Wut, Werte und ein wilder Ritt durch den Wahnsinn des Alltags

Fremdscham im Bierkönig

Fremdscham im Bierkönig

11. März 2026 · Tierisch Menschlich

Stell dir vor, ein riesiges globales Sportereignis beginnt, die Athletinnen und Athleten haben jahrelang darauf hingearbeitet - und die großen Fernsehsender zucken nur mit den Schultern und verbannen die Eröffnungsfeier in die Nischen eines Online-Livestreams. Genau diese Situation bringt Martin Rütter im Podcast Tierisch Menschlich, den er gemeinsam mit der Wissenschaftsjournalistin Katharina Adick moderiert, auf die Palme. Seine Wut über die stiefmütterliche Behandlung der Paralympics durch die öffentlich-rechtlichen Sender entfacht eine hitzige Debatte, die den perfekten Einstieg in eine Episode voller starker Meinungen, überraschender Fakten und skurriler Alltagsbeobachtungen bildet. Von der Verantwortung der Medien über die Tücken der E-Mobilität für Hunde bis hin zu einem kuriosen Auftritt im mallorquinischen Bierkönig - diese Folge ist ein Spiegelbild der oft widersprüchlichen, mal tierisch ernsten, mal zutiefst menschlichen Welt, in der wir leben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mehr Respekt für die Paralympics: Martin argumentiert leidenschaftlich, dass öffentlich-rechtliche Sender eine gesellschaftliche Verpflichtung haben, Events wie die Paralympics prominent zu übertragen, um Inklusion und Anerkennung zu fördern. Die Quote dürfe hier kein entscheidendes Kriterium sein.
  • Der Kerry Blue Terrier: Hinter der Fassade eines oft mit dem Schnauzer verwechselten Hundes verbirgt sich ein kerniger, energiegeladener Terrier, der ursprünglich für die anspruchsvolle Jagd auf Otter und Dachse gezüchtet wurde und daher nichts für Anfänger ist.
  • Dein Hund im E-Auto: Wenn dein Hund im Elektroauto unruhiger ist als im Verbrenner, liegt das wahrscheinlich nicht am Auto selbst. Vielmehr könnte dein eigener Fahrstil die Ursache sein, da die sofortige Beschleunigung von E-Autos oft zu einer ruckeligeren Fahrt führt.
  • Sicherheit auf vier Rädern: Für viele Hunde, die im Auto gestresst sind, bietet eine passende und gut gesicherte Transportbox mehr Geborgenheit als die gefühlte Freiheit auf der Rückbank. Die räumliche Begrenzung kann beruhigend wirken und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.
  • Die zwei Seiten der Empathie: Martins Erlebnis mit einem polarisierenden Ballermann-Sänger zeigt, wie schnell Mitleid in Befremden umschlagen kann und stellt die Frage, wo die Grenze zwischen der Chance für einen Außenseiter und der Toleranz für fragwürdige Inhalte verläuft.

Wut und Werte: Warum die Paralympics auf den großen Bildschirm gehören

Den emotionalen Auftakt der Episode liefert Martin mit einer Brandrede. Er ist schockiert und empört darüber, dass die Eröffnungsfeier der Paralympics von ARD und ZDF nicht im Hauptprogramm gezeigt wurde. Für ihn ist das ein klares Zeichen mangelnder Wertschätzung und ein Widerspruch zu den ständigen Bekenntnissen zur Inklusion. Er prangert die Entscheider als "Arschgeigen" an und betont, dass der Bildungs- und Gesellschaftsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen über kommerziellen Überlegungen wie der Einschaltquote stehen müsse. Katharina versucht, die Situation differenzierter zu betrachten und fragt nach möglichen Hintergründen für die Entscheidung, etwa politischen Protesten im Zusammenhang mit der Teilnahme russischer Athleten. Doch Martin lässt keine Argumente gelten. Für ihn ist es eine Frage des Prinzips und ein Symbol für eine gesellschaftliche Schieflage. Diese Diskussion ist weit mehr als nur eine Kritik am Fernsehprogramm; sie wirft ein Schlaglicht auf die Frage, welche Leistungen und welche Menschen in unserer Gesellschaft die Sichtbarkeit bekommen, die sie verdienen.

Der Kerry Blue Terrier: Mehr als nur ein blauer Schnauzer

Um die Gemüter zu beruhigen, tauchen die beiden in die Welt der Hunderassen ein. Diesmal im Porträt: der Kerry Blue Terrier. Martin und Katharina beschreiben ihn als einen Hund mit einem stark behaarten, kräftigen Kopf und einem durchdringenden Terrier-Ausdruck. Viele Laien verwechseln ihn aufgrund seines Aussehens und der blau-grauen Fellfarbe oft mit einem Schnauzer. Doch sein Wesen ist unverkennbar das eines Terriers: wachsam, robust und mit einem ordentlichen Jagdtrieb ausgestattet. Besonders faszinierend ist sein ursprünglicher Verwendungszweck. Der Kerry Blue Terrier wurde in seiner irischen Heimat nicht nur zur Jagd auf Raubzeug, sondern auch für die extrem anspruchsvolle Aufgabe eingesetzt, Otter im tiefen Wasser zu stellen und sich unterirdisch mit Dachsen anzulegen. Diese Herkunft erklärt seine Furchtlosigkeit und seine hohe Energie. Als Halter solltest du dir bewusst sein, dass dieser Hund eine konsequente Erziehung und viel Beschäftigung braucht, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Die Diskussion schweift auch zu gesundheitlichen Aspekten, denn wie viele Rassehunde neigt auch der Kerry Blue zu bestimmten Erbkrankheiten, was eine allgemeine Reflexion über Hundezucht und die Gesundheit unserer Vierbeiner anstößt.

Hunde im E-Auto: Liegt es am Strom oder am Gasfuß?

Ein Höreranliegen bringt ein hochaktuelles Thema auf den Tisch: Ein Hund, der im Verbrenner völlig entspannt ist, zeigt im Elektroauto deutliche Anzeichen von Stress. Woran kann das liegen? Martin hat dazu eine plausible Theorie, die viele E-Auto-Fahrer - und ihre Mitfahrer - sicher nachvollziehen können. Er glaubt nicht, dass der Hund auf die Technik oder die Geräusche des Autos reagiert. Stattdessen vermutet er, dass das Problem beim Menschen am Steuer liegt. Die unmittelbare und oft ruckartige Beschleunigung von E-Fahrzeugen verleitet gerade am Anfang zu einem unruhigeren Fahrstil. Dieses ständige Anfahren und Abbremsen kann einen Hund im Kofferraum oder auf der Rückbank leicht aus dem Gleichgewicht bringen und so Unsicherheit und Stress erzeugen. Ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen: Die ersten Fahrten im E-Auto fühlen sich an wie in einer Achterbahn, bis man lernt, das Gaspedal sanfter zu bedienen. Katharina ergänzt hierzu einen wertvollen Praxistipp aus ihrer eigenen Erfahrung mit Hündin Trudi: Eine engere, sichere Transportbox kann Wunder wirken. Sie gibt dem Hund Halt und schafft eine schützende Höhle, was oft beruhigender ist als der freie Blick aus dem Fenster.

Fremdscham und Faszination: Eine Reise in den Bierkönig

Den wohl skurrilsten Teil der Episode liefert Martins Bericht von einem Besuch im Bierkönig auf Mallorca. Dort wird er Zeuge des Auftritts von "Killermichel", einem Künstler, der auf den ersten Blick so gar nicht ins Bild eines Bühnenstars passt. Martins erster Impuls ist pures Mitleid. Er befürchtet, der Mann werde von den 700 grölenden Ultras im Publikum verspottet. Doch schnell wird klar: Die Leute feiern ihn aufrichtig. Die Situation kippt für Martin jedoch erneut, als er später den Instagram-Account des Sängers entdeckt. Dieser ist gefüllt mit plumpen, frauenfeindlichen Witzen aus der Mottenkiste, die bei Martin nur noch Fremdscham auslösen. Diese Anekdote entwickelt sich zu einer faszinierenden Reflexion über Wahrnehmung, Empathie und Humor. Einerseits ist es schön, dass jemand, der offensichtlich ein Außenseiter ist, seine Nische und sein Publikum gefunden hat. Andererseits stellt sich die Frage, ob man eine solche Plattform gutheißen kann, wenn sie für verletzende und rückständige Inhalte genutzt wird. Es ist ein perfektes Beispiel für die menschliche Seite des Podcasts, die tief in die Grauzonen unseres Miteinanders blickt.

Praktische Schritte für den Alltag

Aus den vielfältigen Themen der Episode lassen sich konkrete Ratschläge für dich und deinen Hund ableiten:

  1. Autofahrten mit unsicheren Hunden verbessern: Achte bewusst auf deinen Fahrstil. Besonders im E-Auto solltest du versuchen, sehr sanft zu beschleunigen und vorausschauend zu bremsen. Teste außerdem, ob sich dein Hund in einer gut gesicherten Transportbox wohler fühlt. Die Begrenzung kann ihm die nötige Sicherheit geben, um sich zu entspannen.
  2. Wenn du ein verletztes Wildtier findest: Handle nicht überstürzt. Deine eigene Sicherheit und die des Verkehrs haben oberste Priorität. Kontaktiere anschließend eine Tierklinik, die Polizei oder eine lokale Wildtierhilfe. Diese können dir Anweisungen geben, wie du dem Tier am besten helfen kannst, ohne dich oder das Tier weiter zu gefährden.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Endlich rappelts mal wieder im Podcast-Karton. Das Thema Paralympics erhitzt die Gemüter! Werden Martin und Katharina sich jemals wieder vertragen? Ja.

Außerdem: Was haben Birding und Pokémon Go gemeinsam? Wie wirkt Fremdscham und warum hilft Hunden räumliche Begrenzung beim Autofahren?   

Im Rasseportrait: FCI-Nr. 3

- Paralympics: https://www.zdf.de/paralympics-highlights-livestreams-100

- fun.facts: https://www.funfacts.de/

- Martin Rütter und Team – Das Fachseminar in Wolfsburg: https://shop.martinruetter.com/products/martin-ruetter-und-team-das-fachseminar?gad_source=1&gad_campaignid=23007921986&gbraid=0AAAAADLnSMh4AtT6P7r2xPMXUzRxDOWsp 

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