Zahnpflege beim Hund mit Dr. Matthias Eberspächer-Schweda

Sommer-Highlight: Zahnpflege beim Hund mit Dr. Matthias Eberspächer-Schweda

Sommer-Highlight: Zahnpflege beim Hund mit Dr. Matthias Eberspächer-Schweda

27. August 2026 · HUNDESTUNDE

Die Zahnpflege beim Hund ist ein oft unterschätztes Thema, dabei ist sie entscheidend für ein langes und gesundes Leben. Dr. Matthias Eberspächer-Schweda, ein Spezialist für Tierzahnheilkunde, erklärt, warum Du die Zahngesundheit Deines Hundes ernst nehmen solltest. Inspiriert von einem seiner aufrüttelnden Vorträge, widmen die Hosts Conny Sporrer und Marc Eichstedt vom Podcast HUNDESTUNDE diesem wichtigen Thema eine ganze Folge. Gemeinsam mit ihrem Gast räumen sie mit Mythen auf, geben praktische Alltagstipps und beleuchten die weitreichenden Folgen, die eine vernachlässigte Maulhygiene haben kann. Diese Zusammenfassung bereitet die Kernaussagen auf und zeigt Dir, wie Du die Zähne Deines Hundes effektiv pflegst und ihn so vor Schmerzen und schweren Krankheiten bewahrst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Tägliches Zähneputzen ist der Goldstandard der Zahnpflege und die effektivste Methode, um Zahnbelag zu entfernen und Krankheiten vorzubeugen. Alles, was seltener als jeden zweiten Tag stattfindet, ist laut Studien nahezu wirkungslos.
  • Menschliche Zahnpasta ist für Hunde giftig. Insbesondere der Zuckeraustauschstoff Xylit (Birkenzucker) kann zu schwerem Leberversagen führen. Nutze ausschließlich spezielle Hundezahnpasta, die primär der Akzeptanz dient.
  • Parodontitis ist die häufigste Erkrankung bei Hunden. Da Hunde Schmerzen instinktiv verbergen, bleibt sie oft lange unentdeckt und kann zu schweren Schäden an Herz, Leber und Nieren führen.
  • Zahnstein selbst ist ein mineralisiertes, inaktives Material. Das eigentliche Problem ist der darauf anhaftende Zahnbelag - ein Biofilm aus Bakterien, der Entzündungen am Zahnfleisch (Gingivitis) verursacht.
  • Harte Kauartikel wie Geweihe, Kauwurzeln oder sehr harte Knochen sind gefährlich. Das Gebiss eines Hundes ist zum Schneiden, nicht zum Zermahlen gemacht, weshalb Zähne leicht brechen können.
  • Eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose ist ein wichtiger medizinischer Eingriff, um den Zustand aller 42 Zähne zu beurteilen, Zahnstein gründlich zu entfernen und die Zahnoberflächen zu polieren.

Die unterschätzte Gefahr im Hundemaul: Warum Zahnpflege so entscheidend ist

Was viele nicht wissen: Die Zahngesundheit hat einen direkten Einfluss auf den gesamten Organismus des Hundes. Dr. Matthias Eberspächer-Schweda erklärt, dass Parodontitis, eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, die häufigste Krankheit bei Hunden über drei Jahren ist. Hunde sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen, da es im Rudel als Schwäche gilt. Anzeichen wie verminderte Spielfreude, langsamer werdende Bewegungen oder Reizbarkeit werden von Besitzern oft fälschlicherweise als normale Alterserscheinungen abgetan. Dahinter stecken aber häufig chronische Schmerzen im Maul.

Die eigentliche Gefahr lauert jedoch tiefer. Die Bakterien aus dem entzündeten Maul gelangen über den Blutkreislauf in den ganzen Körper. Matthias verweist auf Studien, die nachweisen, dass diese spezifischen Keime aus der Maulhöhle zu Organschäden führen können. Besonders Herz, Leber und Nieren sind betroffen. Eine chronische Entzündung im Maul kann so langfristig die Lebenserwartung des Hundes verkürzen. Die Parallele zum Menschen ist erschreckend: Auch in der Humanmedizin ist bekannt, dass eine schlechte Mundhygiene das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Komplikationen bei Gelenkprothesen erhöht.

Was ist der Unterschied zwischen Zahnstein und Zahnbelag?

Im Gespräch stellt Matthias klar, dass Zahnstein und Zahnbelag oft verwechselt werden, obwohl sie grundverschieden sind. Der unsichtbare Feind ist der Zahnbelag (Plaque), ein klebriger Biofilm aus Milliarden von Bakterien. Dieser Belag ist es, der die Immunreaktion des Körpers auslöst und zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) führt. Wird dieser Belag nicht regelmäßig mechanisch entfernt, mineralisiert er durch Kalzium aus dem Speichel und wird zu hartem Zahnstein.

Zahnstein selbst ist, wie Matthias erläutert, ein inertes Material, also an sich nicht schädlich. Seine raue Oberfläche bietet jedoch idealen Nährboden für neuen Zahnbelag, der sich dort leicht anheften kann. Außerdem drückt der Zahnstein mechanisch auf das Zahnfleisch und verschlimmert die Entzündung. Vom eigenhändigen Abkratzen des Zahnsteins mit Metallinstrumenten rät der Experte dringend ab. Dabei kann der empfindliche Zahnschmelz beschädigt werden, was die Neubildung von Belag sogar beschleunigt. Eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt umfasst daher nicht nur die Entfernung des Zahnsteins, sondern auch das anschließende Polieren der Zähne, um die Oberfläche zu glätten.

Mythen und Fakten: Was bei Futter und Kauartikeln wirklich hilft

Rund um Futter und Kauartikel kursieren viele Halbwahrheiten. Matthias betont, dass Trockenfutter tendenziell besser für die Zähne ist als Nassfutter, da der mechanische Abrieb beim Kauen hilft, die Zähne zu reinigen. Dies funktioniert aber nur, wenn der Hund auch wirklich kaut und nicht nur schlingt. Bei der Rohfütterung (BARF) gilt Ähnliches: Der zahnreinigende Effekt entsteht nur, wenn der Hund auf großen Stücken Fleisch oder Gemüse kaut. Püriertes Futter verliert diesen Vorteil.

Zahnpflege-Sticks, wie die bekannten Dentastix, können laut Matthias eine unterstützende Wirkung haben. Sie enthalten Stoffe, die Kalzium im Speichel binden und so die Mineralisierung von Zahnbelag zu Zahnstein verlangsamen. Er macht jedoch unmissverständlich klar, dass diese Produkte kein Ersatz für das Zähneputzen sind. Die oft zitierte Studie, die eine Reduktion der Zahnsteinbildung um 80 Prozent belegt, wurde in Kombination mit regelmäßigem Zähneputzen durchgeführt - ein Detail, das die Hersteller gerne verschweigen.

Eine deutliche Warnung spricht Matthias bei sehr harten Kauartikeln aus. Geweihe, harte Knochen, Kauwurzeln oder Hartplastikspielzeug sind eine häufige Ursache für Zahnfrakturen. Das Gebiss eines Hundes ist mit seinen spitzen, scherenartigen Zähnen auf das Reißen von Fleisch ausgelegt, nicht auf das Zermahlen harter Materialien. Eine einfache Faustregel lautet: Was für Deine eigenen Zähne zu hart wäre, ist auch für Deinen Hund ungeeignet.

Zähneputzen beim Hund: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die gute Nachricht ist: Du kannst die Zahngesundheit deines Hundes aktiv in die Hand nehmen. Das Zähneputzen ist die wirksamste Methode und lässt sich mit etwas Geduld in den Alltag integrieren. Conny und Matthias geben im Gespräch wertvolle Tipps für den Einstieg.

  1. Die richtige Ausrüstung wählen: Du benötigst eine Zahnbürste mit weichen Borsten (eine Kinderzahnbürste eignet sich gut für den Anfang) und eine spezielle Hundezahnpasta. Die Zahnpasta dient vor allem dem Geschmack und der Akzeptanz. Wähle eine Sorte, die Dein Hund mag, zum Beispiel mit Leber- oder Geflügelgeschmack.
  2. Positiv und ohne Zwang starten: Mache das Zähneputzen zu einem entspannten Ritual. Lass Deinen Hund zunächst die Zahnpasta von Deinem Finger oder direkt von der Bürste schlecken. Verbinde die Utensilien mit etwas Angenehmem und erzwinge nichts.
  3. Sanft an die Zähne gewöhnen: Beginne damit, nur die Lefze Deines Hundes anzuheben und sanft mit dem Finger oder der Bürste die Außenseiten der hinteren Backenzähne zu berühren. Lobe ihn ausgiebig für jeden kleinen Schritt. Ein Öffnen des Fangs ist anfangs nicht nötig und löst bei vielen Hunden Stress aus.
  4. Langsam steigern und auf die wichtigen Zonen konzentrieren: Erweitere den Radius langsam auf alle äußeren Zahnflächen. Die Innenseiten der Zähne sind weniger anfällig für Zahnstein, da sie durch die Zunge und den Speichelfluss besser gereinigt werden. Besonders wichtig sind die Außenseiten der Oberkiefer-Backenzähne (Reißzähne), da sich dort am häufigsten Zahnstein bildet.
  5. Die tägliche Routine etablieren: Nur tägliches Putzen entfernt den Zahnbelag effektiv, bevor er mineralisieren kann. Finde einen festen Zeitpunkt am Tag, an dem Du und Dein Hund entspannt seid, und integriere die Zahnpflege in eure Routine.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Eine echte Highlight-Folge rund um das Thema Zahnpflege beim Hund!

Conny erzählt, wie diese Episode durch einen Vortrag auf einem Hundetrainerkongress entstanden ist – und warum sie sie bis heute nachhaltig beeindruckt hat. Gemeinsam mit Tierärzt geht es um die enorme Bedeutung der Zahngesundheit, praktische Tipps für den Alltag und viele Aha-Momente aus der tiermedizinischen Praxis.

Eine Folge, die bei vielen Hörer großen Anklang gefunden hat und bis heute zum Nachmachen inspiriert.

Links zur Folge

Ike: https://pfotenherz-tierschutz.com/hunde/ike/


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Dieser Podcast wurde bearbeitet von:
Denise Berger https://www.movecut.at


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