Ein persönlicher Jahresrückblick: Zwischen Trauer, Wachstum und der lauten Welt der sozialen Medien

In dieser Folge des Podcasts Furminant lassen die Hosts Johanna Spahr und Alex Schillack das vergangene Jahr Revue passieren. In einem sehr persönlichen und offenen Gespräch teilen sie ihre emotionalen Höhepunkte und Tiefschläge, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext der Hundewelt. Die Episode beleuchtet die Herausforderungen des Tierschutzes, die Freuden persönlicher Erfolge und die zunehmend anstrengende Dynamik auf Social Media. Im Kern geht es um die Frage, wie man in einem fordernden Umfeld die Balance zwischen Engagement für andere und der notwendigen Selbstfürsorge findet - eine Reflexion, die für jeden relevant ist, der sich leidenschaftlich für ein Thema einsetzt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Abschied und Erleichterung: Alex berichtet offen über den Tod seines Hundes Balou zu Jahresbeginn. Er beschreibt die tiefgreifende Trauer, aber auch die unerwartete Erleichterung, die der Wegfall der intensiven Pflege eines alten Hundes mit sich brachte.
  • Ein neues Tierschutzprojekt: Ein berufliches Highlight für Johanna war die Gründung von „Projekt Neustart“. Die Initiative unterstützt Hunde aus Abgabefällen und zeigt, wie aus jahrelanger Erfahrung ein strukturiertes Hilfsangebot entstehen kann.
  • Die Last der sozialen Medien: Beide Hosts diskutieren die wachsende Empörungskultur in der Hundeszene. Sie kritisieren, dass reißerische Auseinandersetzungen oft konstruktive Lösungsansätze überschatten und zu einer toxischen Atmosphäre führen.
  • Persönliches Wachstum und Selbstfürsorge: Das Jahr war für beide von persönlicher Weiterentwicklung geprägt. Alex fand durch neue Routinen wie den wöchentlichen Schwimmbadbesuch einen besseren Ausgleich, während Johanna lernte, wichtige Grenzen zu setzen und auch mal „Nein“ zu sagen.
  • Wünsche für die Zukunft: Für das neue Jahr wünscht sich Alex, mithilfe eines Coachings bessere Strategien im Umgang mit seinem ADHS zu entwickeln.
  • Winterpause des Podcasts: Dies ist die letzte Folge vor einer Winterpause. Der Podcast Furminant kehrt am 19. Januar mit frischen Episoden zurück.

Persönlicher Jahresrückblick - Zwischen Trauer und neuen Routinen

Nach einem leichten Einstieg, in dem Johanna und Alex über ihre durchwachsenen Schulerfahrungen und die Tücken von Attestpflichten und selbstgeschriebenen Entschuldigungen plaudern, wenden sie sich den prägenden Ereignissen des Jahres zu. Für Alex war der Jahresanfang von einem traurigen Ereignis überschattet: dem Tod seines Hundes Balou. Er schildert diesen Verlust als einen tiefen Einschnitt, der aber auch eine unerwartete Seite hatte. Neben der Trauer empfand er eine deutliche Erleichterung, da die intensive Pflege des großen, alten Hundes eine erhebliche Belastung im Alltag darstellte. Dieses ambivalente Gefühl aus Trauer und Befreiung beschreibt Johanna mit dem von indigenen Völkern in Papua-Neuguinea eingeführten Begriff „Awumbuk“, der die Leere und Erleichterung nach dem Abschied von Gästen umschreibt. Alex gibt zu, dass seine Pläne, Balous Andenken in Form eines Buches oder einer Doku zu ehren, noch nicht weit fortgeschritten sind.

Johanna hingegen kann keinen konkreten Tiefpunkt im Zusammenhang mit Hunden benennen, außer der allgemeinen Traurigkeit über einen Tierheimhund, der dort verstarb. Ihr größter Schmerz des Jahres, so erklärt sie, sei ein Gefühl von „Weltschmerz“ angesichts der globalen politischen Lage. Auf der positiven Seite konnte Alex private Meilensteine feiern, darunter seine Hochzeit und die Überwindung seiner Angst vor einer steilen Wasserrutsche - ein für ihn wichtiger Moment des Kontrollverlusts. Ein weiteres Highlight war die Einführung der „Schwimmmontage“, ein wöchentliches Ritual, das ihm und seiner Familie eine wertvolle Auszeit vom Alltag schenkt.

Berufliche Meilensteine und Herausforderungen

Auch beruflich war das Jahr ereignisreich. Ein gemeinsamer Erfolg war der erste Praxisworkshop, den Johanna und Alex zusammen veranstalteten. Für Johanna, so erzählt sie, fühlte sich die Zeit trotz der Arbeit wie ein kleiner Urlaub an, da es ihre erste längere Abwesenheit von ihrem Kind war. Ein zentrales Ereignis für sie war die Gründung ihres Projekts „Neustart“ im September. Aus ihrer jahrelangen Erfahrung mit der Aufnahme von Pflegehunden, die oft akut Hilfe benötigten, entwickelte sie eine strukturierte Initiative für Hunde aus Abgabefällen. Sie betont jedoch auch den damit verbundenen Stress und die Notwendigkeit, zum Jahresende klare Grenzen zu ziehen und keine weiteren Hunde mehr aufzunehmen, um die eigenen Ressourcen nicht zu überlasten.

Gleichzeitig deutet Johanna eine große finanzielle und emotionale Belastung durch eine rechtliche Auseinandersetzung an, über die sie nicht öffentlich sprechen darf. Diese Situation war der Auslöser für eine Vielzahl an Webinaren, die sie in diesem Jahr gehalten hat. Alex berichtet von der Erneuerung der gemeinsamen Website und Videoplattform, was ebenfalls ein großes Projekt darstellte.

Die Schattenseiten von Social Media in der Hundeszene

Ein wiederkehrendes Thema, das beide sichtlich beschäftigt, ist die Diskussionskultur in den sozialen Medien. Johanna äußert ihre Frustration darüber, dass die Atmosphäre in der Hundetrainer-Bubble immer „ätzender“ werde. Sie beobachtet eine Tendenz, sich an der Arbeit anderer abzuarbeiten, anstatt sich auf konstruktiven Austausch zu konzentrieren.

Als aktuelles Beispiel dient der Fall eines österreichischen Trainers, dessen Videos, in denen er Hunde misshandelt, viral gingen. Johanna erklärt, dass sie zwar von der Dreistigkeit des Trainers schockiert war, noch mehr aber von den Anfragen, was ihre Meinung dazu sei - als gäbe es hier zwei legitime Standpunkte. Sie kritisiert den Mechanismus der öffentlichen Empörung: Sobald die zuständigen Behörden informiert sind, sei ein andauernder digitaler Pranger nicht mehr zielführend. Alex stimmt zu und erklärt, dass die Algorithmen von Social Media genau diese Empörung belohnen. Es entstehe ein Gemeinschaftsgefühl durch das gemeinsame Anprangern eines „Bösen“, was jedoch selten zu echten Lösungen beitrage. Beide plädieren dafür, Energie statt in endlose Online-Debatten lieber in konkrete, hilfreiche Handlungen zu stecken.


Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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