Der emotionale Abschied: Wie Basenji-Welpen in ihr neues Leben starten

In dieser besonderen und emotionalen Episode des Podcasts The Petfood Family spricht Moderator Jan Dießner mit der Züchterin Mirjam "Miri" Knauerf über einen der prägendsten Momente in der Welpenaufzucht: den Auszug. Die drei Basenji-Welpen, liebevoll „Bongos“ genannt, haben ihr Nest verlassen und sind in ihre neuen Familien gezogen.

Die Episode beleuchtet die praktischen Vorbereitungen wie die Zusammenstellung der Welpenpakete, den emotionalen Umgang mit dem Abschied und die ersten Rückmeldungen aus dem neuen Zuhause. Sie bietet wertvolle Einblicke für angehende Welpenbesitzer, Züchter und alle, die sich für eine verantwortungsvolle Hundezucht interessieren. Die zentrale Frage lautet: Wie gestaltet man den Übergang für Welpen, neue Besitzer und die Mutterhündin so positiv und stressfrei wie möglich?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Umfangreiche Welpenpakete: Ein durchdachtes Paket mit Futter, Spielzeug, Decken mit vertrautem Geruch und Gesundheitsdokumenten erleichtert den Welpen den Start und gibt den neuen Besitzern Sicherheit.
  • Emotionale Belastung für Züchter: Der Abschied ist ein tief emotionaler Prozess, der zeigt, wie viel Herzblut in einer verantwortungsvollen Zucht steckt. Miri betont, dass diese Fähigkeit zum Loslassen eine Grundvoraussetzung für Züchter ist.
  • Nahrungsergänzung im Wachstum: Miri empfiehlt, Welpen im ersten Lebensjahr gezielt mit Nährstoffen für Gelenke, Sehnen und Bänder zu unterstützen. Sie vergleicht dies mit dem Bau eines Hauses: Was in der Bauphase integriert wird, schafft ein stabileres Fundament für das ganze Leben.
  • Anpassungsfähigkeit der Welpen: Die Welpen zeigten sich im neuen Zuhause unerschrocken, selbstbewusst und passten sich schnell an. Sie fraßen gut, schliefen durch und suchten nicht nach Mutter oder Geschwistern - ein Zeichen für eine gute Prägung und Sozialisierung.
  • Die Rolle der Mutterhündin: Die Mutterhündin Zazu verarbeitete den Auszug ihrer Welpen souverän. Sie suchte sie kurz, akzeptierte die Situation dann aber schnell und schien die abgegebene Verantwortung zu genießen.
  • Spezifische Rassebedürfnisse: Miri gibt den Rat einer Zahntierärztin weiter, dass Basenjis, insbesondere im jungen Alter, keine zu harten Kauartikel erhalten sollten, da ihre Zähne brechen könnten.
  • Kommunikation ist der Schlüssel: Der enge und offene Austausch zwischen Züchterin und den neuen Besitzern vor, während und nach der Abgabe ist entscheidend für einen erfolgreichen Start.

Das Welpenpaket: Ein durchdachter Start ins neue Leben

Miri beschreibt detailliert, wie sie die umfangreichen Welpenpakete zusammengestellt hat, um den Übergang für die „Bongos“ und ihre neuen Familien so einfach wie möglich zu gestalten. Ihre Vorratskammer, die zuvor bis unter die Decke gefüllt war, ist nun wieder leer. Die Pakete enthielten eine Mischung aus praktischen Notwendigkeiten, Trainingshilfen und persönlichen Geschenken.

Inhalt der Pakete:

  • Futter & Zubehör: Ein Starterpaket der gewohnten Futtermarke (Mera) mit Trocken- und Nassfutter, Messbecher, einer Futtertonne und Leberwurst-Tuben, die bereits im Training eingesetzt wurden.
  • Training & Gesundheit: Ein Luftkissen („Halbigel“) zur Förderung der Koordination, das bereits aus den gemeinsamen Übungen bekannt war, sowie ein spezielles Gelenkpulver zur Unterstützung im Wachstum.
  • Komfort & Vertrautheit: Jeder Welpe erhielt ein eigenes Tipi-Zelt, das schon im Welpenzimmer stand und als vertrauter Rückzugsort diente. Eine Decke, die nach der Mutter und den Geschwistern roch, sollte zusätzlich Geborgenheit spenden.
  • Spielzeug & Kauartikel: Neben Spielzeugen, die von Freunden und Kunden geschenkt wurden, gab es weiche Kaninchenohren. Miri erklärt, dass Basenjis empfindlichere Zähne haben und harte Kauartikel wie Geweihe vermieden werden sollten.
  • Dokumente & Informationen: Enthalten waren der Impfpass, ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt sowie die negativen Ergebnisse der Kotprobe auf Giardien und Würmer. Zudem erhielten die neuen Besitzer Exemplare der Vereinszeitschrift „Buschtrommel“ des Basenji Klub Deutschland (BKD).

Die wissenschaftliche Grundlage: Nahrungsergänzung im Wachstum

Ein zentraler Bestandteil des Welpenpakets war ein Gelenkpulver. Miri erläutert die Wichtigkeit einer gezielten Nahrungsergänzung im ersten Lebensjahr, um Strukturen wie Knorpel, Sehnen und Bänder zu stärken. Sie nutzt eine anschauliche Metapher, um den Nutzen zu erklären: den „Hausbau“.

Sie vergleicht die Nährstoffe mit Ziegelsteinen. Wenn man ein Haus baut und zusätzliche Steine erhält, kann man die Wände dicker machen oder eine Garage anbauen - die Struktur wird von Grund auf stabiler. Ist das Haus jedoch fertig, können die zusätzlichen Steine nur noch für einen angebauten Pizzaofen verwendet werden. Übertragen auf den Welpen bedeutet das: Nährstoffe, die während der Wachstumsphase zugeführt werden, können optimal in die Entwicklung von Gelenken und Bindegewebe integriert werden. Später im Leben ist eine positive Wirkung zwar noch möglich, aber nicht mehr so fundamental wie im ersten Jahr. Miri betont dabei, dass es auf die richtigen, wissenschaftlich fundierten Produkte in der korrekten Dosierung ankommt.

Der Abschied: Ein emotionaler letzter Abend und der organisierte Auszug

Der Tag des Auszugs war für Miri und ihren Mann Andreas emotional sehr intensiv. Der letzte Abend wurde gemeinsam mit Freunden verbracht, die eine der Hündinnen (Asura, ehemals Pinky) zu sich nahmen. Miri beschreibt einen Moment des „mentalen Breakdowns“ in der Nacht, als ihr die Endgültigkeit des Abschieds bewusst wurde und die Tränen liefen. Sie erklärt, dass diese enge Bindung und der damit verbundene Schmerz ein Zeichen für die Leidenschaft und das Herzblut sind, die sie in die Aufzucht investiert.

Der Auszug am nächsten Morgen war präzise geplant, um den Stress für alle zu minimieren:

  • Asura (Pinky) wurde um 6:45 Uhr abgeholt. Da sie zu engen Freunden kam, fiel dieser Abschied etwas leichter.
  • Anuk (Yelly) folgte bereits um 7:00 Uhr. Die Übergaben wurden bewusst kurzgehalten, um den emotionalen Moment nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
  • Hulk, der Rüde, wurde als Letzter um 10:00 Uhr abgeholt. Die verbleibende Zeit nutzten Miri und Andreas, um sich intensiv nur mit ihm zu beschäftigen. Er war in dieser Zeit nie allein, und auch Mutterhündin Zazu leistete ihm Gesellschaft.

Die Reaktionen: So verarbeiten Mutterhündin und Welpen die Trennung

Sowohl die Welpen als auch Mutterhündin Zazu meisterten die Trennung bemerkenswert gut. Zazu begleitete jeden Welpen zur Tür, schnupperte ein letztes Mal und ging dann ohne Zögern wieder mit ins Haus. Nachdem alle Welpen ausgezogen waren, suchte sie das leere Welpenzimmer einmal systematisch ab, fand aber schnell zur Ruhe. Miri interpretiert ihr tiefes Schlafen danach als Zeichen der Erleichterung und der Abgabe von Verantwortung.

Die Rückmeldungen der neuen Besitzer waren durchweg positiv. Die Welpen zeigten sich selbstsicher und unerschrocken. Keiner von ihnen fremdelte, verweigerte das Futter oder hatte Verdauungsprobleme. Sie erkundeten neugierig ihr neues Umfeld - einer besuchte bereits einen Baumarkt - und schliefen in der ersten Nacht ohne Probleme durch. Laut den Besitzern wirkten die Kleinen so, als seien sie sofort zu Hause angekommen, was Miri als schönste Bestätigung ihrer Arbeit ansieht.

Praktische Tipps für die ersten Tage im neuen Zuhause

Aus den Erzählungen von Miri und den Rückmeldungen der neuen Besitzer lassen sich konkrete Handlungsempfehlungen für die Eingewöhnung eines Welpen ableiten:

  1. Vertraute Objekte bereitstellen: Ein Gegenstand wie das Tipi-Zelt oder eine Decke mit dem Geruch des alten Zuhauses bietet dem Welpen einen sicheren Rückzugsort.
  2. Bekannte Routinen fortsetzen: Übungen, die der Welpe bereits kennt (z. B. auf dem Luftkissen), schaffen positive Verknüpfungen und stärken die Bindung.
  3. Ruhephasen ermöglichen: Achte darauf, dass der Welpe von selbst zur Ruhe kommt. Die Basenji-Welpen suchten selbstständig ihre Schlafplätze auf, wenn sie müde waren - ein Zeichen für eine gute Selbstregulation.
  4. Neue Umgebungen dosiert erkunden: Kurze und positive Ausflüge, wie ein Besuch im Baumarkt, fördern die Sozialisierung, ohne den Welpen zu überfordern.
  5. Kontakt zum Züchter halten: Nutze den Züchter als erste Anlaufstelle bei Fragen. Der offene Austausch gibt Sicherheit und hilft, anfängliche Unsicherheiten zu klären.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

In Woche neun des Welpenspecials begleiten wir Jan und Mirjam beim emotionalen Abschied von den Welpen. Sie enthüllen die liebevollen Details ihrer Vorbereitungen, angefangen bei den einzigartigen Abschiedsgeschenken bis hin zu den ersten Momenten der Welpen mit ihren neuen Familien. Diese Episode ist erwartungsgemäß gefühlvoll, geprägt von tiefen Einblicken in den letzten Abend zusammen und den erfolgreichen Start der Welpen in ein neues Leben. Eine warmherzige Folge, die den liebevollen Aufwand hinter der Aufzucht beleuchtet und in einen hoffnungsvollen Neuanfang für die Welpen mündet. Podigee Copytext

Shownotes