Fairer Umgang mit dem Hund: Hundemantel, Training, Social Media & Hundewahl

In dieser besonderen Episode des Podcasts HUNDESTUNDE bricht die Moderatorin Conny Sporrer mit dem gewohnten Format und lädt zu einer entspannten Plauderrunde ein. Ihr Gast ist der renommierte Hundetrainer und Dogdance-Weltmeister Lukas Pratschker. Gemeinsam tauchen die beiden Wiener Experten in eine Vielzahl von Themen ein, die den modernen Hundealltag prägen. Von den Herausforderungen durch Social Media über ethische Debatten im Hundesport bis hin zu ganz praktischen Fragen wie der richtigen Hundewahl und der kontroversen Diskussion um Hundemäntel im Winter.

Diese Folge richtet sich an alle Hundehalter:innen, die über den Tellerrand des reinen Trainings hinausschauen möchten. Sie beleuchtet die Grauzonen, persönlichen Herausforderungen und die Denkprozesse, die hinter den Entscheidungen von erfahrenen Hundemenschen stehen. Die zentrale Frage, die sich wie ein roter Faden durch das Gespräch zieht, ist: Wie schaffen wir ein faires, gesundes und verständnisvolles Zusammenleben mit unseren Hunden in einer immer komplexeren Welt?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hundemäntel sind kein reines Modeaccessoire: Auch Hunde mit dichtem Fell können von einem Mantel profitieren, insbesondere wenn sie in beheizten Wohnungen leben. Ein warmer Rücken schützt die Muskulatur vor Kälte und Verspannungen.
  • Fairness bedeutet Klarheit: Sei in deinen Regeln konsequent. Ein Hund versteht nicht, warum er heute an der Leine schnüffeln darf, es morgen unter Zeitdruck aber plötzlich verboten ist. Klare Signale und Strukturen sind der Schlüssel zu einem fairen Umgang.
  • Die Wahl des richtigen Hundes: Statt dich auf eine Rasse festzulegen, ziehe einen erwachsenen Hund aus einer Pflegestelle in Betracht. Dort kannst du seinen Charakter in einer häuslichen Umgebung kennenlernen und besser einschätzen, ob er wirklich zu deinem Leben passt.
  • Umgang mit Social Media: Lass dich von unqualifizierten Kommentaren nicht verunsichern. Du kennst deinen Hund und seine Bedürfnisse am besten. Nutze soziale Medien als Inspirationsquelle, aber triff deine Entscheidungen basierend auf deinem Wissen und Gefühl.
  • Training braucht einen Plan: Spontane und unstrukturierte Trainingseinheiten führen oft zu Frustration bei Mensch und Hund. Ein durchdachter Plan mit klaren Zielen macht das Training effektiver und fairer.
  • Die Intelligenz von Hunden: Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Hunde neue Wörter allein durch das Zuhören bei menschlichen Gesprächen lernen können - eine Fähigkeit, die bisher vor allem Kleinkindern zugeschrieben wurde.

Vorstellung und die Dynamik der Wiener Hundeszene

Zu Beginn der Folge stellen sich Conny und ihr Gast Lukas Pratschker kurz vor, um auch neue Hörer:innen abzuholen. Lukas, bekannt durch seinen Sieg bei „Das Supertalent“ mit seinem Border Collie Falco, betreibt eine große Indoor-Hundeschule im Süden Wiens, die sich auf Hundesport und Spaß-Aktivitäten spezialisiert hat. Seine zusätzliche Ausbildung im Bereich der Hundephysiotherapie prägt seinen Ansatz, bei dem die Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden der Hunde stets im Vordergrund stehen. Conny leitet im Norden Wiens eine Martin-Rütter-Hundeschule mit Fokus auf Alltagstauglichkeit und Verhaltenstraining. Sie ist zudem als Autorin, Podcasterin und Tierschützerin aktiv. Beide betonen die positive und ergänzende Dynamik in der Wiener Hundetrainer-Szene, in der viele Kund:innen sowohl bei Lukas Spaßkurse als auch bei Conny Alltagstraining besuchen.

Zwischen Hasskommentaren und ethischen Grenzen im Hundetraining

Ein zentrales Thema ist der Umgang mit Öffentlichkeit und Kritik in den sozialen Medien. Lukas berichtet von einem viralen Video über Hundemäntel, das eine Flut an negativen und teils absurden Kommentaren auslöste - von Vorwürfen der Vermenschlichung bis hin zu tierschutzrelevanten Ratschlägen. Conny teilt ähnliche Erfahrungen, insbesondere die aggressiven Reaktionen aus der Schutzhund-Szene auf ihre kritischen Posts. Dies leitet zu einer tiefergehenden Diskussion über die Ethik im Hundesport über. Beide hinterfragen die Notwendigkeit von Schutzhunden im privaten Bereich und greifen die These von Martin Rütter auf, dass Diensthunde, die nicht primär ihre Nase einsetzen, durch moderne Technologie wie Drohnen ersetzt werden könnten. Sie problematisieren den Einsatz von Hunden in gefährlichen Situationen, sei es bei der Polizei oder bei der Jagd, wo das Tier als Schutzschild für den Menschen dient.

Die richtige Hundewahl: Warum Rasseempfehlungen schwierig sind

Auf Lukas' Frage, wie sie Menschen bei der Hundewahl berät, erklärt Conny, warum sie davon Abstand nimmt, konkrete Rassen zu empfehlen. Ihre Erfahrung, unter anderem mit einem Wurf Labbis, bei dem die Geschwister völlig unterschiedliche Charaktere (von jagdlich bis territorial) entwickelten, hat ihr gezeigt, dass die Rasse allein kein verlässlicher Indikator für das Wesen eines Hundes ist. Zu viele Faktoren wie Zuchtlinie, Aufzucht und individuelle Persönlichkeit spielen eine Rolle. Stattdessen plädiert sie dafür, den Blick auf den Tierschutz zu richten. Insbesondere empfiehlt sie Pflegestellen, da man hier die Möglichkeit hat, einen bereits erwachsenen Hund in einem normalen häuslichen Umfeld kennenzulernen und zu sehen, ob die Chemie stimmt - eine wertvolle Alternative zum „Überraschungspaket“ eines Welpen oder eines Direktimports aus dem Ausland.

Kontroverse Hundemantel: Notwendigkeit oder Vermenschlichung?

Die Debatte um Hundemäntel wird intensiv geführt. Lukas argumentiert aus seiner physiotherapeutischen Perspektive, dass auch Hunde mit viel Fell, wie seine Border Collies, einen Mantel benötigen können. Der Grund: Hunde, die in beheizten Räumen leben, passen ihr Fell an die warmen Innentemperaturen an und sind dann den kalten Außentemperaturen nicht mehr ausreichend gewachsen. Ein Mantel helfe, die Rückenmuskulatur warm zu halten und so Verspannungen oder gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Er zieht den Vergleich zu Menschen: Kinder und ältere Menschen werden im Winter auch wärmer eingepackt. Conny zeigt sich von dieser logischen Erklärung überzeugt und reflektiert, dass sie diese Perspektive bisher vernachlässigt hat und nun auch für ihre Hündin Semmel den Einsatz eines Mantels überdenken wird.

Fairness im Training: Von Neujahrsvorsätzen zur Leinenführigkeit

Lukas teilt einen seiner wichtigsten Neujahrsvorsätze: Er möchte noch fairer im Umgang mit seinen Hunden sein. Konkret bedeutet das für ihn, Stress und Hektik nicht auf die Hunde zu übertragen, indem er sie beispielsweise von einer interessanten Schnüffelstelle wegzerrt. Diese Überlegung führt direkt zum Thema Leinenführigkeit. Conny vertritt den Ansatz, dass Schnüffeln an der Leine grundsätzlich nur nach expliziter Freigabe erlaubt sein sollte. Diese klare Regel sei fairer, als das Verhalten mal zu dulden und mal abrupt zu unterbinden. Lukas verfolgt einen etwas anderen Weg: Er hat Leinenführigkeit nie formal trainiert, sondern sorgt dafür, dass die Bedürfnisse seiner Hunde so gut erfüllt sind, dass sie von sich aus entspannt an der Leine gehen. Beide sind sich einig, dass der richtige Ansatz stark vom jeweiligen Hund abhängt.

Praktische Tipps für deinen Alltag

  1. Die richtige Hundewahl treffen: Überlege dir vor der Anschaffung genau, welcher Hundetyp zu deinem Leben passt. Eine Pflegestelle bietet dir die wertvolle Chance, einen Hund in einer alltäglichen Umgebung kennenzulernen, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.
  2. Den Mantel-Check machen: Fühle bei kaltem Wetter die Rückenmuskulatur deines Hundes. Ist sie spürbar kühl, kann ein Mantel helfen, die Körperwärme zu halten und Verspannungen vorzubeugen. Das gilt besonders, wenn dein Hund die meiste Zeit in warmen Innenräumen verbringt.
  3. Für Klarheit an der Leine sorgen: Etabliere eine feste Regel für das Schnüffeln an der Leine. Ob du es generell nur auf Kommando erlaubst oder bestimmte "Schnüffelzonen" definierst - sei konsequent. Diese Klarheit ist für deinen Hund fairer als willkürliche Verbote.
  4. Dein Training strukturieren: Bevor du mit einer Übung beginnst, überlege dir genau, was dein Ziel ist und wie du es in kleinen Schritten erreichen kannst. Ein klarer Plan verhindert Frustration und macht das Training für dich und deinen Hund erfolgreicher und angenehmer.
  5. Kritik filtern: Vertraue auf dein Urteilsvermögen und dein Wissen über deinen eigenen Hund. Während fundierter Rat wertvoll ist, solltest du dich von pauschaler Online-Kritik nicht verunsichern lassen.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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