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# Beziehung oder Bindung? Was Jochen Bendel über die Mensch-Hund-Bindung erklärt

 



            **Podcast:** 

   [The Petfood Family - der Hunde-Podcast](/podcast/petfood-family) 

              **Erscheinungsdatum:** 

   28. April 2026 

            **Länge:** 

   01:35:56 

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://the-petfood-family.podigee.io/126-neue-episode) 

 

 

 

 





 ![118: Bindung statt Erziehung: Jochen Bendel über echte Verbindung zwischen Mensch und Hund](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2025-09/f3a9bd6c-7959-4f15-bc24-796adc1e89f0.jpg.webp?itok=0rT97TT4) 

###   118: Bindung statt Erziehung: Jochen Bendel über echte Verbindung zwischen Mensch und Hund  

   28. April 2026 · [The Petfood Family - der Hunde-Podcast](/podcast/petfood-family)

  

 

 





 

Stell dir vor, du sitzt am Tisch und dein Kind isst mit den Händen. Du ermahnst es, es macht weiter. Irgendwann verlierst du die Geduld, nimmst seinen Kopf und drückst ihn auf den Teller. Das Kind wird nie wieder mit den Händen essen - die Erziehung war erfolgreich. Aber was ist mit eurer Beziehung, mit dem Vertrauen, mit der Bindung passiert? Genau dieses drastische Bild nutzt Jochen Bendel im Gespräch mit Jan Dießner im Podcast [*The Petfood Family*](https://www.petcaster.de/podcast/petfood-family), um eine der wichtigsten, aber oft missverstandenen Dynamiken im Zusammenleben mit Hunden zu erklären. Es geht um den feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen einer funktionierenden Beziehung und einer tiefen, echten Bindung.

In dieser Episode tauchen wir tief in die Welt der Mensch-Hund-Beziehung ein und Jochen Bendel, bekannt aus dem Fernsehen und Gründer der HOLYDOG Academy, teilt seine Philosophie, die weit über klassisches Hundetraining hinausgeht. Es ist ein Gespräch, das dich dazu anregen wird, nicht nur deinen Hund, sondern vor allem dich selbst mit neuen Augen zu sehen. Die zentrale Frage lautet nicht: Wie bringe ich meinem Hund etwas bei?, sondern: Wie können wir zu echten Partnern werden, die sich gegenseitig verstehen und vertrauen?

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Bindung braucht positive Emotionen:** Eine echte, tiefe Bindung entsteht nicht durch reines Training oder gemeinsame Aktivitäten, sondern nur, wenn dabei auf beiden Seiten positive Gefühle und das Bindungshormon Oxytocin freigesetzt werden. Eine gute Beziehung ist nicht automatisch eine starke Bindung.
- **Dein Hund ist dein Spiegel:** Verhaltensprobleme sind selten nur das Problem des Hundes. Oft spiegeln sie unsere eigenen Ängste, unsere Unsicherheit oder unseren Stress wider. Der Hund reagiert auf die Energie, die wir ausstrahlen.
- **Verständnis vor Erziehung:** Bevor du versuchst, ein Verhalten zu korrigieren, musst du die Ursache verstehen. Die genetischen Bedürfnisse deines Hundes zu kennen und zu respektieren, ist der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben.
- **Selbstreflexion ist der Schlüssel:** Wahre Veränderung beim Hund beginnt oft bei uns selbst. Wenn wir lernen, den Druck rauszunehmen und unsere eigenen Baustellen zu bearbeiten, geben wir unserem Hund erst die Chance, sich zu entspannen und zu wachsen.
- **Fakten statt Vorurteile:** Jochen Bendel plädiert leidenschaftlich für einen wissenschaftlich fundierten Blick auf Hunde, insbesondere bei sogenannten Listenhunden. Diskriminierung aufgrund der Rasse ist haltlos - das Problem findet sich fast immer am anderen Ende der Leine.

## Beziehung ist nicht Bindung: Das Geheimnis des Oxytocins

Jochen Bendel eröffnet das Gespräch mit einer klaren Unterscheidung, die vielen Hundebesitzern so nicht bewusst ist. Eine Beziehung, so erklärt er, können wir zu vielen Menschen haben - zur Kassiererin im Supermarkt oder zu einem Kollegen. Sie basiert auf regelmäßiger Interaktion. Bindung hingegen ist etwas vollkommen anderes. Sie ist exklusiv, einzigartig und nicht übertragbar. Sie ist das unsichtbare Band, das zwei Individuen zu einer Einheit macht. Der wissenschaftliche Schlüssel dazu, so Jochen, ist das Hormon Oxytocin, oft als Kuschel- oder Bindungshormon bezeichnet. Es wird nur ausgeschüttet, wenn echte, positive Emotionen im Spiel sind. Das bedeutet: Du kannst stundenlang Agility trainieren oder Dogdance üben - wenn es für dich oder deinen Hund mit Stress und Leistungsdruck verbunden ist, stärkt es vielleicht eure Arbeitsbeziehung, aber nicht unbedingt eure Bindung. Es geht um die Qualität der gemeinsamen Zeit, nicht die Quantität der Kommandos.

Diese Erkenntnis ist ein echter Augenöffner. Wie oft habe ich mich schon gefragt, ob mein Hund bei einer Übung wirklich mit Freude bei der Sache ist oder ob er es tut, weil er gelernt hat, dass ich es von ihm erwarte? Jochens Ansatz ermutigt dazu, den Fokus von der reinen Funktion auf das gemeinsame Erleben zu verlagern.

## Du bist der Schlüssel: Warum Selbstreflexion wichtiger ist als jeder Trainingsplan

Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch ist die enorme Verantwortung, die wir als Menschen tragen. Ein Hund, der an der Leine pöbelt, ist selten ein aggressiver Proll, wie Jochen es nennt. Viel öfter ist er ein unsicherer Hund, dessen Halter die Situation nicht im Griff hat. Wenn wir am Handy hängen und nicht bemerken, wie sich ein anderer Hund anschleicht, zwingen wir unseren Hund, die Verantwortung selbst zu übernehmen. Er lernt: Auf meinen Menschen kann ich mich nicht verlassen, also muss ich die Dinge selbst regeln. Das Vertrauen erodiert und die Bindung leidet.

Jochen betont, dass wir zur sicheren Bindungsfigur für unseren Hund werden müssen. Das erfordert aber, dass wir uns mit unseren eigenen Schwächen auseinandersetzen. Viele Halter, so seine Erfahrung, schämen sich für das Verhalten ihres Hundes. Sie haben Angst davor, was andere Leute denken könnten. Diese Angst und Anspannung überträgt sich direkt auf den Hund und verschlimmert das Problem. Die Lösung liegt also nicht darin, am Hund herumzudoktern, sondern bei sich selbst anzufangen: Warum ist mir die Meinung anderer so wichtig? Warum bin ich in diesen Situationen so unsicher? Wenn wir lernen, souverän und entspannt zu bleiben, geben wir unserem Hund die Sicherheit, die er braucht, um sich ebenfalls zu entspannen.

## Die HOLYDOG Academy: Eine Auszeit für die Seele von Mensch und Hund

Aus dieser Philosophie ist Jochens einzigartiges Konzept entstanden: die HOLYDOG Academy. Es ist keine gewöhnliche Hundeschule, sondern ein Ort für mehrtägige Retreats, an dem Mensch-Hund-Teams aus dem Alltag ausbrechen und sich ganz aufeinander konzentrieren können. In kleinen Gruppen von maximal sechs Teams werden Erlebnisse geschaffen, die gezielt die Bindung stärken sollen. Das Programm ist so vielfältig wie tiefgründig: Es gibt gemeinsame Meditationen am Strand bei Sonnenaufgang, bei denen man lernt, den ruhigen Atem des Hundes zu spüren. Es gibt einen sogenannten "Blickwalk", bei dem die Halter dafür sensibilisiert werden, die feinen Signale und Blicke ihres Hundes wahrzunehmen und zu beantworten.

Ein besonderes Highlight, das Jochen beschreibt, ist die "Dog Portrait Class". Hier nehmen sich die Teilnehmer zwei Stunden Zeit, um ihren Hund zu malen. Was zunächst esoterisch klingen mag, hat einen tiefen psychologischen Effekt: Man ist gezwungen, seinen Hund wirklich \*genau\* zu beobachten - die Sprenkel in seinen Augen, den kleinen weißen Fleck auf der Nase, die Form seiner Ohren. Diese intensive, wertfreie Beobachtung schafft eine ganz neue Ebene der Wahrnehmung und Wertschätzung. Es geht darum, den Hund nicht als Projekt zu sehen, das optimiert werden muss, sondern als das wunderbare Individuum, das er ist.

## Dein Hund, dein Spiegel: Was die Wahl der Rasse über dich verrät

Warum entscheiden wir uns eigentlich für einen bestimmten Hund? Jochen hat dazu eine faszinierende Theorie. Zuerst ist da der Phänotyp, also das Aussehen, das uns wie ein Trigger anspricht. Aber die tiefere Ebene ist die Rasse als Spiegelung unserer selbst. Die rassespezifischen Eigenschaften, so Jochen, ziehen uns an, weil sie entweder etwas widerspiegeln, was wir selbst sind, oder etwas, das uns fehlt und wonach wir uns sehnen. Der sportliche Manager, der sich einen Weimaraner holt, sehnt sich vielleicht nach dem aktiven, freien Lebensstil, den der Hund verkörpert. Er fährt dann auch den passenden SUV und trägt die richtige Outdoor-Jacke.

Problematisch wird es, wenn es nicht passt - wenn der gemütliche Couch-Potato sich einen hochaktiven Jagdhund ins Haus holt, weil er ihn schön findet. Die Bedürfnisse des Hundes können nicht erfüllt werden, Frust entsteht auf beiden Seiten. Anstatt dem Hund die Schuld zu geben, fordert Jochen dazu auf, ehrlich zu hinterfragen: Bin ich bereit, mein Leben so zu verändern, dass es zu den Bedürfnissen dieses Tieres passt? Der Hund kann uns so zu einem besseren, aktiveren Leben verhelfen - wenn wir bereit sind, uns auf dieses gemeinsame Wachstum einzulassen.

## Gegen Vorurteile, für Verständnis: Der Kampf gegen Rasselisten

Ein Thema, das Jochen sichtlich am Herzen liegt, ist der Kampf gegen die Diskriminierung von sogenannten Listenhunden. Als Pressesprecher des Instituts Forschung Listenhunde (IFL) setzt er sich unermüdlich für eine faktenbasierte Auseinandersetzung ein. Er erzählt, wie eine Gemeinde in seiner neuen Heimat Niedersachsen versuchte, eine Rasseliste mit drastisch erhöhten Steuern einzuführen. Jochen konfrontierte die Politiker mit wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass Aggressivität kein Merkmal einer Rasse, sondern das Ergebnis von schlechter Sozialisation, falscher Haltung und negativen Erfahrungen ist. Mit Erfolg - der Beschluss wurde zurückgenommen.

Er macht klar, dass kräftige, willensstarke Hunde wie Terrier nicht für jeden geeignet sind. Sie erfordern erfahrene, souveräne Halter. Aber sie pauschal als gefährlich zu stigmatisieren, ist falsch und unfair. Mit der bewegenden Geschichte eines schwer misshandelten Schäferhundes namens Amun zeigt er, dass jeder Hund durch menschliches Versagen zu einem Problemhund werden kann - und dass mit Geduld, Verständnis und der richtigen Unterstützung auch Heilung möglich ist. Seine Botschaft ist klar: Wir müssen aufhören, Symptome zu bekämpfen, und anfangen, die Ursachen zu verstehen, die fast immer beim Menschen liegen.

## Praktische Schritte für eine stärkere Bindung

Was kannst du aus diesem Gespräch konkret für dich und deinen Hund mitnehmen? Hier sind einige handlungsorientierte Tipps, die auf Jochens Philosophie basieren:

1. **Nimm dir Zeit für bewusste Beobachtung.** Setz dich einfach mal hin und schau deinem Hund zu, ohne etwas von ihm zu wollen. Lerne seine Körpersprache, seine Gewohnheiten und seine feinen Signale zu lesen. Das ist der erste Schritt zum Verstehen.
2. **Schaffe kleine, positive Momente.** Es muss nicht immer das große Abenteuer sein. Eine ruhige Kuscheleinheit auf dem Sofa, ein gemeinsames Spiel ohne Leistungsdruck oder ein entspannter Spaziergang, bei dem dein Hund einfach mal schnüffeln darf, sind wertvolle Bausteine für eure Bindung.
3. **Übe den "Blickwalk".** Achte bei eurem nächsten Spaziergang ganz bewusst darauf, wie oft dein Hund von sich aus den Blickkontakt zu dir sucht. Jedes Mal, wenn er das tut, gib ihm ein kleines, positives Feedback - ein Lächeln, ein anerkennendes Nicken oder ein leises "Fein". Du wirst überrascht sein, wie sehr das eure Kommunikation verändert.
4. **Reflektiere deine eigenen Gefühle.** Wenn du merkst, dass du in einer Situation mit deinem Hund gestresst, ärgerlich oder unsicher wirst, halte einen Moment inne. Frage dich: Was genau löst dieses Gefühl in mir aus? Oft sind es unsere eigenen Baustellen, die wir auf den Hund projizieren.
5. **Akzeptiere, wer dein Hund ist.** Jeder Hund hat seine eigene Persönlichkeit und genetische Veranlagung. Einen Jagdhund vom Jagen abhalten zu wollen, ist oft ein aussichtsloser Kampf. Finde stattdessen Wege, seine Bedürfnisse in kontrollierte und sichere Bahnen zu lenken, zum Beispiel durch Fährtenarbeit oder Apportierspiele. Akzeptanz nimmt den Druck aus eurer Beziehung und öffnet die Tür für kreative Lösungen.

 

 

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                    Petcaster 

 

 

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**  

 

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

 

 

 

 

     

##  Themen 

 

 

 

 - [  Hundetraining und Erziehung  ](/podcasts/themen/hundetraining-und-erziehung)
 
  

 

**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

 

 

         ## Shownotes

  Was, wenn viele Probleme im Alltag mit Hund gar nichts mit „Ungehorsam“ zu tun haben – sondern mit fehlendem Verständnis? In dieser Folge spricht Jan mit Moderator, Autor und Hundetrainer Jochen Bendel über ein Thema, das im Hundetraining ständig auftaucht – aber oft missverstanden wird: Bindung. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum Beziehung und Bindung nicht dasselbe sind und weshalb echte Verbindung nur dann entsteht, wenn wir beginnen, unseren Hund wirklich zu verstehen – statt ihn einfach nur zu erziehen. Es geht um Erwartungen, Missverständnisse und darum, wie sehr unser eigenes Verhalten die Dynamik mit unserem Hund beeinflusst.

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**Shownotes**

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