Können Blaubeeren das Leben deines Hundes verlängern? Der Superfood-Check

Folge 27: Superfoods für Hund und Katze

Folge 27: Superfoods für Hund und Katze

13. Februar 2026 · Der Tierarzt-Podcast zur Ernährung von Hunden und Katzen - napfcheck

Stell dir vor, du stehst in der Küche und bereitest dein Frühstück vor. Ein paar Blaubeeren für dein Müsli, ein Löffel Leinsamen in den Joghurt - lauter kleine Helfer, die dich fit halten sollen. Und dann schaut dich dein Hund mit diesen großen, treuen Augen an. Wäre es nicht fantastisch, wenn du ihm mit denselben kleinen Nährstoffbomben etwas Gutes tun könntest? Aber was für uns gesund ist, muss nicht automatisch für unsere Vierbeiner gut sein. Genau dieser Frage widmen sich die Tierärztin Dr. Julia Fritz und die Fachjournalistin Manuela Bauer in der neuesten Episode ihres Podcasts napfcheck.

Gemeinsam tauchen die beiden tief in die Welt der Superfoods für Hunde und Katzen ein. Sie klären, welche Lebensmittel diesen Titel wirklich verdienen, welche nur ein Marketing-Gag sind und von welchen du lieber die Finger lassen solltest. Diese Episode ist ein unverzichtbarer Leitfaden für alle Tierbesitzer, die die Ernährung ihres Lieblings optimieren möchten, ohne dabei in die Fallen von Mythen und gefährlichem Halbwissen zu tappen. Es geht darum, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu verstehen, wie man die Kraft der Natur gezielt und sicher einsetzen kann.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was Superfoods ausmacht: Es geht nicht um exotische Herkunft, sondern um eine außergewöhnlich hohe Dichte an wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und vor allem Antioxidantien, die Zellen schützen und Entzündungen hemmen können.
  • Die wahren Helden im Napf: Laut Julia sind Omega-3-Fettsäuren (aus Fisch- oder Algenöl) und hochwertige Ballaststoffe die wirkungsvollsten Ergänzungen. Sie unterstützen nachweislich Gelenke, Gehirn, Haut und die Darmgesundheit.
  • Vorsicht, giftig! Nicht alles, was für Menschen gesund ist, ist für Tiere sicher. Insbesondere Knoblauch, Zwiebeln und Lauch sind für Hunde und Katzen tabu, da sie die roten Blutkörperchen zerstören können.
  • Die Dosis ist entscheidend: "Viel hilft viel" ist ein gefährlicher Trugschluss. Eine Überdosierung kann schaden. Bei Fertigprodukten solltest du dich an die Herstellerangaben halten, bei kranken Tieren ist eine Absprache mit dem Tierarzt unerlässlich.
  • Kontext ist alles: Superfoods sind kein Allheilmittel. Sie können eine ausgewogene Ernährung sinnvoll ergänzen, aber niemals eine schlechte Fütterung oder gesundheitliche Probleme wie Übergewicht kompensieren.
  • Weniger ist mehr bei Allergikern: Bei Tieren mit Allergien oder einem sensiblen Magen sollte man besonders vorsichtig sein. Neue Lebensmittel immer einzeln und über mehrere Tage testen, um Reaktionen beobachten zu können.

Was sind Superfoods wirklich? Mehr als nur ein Marketing-Hype

Zu Beginn der Episode entzaubert Julia den Begriff Superfood. Es handelt sich nicht um eine geschützte Bezeichnung, sondern um Lebensmittel, denen aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung ein besonderer gesundheitlicher Nutzen zugeschrieben wird. Im Mittelpunkt stehen dabei oft sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole. Julia liefert hierzu eine faszinierende Erklärung aus der Natur: Diese Stoffe, die zum Beispiel die Schale einer Blaubeere dunkel färben, dienen der Pflanze als eine Art natürliche Sonnencreme und als Schutz vor Schädlingen. Ein geniales System, dessen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften wir uns für unsere Tiere zunutze machen können.

Es geht also weniger um exotische Beeren aus dem Regenwald, sondern um die Funktion der Inhaltsstoffe. Die zentralen Wirkweisen, die Julia immer wieder hervorhebt, sind die antioxidative Wirkung (Zellschutz vor freien Radikalen), die entzündungshemmenden Eigenschaften und die Unterstützung der Darmflora durch Ballaststoffe.

Die Stars im Futternapf: Welche Superfoods für Hund und Katze sinnvoll sind

Manuela hakt direkt mit den Fragen der Community nach: Welche Superfoods machen denn nun wirklich Sinn? Julia stellt klar, dass viele der besten Helfer direkt vor unserer Haustür wachsen.

  • Beeren und Obst: Blaubeeren, Cranberries oder Granatapfel sind reich an den bereits erwähnten Polyphenolen. Sie können als Leckerli frisch oder gefroren gegeben werden und unterstützen das Immunsystem.
  • Samen und Saaten: Leinsamen sind für Julia ein absoluter Favorit - und eine regionale, nachhaltige Alternative zu den gehypten Chiasamen. Beide liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe für eine gute Verdauung und Schleimstoffe, die sättigen und den Darm pflegen.
  • Öle mit Omega-3-Fettsäuren: Hier sieht Julia einen der größten Hebel für die Tiergesundheit. Fischöl oder die vegane Alternative Algenöl liefern die direkt verwertbaren Fettsäuren EPA und DHA, die nachweislich entzündungshemmend wirken und für Gehirn, Gelenke und Haut essenziell sind.
  • Gemüse: Karotten und Kürbis sind nicht nur bei den meisten Hunden beliebt, sondern auch reich an Pektinen (Ballaststoffe, die die guten Darmbakterien füttern) und Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A.
  • Tierische Helfer: Auch wenn der Fokus auf Pflanzen liegt, darf die Grünlippmuschel nicht fehlen. Sie ist eine wahre Nährstoffbombe für die Gelenke und enthält neben Knorpelbausteinen (Glukosaminoglykanen) ebenfalls entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren.

Vorsicht, Falle! Wenn Superfoods zur Gefahr werden

So wertvoll manche Zusätze sein können, so gefährlich können andere sein. Julia warnt eindringlich vor bestimmten Lebensmitteln, die für Menschen harmlos, für Tiere aber giftig sind. An erster Stelle stehen hier Knoblauch, Zwiebeln und Lauch. Die darin enthaltenen Schwefelverbindungen können bei Hunden und Katzen eine lebensbedrohliche Zerstörung der roten Blutkörperchen (eine hämolytische Anämie) auslösen. Dass es dennoch Knoblauchtabletten für Tiere zu kaufen gibt, ist für sie absolut unverständlich und ein Relikt aus alten Zeiten, als man sich damit eine wurmtreibende Wirkung erhoffte.

In diesem Zusammenhang entlarvt sie auch humorvoll den Mythos, dass eine Karotte am Morgen oder Kokosraspeln gegen Würmer helfen. Julias bildhafte Beschreibung, wie ein Löffel Kokosflocken die aggressive Magensäure und den gesamten Verdauungstrakt passieren muss, macht deutlich, warum ein Parasit davon völlig unbeeindruckt bleibt. Für solche Probleme gibt es wirksame Medikamente vom Tierarzt.

Ein unschätzbar wertvoller Tipp von Julia ist die frei zugängliche Giftdatenbank der Universität Zürich. Jeder Tierhalter sollte sich diese Seite als Lesezeichen speichern, um im Zweifel schnell und verlässlich prüfen zu können, ob eine Pflanze oder ein Lebensmittel für sein Tier unbedenklich ist.

Superfoods gezielt einsetzen: Von Arthrose bis zum gesunden Altern

Die wahre Stärke von Superfoods liegt in ihrem gezielten Einsatz bei bestimmten gesundheitlichen Herausforderungen. Basierend auf den Hörerfragen gibt Julia konkrete Empfehlungen:

  • Bei chronischen Darmerkrankungen (IBD): Hier sind Ballaststoffe das A und O. Eine Mischung aus fermentierbaren Fasern (z. B. aus Zichorienwurzel oder Apfelpektin), die die Darmflora nähren, und quellenden Fasern (z. B. Flohsamenschalen), die den Stuhl regulieren, ist ideal. Ergänzend können Omega-3-Fettsäuren die Entzündung im Darm lindern.
  • Bei Gelenkproblemen (Arthrose): Hier empfiehlt Julia eine hochdosierte Gabe von Omega-3-Fettsäuren, da deren entzündungshemmende Wirkung hier therapeutisch genutzt werden kann. Grünlippmuschelpulver ist ebenfalls eine hervorragende Ergänzung.
  • Für trächtige Hündinnen und Welpen: Die Omega-3-Fettsäure DHA ist entscheidend für die Entwicklung des Gehirns und der Netzhaut der Föten. Studien belegen, dass Welpen, deren Mütter und sie selbst ausreichend mit DHA versorgt wurden, später leichter lernen.
  • Für ältere Tiere: Um die kognitive Funktion im Alter zu unterstützen, sind mittelkettige Fettsäuren (MCT-Öle), zum Beispiel aus Kokosöl, eine wertvolle Energiequelle für das Gehirn.

Praktische Schritte: Deine Superfood-Checkliste

Wie integrierst du diese Nährstoff-Booster nun sinnvoll und sicher in den Alltag deines Tieres? Hier sind die wichtigsten, handlungsorientierten Tipps aus der Episode zusammengefasst.

  1. Starte mit der Basis: Bevor du zu exotischen Pulvern greifst, sorge für eine solide Grundlage. Eine hochwertige Omega-3-Quelle wie Algen- oder Fischöl und eine gute Ballaststoffmischung sind die wirkungsvollsten und sichersten Ergänzungen für fast jedes Tier.
  2. Führe Neues langsam ein: Gib niemals fünf neue Superfoods auf einmal. Beginne mit einer kleinen Menge eines neuen Lebensmittels und beobachte dein Tier für etwa eine Woche. Treten keine Verdauungsprobleme oder andere Reaktionen auf, kannst du es beibehalten oder die Menge langsam steigern.
  3. Achte auf die richtige Menge: Bei frischem Gemüse oder Obst kannst du dich nach der Akzeptanz und Verträglichkeit deines Tieres richten. Bei konzentrierten Produkten wie Ölen, Pulvern oder Kapseln halte dich unbedingt an die Fütterungsempfehlung des Herstellers. Als grobe Faustregel für Öle nennt Julia etwa einen Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht.
  4. Bei Erkrankungen den Profi fragen: Wenn du Superfoods therapeutisch zur Unterstützung bei einer Krankheit einsetzen möchtest, sprich dies immer mit deinem Tierarzt oder einem spezialisierten Ernährungsberater ab. Hier sind oft höhere Dosierungen nötig, die professionell begleitet werden sollten.
  5. Verliere das große Ganze nicht aus den Augen: Die beste Ergänzung nützt nichts, wenn die Hauptmahlzeit nicht stimmt oder das Tier übergewichtig ist. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Stressvermeidung und ein gesundes Körpergewicht sind und bleiben die wichtigsten Säulen für ein langes und fittes Tierleben.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Welche Power steckt in Pflanzen & Co?

  • Warum bezeichnet man manche Lebensmittel als Superfoods – und was steckt wirklich dahinter?
  • Ingwer: Wirkung, Einsatzgebiete und Grenzen.
  • Polyphenole – eine große Stoffgruppe mit erstaunlichen Superkräften.
  • Chia, Blaubeeren, Cranberry und weitere
  • Die Kernthemen von Superfoods: Entzündung, Immunsystem, Darmgesundheit & Zellschutz.
  • Welche Superfoods sind für Menschen geeignet – und welche speziell für Tiere?
  • Welche Superfoods können Hund und Katze schaden?
  • Wichtige Orientierung: Giftdatenbank der Universität Zürich
  • Sind Gemüse und Ballaststoffe auch für Katzen gesund?
  • Welche Superfoods sollte man im Haus haben?
  • Unterstützung bei IBD (Inflammatory Bowel Disease).
  • Omega-3-Öle: Welche Menge bei welcher Indikation sinnvoll ist.
  • Kurkuma – echte Wunderwaffe oder überschätzt?
  • Grünlippmuschel zur Unterstützung der Gelenkmobilität.
  • Chiasamen vs. Leinsamen – Wirkung und Unterschiede.
  • Warum industrielles Tierfutter nicht mit menschlichem Fast Food vergleichbar ist.
  • Algenöl bei Hüftdysplasie.
  • Können Kräutermischungen auch schaden?
  • Mönchspfeffer bei Cushing und Fruchtbarkeitsproblemen (Pferd & Rind).
  • Helfen Karotten bei Parasiten im Darm?
  • Warum ist in manchen Futtermitteln Granatapfel enthalten?
  • Was ist sinnvoll, damit Hund und Katze ein hohes Alter erreichen?
  • Krillöl als starkes Antioxidans – und warum Fische in kalten Gewässern überleben.
  • Superfoods für trächtige Hündinnen.
  • Wie man die richtige Tagesration berechnet.
  • Was bedeutet hypoallergenes Futter wirklich?
  • Können Obst und Gemüse Allergien auslösen?
  • Chlorella & Spirulina bei Allergien – sinnvoll oder riskant?
  • Wann und ob man Giftstoffe ausleiten sollte.
  • Welche Superfoods gibt es im Napfcheck-Shop?

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