Zusammengefasst von Anja Schirwinski
Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.
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In der 200. Folge des Podcasts HUNDESTUNDE feiern die Moderatorin und Hundetrainerin Conny Sporrer und ihr Co-Moderator Marc Eichstedt ein besonderes Jubiläum. Statt einer klassischen Themenfolge blicken sie gemeinsam mit der Community auf die emotionalsten Momente zurück und begrüßen einen besonderen Gast: Svenja, eine Hörerin der ersten Stunde, die mit ihrem Tierschutzhund Juna beeindruckende Trainingserfolge erzielt hat.
Im Fokus der Episode stehen eine wissenschaftliche Studie zur Langlebigkeit von Hunden, die transformative Kraft von Tierschutzarbeit und die detaillierte Analyse einer Trainingsmethode, die einem unsicheren Hund zu neuem Selbstbewusstsein verholfen hat. Diese Folge ist damit nicht nur ein Rückblick, sondern auch eine wertvolle Ressource für alle, die verstehen wollen, wie eine tiefe Mensch-Hund-Beziehung entsteht und welche Rolle dabei Engagement, Wissen und eine unterstützende Gemeinschaft spielen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Geistige Fitness hält Hunde jung: Eine Studie der MedUni Wien, vorgestellt von Marc, legt nahe, dass eine hohe Trainierbarkeit und Kooperationsbereitschaft bei Hunden mit einer langsameren Zellalterung (Verkürzung der Telomere) zusammenhängt. Geistiges Training ist also mehr als nur Beschäftigung.
- Tierschutz als Herzensangelegenheit: Die emotionalsten Rückmeldungen der Hörer:innen bezogen sich auf die Tierschutz-Themen im Podcast. Connys Engagement hat zahlreiche Menschen inspiriert, selbst Hunde zu adoptieren oder sich ehrenamtlich zu engagieren.
- Free Shaping für unsichere Hunde: Gast Svenja erklärt, wie sie ihrer anfangs sehr unsicheren Hündin Juna durch „Free Shaping“ - das freie Anbieten von Verhalten - zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit verholfen hat.
- Das Geheimnis des „Herz-Ass-Tricks“ ist der Geruch: Svenja lüftet das Rätsel um ihren berühmten Kartentrick. Juna erkennt die Karte nicht optisch, sondern sucht nach derjenigen, die am intensivsten nach Svenja riecht, da diese am häufigsten berührt wurde.
- Training stärkt die Beziehung: Die positive und verständnisvolle Auseinandersetzung mit dem Hundetraining, wie sie im Podcast vermittelt wird, hat bei vielen Hörerinnen und Hörern nachweislich die Beziehung zu ihrem Hund verbessert.
- Jeder Hund hat individuelle Stärken: Svenja berichtet, dass ihre Hündin Juna kognitiv extrem stark, aber körperlich eher unsicher ist. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, Training an die individuellen Fähigkeiten des Hundes anzupassen.
Geistige Fitness für ein langes Hundeleben: Eine Studie der MedUni Wien
Zu Beginn der Folge stellt Marc eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien vor, die einen faszinierenden Zusammenhang zwischen der Lernfähigkeit von Hunden und ihrem biologischen Alter aufzeigt. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Hunde mit einer hohen „Trainierbarkeit“ - also einer hohen Bereitschaft zur Kooperation mit dem Menschen - langsamer altern. Dies wurde anhand der sogenannten Telomere gemessen, den Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Bei sehr lernfähigen Hunden verlangsamte sich dieser Prozess nicht nur, in einigen Fällen konnten die Forscher sogar eine Verlängerung der Telomere beobachten. Conny und Marc interpretieren dies als wissenschaftliche Bestätigung des Mottos „Wer rastet, der rostet“ und als starkes Argument, Hunde auch über die Grundausbildung hinaus geistig zu fordern und zu beschäftigen.
200 Folgen HUNDESTUNDE: Ein Rückblick auf die emotionalsten Momente
Ein zentraler Teil der Jubiläumsfolge ist der Rückblick auf die prägendsten Erlebnisse aus 200 Episoden, basierend auf den Zusendungen der „Stundis“, der treuen Hörer-Community. Zwei Themen stachen dabei besonders hervor:
- Die Wirkung im Tierschutz: Conny zeigt sich tief berührt von den zahlreichen Nachrichten, in denen Hörer:innen berichten, durch den Podcast einen Tierschutzhund adoptiert oder sich für die ehrenamtliche Arbeit in Tierheimen entschieden zu haben. Viele wurden konkret durch Connys Engagement für den Verein Pfotenherz inspiriert. Dieser direkte, positive Einfluss auf das Leben von Hunden und Menschen wird als einer der größten Erfolge des Podcasts hervorgehoben.
- Die persönliche Verbindung: Viele Hörer:innen betonten, wie der Podcast ihre Beziehung zum eigenen Hund nachhaltig verbessert hat. Allein durch das Zuhören und das veränderte Verständnis für das Verhalten ihres Tieres konnten sie große Fortschritte erzielen. Auch die Live-Tour des Podcasts wurde als besonderes Highlight genannt, das sich wie ein großes „Familientreffen“ anfühlte.
Zu Gast bei Oberstundi Svenja: Vom unsicheren Tierschutzhund zum Trick-Profi
Als besonderer Gast ist Svenja zugeschaltet, die den Podcast seit der ersten Folge hört und die offizielle HUNDESTUNDE-Fangruppe auf Facebook administriert. Sie erzählt von ihrer Hündin Juna, einer Tierschutzhündin aus Rumänien, die zu Beginn des Lockdowns bei ihr einzog. Juna war anfangs extrem unsicher und hatte mit alltäglichen Dingen wie dem Durchqueren von Türen oder dem Umgang mit fremden Menschen und Hunden große Schwierigkeiten. Anstatt sich entmutigen zu lassen, entdeckte Svenja ihre Leidenschaft für das Hundetraining und begann, sich intensiv mit Lerntheorien auseinanderzusetzen.
Die Kraft des Free Shapings: Mehr als nur Tricks
Svenja berichtet, dass die Methode des „Free Shapings“ für sie und Juna den Durchbruch brachte. Beim Free Shaping wird der Hund ermutigt, von sich aus Verhalten anzubieten, wofür er dann gezielt belohnt wird. Dieses Vorgehen stärkte Junas Selbstbewusstsein und ihre Selbstwirksamkeit enorm. Sie lernte, dass sie durch eigenes Handeln positive Konsequenzen hervorrufen kann. Svenja erklärt, dass dieser Ansatz nicht nur beim Tricktraining, sondern auch bei der Bewältigung von Alltagssituationen half. So konnte sie Juna beispielsweise die Angst vor der Dusche nehmen, indem sie sie schrittweise „in die Dusche hinein shapte“.
Das Geheimnis des Herz-Ass-Tricks und die Bedeutung von Geruchsarbeit
Eines der beeindruckendsten Videos von Svenja und Juna zeigt, wie die Hündin aus einem Stapel Spielkarten zielsicher das Herz Ass heraussucht. In der Folge verrät Svenja das Geheimnis hinter diesem scheinbar magischen Trick: Es handelt sich um reine Geruchsarbeit. Die Zielkarte ist diejenige, die Svenja zur Konditionierung am häufigsten in der Hand hatte und die deshalb am intensivsten nach ihr riecht. Juna sucht also nicht nach einem visuellen Symbol, sondern nach dem stärksten menschlichen Geruch. Diese Fähigkeit nutzen die beiden auch im Alltag, etwa wenn Juna den im hohen Gras „verlorenen“ Autoschlüssel wiederfindet. Ein kürzlich entstandenes Video, in dem Juna trotz plötzlich auftauchender Rehe abrufbar blieb, beweist eindrücklich, wie alltagstauglich und verlässlich das aufgebaute Training ist.