Experimenten zeigten Hündinnen eine klare Präferenz für Menschen, die eine Aufgabe (wie das Öffnen eines Futterbehälters) erfolgreich meisterten. Lukas scherzt, dies könnte der unbewusste Grund sein, warum er sich immer für Rüden entscheidet - er möchte schlicht nicht von seinem Hund beurteilt werden. Diese Diskussion mündet in eine unterhaltsame Reflexion über Geschlechterunterschiede und die subtile Beobachtungsgabe unserer Hunde.

Praktische Anleitung: So klappt der Handstand bei deinem Hund

Du möchtest dich selbst an einem coolen Trick wie dem Handstand versuchen? Lukas' Methode bietet einen klaren und hundefreundlichen Weg dorthin. Hier sind die Schritte zusammengefasst:

  1. Das richtige Target wählen: Beginne mit einem flachen, aber klar erkennbaren Gegenstand, der groß genug für die Hinterpfoten deines Hundes ist. Eine zugeschnittene Gummimatte oder ein dickes Buch eignen sich gut.
  2. Die "Two-on-two-off"-Position: Lass deinen Hund geradeaus über das Target laufen, sodass die Vorderpfoten auf dem Boden und die Hinterpfoten auf dem Target landen. Belohne genau diese Position ausgiebig. Wiederhole das viele Male.
  3. Winkel verändern: Lass deinen Hund nun aus leicht seitlichen Winkeln auf das Target zulaufen. Manche Hunde werden nun beginnen, rückwärts oder seitlich auf das Target zu steigen, um schneller in die belohnte Position zu kommen. Das ist genau das, was du erreichen willst!
  4. Die Höhe steigern: Wenn die Position sicher sitzt, beginne, das Target schrittweise zu erhöhen. Lege es auf einen Stapel Bücher oder nutze ein Brett, das du immer steiler an eine Wand lehnst. Dein Hund lernt so, die Hinterbeine immer höher zu heben.
  5. Der letzte Schritt zur Wand: Irgendwann ist der Winkel so steil, dass dein Hund die Pfoten nicht mehr auf das Target stellen kann, sondern an der Wand entlangläuft. Herzlichen Glückwunsch, dein Hund macht einen Handstand!

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

In dieser Episode diskutieren Conny und Lukas verschiedene Aspekte des Hundetrainings, einschließlich der Handstand-Challenge, Rückwärtsgehen und unterschiedliche Erziehungsstile. Sie teilen persönliche Erfahrungen und Tipps, um das Training zu verbessern und die Beziehung zu Hunden zu stärken. Zudem wird das Thema Assistenzhunde und deren Herausforderungen angesprochen.
 
 
Links zur Folge

Lukas Website: https://www.school-of-dog.at/
Lukas Instagram: https://www.instagram.com/lukasandfalco/

 
https://www.hundebuchshop.com/Hund-Nase-Mensch-Alexandra-Horowitz.htm


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Dieser Podcast wurde bearbeitet von:
Denise Berger https://www.movecut.at