Gute Vorsätze für Hund und Katze: Gesunde Ernährung und Idealgewicht im neuen Jahr

In dieser Episode des Podcasts napfcheck sprechen die Fachtierärztin für Tierernährung, Dr. Julia Fritz, und die Fachjournalistin Manuela Bauer über ein Thema, das zum Jahresstart viele beschäftigt: gute Vorsätze. Doch diesmal geht es nicht nur um uns Menschen, sondern vor allem um das Wohlbefinden unserer vierbeinigen Begleiter. Die Episode beleuchtet, wie schon kleine Veränderungen in Fütterung, Bewegung und Beschäftigung die Gesundheit von Hunden und Katzen nachhaltig verbessern können.

Im Mittelpunkt stehen dabei die häufigsten Neujahrsvorsätze wie Gewichtsreduktion, die richtige Ernährung für Welpen und die sinnvolle Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Diskussion richtet sich an alle Tierhalter, die motiviert ins neue Jahr starten und die Gesundheit ihres Tieres aktiv fördern möchten, und beantwortet die zentrale Frage: Wie setze ich gute Vorsätze für mein Haustier erfolgreich und nachhaltig um?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Idealgewicht als beste Prävention: Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Gelenkerkrankungen wie Arthrose ist nicht ein spezielles Ergänzungsmittel, sondern das konsequente Halten des Idealgewichts.
  • Mehr Sättigung, weniger Kalorien: Bei Hunden mit großem Appetit kann die Sättigung durch die Zugabe von kalorienarmen Fasern wie Futterzellulose, Flohsamenschalen oder Gemüse (z. B. Zucchini) deutlich verbessert werden.
  • Beschäftigung statt Leckerlis: Ersetze Belohnungen in Form von Futter öfter durch gemeinsame Spiele oder Denkaufgaben. Das stärkt die Bindung, fördert die geistige Fitness und hat null Kalorien.
  • Keine Panik bei moppeligen Welpen: Saugwelpen, die etwas rundlicher sind, regulieren ihr Gewicht meist von selbst, sobald sie abgesetzt sind und eine kontrollierte Fütterung erhalten.
  • Fütterungsmanagement im Mehrkatzenhaushalt: Wenn eine dicke und eine schlanke Katze zusammenleben, können getrennte Futterplätze (z. B. eine Box mit einem nur für die schlanke Katze passenden Eingang) helfen, das Gewicht zu steuern.
  • Nahrungsergänzungsmittel kritisch hinterfragen: Eine ausgewogene Grundernährung ist die Basis. Viele am Markt angepriesene Zusätze sind laut Julia eher Marketing als eine Notwendigkeit für ein gesundes Tier.
  • Regelmäßiges Wiegen ist Pflicht: Das Gewicht deines Tieres solltest du regelmäßig kontrollieren. So erkennst du schleichende Zunahmen objektiv, bevor sie zum Problem werden.

Der Klassiker zum Jahresstart: Abnehmen bei Hunden

Das Thema Gewichtsreduktion steht bei vielen Tierhaltern ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze. Manuela leitet die Diskussion mit der Frage einer Züchterin namens Severin ein, deren Rudelchefin trotz Diätfutter permanent auf Futtersuche ist, Familienmitglieder austrickst, den Gemüsegarten plündert und sogar Kot frisst.

Dr. Julia Fritz erklärt, dass ein spezielles Diät-Trockenfutter grundsätzlich die richtige Wahl für einen Hund ist, der zu Übergewicht neigt. Es ist nährstoffreich bei reduziertem Kaloriengehalt und enthält viele Ballaststoffe, die für eine gute Sättigung sorgen. Um den Sättigungseffekt weiter zu verstärken, empfiehlt Julia die zusätzliche Gabe von kalorienarmen Fasern. Hier nennt sie Futterzellulose, die geschmacksneutral ist, oder Flohsamenschalen als gute Optionen. Auch die Fütterung von Gemüse kann das Magenvolumen füllen, ohne das Kalorienkonto zu belasten.

Julia regt außerdem an, das Verhalten des Hundes genau zu beobachten. Was als „Austricksen“ interpretiert wird, könnte vom Hund auch als ein gelerntes Spiel verstanden werden. Tiere lernen durch Wiederholung und die Reaktion des Menschen. Wenn ein bestimmtes Verhalten zum Erfolg (Futter) führt, wird es wiederholt. Das Fressen von Kot sei zwar unangenehm, aber die oft starke emotionale Reaktion des Besitzers könne vom Hund fälschlicherweise als eine Form der Aufmerksamkeit oder sogar als Aufforderung zum Spiel interpretiert werden.

Wenn schon die Welpen zu dick sind: Ein Grund zur Sorge?

Severin stellt eine zweite Frage, die sich auf ihren aktuellen Wurf bezieht: Die Welpen seien schon mit einer Woche „fett“ gewesen. Sie möchte wissen, wie sie verhindern kann, dass Saugwelpen zu dick werden. Julia beruhigt und erklärt, dass es bei Saugwelpen fast unmöglich und auch nicht immer nötig sei, stark einzugreifen. Das Gewicht reguliere sich in der Regel von selbst, sobald die Welpen abgesetzt sind und eine kontrollierte Fütterung erhalten.

Ein möglicher Grund für moppelige Welpen kann laut Julia die Wurfgröße sein. Hat eine Hündin weniger Welpen als rassetypisch, steht jedem einzelnen Welpen mehr Milch zur Verfügung. Man könne versuchen, die kleineren Welpen zuerst oder an den hinteren, milchreicheren Zitzen anlegen zu lassen. Eine weitere, aber eher spezielle Maßnahme wäre, die Futtermenge der Mutterhündin leicht zu reduzieren, um die Milchproduktion zu drosseln. Grundsätzlich betont sie jedoch, dass ein etwas höheres Startgewicht bei Welpen unproblematisch ist und sich im weiteren Wachstum meist ausgleicht, solange man später auf eine angepasste Fütterung achtet.

Gewichtsprobleme und mangelnde Bewegung im Mehrkatzenhaushalt

Manuela berichtet von der übergewichtigen Britisch-Kurzhaar-Katze ihrer Nachbarin, die sich einen Napf mit einem deutlich schlankeren Kater teilt. Obwohl beide angeblich die gleiche, geringe Futtermenge erhalten, sind ihre Körperkonditionen völlig unterschiedlich. Julia erklärt, dass dies ein klassisches Szenario sei. Das Übergewicht entstehe schleichend und oft unbemerkt vom Besitzer. Deshalb sei regelmäßiges Wiegen so wichtig.

Für solche Fälle schlägt Julia eine simple, aber effektive Lösung vor: eine Futterbox für die schlankere Katze. Der Eingang wird so gestaltet, dass nur sie hindurchpasst, während die fülligere Katze keinen Zugang hat. So kann sichergestellt werden, dass jede Katze die für sie bestimmte Futtermenge erhält.

Anhand der Frage von Jessica, deren Ragdoll-Kater bewegungsfaul ist, wird das Thema Aktivität vertieft. Jessica hat L-Carnitin zur Gewichtsreduktion eingesetzt, was scheinbar funktionierte. Julia bestätigt, dass L-Carnitin die Fettverbrennung unterstützen kann und eine lebenslange Gabe unbedenklich ist, da der Körper es auch selbst bildet. Es sei jedoch kein Wundermittel. Viel wichtiger sei es, die Katze zur Bewegung zu motivieren. Julia empfiehlt „Activity Feeding“, bei dem sich die Katze ihr Futter erarbeiten muss, zum Beispiel durch Fummelbretter, Futterbälle oder selbstgebastelte Spielzeuge aus Papprollen. Dies entspreche dem natürlichen Jagdverhalten und fördere die Aktivität.

Nahrungsergänzungsmittel - Wundermittel oder Marketing?

Die Diskussion wendet sich dem großen Markt der Nahrungsergänzungsmittel zu. Julia vertritt eine klare Haltung: Eine gute, ausgewogene Grundversorgung ist die wichtigste Basis. Die meisten gesunden Tiere, die ein bedarfsdeckendes Futter erhalten, benötigen keine zusätzlichen Produkte. Viele Trends aus dem Humanbereich, wie „glutenfrei“ (im Tierfutter als „getreidefrei“ vermarktet), seien mehr Marketing als eine ernährungsphysiologische Notwendigkeit.

Sie erklärt, dass Getreide nicht per se schädlich ist und die oft behaupteten negativen Auswirkungen wissenschaftlich nicht haltbar sind. Ob ein Futter Kartoffeln oder Getreide als Kohlenhydratquelle enthält, mache für den Körper des Tieres kaum einen Unterschied. Spezifische Ergänzungen können bei bestimmten Krankheiten oder individuellen Bedürfnissen sinnvoll sein, etwa bei Nierenerkrankungen oder zur Unterstützung des Nervensystems. Präventive Gaben, zum Beispiel Gelenkzusätze bei einem jungen Labrador, hält sie jedoch für wenig wirksam. Der beste Schutz vor Arthrose sei das Idealgewicht.

Julia äußert sich auch skeptisch gegenüber Produkten, die Verhaltensprobleme wie Kotfressen beheben sollen. Der Wirkmechanismus sei oft nicht nachvollziehbar, da ein Nährstoffmangel als Ursache selten vorliegt. Sie vermutet, dass hier manchmal auch ein Placebo-Effekt beim Besitzer eine Rolle spielen könnte, dessen veränderte Haltung sich auf das Tier überträgt.

Praktische Schritte für ein gesundes Tierleben

  1. Gewicht objektiv prüfen: Wiege dein Tier regelmäßig (Katzen auf einer Baby- oder Postwaage, Hunde auf einer Personenwaage), um schleichende Veränderungen frühzeitig und objektiv zu erkennen.
  2. Sättigung gezielt erhöhen: Füge der Futterration deines Hundes bei Bedarf kalorienarme Füllstoffe wie Futterzellulose, Flohsamenschalen oder gedünstetes Gemüse (z.B. Zucchini, Karotten) hinzu, um das Volumen zu vergrößern.
  3. Aktivität spielerisch fördern: Ersetze Leckerlis durch gemeinsame Spiel- und Trainingseinheiten. Nutze Activity-Feeding-Spielzeuge wie Fummelbretter oder Futterbälle, um die Fütterung spannender und aktiver zu gestalten.
  4. Management im Mehrkatzenhaushalt: Wenn du Katzen mit unterschiedlichem Gewicht hast, richte getrennte Fressplätze ein. Eine Box mit einem schmalen Eingang kann sicherstellen, dass nur die schlankere Katze an ihr Futter gelangt.
  5. Grundernährung sicherstellen: Bevor du zu zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln greifst, überprüfe, ob die Basis-Ernährung deines Tieres wirklich ausgewogen und bedarfsdeckend ist. Im Zweifel kann eine professionelle Rationsüberprüfung helfen.
  6. Krankenversicherung prüfen: Informiere dich, ob deine Tierkrankenversicherung die Kosten für eine professionelle Ernährungsberatung übernimmt. Dies kann eine sinnvolle Investition sein, um fütterungsbedingten Krankheiten vorzubeugen.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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