Die Entwicklungsphasen des Hundes - Von der Geburt bis zur Pubertät

Zusammengefasst von Anja Schirwinski
Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida. 
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In dieser Episode des Podcasts HundeRunde gibt Hunde-Coach Liza Gerlach einen detaillierten Einblick in die verschiedenen Entwicklungsphasen eines Hundes. Gemeinsam mit ihrer Co-Moderatorin Mareike Klohr beleuchtet sie die prägenden Stationen von der Geburt über die entscheidende Welpenzeit bis zur herausfordernden Pubertät. Anhand der persönlichen Erfahrungen mit ihren Hunden Fred und Taylor werden die theoretischen Phasen greifbar und verständlich gemacht.

Die Episode richtet sich an alle Hundebesitzer:innen, die das Verhalten ihres Vierbeiners besser einordnen möchten. Sie beantwortet die zentrale Frage: Welche biologischen und psychologischen Veränderungen durchläuft ein Hund in seinem Leben, und wie kannst du ihn in jeder Phase optimal unterstützen, insbesondere während der oft turbulenten Junghundezeit?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Hundeleben gliedert sich in klar definierte Phasen - von der neonatalen Phase über die Sozialisierung bis ins Erwachsenen- und Seniorenalter.
  • Die Sozialisierungsphase (ca. 3. bis 12. Woche) ist fundamental für das spätere Verhalten. In dieser Zeit Gelerntes und Erlebtes prägen den Hund nachhaltig.
  • Die Pubertät ist eine besonders anstrengende Zeit, da Hormone (Testosteron bei Rüden, Östrogen bei Hündinnen) das Verhalten stark beeinflussen und das Gehirn sich neu strukturiert.
  • Während der Pubertät testen Hunde Grenzen aus und scheinen Gelerntes zu „vergessen“. Liza erklärt, dass dies oft an einer verlangsamten Reizverarbeitung im Gehirn liegt.
  • Rüden und Hündinnen zeigen in der Pubertät unterschiedliche Verhaltensweisen. Rüden neigen zu Dominanzgebaren und Markieren, während das Verhalten von Hündinnen stark vom Zyklus der Läufigkeit geprägt ist.
  • Der Schlüssel zum Umgang mit einem pubertierenden Hund sind Geduld, Konsequenz und ein angepasstes Training. An schwierigen Tagen ist es sinnvoller, den Leistungsdruck zu reduzieren.
  • Eine Frühkastration ist laut Liza kein Allheilmittel für pubertätsbedingte Verhaltensprobleme und sollte nur nach sorgfältiger Abwägung und Expertenrat erfolgen.

Die frühen Lebensphasen: Vom hilflosen Welpen zum Entdecker

Liza beginnt mit einer chronologischen Übersicht der ersten Lebenswochen. Die Entwicklung eines Hundes verläuft in einem rasanten Tempo und legt den Grundstein für sein gesamtes weiteres Leben.

  • Neonatale Phase (Geburt bis 2. Woche): Die Welpen kommen blind, taub und zahnlos zur Welt. Ihr Verhalten ist rein reflexgesteuert und auf Überleben (Nahrung, Wärme, Schutz) ausgerichtet. Sie sind vollständig von der Mutter abhängig.
  • Übergangsphase (2. bis 3. Woche): In dieser kurzen, aber entscheidenden Phase öffnen sich Augen und Ohren. Die Welpen beginnen, ihre Umwelt wahrzunehmen, unternehmen erste Steh- und Laufversuche und zeigen erste soziale Ansätze wie Schwanzwedeln. Liza beschreibt diese Zeit als ein „Erwachen“.
  • Sozialisierungsphase (3. bis 12. Woche): Diese Phase ist auch als „Prägungsphase“ bekannt und von enormer Wichtigkeit. Die Welpen lernen grundlegende soziale Regeln wie die Beißhemmung, Körpersprache und den Umgang mit Artgenossen. Der Kontakt zu Menschen und verschiedenen Umweltreizen (Geräusche, Untergründe, Objekte) ist jetzt prägend. Liza betont, dass eine gute Sozialisierung die Basis für einen ausgeglichenen erwachsenen Hund ist, warnt aber gleichzeitig davor, den Welpen zu überfordern. Versäumnisse in dieser Zeit können später zu Angst- oder Aggressionsverhalten führen.

Die stürmische Junghundezeit: Wenn das Gehirn zur Baustelle wird

Die Junghundephase, besser bekannt als Pubertät, beginnt etwa ab der 12. Woche und dauert bis zur Geschlechtsreife. Liza erklärt, dass dies für viele Besitzer die anstrengendste Zeit ist. Zwei Hauptprozesse sind dafür verantwortlich: Ein starker Anstieg der Sexualhormone und eine massive Umstrukturierung des Gehirns. Diese „Neuverdrahtung“ führt dazu, dass Hunde Gelerntes langsamer abrufen, reizüberflutet sind und beginnen, ihre Stellung im sozialen Gefüge zu hinterfragen und Grenzen auszutesten.

Rüden in der Pubertät: Dominanz, Markieren und Ablenkung

Bei Rüden führt der ansteigende Testosteronspiegel ab etwa dem sechsten Monat zu typischen Verhaltensänderungen. Liza nennt folgende Merkmale:

  • Markierverhalten: Häufiges Urinieren an vielen verschiedenen Stellen beginnt.
  • Dominanz- und Imponierverhalten: Rüden testen ihre Grenzen gegenüber Menschen und Artgenossen aus. Dies kann sich durch Ignorieren von Kommandos, Aufreiten (nicht immer sexuell motiviert) oder einen fixierenden Blick zeigen.
  • Erhöhte Reizbarkeit: Sie reagieren sensibler auf Konkurrenz, insbesondere auf andere Rüden.
  • Starke Ablenkbarkeit: Gerüche, vor allem von läufigen Hündinnen, können sie völlig aus der Fassung bringen und unansprechbar machen.

Hündinnen in der Pubertät: Der Einfluss der Läufigkeit

Bei Hündinnen wird die Pubertät maßgeblich durch die erste Läufigkeit bestimmt, die meist zwischen dem 6. und 12. Monat eintritt. Die starken hormonellen Schwankungen beeinflussen ihre Stimmung und ihr Verhalten erheblich. Liza beschreibt drei Phasen:

  • Vor der Läufigkeit: Viele Hündinnen werden anhänglicher, suchen mehr Nähe, sind aber gleichzeitig sensibler und unsicherer.
  • Während der Läufigkeit: Besonders während der „Standhitze“ sind sie oft flirtbereit, verspielt und stark nach außen orientiert, was die Konzentration im Training erschwert.
  • Nach der Läufigkeit: In dieser Zeit können Scheinträchtigkeiten auftreten. Hündinnen sind dann oft gereizt, gestresst oder ziehen sich zurück. Im Sozialverhalten neigen sie zu engeren Bindungen an ihre Bezugspersonen, können aber gegenüber anderen Hündinnen sehr territorial und „zickig“ sein.

Praktische Tipps für die Pubertätsphase

Liza gibt klare, handlungsorientierte Ratschläge, wie du die anspruchsvolle Pubertät deines Hundes meistern kannst, anstatt daran zu verzweifeln.

  1. Geduld und Ruhe bewahren: Erinnere dich daran, dass es nur eine Phase ist. Wutausbrüche deinerseits führen zu nichts, da der Hund in diesem Zustand nicht besser lernen kann. Atme durch und bleibe fair.
  2. Konsequenz statt Härte: Bleibe bei deinen Regeln klar und konsequent, aber ohne übermäßigen Druck. Dein Hund testet Grenzen - deine Aufgabe ist es, sie ihm ruhig und bestimmt aufzuzeigen.
  3. Leistungsdruck reduzieren: An Tagen, an denen dein Hund besonders unkonzentriert oder aufsässig ist, solltest du intensive Trainingseinheiten vermeiden. Es ist sinnvoller, den Spaziergang kurz zu halten oder abzubrechen, als einen Machtkampf zu provozieren.
  4. Angepasstes Training: Nutze die guten Tage für positive und erfolgreiche Trainingseinheiten. Fordere deinen Hund, aber überfordere ihn nicht. Die Konzentrationsspanne ist in diesem Alter noch begrenzt.
  5. Management ist entscheidend: Wenn du merkst, dass dein Hund extrem abgelenkt ist (z. B. durch den Geruch einer Hündin), wähle Routen mit weniger Reizen oder nutze eine Schleppleine, um die Sicherheit zu gewährleisten.
  6. Die Läufigkeit bei Hündinnen respektieren: Passe Training, Spaziergänge und soziale Kontakte an den Zyklus deiner Hündin an. Gib ihr die Ruhe und Unterstützung, die sie in dieser hormonell anstrengenden Zeit benötigt.

📌 Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert und anschließend sorgfältig geprüft und redaktionell überarbeitet.
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