Die Kunst des Dranbleibens: Wie du neue Gewohnheiten im Hundetraining etablierst

In dieser Episode des Podcasts Hundsehrlich widmet sich Moderatorin und Hundetrainerin Cinta Hamacher einem universellen Problem, das viele Menschen kennen - sei es vom Fitnessstudio-Vertrag oder von Online-Kursen: die anfängliche Motivation verfliegt und der berüchtigte innere Schweinehund übernimmt das Ruder. Die Folge beleuchtet die psychologischen Hürden bei der Veränderung von Gewohnheiten und bietet praxisnahe Strategien, um neue Verhaltensweisen, insbesondere im Hundetraining, erfolgreich und nachhaltig in den Alltag zu integrieren. Diese Episode ist für alle relevant, die Schwierigkeiten haben, konsequent zu bleiben und verstehen möchten, wie sie den Teufelskreis aus Anfangseuphorie und baldigem Aufgeben durchbrechen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kleine Schritte, große Wirkung: Beginne mit minimalen Veränderungen, anstatt dich zu überfordern. Selbst kleinste, aber konsequente Anpassungen führen langfristig zu signifikanten Ergebnissen.
  • Die ersten sechs Wochen sind entscheidend: Konzentriere dich darauf, eine neue Gewohnheit in den ersten sechs Wochen beständig durchzuziehen, um eine solide Basis zu schaffen und den inneren Schweinehund in Schach zu halten.
  • Fokus auf den Kurs, nicht nur auf Resultate: Richte deinen Blick auf die langfristige Entwicklung und die eingeschlagene Richtung, anstatt dich von kurzfristigen Rückschlägen oder ausbleibenden Ergebnissen entmutigen zu lassen.
  • Plateaus sind normal: Phasen der Stagnation oder Enttäuschung gehören zum Prozess dazu. Cinta Hamacher betont, dass es wichtig ist, gerade in diesen Momenten dranzubleiben, da der Durchbruch oft kurz bevorsteht.
  • Schaffe sichtbare Erinnerungen: Platziere Trainingsutensilien wie Leine, Futterbeutel oder Schnüffelteppich so offensichtlich in deiner Umgebung, dass du förmlich darüber stolperst. Sichtbarkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung.
  • An schlechten Tagen zählt das Minimum: Wenn du an einem Tag keine Energie für das volle Programm hast, mache eine winzige, alternative Übung. Das verhindert, dass du komplett aus der Routine fällst und dem Aufgeben nachgibst.

Die Psychologie hinter dem inneren Schweinehund

Cinta Hamacher eröffnet die Episode mit einer bekannten Analogie: dem übermotivierten Start im Fitnessstudio, der schnell zu Muskelkater und nachlassender Begeisterung führt. Sie erklärt, dass genau hier der Schweinehund - den sie auch als inneren Genießer bezeichnet - seine Chance wittert. Sobald wir uns eine Pause gönnen, weil wir uns übernommen haben, wird er aktiv und bestärkt uns darin, es gemütlich angehen zu lassen. Dieser Mechanismus schützt uns zwar vor Überlastung, sabotiert aber gleichzeitig unsere Bemühungen, neue Gewohnheiten zu etablieren. Das Gehirn, so Hamacher, ist evolutionsbedingt darauf ausgelegt, an bewährten Mustern festzuhalten, da diese Sicherheit versprechen. Veränderungen bedeuten Unsicherheit und erfordern Energie, weshalb wir oft unbewusst Widerstand leisten.

Die Macht der kleinen Veränderungen

Ein zentrales Prinzip, das Cinta Hamacher hervorhebt, ist die enorme Wirkung kleiner, beständiger Anpassungen. Sie illustriert dies mit einer eindrücklichen Geschichte von einem Piloten, der den Flugkurs von London nach New York um nur zwei Grad falsch einstellt. Während des Fluges fällt diese minimale Abweichung niemandem auf, doch das Flugzeug landet schließlich in Los Angeles. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Summe kleiner, konsequenter Handlungen über die Zeit zu einem völlig anderen Ergebnis führt. Genauso verhält es sich mit Gewohnheiten: Ein einziges Stück Torte ruiniert keine Diät, aber jeden Tag ein Stück Torte zu essen, verändert den Ernährungsplan maßgeblich. Umgekehrt hat das tägliche Auslassen des Zähneputzens langfristig gravierende Folgen. Die Herausforderung besteht laut Cinta darin, dass wir die positiven Effekte kleiner Schritte anfangs kaum wahrnehmen und daher dazu neigen, ihre Bedeutung zu unterschätzen.

Umgang mit Plateaus und Belohnungsverzögerung

Ein weiterer entscheidender Punkt ist der Umgang mit dem sogenannten "Tal der Enttäuschung". Cinta Hamacher beschreibt damit Phasen, in denen trotz Anstrengung keine Fortschritte sichtbar sind. Unser Gehirn ist auf schnelle Belohnungen ausgelegt und verliert die Geduld, wenn Erfolge auf sich warten lassen. Sie erklärt, dass die wahren Früchte konsequenten Trainings oft erst nach Monaten oder sogar Jahren sichtbar werden. Hier sei es entscheidend, den Fokus vom einzelnen Resultat auf den übergeordneten „Kurs“ zu lenken. Solange die eingeschlagene Richtung stimmt, ist man auf dem richtigen Weg. Als Metapher nutzt sie einen schmelzenden Eiswürfel: Auch wenn man die Raumtemperatur von minus acht auf minus ein Grad erhöht, bleibt der Eiswürfel gefroren. Die Veränderung geschieht unsichtbar, bis der kritische Punkt von null Grad erreicht ist und das Schmelzen plötzlich einsetzt. Diese Phasen der Stagnation sind laut Cinta normal und erfordern Vertrauen in den Prozess.

Die Umgebung als Schlüssel zum Erfolg gestalten

Um die Umsetzung neuer Routinen zu erleichtern, rät Cinta Hamacher dazu, die eigene Umgebung bewusst zu gestalten. Sie verweist auf Strategien aus dem Marketing und dem Aufbau von Supermärkten, wo Produkte gezielt platziert werden, um das Kaufverhalten zu lenken. Dasselbe Prinzip lässt sich auf das Training anwenden. Wenn die Trainingsmatte direkt im Weg liegt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man sie benutzt. Für Hundehalter bedeutet das: Platziere die Leine, den Futterbeutel oder den Kong so offensichtlich, dass du nicht daran vorbeikommst. Ein Schnüffelteppich, der mitten auf dem Tisch liegt, wird eher genutzt als einer, der in einer Kiste verstaut ist. Diese sichtbaren "Stolperfallen" helfen dir dabei, die neue Gewohnheit im Bewusstsein zu verankern und den inneren Widerstand zu minimieren.

Praktische Schritte zur erfolgreichen Gewohnheitsbildung

  1. Starte klein und übernimm dich nicht: Wähle eine winzige, leicht umsetzbare Veränderung, anstatt zu versuchen, alles auf einmal zu ändern.
  2. Bleibe die ersten sechs Wochen konsequent: Konzentriere dich darauf, die neue Handlung täglich zu wiederholen. Diese Phase ist entscheidend, um die Gewohnheit zu festigen.
  3. Entwickle einen Notfallplan: Wenn du an einem Tag keine Zeit oder Kraft hast (z. B. für das Training an der lockeren Leine), mache stattdessen eine kleine, thematisch passende Übung im Haus oder schau dir ein relevantes Trainingsvideo an. Wichtig ist, nicht komplett auszusetzen.
  4. Mache deine Hilfsmittel sichtbar: Lege alle benötigten Utensilien (Klicker, Leine, Futterbeutel, Spielzeug) an einen Ort, an dem du sie ständig siehst und quasi über sie stolperst.
  5. Reflektiere bei Rückfällen: Wenn du in ein altes Verhaltensmuster zurückfällst (z. B. an der Leine ruckst), verurteile dich nicht. Mache dir stattdessen bewusst, warum es passiert ist, und überlege dir eine konkrete Alternative für das nächste Mal.
  6. Vertraue dem Prozess: Akzeptiere, dass Fortschritt nicht linear verläuft. Erinnere dich in frustrierenden Phasen an die Eiswürfel-Metapher und konzentriere dich auf die richtige Richtung deines Handelns, nicht auf sofortige Ergebnisse.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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