Tierisch Menschlich: Bullmastiff, Erziehung & Hundesprache

001: Wir sind wieder da -  Tierisch Menschlich kehrt zurück!

001: Wir sind wieder da - Tierisch Menschlich kehrt zurück!

25. Februar 2026 · Tierisch Menschlich

Wer dachte, die Welt sei in den letzten Wochen ruhiger geworden, wird in der Willkommens-Episode von Tierisch Menschlich eines Besseren belehrt. Nach einer kurzen Pause kehren der Hundeprofi Martin Rütter und die Wissenschaftsjournalistin Katharina Adick zurück - und das mit frischem Wind und prominenten Stimmen im Gepäck. Doch keine Sorge, trotz Star-Allüren und neuen Rubriken bleibt der Kern des Podcasts erhalten: eine unterhaltsame Mischung aus fachkundigem Hundewissen, scharfsinnigen Alltagsbeobachtungen und dem gewohnt humorvollen Schlagabtausch der beiden Moderatoren. In dieser Folge geht es um weit mehr als nur Hunde. Es ist eine Erkundung dessen, was es bedeutet, Beziehungen aufzubauen - sei es zu einem sanften Riesen wie dem Bullmastiff, zu einem verspielten Welpen im Training oder sogar zu unseren eigenen, oft trügerischen Erinnerungen. Die zentrale Frage, die sich durch die Episode zieht, ist: Wie viel Eigenständigkeit und Charakter dürfen unsere tierischen (und menschlichen) Begleiter haben, und wo beginnt die Notwendigkeit für klare Regeln?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Bullmastiff ist kein Hund für Anfänger. Hinter seiner oft gemütlichen Fassade verbirgt sich ein wachsamer und territorialer Charakter. Martin betont, dass eine extrem frühe und positive Sozialisierung mit Menschen und anderen Hunden unerlässlich ist, um späteren Problemen vorzubeugen.
  • Erziehung ist nicht gleich Dressur. Ein Hund, der in einer vertrauten Umgebung nicht sofort auf ein Kommando hört, ist nicht unerzogen. Martin erklärt, dass dieses Verhalten oft ein Zeichen von Sicherheit und einer guten Bindung ist. Absolute Folgsamkeit ist nur in sicherheitsrelevanten Situationen entscheidend.
  • Hunde und Kleinkinder lernen Sprache auf verblüffend ähnliche Weise. Eine neue Studie zeigt, dass beide durch "Belauschen" von Gesprächen neue Wörter lernen. Das unterstreicht laut Katharina die hochentwickelten sozialen Fähigkeiten von Hunden.
  • Ständige Kommunikation formt die Entwicklung. Martins bewegende Anekdote über eine Mutter, die kaum mit ihrem Baby sprach, weil es "sowieso nichts versteht", dient als eindringliche Mahnung. Frühe Interaktion - durch Sprache, Mimik und Berührung - ist die Grundlage für eine gesunde emotionale und kognitive Entwicklung.

Willkommen zurück: Neue Stimmen und alte Running Gags

Die Freude über die Rückkehr des Podcasts ist bei den Hörern groß, und auch die Moderatoren scheinen ihr wöchentliches Ventil vermisst zu haben. Die Episode startet mit einer humorvollen Abrechnung: Katharina hat sich durchgesetzt und Martins geliebtes Intro verbannt. Als Kompromiss darf der Song aber weiterhin das Rasseportrait einrahmen - ein kleiner Sieg für Martin. Doch das ist nicht die einzige Neuerung. Der Podcast wurde mit neuen Jingles und prominenten Sprechern aufgerüstet, darunter Bettina Rust, Bernhard Hoëcker, Atze Schröder und Paul Panzer. Das verleiht den bekannten Rubriken eine frische und oft sehr lustige Note.

Im persönlichen Teil erzählt Martin von seinem Großneffen, einem überzeugten Metallica-Fan, dessen Kindergarten ihm zu Karneval mit Heavy-Metal-Musik einen unvergesslichen Einmarsch bereitete. Eine wunderbare Geschichte über Individualität und Akzeptanz. Katharina kontert mit einem wissenschaftlichen Einblick aus ihrer Arbeit: Unsere Erinnerungen sind keineswegs so zuverlässig, wie wir glauben. Bei jedem Abruf können sie sich leicht verändern, was erklärt, warum Familiengeschichten oft so viele verschiedene Versionen haben. Ein Gedanke, der nicht nur für menschliche Beziehungen, sondern auch für die Interpretation des Verhaltens unserer Hunde relevant ist.

Rasseportrait: Der Bullmastiff - Sanfter Riese mit starkem Charakter

Im Zentrum des fachlichen Teils steht diesmal der Bullmastiff. Martin zeichnet das Bild eines Hundes, der oft unterschätzt wird. Sein Erscheinungsbild - kraftvoll, massig und mit einem quadratischen Schädel - lässt ihn manchmal schwerfällig wirken. Doch dieser Eindruck täuscht. Bullmastiffs können eine enorme Dynamik und Wucht entwickeln. Ursprünglich als "Gamekeeper's Night Dog" in England gezüchtet, um Wilderer abzuschrecken, besitzen sie einen tief verwurzelten Schutz- und Wachtrieb. Sie sind Fremden gegenüber von Natur aus skeptisch und sehr territorial.

Das macht sie zu einer Rasse, bei der die frühe Prägungs- und Sozialisierungsphase über alles entscheidet. Martin warnt davor, die anfängliche Skepsis eines jungen Bullmastiffs als spielerische Überdrehtheit abzutun. Ohne eine konsequente und vor allem positive Führung kann sich diese Skepsis zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Ein ausgewachsener, unverträglicher Bullmastiff ist aufgrund seiner Kraft kaum zu handhaben. Gleichzeitig sind diese Hunde keine Fans ständiger Wiederholungen und haben einen recht eigenständigen Kopf. Harte Erziehungsmethoden, zu denen Halter aufgrund der stoischen Art der Hunde manchmal neigen, sind laut Martin völlig fehl am Platz und kontraproduktiv. Wie bei jedem Hund führen auch hier Geduld und positive Verstärkung zum Ziel.

Trudis Tagebuch: Die feine Linie zwischen Erziehung und Dressur

Katharinas Hündin Trudi macht sich prächtig in der Hundeschule und erntet viel Lob. Ein besonderer Erfolg: Sie ließ sich mitten in der Jagd von einem Mauswiesel und einem Wasserhuhn abrufen. Doch Martin wäre nicht Martin, wenn er nicht einen wunden Punkt finden würde. Er erinnert Katharina an eine Situation im Büro, in der Trudi sie zunächst ignorierte und erst auf das Rascheln der Leckerlitüte reagierte.

Diese Anekdote nutzt er für eine wichtige Lektion, die vielen Hundehaltern die Augen öffnen dürfte. Er erklärt, dass ein Hund, der in einer sicheren und vertrauten Umgebung nicht sofort pariert, keineswegs schlecht erzogen ist. Im Gegenteil: Es zeigt, dass der Hund sich entspannt und sicher fühlt und nicht ständig in Alarmbereitschaft sein muss. Er vergleicht es mit dem Verhalten seiner eigenen Hunde auf dem Hof. Dort sind sie viel eigenständiger als in fremder Umgebung, wo sie sich stark an ihm orientieren. Martin unterscheidet hier klar zwischen Dressur - dem mechanischen Ausführen von Kommandos, das oft im Hundesport zu sehen ist - und Erziehung, die eine Beziehung auf Augenhöhe mit klaren Grenzen und viel Freiraum beschreibt. Ein Hund darf und soll eine eigene Persönlichkeit haben und eigene Entscheidungen treffen, solange die Sicherheit nicht gefährdet ist.

Wissenschaftsnuggets: Wie Hunde lauschen und Erinnerungen trügen

Die Rubrik Neues aus der Wissenschaft, pointiert vorgetragen von Bernhard Hoëcker, beleuchtet eine Studie, die den Spracherwerb von Hunden mit dem von 18 Monate alten Kleinkindern vergleicht. Das erstaunliche Ergebnis: Beide lernen neue Begriffe für Gegenstände auf sehr ähnliche Weise - nämlich durch passives Zuhören und Beobachten von Interaktionen zwischen Dritten. Wenn ein Hund oder ein Kind wiederholt sieht und hört, wie zwei Menschen über ein Buch sprechen und dabei auf das Objekt zeigen, verknüpft es den Klang mit dem Gegenstand. Für Katharina ist das ein weiterer Beleg für die komplexen sozialen und kognitiven Fähigkeiten von Hunden, wie Empathie und die Fähigkeit, die Perspektive anderer zu verstehen.

Dieser wissenschaftliche Einblick führt Martin zu einer persönlichen und sehr ernsten Geschichte. Er erzählt von einer jungen Mutter, die fast nie mit ihrem Baby sprach, weil sie der festen Überzeugung war, es verstehe sie ohnehin nicht. Ein zutiefst trauriger Moment, der die fundamentale Bedeutung von früher Kommunikation verdeutlicht. Es geht nicht darum, dass ein Säugling Wörter versteht, sondern darum, durch Sprache, Mimik und Zuwendung eine emotionale Verbindung aufzubauen und die neuronale Entwicklung zu fördern. Eine Diskussion über einen "Kinderführerschein" schließt sich an, wobei Martin nicht staatliche Kontrolle, sondern mehr proaktive Unterstützung und Aufklärung für junge Eltern fordert.

Von trinkfesten Politikern und parasitären Partnern

Für Erheiterung sorgt eine Anekdote aus der deutschen Politik. Martin berichtet von einer internen Mail des CDU-Parteitags, in der die Aussteller gebeten wurden, den Ausschank von Alkohol zeitweise einzustellen. Der Grund: Man wollte sicherstellen, dass die Delegierten bis zum Ende der Sitzung im Plenarsaal bleiben, anstatt sich an den Ständen zu vergnügen. Eine unfreiwillig komische Episode, die zeigt, dass manchmal auch in den höchsten politischen Kreisen mit den einfachsten Mitteln für Disziplin gesorgt werden muss.

Praktische Schritte für den Alltag

  1. Sozialisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon: Wenn du einen Hund einer wachsamen Rasse wie dem Bullmastiff hast, reicht die Welpenschule nicht aus. Sorge kontinuierlich für positive Begegnungen. Lade gezielt verschiedene Menschen ein, lass sie deinen Hund füttern und schaffe entspannte Situationen. Jeder positive Kontakt ist eine Einzahlung auf das „Vertrauenskonto“ deines Hundes.
  2. Bewerte das Verhalten deines Hundes im Kontext: Ignoriert dein Hund dich zu Hause, wenn du ihn rufst, während er döst? Frag dich, ob das Kommando in diesem Moment wirklich wichtig ist. Wenn keine Gefahr droht, ist es oft ein Zeichen von Entspannung. Übe wichtige Signale stattdessen gezielt in Situationen, in denen du die volle Aufmerksamkeit deines Hundes hast. So bleibt das Training positiv und die Beziehung stark.
  3. Sprich mit deinem Tier: Die Wissenschaft zeigt, dass Hunde enorm von unserer Sprache profitieren. Erzähle deinem Hund von deinem Tag, kommentiere, was du gerade tust, und benenne Gegenstände. Er lernt nicht nur einzelne Kommandos, sondern auch die Melodie deiner Sprache, deine Stimmungen und die Rituale eures Zusammenlebens. Das stärkt die Bindung ungemein.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Nach einer kleinen Pause sind Martin Rütter und Katharina Adick endlich zurück – mit neuen Rubriken, prominenten Stimmen und jeder Menge tierisch-menschlicher Abschweifungen.

In der ersten Folge geht es um Hundeerziehung vs. Beziehung, kuriose Tiere aus der Tiefsee, erstaunliche Forschung zum Sprachverständnis von Hunden und natürlich um den ganz normalen Wahnsinn des Alltags.

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Martin Rütter jetzt auf großer Abschiedstour! Tickets und weitere Produkte für Hundemenschen gibt es im Martin Rütter Online Shop: https://shop.martinruetter.com/pages/live-tour

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