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# Macht er das mit Absicht? Warum wir das Verhalten unserer Hunde oft missverstehen

 



            **Podcast:** 

   [Sitz! Platz! Bleibt! - der Hundepodcast mit Nicole Borowy und Sami El Ayachi](/podcast/sitz-platz-bleibt) 

              **Erscheinungsdatum:** 

   5. März 2026 

            **Länge:** 

   00:31:45 

    [         Link zur Episode (extern)   ](https://sitz-platz-bleibt.podigee.io/48-47) 

 

 

 

 





 ![#47 Das macht der doch mit Absicht! – Über unhöfliche Hunde und unsere eigenen Emotionen](https://www.petcaster.de/sites/default/files/styles/podcast_n_episode_metadata_image_1x/public/2026-03/114ffb66-c31a-4e3e-bdc4-ef9863371d23.jpg.webp?itok=0KBztIXO) 

###   \#47 Das macht der doch mit Absicht! – Über unhöfliche Hunde und unsere eigenen Emotionen  

   5. März 2026 · [Sitz! Platz! Bleibt! - der Hundepodcast mit Nicole Borowy und Sami El Ayachi](/podcast/sitz-platz-bleibt)

  

 

 





 

Stell dir diese Szene vor: Du bist auf dem Spaziergang, und dein Hund, der die Leinenführigkeit eigentlich beherrscht, zieht plötzlich wieder wie am ersten Tag. Dein erster Gedanke, gefärbt von Frust: "Das macht er doch mit Absicht, um mich zu ärgern!" Genau diesem Gefühl, das so viele von uns kennen, widmen sich die Hundetrainer:innen Nicole Borowy und Sami El Ayachi in einer nachdenklichen Episode ihres Podcasts [*Sitz! Platz! Bleibt!*](https://www.petcaster.de/podcast/sitz-platz-bleibt). Sie tauchen tief in die komplexe Welt der hündischen Motivation und menschlichen Interpretation ein und stellen eine entscheidende Frage: Handeln Hunde wirklich aus Bosheit, oder projizieren wir nur unsere eigenen Emotionen auf sie?

Diese Diskussion ist weit mehr als eine theoretische Übung. Die Antwort, die wir für uns finden, formt unsere Reaktionen, unser Training und letztlich die gesamte Beziehung zu unserem Hund. Gehen wir von einer bewussten Provokation aus, reagieren wir schnell mit Härte und Ungeduld. Erkennen wir aber, dass hinter dem Verhalten vielleicht etwas ganz anderes steckt - Stress, Unsicherheit oder schlicht ein innerer Impuls -, öffnet sich die Tür zu mehr Verständnis, Geduld und effektiveren Lösungen.

## Das Wichtigste auf einen Blick

- **Absicht ist eine menschliche Interpretation:** Der Gedanke, ein Hund wolle uns gezielt ärgern, ist meist eine Vermenschlichung (Anthropomorphismus). Sami betont, dass wir die wahren Gedanken des Hundes nicht kennen können und oft unsere eigene Frustration in sein Verhalten hineinlesen.
- **Egozentrische Ziele statt Bosheit:** Wenn ein Hund eine Handlung unterbricht oder verweigert, verfolgt er in der Regel ein eigenes, egozentrisches Ziel (z. B. "Ich will nicht weitergehen" oder "Ich will dorthin schnüffeln"), anstatt bewusst gegen uns zu handeln.
- **Unsere Emotionen sind der Schlüssel:** Unsere eigene Stimmung - aufgestauter Ärger, Ungeduld, Stress - wird vom Hund sensibel wahrgenommen und beeinflusst sein Verhalten massiv. Anstatt die eigene Laune vom Hund bestimmen zu lassen, sollten wir lernen, unsere Emotionen selbst zu regulieren.
- **Kontext schlägt Konsistenz:** Die Tagesform deines Hundes ist entscheidend. Wie Nicole an ihrem Hund Jaxon beobachtet, können Faktoren wie Pubertät, ein anstrengender Tag oder hohe Umweltreize die Fähigkeit zur Kooperation stark beeinflussen. Ein Patentrezept für jeden Tag gibt es nicht.
- **Authentizität ist wirksamer als unterdrückter Ärger:** Anstatt Frust herunterzuschlucken, bis er explodiert, plädiert Sami für eine ehrliche und faire Kommunikation. Ein klares, ruhiges Signal im richtigen Moment ist oft hilfreicher als eine verzögerte, emotional aufgeladene Reaktion.
- **Kooperation hängt von Kompetenz ab:** Hunde kooperieren nicht mit jedem gleich. Sie orientieren sich an der Person, die ihnen Sicherheit, Klarheit und Verlässlichkeit vermittelt. Deine wahrgenommene Kompetenz als Mensch ist ein entscheidender Faktor für die Bereitschaft deines Hundes, sich anzupassen.

## Die Falle der Vermenschlichung: Projizieren wir unsere Gefühle?

Die Diskussion startet mit einem Klassiker: dem Ziehen an der Leine. Nicole beschreibt, wie ihr junger Hund Jaxon phasenweise perfekt läuft, sich dann aber in seiner eigenen Dynamik verliert und nach vorne prescht. Der menschliche Impuls ist hier oft, dem Hund eine bewusste Entscheidung gegen uns zu unterstellen. Sami wirft jedoch sofort ein, dass dies eine reine Interpretation sei. Er regt an, die Perspektive zu wechseln: Der Hund will uns nicht ärgern; er folgt einfach seinem eigenen Bewegungsdrang, einem interessanten Geruch oder vergisst im Eifer des Gefechts die gelernten Regeln. Es ist ein Handeln für sich selbst, nicht gegen den Menschen.

Diese Unterscheidung ist fundamental. Sobald wir aufhören, das Verhalten persönlich zu nehmen, entziehen wir dem Konflikt die emotionale Schärfe. Ich kenne das aus eigener Erfahrung nur zu gut. Wenn mein Hund im Eifer des Spiels einen Rückruf ignoriert, ist mein erster, alter Reflex ein Stich der Enttäuschung. Doch wenn ich kurz innehalte und die Situation analysiere, sehe ich oft einen Hund, der so tief im Spiel versunken ist, dass mein Ruf ihn schlicht nicht durchdringt. Das Problem ist dann nicht sein Ungehorsam, sondern meine unrealistische Erwartung in diesem hoch emotionalen Moment.

## Wenn Verhalten doch gezielt wirkt: Egoismus statt Bosheit

Sami differenziert jedoch sehr klug. Es gibt durchaus Situationen, in denen das Verhalten eines Hundes klar gegen den Menschen gerichtet ist. Sein Beispiel: Ein Hund, der langsamer wird, plötzlich hochspringt und dem Menschen in den Arm beißt, um ihn am Weitergehen zu hindern. Handelt der Hund hier aus Bosheit? Sami argumentiert, dass auch hier die Motivation eher egozentrisch als bösartig ist. Der Hund will nicht primär den Menschen verletzen oder ärgern, sondern sein eigenes Ziel durchsetzen: die aktuelle Handlung zu stoppen. Er kommuniziert auf eine sehr direkte, wenn auch für uns inakzeptable Weise seinen Unwillen.

Dieses Umdenken ist ein echter Game-Changer. Es verwandelt eine gefühlte Machtprobe in eine Kommunikationslücke. Die Frage ist nicht mehr: "Wie setze ich mich gegen meinen rebellischen Hund durch?", sondern: "Warum will mein Hund diese Situation beenden, und wie kann ich ihm auf eine bessere Weise beibringen, mit mir zu kooperieren?".

## Die Macht unserer Emotionen: Wie wir unbewusst das Training sabotieren

Ein zentraler Punkt der Episode ist die Rolle unserer eigenen Gefühlswelt. Sami zeichnet ein sehr treffendes Bild des typischen Ablaufs bei aufkommendem Frust: Der Hund macht einen Fehler. Beim ersten Mal korrigieren wir noch geduldig und freundlich, obwohl innerlich bereits ein kleines Feuer zu schwelen beginnt. Beim zweiten Mal ist die Korrektur schon angespannter. Wir schlucken den Ärger herunter, aber unsere Körpersprache, unser Tonfall und unsere Energie verraten uns längst. Spätestens beim dritten Mal platzt uns der Kragen, und wir reagieren überzogen.

Sami erklärt, dass Hunde diese subtilen Veränderungen in unserer Stimmung präzise wahrnehmen. Unsere unterdrückte Wut schafft eine angespannte Atmosphäre, die den Hund verunsichert und eine Kooperation noch unwahrscheinlicher macht. Sein Rat ist ebenso einfach wie herausfordernd: Sei authentisch, aber fair. Anstatt den Frust zu stauen, ist es oft besser, im allerersten Moment, in dem das unerwünschte Verhalten ansetzt, ein klares und ruhiges Signal zu senden. Ein souveränes "Heute nicht" kann eine Eskalation verhindern und zeigt dem Hund eine verlässliche Grenze, ohne die Beziehung durch emotionale Ausbrüche zu belasten.

## Der Kontext ist König: Warum jeder Tag anders ist

Nicole bringt mit ihrer Erfahrung mit Jaxon einen weiteren, entscheidenden Faktor ins Spiel: die Tagesform. Ein perfekter Spaziergang am Morgen garantiert noch lange keinen entspannten Abend. Nach einem langen, ruhigen Tag im Büro kann sich bei einem jungen Hund ein enormer Bewegungsdrang aufstauen, der eine ruhige Leinenführigkeit unmöglich macht. Die Pubertät, mit ihren hormonellen Schwankungen, tut ihr Übriges.

Wir neigen dazu, von unseren Hunden eine maschinelle Konsistenz zu erwarten. Sie sollen immer und überall funktionieren. Doch das ist, wie Sami betont, eine unrealistische Erwartungshaltung. Statt stur am Trainingsplan festzuhalten, ist Flexibilität gefragt. An Tagen, an denen einfach nichts klappt, kann eine Schleppleine, wie Nicole sie nutzt, Druck aus der Situation nehmen. Sie erlaubt dem Hund, seinen Bedürfnissen nachzugehen, ohne dass wir in einen ständigen Konflikt geraten. Es geht darum, kreativ zu werden und die Rahmenbedingungen an die jeweilige Situation anzupassen, anstatt den Hund mit Gewalt in unsere Vorstellung zu pressen.

## Praktische Schritte: Von der Theorie zur Tat

Die Erkenntnisse aus dem Gespräch lassen sich in konkrete Handlungsempfehlungen für den Alltag übersetzen:

1. **Vollziehe einen Perspektivwechsel:** Wenn dein Hund dich das nächste Mal frustriert, halte kurz inne. Frage dich nicht: "Warum tut er mir das an?", sondern: "Was treibt ihn gerade an? Welches Bedürfnis steckt dahinter?". Dieser kleine gedankliche Schritt kann deine gesamte Reaktion verändern.
2. **Manage deine eigenen Emotionen:** Du bist der Regisseur der Situation. Lass nicht zu, dass das Verhalten deines Hundes deine Stimmung diktiert. Wenn du merkst, dass Ärger in dir aufsteigt, nimm eine Auszeit. Atme tief durch, brich die Übung ab und versuche es später mit einem klaren Kopf erneut.
3. **Kommuniziere frühzeitig und fair:** Reagiere nicht erst, wenn das Fass übergelaufen ist. Gib deinem Hund ein klares, ruhiges und faires Feedback im ersten Ansatz von unerwünschtem Verhalten. Ein souveränes Stoppsignal ist wirkungsvoller als ein späterer Wutausbruch.
4. **Sei flexibel und kreativ:** Jeder Tag ist anders. Akzeptiere die Tagesform deines Hundes (und deine eigene). Habe einen Plan B für schwierige Tage parat. Manchmal ist es klüger, das Trainingsziel anzupassen, als einen aussichtslosen Kampf zu führen.

 

 

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                    Petcaster 

 

 

  **Zusammengefasst von Anja Schirwinski**  

 

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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##  Themen 

 

 

 

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**Hinweis:** *Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.*

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

 

 

         ## Shownotes

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[Sami El Ayachi](https://www.longieren-mit-hund.de/)

[Videokurs von Sami](https://www.kosmos.de/de/korpersprachlich-arbeiten-video-kurs-mit-sami-el-ayachi_1900308_900308)

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