Die Wissenschaft der Öle für Hund und Katze
Warum das Thema Öle so viele Hundehalter:innen beschäftigt, ist schnell erklärt: Sobald man selbst kocht, barft oder einfach „ein bisschen optimieren“ will, landet man irgendwann bei Fischöl, Leinöl, Kokos & Co. – und steht vor der Frage: Was davon ist wirklich sinnvoll und was ist eher gut gemeint? Genau darüber sprechen Tierärztin Dr. Julia Fritz und die Journalistin Manuela Bauer: praxisnah, angenehm und mit ein paar Aha-Momenten, die ich mir beim Schreiben direkt markiert habe.
Was mir an der Episode gefällt: Dr. Fritz macht keine „Ölreligion“ daraus, sondern bringt es auf den Punkt - Öle sind kein Lifestyle-Add-on, sondern (richtig gewählt) ein Werkzeug für Versorgung und Therapie. Und sie räumt nebenbei mit Mythen auf, die in Hundegruppen regelmäßig durchs Dorf getrieben werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Linolsäure (Omega-6) ist Pflichtprogramm für Haut und Fell - ohne sie drohen Schuppen, trockene Haut und stumpfes Fell.
- EPA & DHA (Omega-3) sind die „Therapie-Stars“ bei chronischen Entzündungen (z. B. Arthrose, Haut, Niere, Herz).
- Katzen sind Sonderfälle: Sie brauchen Arachidonsäure zwingend aus tierischen Fetten.
- Qualität entscheidet mehr als der Ölname: dunkle Flasche in kleinen Portionsgrößen, klare Deklaration - sonst wird’s schnell ranzig.
- Lebertran ist kein Omega-3-Trick, sondern Vitamin-A/D-Versorgung - und genau deshalb kann Überdosierung gefährlich werden.
1) Fette sind nicht gleich Fettsäuren
Dr. Fritz erklärt sehr verständlich, warum „Fett im Futter“ nicht automatisch heißt, dass die richtigen Fettsäuren abgedeckt sind. Fettsäuren sind Bausteine für Zellmembranen, Botenstoffe und (ja!) für sichtbare Dinge wie Fellglanz. Gerade in selbst zusammengestellten Rationen kann es passieren, dass man unabsichtlich in eine Schieflage rutscht - zum Beispiel, wenn viel mageres Fleisch plus Omega-3 gegeben wird, aber die Omega-6-Basis fehlt.
Zur Einordnung: In gängigen Referenzwerken zu Hund- und Katzenernährung werden essenzielle Fettsäuren als Pflichtnährstoffe geführt - bei Hund und Katze vor allem Linolsäure, bei der Katze zusätzlich Arachidonsäure. Wenn du also viel selbst zusammenstellst, lohnt sich ein kurzer „Realitätscheck“: Ist die Basisversorgung wirklich sauber?
2) Omega-6: Wenn Hautprobleme plötzlich „wie Allergie“ aussehen
Ein Punkt aus der Episode, den ich als Hundehalterin besonders wichtig finde: Ein Linolsäuremangel kann Symptome machen, die im Alltag schnell als „Allergie“ oder „Unverträglichkeit“ einsortiert werden. Dann wird im schlimmsten Fall ewig an Symptomen herumgedoktert - statt die Basisversorgung zu prüfen.
Praktisch heißt das: Wenn du sehr mager fütterst (z. B. viel Pferd, Wild oder sehr fettarme Sorten) und gleichzeitig stark auf „wenig Fett“ achtest, ist Omega-6 oft der erste Hebel. Sonnenblumen- oder Distelöl liefern viel Linolsäure; auch Eigelb oder Hühnerfett können – passend zur Ration – eine Rolle spielen. Ich kenne das von meinem eigenen Hund: Sobald ich eine Phase mit sehr magerem Fleisch hatte, war das Fell nicht „krank“, aber einfach merklich stumpfer. Ein kleines bisschen mehr Struktur in der Fettsäureversorgung hat hier schnell wieder Normalität gebracht.
3) Omega-3: EPA & DHA – wenn’s um Entzündung geht
Bei Omega-3 wird’s besonders spannend, weil es nicht nur gefühlt gut ist, sondern es auch Daten gibt: EPA und DHA werden im Körper zu Botenstoffen verarbeitet, die Entzündungsprozesse beeinflussen können. Das ist der Grund, warum Dr. Fritz diese Fettsäuren bei chronischen Themen wie Arthrose, Hautproblemen, Herz- oder Nierenerkrankungen auf dem Radar hat.
Mein wichtigster Praxis-Take-away daraus: Für ein bisschen Omega-3 reicht oft ein moderates Produkt - aber wenn du es gezielt einsetzen willst, zählt wie für den Menschen der deklarierte EPA/DHA-Gehalt. "1000 mg Fischöl" klingt auf dem Etikett beeindruckend, sagt aber ohne EPA/DHA-Wert wenig aus. Dr. Fritz erwähnt als gute Orientierung Produkte mit einem hohen, klar ausgewiesenen Anteil (für therapeutische Zwecke gerne deutlich konzentrierter).
Und noch ein Punkt, der mir im Alltag hilft: Wenn du mehrere Öle parallel nutzt, wird’s schnell unübersichtlich, und am Ende stehen drei angebrochene Flaschen herum, die keiner mehr einschätzen kann. Lieber wenige, gut passende Öle, dafür frisch und sauber gelagert.
4) MCT & Kokos: Energie fürs Gehirn
Mittelkettige Fettsäuren (MCT), häufig aus Kokos gewonnen, werden anders verstoffwechselt als klassische langkettige Fettsäuren. Sie gelangen schneller zur Leber und können Ketonkörper liefern - eine alternative Energiequelle, die in bestimmten Situationen fürs Gehirn interessant sein kann. Dr. Fritz nennt das als Option für Seniorhunde und im therapeutischen Kontext.
Wichtig ist dabei für mich: MCT ist kein Allheilöl. Ich sehe es eher als ein Spezialwerkzeug. Wenn dein Hund jung, fit und unauffällig ist, ist die Basisversorgung mit essenziellen Fettsäuren wichtiger als ein zusätzlicher Trend im Napf.
5) Qualität, Lagerung & der Mythos, Sonnenblumenöl mache Krebs
Der beste Satz zur Ölqualität ist für mich dieser: "Wenn du was Ranziges fütterst, dann schadet es mehr, als wenn du es gar nicht fütterst."
Heißt konkret: kleine Flaschen, lichtgeschützt (dunkles Glas oder Metall), kühl lagern und realistisch einschätzen, ob du die Menge in 2 - 3 Monaten verbrauchst. Einfrieren kann je nach Öl ebenfalls eine sinnvolle Strategie sein, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Und der Mythos? Dr. Fritz hält die Behauptung, Sonnenblumenöl sei krebserregend, für nicht haltbar und erklärt, warum solche Ideen entstehen: Omega-6 wird gerne pauschal als entzündungsfördernd abgestempelt. Das ist zu kurz gedacht. Entscheidend ist die Gesamtration, der tatsächliche Bedarf und die sinnvolle Dosierung - nicht ein einzelnes Öl als Sündenbock.
Praktische Schritte: So würde ich als Hundehalterin vorgehen
Damit du nicht zehn Öle im Schrank hast (und am Ende keins davon frisch ist), hilft diese Reihenfolge:
- Erst die Basis prüfen: Fütterst du sehr mager oder stark selbst zusammengestellt? Dann ist Omega-6 (Linolsäure) oft der erste Haken.
- Dann das Ziel definieren: „Fell & Haut“ ist etwas anderes als „Arthrose/Entzündung“ - entsprechend anders sind Öltyp und Konzentration.
- Auf Deklaration achten: Bei Fisch-/Algenöl zählt der ausgewiesene EPA/DHA-Gehalt, nicht nur "mg Öl" auf dem Etikett.
- Frische schlägt Preis: Lieber eine kleinere Flasche, die du aufbrauchst, als der große Kanister, der im Licht steht und langsam ranzig wird.
In dieser Episode erwähnt
- Fischöl (Omega-3 Öl): Als Quelle für EPA und DHA zur Entzündungshemmung.
- Algenöl: Als pflanzliche, oft hochkonzentrierte Alternative zu Fischöl für EPA und DHA.
- Lebertran: Als Quelle für Vitamin A und D, nicht für Omega-3-Fettsäuren.
- napfcheck Futteröl Junior: Eine Mischung mit Algenöl zur DHA-Versorgung von Welpen und Zuchthündinnen.
- napfcheck Futteröl Senior: Eine Mischung mit MCT-Öl zur Unterstützung der kognitiven Funktion.
- napfcheck Futteröl 3-6-9: Eine Basis-Ölmischung zur allgemeinen Versorgung mit essenziellen Fettsäuren.
- napfcheck Dermaöl: Eine spezielle Ölmischung zur Unterstützung bei Haut- und Fellproblemen.
Themen
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.
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Shownotes
Omega.... was? Wichtige Fette für Hunde und Katzen
- Der Omega 3 Gehalt in fetten Fischen
- Was macht das Eigelb so wertvoll?
- Sollte man bei Alleinfutter oder beim Barfen Öle hinzufügen?
- Was ist gesünder? Pflanzliche oder tierische Fette?
- Futtermythos: Verursacht Sonnenblumenöl Krebs?
- „Biochemie verlass mich nie“. Die Basics, die man kennen sollte: kurz-, mittel-, und langkettige Fettsäuren.
- Welche Fette sind essenziell für Hunde und Katzen?
- Der Unterschied von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.
- Was ist der Unterschied von EPA und DHA? Zu finden in Algen- und Fischöl.
- Kann man überdosieren? Was ist das „Save upper limit“?
- Was ist für die Katze wichtiger, EPA oder DHA?
- Was ist besser Algenöl oder -pulver?
- Wieviel Prozent EPA und DHA sollten mindestens im Fischöl sein?
- Woran erkenne ich ein gutes Öl?
- Wie müssen Öle verpackt sein, damit sie lange halten?
- Vitamin E Zusatz für längere Haltbarkeit.
- Omega 3 Öle für chronische Erkrankungen.
- Gibt es Krankheiten bei denen Fisch- oder Algenöl schaden kann?
- Nachtkerzenöl für Katzen
- Was liefert der berüchtigte Lebertran?
- Kann man Lebertran überdosieren?
- Für was und für wen ist das Futteröl Junior gut?
- Was leistet das Senioren-Öl? (Alzheimer und kognitive Fähigkeiten)
- Was verbirgt sich hinter dem 3-6-9 Öl?
- Welches Verhältnis ist wichtig?
- Kann man Futterportionen, unter die Öl gemischt ist, einfrieren?
- Was ist im Derma Öl und wie wirkt es?
Hier findet ihr weitere Informationen zum Thema Öle & Fette.
Alle Öle sind im napfcheck-Shop erhältlich:
- Futteröl Junior speziell für Welpen und Zuchthündinnen
- Futteröl 369 für alle ausgewachsenen Hunde
- Nachtzerkenöl besonders für Katzen
- Futteröl Senior speziell für ältere Hunde
- MCT-Öl und Pulver speziell für Epileptiker
- Futteröl Derma speziell für Hautpatienten und Atopiker
- Omega-3-Öl - hochdosiertes EPA + DHA auf Fischölbasis
- Algenölkapseln - hochdosiertes EPA + DHA auf pflanzlicher Basis
- DHA-Algenpulver - hochdosiertes DHA in praktischer Pulverform
- Lebertran - natürliche Quelle für Vitamin A und D, MCS zertifiziert