Warum wir im Hundetraining oft nur Symptome kaschieren

Dann trainiere ich halt mehr Brust

Dann trainiere ich halt mehr Brust

22. September 2026 · The Petfood Family - der Hunde-Podcast

Warum kaschieren wir im Hundetraining oft nur die Symptome, anstatt die eigentliche Ursache anzugehen? Diese Frage steht im Zentrum einer humorvollen Analogie aus dem Kraftsport, die zeigt, wie schnell wir den einfachen Weg wählen. Wenn Jan Dießner versucht, sein Bauchproblem durch exzessives Brusttraining zu lösen, damit das T-Shirt vorteilhafter fällt, wird daraus eine tiefgründige Diskussion über Trainingsstrategien. In der vierten Folge des Podcasts The Petfood Family spricht er mit seinem Co-Host, dem Menschen-Profi-Profi (MPP) Sami El Ayachi, nicht nur über fragwürdige Fitnesspläne, sondern auch über die Sehnsucht nach mehr gemeinsamen Erlebnissen mit Hunden und die Bedeutung von ehrlichem Feedback - selbst wenn es von einer Tröte kommt. Die Episode liefert wertvolle Denkanstöße für alle, die ihr Training kritisch hinterfragen und die Beziehung zu ihrem Hund auf einer tieferen Ebene verstehen möchten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Analogie vom Krafttraining: Jans Strategie, seinen Bauch durch ein Brust- und Schultertraining zu kaschieren, dient als Metapher für oberflächliches Hundetraining. Oft werden nur Symptome überdeckt, anstatt die eigentliche Ursache eines Verhaltensproblems zu bearbeiten.
  • Der Moment der Wahrheit: Sobald das T-Shirt ausgezogen wird, ist das eigentliche Problem wieder sichtbar. Übertragen auf das Hundetraining bedeutet das: Eine kaschierende Strategie bricht zusammen, sobald die Situation zu herausfordernd wird und die antrainierte Kompensationsfähigkeit nicht mehr ausreicht.
  • Die Wurzel des Problems angehen: Wirkliche Veränderung erfordert oft, unliebsame Gewohnheiten zu ändern - wie die Ernährung beim Abnehmen oder festgefahrene Routinen im Hundealltag. Das ist anstrengender, aber nachhaltiger als reine Symptombekämpfung.
  • Mehr gemeinsame Abenteuer: Inspiriert von einem Besuch in einer Boulderhalle fragt Sami, warum es nicht mehr Orte gibt, an denen Mensch und Hund gemeinsam Parcours und Herausforderungen meistern können, um das Teamgefühl zu stärken.
  • Feedback ist entscheidend: Mit Konrad bekommt der Podcast ein neues, fiktives Teammitglied, das auf Wiederholungen hinweist. Die neue Regel - wer sich wiederholt, wird weggehupt - unterstreicht auf spielerische Weise die Wichtigkeit von präziser Kommunikation.

Die Parallele zum Krafttraining: Warum wir Probleme oft nur kaschieren

Den zentralen und unterhaltsamsten Denkanstoß der Episode liefert Jan mit einer sehr persönlichen Anekdote aus dem Fitnessstudio. Sein Problem: Sein T-Shirt spannt am Bauch. Seine Lösung: Er trainiert exzessiv Brust, Schultern und Nacken, damit das Shirt oben breiter wird und über den Bauch lockerer fällt. Er arbeitet also nicht am eigentlichen Problem, sondern baut eine Kompetenz auf, die es geschickt verdeckt. Sami und er übertragen diese Strategie direkt auf das Hundetraining: Statt an der emotionalen Ursache für Leinenaggression zu arbeiten, trainieren viele einen perfekten Blickkontakt, um den Hund vom Auslöser abzulenken. Das funktioniert, solange die Ablenkung stark genug ist. Der kritische Moment, den Jan als das T-Shirt-Ausziehen am Strand beschreibt, tritt ein, wenn der Reiz zu stark wird und die kaschierende Technik versagt. Plötzlich ist das eigentliche Problem in voller Stärke wieder da.

Die Diskussion macht deutlich, dass der schwierigere Weg oft der effektivere ist. Für Jan wäre das eine Ernährungsumstellung, auf die er, wie er zugibt, keine Lust hat. Im Hundetraining entspricht das der Auseinandersetzung mit den eigenen Routinen, dem Management des Alltags oder der ehrlichen Analyse der Mensch-Hund-Beziehung. Es ist bequemer, eine einzelne Übung zu perfektionieren, als das große Ganze zu verändern. Sami ergänzt die Analogie treffend mit der Idee eines Spiegels, der nur bis zur Brust reicht - ein Symbol für die selektive Wahrnehmung, mit der wir uns selbst täuschen, um uns nicht mit dem eigentlichen Problem konfrontieren zu müssen.

Was macht ein gutes Trainingserlebnis für Mensch und Hund aus?

Ausgelöst durch einen Besuch in einer Boulderhalle mit seinem Sohn, wirft Sami eine interessante Frage auf: Warum gibt es so wenige dauerhaft zugängliche Orte, an denen Menschen gemeinsam mit ihren Hunden Abenteuerparcours erleben können? Während es Events wie Camp Canis gibt, fehlt es an festen Einrichtungen, die wie Kletterhallen oder Spielplätze jederzeit für gemeinsame, teambildende Aktivitäten zur Verfügung stehen. Solche Erlebnisse, so argumentieren die beiden, fördern Koordination, Selbstvertrauen und vor allem die Beziehung zwischen Mensch und Hund auf eine ganz andere Weise als der alltägliche Spaziergang.

Jan verweist zwar auf bestehende Angebote wie Klettern mit Helga in Ennepetal oder kreative Parkour-Ideen für den Wald und die Stadt, die man auf Instagram finden kann. Dennoch bleibt der Konsens, dass ein leicht zugängliches, wetterunabhängiges Angebot fehlt. Die Hürden sind oft wirtschaftlicher Natur - hohe Immobilienpreise und der Platzbedarf machen solche Projekte schwierig umsetzbar. Der Wunsch dahinter ist jedoch klar: Es geht darum, dem Hund mehr als nur Grundgehorsam zu bieten und stattdessen gemeinsame, freudvolle Momente des Meisterns von Herausforderungen zu schaffen.

Der Podcast bekommt einen kritischen Beobachter

Eine Neuerung sorgt für Lacher und eine interessante Metaebene im Gespräch: Jan stellt Konrad vor. Konrad ist kein realer Mensch, sondern Jans personifizierte Analyse der bisherigen Podcast-Folgen. Sein kritisches Feedback lautet, dass die beiden Hosts dazu neigen, sich zu wiederholen und dieselben Gedanken in neuen Worten zu formulieren. Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist eine neue Regel im Podcast-Studio: Wer sich wiederholt, wird vom anderen mit einer Tröte unterbrochen. Dieses spielerische Element dient nicht nur der Unterhaltung, sondern ist auch ein Kommentar zur Bedeutung von klarem und prägnantem Feedback - eine Fähigkeit, die auch im Hundetraining von unschätzbarem Wert ist.

Momente, die das Trainerherz höherschlagen lassen

In der Rubrik Bester Trainermoment teilen Jan und Sami zwei tief berührende Erlebnisse, die zeigen, worum es in ihrer Arbeit wirklich geht. Jan erzählt von einer Workshop-Teilnehmerin, die ihm ein Video schickte. Darauf war zu sehen, wie sie und Jan gleichzeitig von zwei Seiten auf den Hund zugehen und ihn nach einer gelungenen Übung enthusiastisch feiern. Für Jan war dies die Bestätigung, dass seine Kernbotschaft - den Hund für seine Leistung überschwänglich zu loben - bei der Teilnehmerin angekommen war.

Sami schildert einen ähnlichen Moment der Verbundenheit. Nach einer erfolgreichen Trainingseinheit am Longierkreis löst sich der Hund aus dem innigen Moment mit seinem Menschen, geht zu Sami und stupst ihn sanft an - eine Geste, die Sami als ein Danke des Hundes interpretiert, der erkannt hat, dass der Trainer diesen besonderen Moment zwischen ihm und seinem Menschen ermöglicht hat. Beide Geschichten verdeutlichen, dass die schönsten Erfolge im Training nicht die mechanisch perfekten Übungen sind, sondern die Momente echter, gegenseitiger Freude und Verständigung.

Praktische Schritte für die Community

Die Episode zeichnet sich durch einen starken Wunsch nach Interaktion mit der Hörerschaft aus. Daraus ergeben sich konkrete Aufrufe zum Mitmachen:

  1. Kreativität ist gefragt: Jan bittet alle Zuhörerinnen und Zuhörer mit gestalterischem Talent, Illustrationen, Animationen oder kurze Videoclips für die verschiedenen Rubriken des Podcasts zu erstellen. Ziel ist es, die Videoversion des Podcasts visuell aufzuwerten und die Kategorien mit der Kreativität der Community lebendig werden zu lassen.
  2. Teile deinen besten Moment: Die Rubrik Bester Trainermoment soll für alle geöffnet werden. Hörerinnen und Hörer sind eingeladen, ihre eigenen schönsten Trainingserlebnisse als Sprachnachricht einzusenden. Diese sollen in zukünftigen Folgen abgespielt werden, um die Vielfalt an positiven Momenten im Zusammenleben mit Hunden zu teilen.
  3. Gewinnspiel für Frankfurt: In einem interaktiven Städte-Rätsel verlost Jan einen Platz auf der Gästeliste für Samis Live-Tour im Jahr 2027. Diesmal ging es um Frankfurt am Main. Die erste Person aus Frankfurt, die sich per Instagram-Nachricht meldet und ihren Wohnort nachweist, gewinnt den Preis.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Was haben Krafttraining und schlechtes Hundetraining gemeinsam? Erstaunlich viel – zumindest wenn Jan versucht, sein Bauchproblem einfach mit einer größeren Brust zu lösen.

In Folge 4 von The Petfood Family – der Podcast sitzt Jan wieder seinem MPP Sami gegenüber. Und inzwischen gibt es sogar ein neues Teammitglied: Konrad.

Konrad hat nämlich ein Problem erkannt: Jan und Sami neigen gelegentlich dazu, denselben Gedanken noch einmal zu erzählen. Die Lösung: eine Tröte. Wer sich wiederholt, wird ab sofort weggehupt.

Außerdem bringt Sami eine Idee vom Bouldern mit: Warum gibt es eigentlich nicht mehr Orte, an denen Menschen gemeinsam mit ihren Hunden Parcours und Herausforderungen erleben können?

Und dann möchte Jan über seinen Bauch sprechen.

Seine Strategie: Statt am Bauch etwas zu verändern, trainiert er einfach mehr Brust und Schultern, damit das T-Shirt günstiger fällt.

Aus dieser fragwürdigen Fitnessstrategie wird plötzlich eine ernsthafte Frage fürs Hundetraining:

Trainieren wir wirklich das Problem – oder werden wir nur besser darin, es zu kaschieren?

Sami hat dafür eine einfachere Lösung: einen Spiegel, der nur bis zur Brust geht.

Natürlich wird auch wieder geklärt, was es vor oder nach Jans Geburt gab. Diesmal: Ist die Flexi-Leine älter als sein Podcastpartner?

Und bei den besten Trainermomenten erinnert sich Jan an ein altes Video, in dem er und eine Hundehalterin gemeinsam auf ihren Hund zulaufen, applaudieren und ihn einfach feiern. Ein kleiner Moment, der für ihn bis heute zeigt, worum es bei seiner Arbeit eigentlich geht.

Daraus entsteht eine neue Idee: Künftig sollen auch eure besten Trainermomente Teil des Podcasts werden.

Eine Folge über Hunde, Krafttraining, selektives Hinschauen – und die Erkenntnis, dass ein Problem manchmal auch dadurch verschwindet, dass man einfach mehr Brust trainiert.

Folge 4 von The Petfood Family – der Podcast.

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