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# Hundefutter-Beratung: Was eine Fachtierärztin anders macht als ein Ernährungsberater

 



            **Podcast:** 

   [Der Tierarzt-Podcast zur Ernährung von Hunden und Katzen - napfcheck](/podcast/napfcheck) 

              **Erscheinungsdatum:** 

   15. Mai 2026 

            **Länge:** 

   01:03:59 

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://napfcheck.podigee.io/30-professionelle-ernaehrungsberatung-hund-katze) 

 

 

 

 





 ![Folge 30: Tierernährung verstehen – Einblicke in die professionelle Ernährungsberatung für Hund und Katze](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2025-09/c31793dc-ace6-40d5-a160-8fe874141288.jpg.webp?itok=R3ZvuS5x) 

###   Folge 30: Tierernährung verstehen – Einblicke in die professionelle Ernährungsberatung für Hund und Katze  

   15. Mai 2026 · [Der Tierarzt-Podcast zur Ernährung von Hunden und Katzen - napfcheck](/podcast/napfcheck)

  

 

 





 

Stell dir vor, du stehst im Tierfachhandel. Vor dir erstreckt sich eine schier endlose Wand aus Hundefutter - Trocken, Nass, BARF, getreidefrei, mit Superfoods. Ein Mitarbeiter eilt herbei und warnt dich eindringlich vor den "Gefahren" von Getreide und Zucker. Verunsichert fragst du dich: Was ist wirklich das Beste für mein Tier? Genau diese Überforderung und die Flut an Mythen und Halbwahrheiten sind der Ausgangspunkt der [napfcheck](https://www.petcaster.de/podcast/napfcheck)-Podcast-Episode, in der die Fachtierärztin für Tierernährung, Dr. Julia Fritz, und die Fachjournalistin Manuela Bauer, einen ehrlichen und tiefen Einblick in die Welt der professionellen Ernährungsberatung geben. Sie beleuchten, was eine wissenschaftlich fundierte Beratung von gut gemeinten Ratschlägen unterscheidet und warum die richtige Ernährung weit mehr als nur Geschmackssache ist.

### Das Wichtigste auf einen Blick

- Eine fachtierärztliche Ernährungsberatung ist ein hochindividueller, datengestützter Prozess. Er beginnt mit einem detaillierten Fragebogen und stützt sich auf Laborwerte, Befunde und eine präzise Bedarfsberechnung mithilfe spezieller Software, nicht auf pauschale Empfehlungen.
- Die Qualifikation macht den Unterschied. Während der Titel "Ernährungsberater" nicht geschützt ist und von einem Wochenendkurs bis zu mehrmonatigen Ausbildungen alles bedeuten kann, durchläuft eine Fachtierärztin wie Julia eine jahrelange, intensive Ausbildung, die Tiermedizinstudium, klinische Erfahrung und mehrere anspruchsvolle Prüfungen umfasst.
- Viele weitverbreitete Fütterungsregeln sind Mythen ohne wissenschaftliche Grundlage. Julia stellt klar, dass beispielsweise die Kombination von Trockenfutter und BARF (Teil-BARFen) bei guter Verträglichkeit unproblematisch ist - die angebliche Gefahr durch unterschiedliche Verdauungszeiten ist ein Ammenmärchen.
- Die Finanzierung von Forschung durch Futtermittelhersteller ist kein Beweis für eine Industrie-Verschwörung. Julia erklärt, dass Forschung teuer ist und solche Kooperationen oft essenzielles Wissen generieren. Wissenschaftliche Studien unterliegen zudem strengen, unabhängigen Kontrollen, die eine reine Gefälligkeitsforschung verhindern.
- Selbstgemachte Rationen (BARF oder gekocht) bergen ohne Fachwissen erhebliche Risiken. Langfristige Mängel, etwa an Kalzium oder Jod, sind äußerlich oft lange nicht sichtbar, können aber zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Knochenproblemen führen.

## Ein Blick hinter die Kulissen: So läuft eine fachtierärztliche Ernährungsberatung ab

Wenn du eine Beratung bei Julia buchst, kommst du in der Regel nicht persönlich in die Praxis. Wie sie erklärt, ist die Tierernährungsberatung schon lange vor der Pandemie eine fernmündliche Tätigkeit gewesen, die heute als Telemedizin bezeichnet würde. Dieser Ansatz hat einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Anstatt in einem vollen Wartezimmer unter Druck zu stehen, können sich Julia und ihre Kolleginnen intensiv mit jedem Fall beschäftigen. Der Prozess ist klar strukturiert: Am Anfang steht ein dreiseitiger Fragebogen. Hier werden nicht nur Basisdaten wie Alter, Gewicht und Rasse erfasst, sondern auch die Krankengeschichte, bisherige Fütterungsmengen und -gewohnheiten sowie deine persönlichen Wünsche als Halter:in. Julia betont, wie entscheidend genaue Mengenangaben sind, denn Tierernährung ist für sie ein „Fach der Zahlen“.

Auf Basis dieser Informationen und eventuell vorliegender tierärztlicher Befunde bereitet sie sich auf das eigentliche Beratungsgespräch vor. Dafür nutzt sie eine selbst entwickelte Software. Dieses Programm ist ihr wichtigstes Werkzeug, um den individuellen Nährstoffbedarf des Tieres exakt zu berechnen und die bestehende Ration zu überprüfen. Das anschließende Telefongespräch dauert meist 30 bis 45 Minuten. In dieser Zeit geht es darum, ein ganzheitliches Bild zu bekommen: Was sind die Ziele? Soll es Fertigfutter, eine Kochration oder BARF sein? Wie sieht der Alltag aus? Julia betont ihre Neutralität gegenüber Fütterungsformen und Herstellern. Ihr Ziel ist es, dich so aufzuklären, dass du die beste, für dich und dein Tier passende Entscheidung treffen kannst. Das Ergebnis ist keine pauschale Empfehlung, sondern ein maßgeschneiderter Futterplan oder eine angepasste Fütterungsstrategie, die bei Bedarf - etwa bei Wachstum, Krankheit oder Gewichtsveränderung - immer wieder neu justiert wird.

## Fachtierärztin vs. Ernährungsberater: Ein entscheidender Unterschied in der Qualifikation

Manuela spricht einen wunden Punkt an: den Wildwuchs an Ernährungsberatern. Der Begriff ist nicht geschützt, was zu einer enormen Spannbreite an Qualifikationen führt. Julia verdeutlicht den Unterschied anhand ihres eigenen Werdegangs. Die Basis bildet ein sechsjähriges Tiermedizinstudium, in dem Tierernährung bereits ein prüfungsrelevantes Fach ist. Darauf aufbauend absolvierte sie eine mehrjährige Weiterbildung zur Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik - ein Titel, der durch die Tierärztekammer nach strengen Kriterien (Fallzahlen, Fortbildungen, Publikationen und eine umfassende Prüfung) vergeben wird. Die höchste Stufe ist der europäische Fachtitel "Diplomate", eine international anerkannte Qualifikation, die nur wenige Dutzend Expert:innen in Europa besitzen und die einen starken Fokus auf wissenschaftliche Forschung legt.

Dem gegenüber stehen, wie Manuela recherchiert hat, Ausbildungen zum Hundeernährungsberater, die teilweise nur 64 Unterrichtsstunden umfassen und online absolviert werden. Dieser Kontrast ist für dich als Tierhalter:in von entscheidender Bedeutung. Während eine Fachtierärztin auf ein tiefes medizinisches Verständnis von Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre zurückgreifen kann, fehlt dieses Fundament bei vielen Beratern ohne tiermedizinischen Hintergrund. Besonders kritisch wird es, so Julia, wenn kranke oder multimorbide Tiere von Laien behandelt werden. Sie berichtet von Fällen, in denen fehlerhafte Rationen die Gesundheit der Tiere gefährdeten. Ihre Wut richtet sich dabei nicht gegen engagierte Berater, sondern gegen das selbstbewusste Überschreiten von Kompetenzgrenzen, das zulasten der Tiere geht.

## Mythen im Faktencheck: Von Teil-BARF bis zur Verdauungsdauer

Eine Hörerin, selbst Hundeernährungsberaterin, möchte von Julia wissen, wie sie zum Teil-BARFen steht, also der Kombination von roher Fütterung mit Fertigfutter. Sie selbst würde dies nie mit Trockenfutter kombinieren. Julia nutzt diese Frage, um mit einem hartnäckigen Mythos aufzuräumen. Die Behauptung, man dürfe Rohfutter und Trockenfutter nicht mischen, weil sie unterschiedliche Verdauungszeiten hätten, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sie vergleicht es humorvoll mit einer menschlichen Mahlzeit: Niemand würde bezweifeln, dass man Schweinebraten, Knödel und Krautsalat gleichzeitig essen kann, obwohl die Komponenten völlig unterschiedlich sind. Unsere Verdauungsorgane - und die unserer Hunde - sind dafür gemacht, mit komplexen Mahlzeiten umzugehen. Ob man morgens Trockenfutter und abends BARF gibt oder beides in einer Mahlzeit mischt, ist reine Geschmackssache und eine Frage der Verträglichkeit des einzelnen Tieres.

Dieser Punkt ist exemplarisch für Julias Herangehensweise: Sie entlarvt Pseudowissenschaft und ersetzt sie durch physiologische Fakten. Das Problem, so analysiert sie, ist die schiere Menge an Fehlinformationen, die im Internet und sogar in Büchern kursieren. Viele Halter:innen und auch manche Berater:innen übernehmen diese Mythen ungeprüft, weil sie plausibel klingen. Julias Appell ist klar: Nur weil etwas oft wiederholt wird, ist es noch lange nicht wahr.

## Die Industrie-Verschwörung: Was steckt hinter dem Sponsoring von Kongressen?

Eine weitere Hörerin äußert ein "Geschmäckle" bei dem Gedanken, dass Futtermittelhersteller tiermedizinische Kongresse oder sogar ganze Lehrstühle an Universitäten sponsern. Sie befürchtet, dass Tierärzt:innen dadurch in ihrer Unabhängigkeit beeinflusst werden. Julia kennt diesen Vorwurf gut - vom angeblich gesponserten Pool im Garten bis zur Unterstellung, sie würde nur bestimmte Marken empfehlen, um Provisionen zu kassieren. Sie erklärt die Zusammenhänge differenziert: Forschung, insbesondere im Bereich der Diätfuttermittel, ist extrem teuer. Ohne die finanzielle Unterstützung von Unternehmen, die ein Interesse an der wissenschaftlichen Validierung ihrer Produkte haben, gäbe es viele wichtige Erkenntnisse in der Tierernährung nicht. Sie betont, dass solche Forschungsprojekte - etwa Doktorarbeiten - von unabhängigen Gremien begutachtet werden. Die Vorstellung, ein Tierarzt würde aufgrund eines gesponserten Kongresses für den Rest seines Lebens eine bestimmte Futtermarke empfehlen, sei naiv und weit von der Realität entfernt. Vielmehr ist es ein System von Partnerschaften, das, wenn es transparent gehandhabt wird, allen zugutekommt - der Wissenschaft, den Herstellern und letztlich auch den Tieren.

## Umgang mit Verkaufsdruck und Fehlinformationen im Fachhandel

Eine Hörerin beschreibt frustriert ihre Erlebnisse in einem Futterfachgeschäft, wo sie regelmäßig mit gezielten Falschinformationen konfrontiert wird (z. B. dass Getreide Diabetes verursache) und ihr teures Futter aufgedrängt wird. Julia kann diesen Ärger gut nachvollziehen, da sie ähnliche Geschichten von ihren Klient:innen hört. Das Problem liegt oft in einer Mischung aus mangelnder Ausbildung der Verkäufer:innen, der Verbreitung von Marketing-Mythen und dem Schüren von Ängsten. Wenn Angst erzeugt wird, so Julia, schaltet der Verstand oft ab. Viele Halter:innen sind dann verunsichert und empfänglich für einfache, aber falsche Heilsversprechen. Ihr Rat ist, kritisch zu bleiben und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Eine gute Beratung erkennt man daran, dass sie aufklärt, statt Angst zu machen, und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt, statt pauschale Urteile zu fällen.

## Praktische Schritte: Worauf Du bei der Wahl einer Beratung achten solltest

Wie findest du also die richtige Unterstützung im Futterdschungel? Aus dem Gespräch mit Julia und Manuela lassen sich konkrete Kriterien ableiten:

1. **Prüfe die Qualifikationen:** Handelt es sich um eine:n Tierärzt:in, idealerweise mit einer Zusatzbezeichnung oder dem Titel Fachtierarzt/Fachtierärztin für Tierernährung? Frage gezielt nach dem Ausbildungshintergrund. Bei kranken Tieren sollte die Wahl immer auf eine fachtierärztliche Beratung fallen.
2. **Achte auf Neutralität:** Wird eine bestimmte Fütterungsmethode (z. B. BARF) als einzig wahre Lösung propagiert oder werden verschiedene Optionen offen diskutiert? Eine professionelle Beratung ist frei von Ideologien und orientiert sich an deinen Wünschen und den Bedürfnissen deines Tieres.
3. **Erwarte Individualität:** Eine gute Beratung basiert nicht auf Standardplänen, sondern auf einer detaillierten Analyse deines Tieres. Werden die Krankengeschichte, deine Lebensumstände und die Vorlieben deines Tieres berücksichtigt?
4. **Sei skeptisch bei Angstmache:** Warnungen vor giftigem Getreide, schädlichen Zusatzstoffen oder anderen pauschalen Verteufelungen sind oft ein Zeichen für mangelnde Fachkenntnis. Eine seriöse Beratung arbeitet mit Fakten, nicht mit Furcht.
5. **Fordere Transparenz:** Der Ablauf der Beratung sollte klar sein. Du solltest verstehen, wie die Empfehlungen zustande kommen und auf welcher wissenschaftlichen Grundlage sie basieren.

 

 

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                    Petcaster 

 

 

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**  

 

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

 

 

 

 

     

##  Themen 

 

 

 

 - [  Gesundheit und Langlebigkeit  ](/podcasts/themen/gesundheit-und-langlebigkeit)
 
  

 

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

 

 

         ## Shownotes

  Wann sie sinnvoll ist, was sie bringt und wie sie abläuft

- Die Anfänge der wissenschaftlichen Tierernährung.
- Die Beziehung zwischen Mensch und Tier im Wandel der Zeit.
- Wie im Laufe der Jahre viele Mythen rund um die Tierernährung entstanden sind – und warum sie sich bis heute hartnäckig halten.
- Was Kunden bei einer Ernährungsberatung in der Praxis erwartet.
- Wie eine Ernährungsberatung abläuft.
- Wie finde ich das richtige Futter für meinen Hund?
- „Zurück zur Natur“ – wie sinnvoll ist dieser Ansatz wirklich?
- Warum es früher beim Barfen häufig zu Mangelerscheinungen kam.
- Wie Teil-Barfen richtig umgesetzt werden kann und was man dahinter versteht.
- Was ist Koch-Barf?
- Darf man Nass- und Trockenfutter miteinander kombinieren?
- Wird in der Ernährungsberatung immer Barf empfohlen?
- Wie häufig nehmen Kunden eine Ernährungsberatung in Anspruch?
- Welchen Einfluss haben Futtermittelindustrie, Wissenschaft und Tierärzte aufeinander?
- Woran erkennt man eine qualifizierte Ernährungsberatung im Zoofachhandel?
- Welche Ausbildung absolviert ein Fachtierarzt für Tierernährung und Diätetik?
- Was unterscheidet die Ausbildung eines Fachtierarztes von der eines Ernährungsberaters?