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# Hundebegegnungen an der Leine: Was du in brenzligen Situationen tun kannst

 



            **Podcast:** 

   [Sitz! Platz! Bleibt! - der Hundepodcast mit Nicole Borowy und Sami El Ayachi](/podcast/sitz-platz-bleibt) 

              **Erscheinungsdatum:** 

   11. Juni 2026 

            **Länge:** 

   00:30:56 

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://sitz-platz-bleibt.podigee.io/62-61-das-hatte-man-kommen-sehen-konnen) 

 

 

 

 





 ![#61 Das hätte man kommen sehen können](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2026-06/28a54c57-b3a3-43b8-ad65-74ccd09dd25c.jpg.webp?itok=9OYtGt5Q) 

###   \#61 Das hätte man kommen sehen können  

   11. Juni 2026 · [Sitz! Platz! Bleibt! - der Hundepodcast mit Nicole Borowy und Sami El Ayachi](/podcast/sitz-platz-bleibt)

  

 

 





 

Stell dir vor: Du bist mit deinem Hund entspannt auf der morgendlichen Runde unterwegs, als am Ende der Straße ein anderes Mensch-Hund-Team auftaucht. Sofort schaltet dein Gehirn in den Scan-Modus. Ist der andere Hund angeleint? Wirkt er freundlich oder angespannt? Wie verhält sich der Mensch am anderen Ende der Leine? Diese alltägliche Szene kann für viele Hundebesitzer schnell zu einer Stresssituation werden. In der neuesten Folge ihres Podcasts [Sitz! Platz! Bleibt!](https://www.petcaster.de/podcast/sitz-platz-bleibt) nehmen sich die Hundetrainer Nicole Borowy und Sami El Ayachi genau dieses Themas an. Anhand einer konkreten Alltagssituation analysieren sie, was bei Hundebegegnungen schiefläuft und wie wir - sowohl als Betroffene als auch als Halter eines reaktiven Hundes - souverän und fair agieren können. Diese Episode ist ein Muss für jeden, der sich mehr Gelassenheit und Sicherheit im Umgang mit anderen Hunden wünscht.

### Das Wichtigste auf einen Blick

- **Vorausschauendes Handeln ist alles:** Deine wichtigste Aufgabe ist es, die Umgebung zu lesen und potenzielle Konflikte frühzeitig zu erkennen. Proaktives Management, wie ein Wechsel der Straßenseite, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von großer Fürsorge für alle Beteiligten.
- **Fokus auf den eigenen Hund:** Du kannst das Verhalten anderer Menschen und Hunde nicht kontrollieren. Konzentriere dich darauf, deinem Hund Sicherheit zu geben und ihn bestmöglich durch die Situation zu führen. Das reduziert nicht nur seinen Stress, sondern auch deinen eigenen.
- **Verständnis statt Verurteilung:** Sami macht deutlich, dass hinter der Passivität oder dem scheinbar falschen Verhalten eines anderen Halters oft Unsicherheit, Unwissenheit oder schlicht Überforderung steckt. Ein vorschnelles Urteil verschärft die Situation nur.
- **Der unterschätzte Faktor - deine eigene Stimmung:** Eine freundliche Begrüßung eines Nachbarn kann ausreichen, um die Konzentration deines Hundes zu brechen. Nicole schildert eindrücklich, wie ihre eigene, nach außen gerichtete Kommunikation das Training mit ihrem Hund Jaxon torpedierte. Solche realen Szenarien gehören ins Training.
- **Eine Kultur der Rücksichtnahme:** Letztendlich plädieren beide Hosts für ein respektvolles Miteinander. Es geht darum, Verantwortung für das eigene Tier zu übernehmen, anstatt sie auf andere abzuwälzen oder passiv zu hoffen, dass schon nichts passieren wird.

## Die Ausgangssituation: Eine alltägliche Begegnung, die kippt

Die Diskussion beginnt mit einer sehr anschaulichen Schilderung von Nicole. Sie war mit ihrem 12-jährigen, schon etwas gebrechlichen Hund Carlo unterwegs. Auf dem Bürgersteig kam ihnen ein Mann mit seinem Hund entgegen. Schon aus 200 Metern Entfernung bemerkte Nicole, wie der andere Hund seine Körpersprache veränderte: Er baute sich auf, wurde steifer und fixierte Carlo. Sein Halter schien dies zwar zu bemerken - sein Blick war auf den eigenen Hund gerichtet -, unternahm aber nichts. Vorausschauend wechselte Nicole auf die andere Straßenseite, um Druck aus der Situation zu nehmen. Doch als sie auf gleicher Höhe waren, eskalierte es: Der fremde Hund sprang mit voller Wucht in die Leine und bellte aggressiv in ihre Richtung, während der Halter seinen Hund nur mit unwirksamen Zurechtweisungen zu bändigen versuchte. Diese Szene ist der Ausgangspunkt für eine tiefgehende Analyse.

## Deine Rolle im Konflikt: Deeskalation als oberstes Gebot

Was hätte Nicole anders machen können? Sami analysiert ihr Verhalten und kommt zu einem klaren Schluss: Sie hat fast alles richtig gemacht. Der Wechsel der Straßenseite war eine souveräne und sozial verantwortungsvolle Entscheidung. Sie hat Distanz geschaffen - das wirksamste Mittel, um eine Eskalation zu verhindern. Das ist nicht nur für die Hunde stressfreier, sondern gibt auch dir als Halter das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen. Als zusätzliche Option schlägt Sami vor, den eigenen Hund auf die von der Begegnung abgewandte Seite zu nehmen. So wird der eigene Körper zu einer zusätzlichen Barriere und der Hund wird weniger direkt mit dem Reiz konfrontiert. Es geht darum, dem eigenen Hund zu zeigen: Ich sehe die Gefahr und ich kümmere mich darum. Diese proaktive Haltung ist der Schlüssel zu mehr Sicherheit und Vertrauen.

## Die andere Seite der Leine: Warum reagiert der andere Halter nicht?

Doch was passiert auf der anderen Seite? Warum hat der Mann nicht früher eingegriffen? Hier warnt Sami davor, vorschnell zu urteilen. Er zeichnet ein vielschichtiges Bild möglicher Ursachen. Viele Menschen bewegen sich heute wie in einem Kokon - mit Kopfhörern in den Ohren oder dem Blick auf dem Handy nehmen sie ihre Umwelt kaum noch wahr. Sie bemerken die Anspannung ihres Hundes erst, wenn es schon fast zu spät ist. Andere sind vielleicht einfach überfordert, haben schon vieles erfolglos probiert und hoffen nun bei jeder Begegnung, dass es diesmal gut geht. Vielleicht ist es auch ein Moment der Scham, der sie lähmt. Oder sie wissen schlichtweg nicht, wie sie reagieren sollen. Sami betont, dass man nie die ganze Geschichte kennt. Anstatt den anderen Halter innerlich oder sogar lautstark zu verurteilen, ist es hilfreicher, sich auf das eigene Management zu konzentrieren. Ein aggressiver verbaler Gegenangriff gießt nur Öl ins Feuer und hilft niemandem - am wenigsten den Hunden.

## Die unsichtbare Herausforderung: Dein eigener Einfluss auf den Hund

Eine besonders spannende Erkenntnis liefert eine zweite Anekdote von Nicole. Sie trainierte mit ihrem Hund Jaxon gerade die Leinenführigkeit, als ihnen Nachbarn mit drei Hunden entgegenkamen. Zunächst lief alles gut, doch als Nicole die Nachbarn freundlich grüßte, verlor Jaxon die Konzentration und zog an der Leine. In dem Moment, in dem sie ihre Aufmerksamkeit vom Hund auf die Menschen richtete und ihre Energie von konzentriert zu freundlich-sozial wechselte, brach die Vereinbarung zwischen ihr und ihrem Hund. Sami erklärt, dass genau das eine Trainingslücke ist, die viele übersehen. Wir üben oft unter sterilen Bedingungen, aber vergessen, den Hund darauf vorzubereiten, dass wir auch in Interaktion mit der Umwelt treten. Ein Hund muss lernen, seine Aufgabe (zum Beispiel ruhig neben uns zu laufen) auch dann beizubehalten, wenn wir uns kurz einem anderen Menschen zuwenden. Dies in kleinen, gestellten Schritten zu trainieren, ist ein wichtiger Baustein für einen alltagstauglichen Hund.

## Verantwortung übernehmen statt abgeben: Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander

Immer wieder kehrt das Gespräch zu einem zentralen Punkt zurück: der Frage der Verantwortung. Nicole und Sami kritisieren eine weitverbreitete Haltung, die Verantwortung für das eigene Handeln auf andere abzuwälzen. Sei es der Halter, der seinen freilaufenden Hund auf andere zurennen lässt mit den Worten, er interessiere sich nicht für andere, oder die Hundebesitzerin, die fragt, ob sie ihren Hund denn anleinen \*solle\*, anstatt selbst eine Entscheidung zu treffen. Ein souveräner Umgang bedeutet, die Verantwortung für den eigenen Hund und dessen Verhalten zu 100 % zu übernehmen. Dazu gehört, den Hund im Zweifel anzuleinen, ihn aus Situationen herauszunehmen, die ihn überfordern, und sich aktiv um ein Training zu bemühen, das ihn auf die Herausforderungen des Alltags vorbereitet. Der Appell der beiden ist klar: Seid rücksichtsvoll, kommuniziert klar und freundlich und seht jede Begegnung als eine Gelegenheit, als Team mit eurem Hund zu wachsen.

## Praktische Schritte für entspanntere Hundebegegnungen

Aus der Diskussion lassen sich konkrete Handlungsempfehlungen ableiten, die du sofort umsetzen kannst:

1. **Sei ein Scanner, kein Spaziergänger:** Trainiere deinen Blick darauf, die Umgebung und andere Teams frühzeitig zu erfassen. Je früher du eine potenziell schwierige Situation erkennst, desto mehr Handlungsoptionen hast du.
2. **Schaffe proaktiv Distanz:** Warte nicht, bis es knallt. Wechsle die Straßenseite, biege in eine andere Straße ab oder nutze ein parkendes Auto als Sichtschutz. Distanz ist dein bester Freund.
3. **Manage deinen Hund aktiv:** Halte die Leine kurz, aber locker. Positioniere dich zwischen deinem Hund und dem anderen Hund. Gib deinem Hund eine klare Aufgabe, zum Beispiel ein "Schau"-Signal, um seine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.
4. **Kommuniziere klar und ruhig (falls nötig):** Wenn du angesprochen wirst oder selbst das Gespräch suchen musst, bleibe ruhig und sachlich. Ein einfaches "Mein Hund mag keine nahen Kontakte" ist oft wirksamer als ein vorwurfsvoller Ton.
5. **Trainiere für die Realität:** Baue gezielt Übungen ein, bei denen du lernst, auch unter Ablenkung souverän zu bleiben. Bitte einen Freund, als "Störfaktor" zu agieren, an dem ihr vorbeigehen müsst, während ihr euch kurz unterhaltet. So bereitest du dich und deinen Hund auf den Ernstfall vor.

 

 

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                    Petcaster 

 

 

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**  

 

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

[Mehr über das Projekt Petcaster](/ueber-uns)

 

 

 

 

     

##  Themen 

 

 

 

 - [  Hundetraining und Erziehung  ](/podcasts/themen/hundetraining-und-erziehung)
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**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

 

 

         ## Shownotes

  Rücksicht, Kommunikation und Missverständnisse an der Leine

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[Videokurs von Sami](https://www.kosmos.de/de/korpersprachlich-arbeiten-video-kurs-mit-sami-el-ayachi_1900308_900308)

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