Tierisch Menschlich: Medical Training und der Englische Pointer

019: Aufgespürt und ausgekotzt

019: Aufgespürt und ausgekotzt

28. Oktober 2026 · Tierisch Menschlich

Ein Labrador jagt eine invasive Art namens Meereskotze, und wie Du Deinen Hund stressfrei an Tierarztbesuche gewöhnst - darum geht es in dieser Folge des Podcasts Tierisch Menschlich. In der Episode Aufgespürt und ausgekotzt tauchen die Moderatoren Martin Rütter und Katharina Adick wieder tief in die Welt der Hunde ein. Sie beleuchten die anspruchsvolle Natur des Englischen Pointers, der als erste Rasse im FCI-Register geführt wird, und geben Dir wertvolle Tipps für das Medical Training zu Hause. Außerdem erfährst Du, warum ein ganz besonderer Labrador in Schottland zum Tier des Jahres gekürt wurde und was es mit der sogenannten Meereskotze auf sich hat. Abgerundet wird das Gespräch durch persönliche Anekdoten von Martins Tour und die Ankündigung ihres allerletzten Live-Podcasts.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Englische Pointer (FCI-Nr. 1) ist ein hochspezialisierter Jagdhund mit einem extremen Bewegungs- und Jagddrang. Martin rät davon ab, ihn als reinen Familienhund zu halten, da er eine intensive und fachkundige Auslastung benötigt.
  • Medical Training ist entscheidend, um Tierarztbesuche für Deinen Hund stressfrei zu gestalten. Der Schlüssel liegt darin, in kleinen, ruhigen Schritten zu beginnen und das Training langsam aufzubauen.
  • Ein Labrador als Tier des Jahres: Der Hund Skia wurde vom International Fund for Animal Welfare (IFAW) ausgezeichnet, weil er in Schottland eine invasive Art namens Meereskotze (Sea Vomit) aufspürt und so heimische Ökosysteme schützt.
  • Die Ausbildung von Suchhunden basiert laut Martin oft auf einem extremen Spieltrieb. Dies kann zu hektischem und unkontrolliertem Verhalten führen, was er am Beispiel von Zollhunden am Flughafen kritisiert.
  • Letzte Chance für einen Live-Podcast: Martin und Katharina kündigen ihre finale Live-Show am 20. November in Gelsenkirchen an. Als besonderer Gast wird der Tierarzt Karim Montasser dabei sein.

FCI-Nr. 1: Warum der Englische Pointer kein Hund für jedermann ist

Den Auftakt macht das Rasseportrait des Englischen Pointers, der die prestigeträchtige Nummer 1 im Register der FCI trägt. Martin erkennt die Rasse anhand von Beschreibungen wie dem raumgreifenden Gangwerk und der leichten Himmelfahrtsnase. Er beschreibt den Pointer als einen im Haus oft ruhigen und verschmusten Hund, der draußen jedoch seine jagdliche Passion voll auslebt. Genau diese Eigenschaft macht ihn für den durchschnittlichen Hundehalter ungeeignet. Sein Jagdtrieb ist so stark ausgeprägt, dass er ohne fachkundiges Training und eine angemessene Auslastung kaum kontrollierbar ist. Ein Leben als reiner Familienhund, der hauptsächlich an der Leine läuft, würde ihm nicht gerecht werden.

Katharina ergänzt, dass bei Pointern eine seltene, aber ernste Erbkrankheit namens Akrales Mutilationssyndrom (AMS) auftreten kann. Dabei sind die Nervenbahnen in den Pfoten geschädigt, was zu Gefühllosigkeit führt. Betroffene Hunde neigen dazu, an ihren Pfoten zu kauen, teilweise bis zur Selbstverstümmelung. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer verantwortungsvollen Zucht, bei der die Elterntiere auf solche genetischen Veranlagungen getestet werden.

Aufgespürt und ausgekotzt: Der Labrador, der Sea Vomit jagt

In der Rubrik Neues aus der Wissenschaft stellt Katharina eine besondere Auszeichnung vor: Der schwarze Labrador Skia aus Schottland wurde vom IFAW zum Tier des Jahres gekürt. Gemeinsam mit seiner Halterin, einer Meeresbiologin, hat Skia eine wichtige Mission: Er spürt eine invasive Art auf, die den unappetitlichen Namen Meereskotze (englisch Sea Vomit, lateinisch Didemnum vexillum) trägt. Bei dieser handelt es sich um eine ursprünglich aus Japan stammende Meereskreatur, die Kolonien bildet und heimische Arten verdrängt. Skia erschnüffelt diese Kolonien am Strand und hilft so, die Ausbreitung einzudämmen und das lokale Ökosystem zu schützen. Für diese beeindruckende Arbeit hat er den Titel absolut verdient.

Warum sind Suchhunde am Flughafen oft so hektisch?

Die Geschichte von Skia führt zu einer Diskussion über die Ausbildung von Suchhunden. Martin erklärt, dass diese Hunde in der Regel nicht nach der Substanz selbst suchen - sei es Meereskotze, Drogen oder Sprengstoff -, sondern nach ihrem Lieblingsspielzeug. Die Ausbildung macht sich einen extremen Spieltrieb zunutze: Der Hund lernt, dass sein Spielzeug immer dann auftaucht, wenn er den gesuchten Geruch anzeigt. Für den Hund ist die Arbeit also ein passioniertes Spiel.

Allerdings kritisiert Martin scharf die Umsetzung in der Praxis, wie er sie kürzlich am Münchner Flughafen bei Zollhunden beobachtete. Er beschreibt einen Hund, der unkontrolliert an der Leine zerrte, hektisch Passanten ansprang und keinerlei Grunderziehung zeigte. Ein solches Verhalten sei nicht nur für Menschen mit Hundeangst ein Problem, sondern auch für den Hund selbst mit unnötigem Stress verbunden. Er plädiert dafür, dass auch hochspezialisierte Arbeitshunde ein solides Maß an Gehorsam und innerer Ruhe lernen sollten.

Tour-Pannen, Umzugspläne und der letzte Live-Podcast

Neben den Fachthemen geben die beiden auch wieder persönliche Einblicke. Martin erzählt von seiner laufenden Tour, bei der bisher kein Abend ohne technische Panne verlief. Ein Stromausfall in Gütersloh kam ihm jedoch gelegen, da er sich zuvor auf der Bühne verheddert hatte und die Improvisation ihm half, die Situation zu meistern. Gleichzeitig merkt er, wie emotional der Abschied von den Bühnen ist, da er mit jeder Halle über die Jahre viele Erinnerungen verbindet.

Katharina berichtet amüsiert von einem Hotelspiegel, der so niedrig hing, dass sie nur ihre verdoppelte Stirn sah, und von ihrer bevorstehenden Teilnahme an einer Diskussionsrunde in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Ein zentrales Thema ist zudem Martins Umzug nach München. Er hat eine Übergangswohnung gefunden und nutzt die Gelegenheit für einen erneuten Aufruf: Er sucht weiterhin eine passende Mietwohnung in zentraler Lage.

Besonders wichtig für alle Fans: Martin und Katharina kündigen ihren allerletzten Live-Podcast für den 20. November in Gelsenkirchen an. Als Gast wird der Tierarzt und YouTuber Karim Montasser auf der Bühne sein, der sogar das Rasseportrait moderieren und die beiden gegeneinander antreten lassen wird.

Praktische Schritte: So startest Du mit dem Medical Training

Ausgehend von Katharinas Erfahrung mit ihrer Hündin Trudi, die beim Tierarztbesuch zunehmend unruhig wird, gibt Martin eine detaillierte Anleitung für das Medical Training. Er bezeichnet das ruhige Stillhalten als die Königsdisziplin im Hundetraining. Ziel ist es, den Hund schrittweise und stressfrei an Untersuchungen zu gewöhnen. So gehst Du am besten vor:

  1. Wähle den richtigen Zeitpunkt: Beginne das Training, wenn Dein Hund bereits entspannt und müde ist, zum Beispiel nach einem langen Spaziergang. Die Übung sollte in einer ruhigen und gewohnten Umgebung stattfinden, etwa auf dem Boden oder der Couch.
  2. Beginne mit sanften Berührungen: Starte damit, Deinen Hund wie gewohnt zu kraulen. Hebe dann ganz beiläufig und nur für einen Moment einen Ohrlappen an, schau kurz hinein und kraule dann weiter. Mache das Gleiche mit den Lefzen oder den Pfoten.
  3. Führe Gegenstände langsam ein: Wenn die Berührungen problemlos akzeptiert werden, nimm einen weichen Gegenstand hinzu, zum Beispiel ein Tuch. Reibe damit sanft über den Kopf oder vorsichtig in die Ohren, um den Hund an fremde Objekte zu gewöhnen.
  4. Beziehe andere Personen mit ein: Lass auch andere Familienmitglieder oder Freunde, denen der Hund vertraut, diese kleinen Übungen durchführen. So lernt Dein Hund, sich auch von anderen Menschen anfassen zu lassen.
  5. Übe in weniger entspannten Situationen: Wenn alle bisherigen Schritte gut funktionieren, verlagere das Training in Momente, in denen Dein Hund noch mehr Energie hat, zum Beispiel vor dem Spaziergang.
  6. Desensibilisiere den Tierarztbesuch: Besuche die Tierarztpraxis regelmäßig, ohne dass eine Behandlung stattfindet. Setzt euch einfach für ein paar Minuten ins Wartezimmer, gib Deinem Hund ein Leckerchen und geht wieder. So verknüpft er den Ort nicht ausschließlich mit unangenehmen Erlebnissen.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Martin übernachtet in Baden-Baden, wo man garantiert immer der Jüngste ist, und Katharina sieht im Hotelspiegel nur ihre Stirn, dafür aber doppelt. Auf der Tour lief bisher kein Abend ohne Panne, in Gütersloh kam Martin ein Stromausfall sogar ziemlich gelegen. Katharina ist außerdem durch eine glückliche Kette von Missverständnissen in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gelandet.

Außerdem: Wie wird man eigentlich Tier des Jahres? In der Rubrik „Neues aus der Wissenschaft“ geht es um einen Labrador aus Schottland, der Jagd auf eine invasive Art macht, die tatsächlich Meereskotze heißt.

Im Rasseportrait: FCI-Nr. 1


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