Jagdtrieb, Hundebegegnungen & Anspringen: Mentalmagier Christoph Kuch über das Training mit Dackel Willi

Zusammengefasst von Anja Schirwinski
Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida. 
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In dieser Episode des Podcasts HUNDESTUNDE spricht Moderatorin Conny Sporrer mit einem besonderen Gast: Christoph Kuch. Er ist nicht nur Weltmeister der Zauberkunst und erfolgreicher Mentalmagier, sondern auch seit eineinhalb Jahren Halter des Dackels Willi. Gemeinsam mit Co-Moderator Marc Eichstedt tauchen sie tief in die typischen Herausforderungen ein, die ein Jagdhund wie ein Dackel im Alltag mit sich bringt.

Im Fokus stehen drei zentrale Probleme: Willis unkontrollierbarer Jagdtrieb, sein spezielles Verhalten bei Hundebegegnungen und das Anspringen von fremden Menschen. Die Episode liefert nicht nur eine Analyse dieser Verhaltensweisen, sondern bietet vor allem konkrete, umsetzbare Lösungsansätze. Sie ist damit eine wertvolle Ressource für alle Hundebesitzer, die lernen möchten, die Instinkte ihres Hundes besser zu verstehen und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Jagdtraining beginnt beim Fundament: Bevor du am Rückruf aus dem Jagdtrieb arbeitest, muss dein Hund lernen, auch bei leichter Ablenkung draußen aufmerksam und ansprechbar zu sein. Ein Hund, der draußen keine Leckerlis nimmt, ist für komplexes Training noch nicht bereit.
  • Umgang mit Jagdverhalten: Anstatt den Jagdtrieb zu unterdrücken, solltest du ihn in kontrollierte, gemeinsame Aktivitäten umleiten. Etabliere Spiele wie das Apportieren eines Dummys oder gemeinsame Futtersuchspiele, um eine Alternative zum selbstständigen Jagen zu bieten.
  • Fütterung als Trainingswerkzeug nutzen: Gib deinem Hund sein Futter nicht zu Hause im Napf, sondern nutze die Ration für Trainingseinheiten auf dem Spaziergang. Das steigert seine Motivation zur Zusammenarbeit und stärkt eure Bindung.
  • Soziales Verhalten richtig managen: Wenn ein Hund sich bei der Annäherung an Artgenossen hinlegt, ist das oft eine deeskalierende Geste. Als Halter solltest du dennoch die Führung übernehmen, die Situation managen und entscheiden, ob ein Kontakt stattfindet, um deinem Hund Sicherheit zu geben.
  • Konsequenz beim Anspringen ist entscheidend: Unerwünschtes Anspringen muss konsequent unterbunden werden, auch wenn es freundlich gemeint ist. Der Schlüssel liegt darin, das Verhalten mechanisch zu verhindern (z. B. auf die Leine stellen) und klar mit anderen Menschen zu kommunizieren.
  • Werde zum Mittelpunkt der Welt deines Hundes: Dein Ziel sollte es sein, für deinen Hund spannender zu sein als die Umwelt. Regelmäßige, kurze Spiel- und Trainingseinheiten auf dem Spaziergang helfen dabei, die Aufmerksamkeit deines Hundes bei dir zu halten.

Mentalmagie und Hundetraining: Unerwartete Parallelen

Zu Beginn der Folge zieht Christoph Kuch eine interessante Parallele zwischen seinem Beruf als Mentalmagier und der Arbeit von Hundetrainern. Er erklärt, dass er oft fälschlicherweise für jemanden mit übersinnlichen Fähigkeiten gehalten wird, betont aber vehement, dass seine Kunst auf erlernten Techniken, Psychologie und Beobachtungsgabe beruht. Ähnlich verhält es sich laut Conny Sporrer mit dem Begriff des „Hundeflüsterers“. Sie stellt klar, dass gutes Hundetraining nichts mit Magie zu tun hat, sondern auf intensivem Studium der Hundesprache, Beobachtung und viel Praxis basiert - Fähigkeiten, die jeder erlernen kann.

Problem 1: Wenn der Jagdtrieb die Kontrolle übernimmt

Christoph beschreibt das größte Problem mit seinem Dackel Willi: seinen ausgeprägten Jagdtrieb. Sobald Willi eine Witterung aufnimmt, verfällt er in ein lautes Jagdbellen und ist absolut nicht mehr abrufbar. In diesen Momenten verweigert er sogar Leckerlis und ist vollständig auf die Spur fokussiert. Dieses Verhalten begann bereits im Alter von etwa sechs Monaten und hat dazu geführt, dass Willi schon mehrfach weggelaufen ist, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Die Familie wünscht sich, ihm mehr Freilauf zu ermöglichen, sieht sich aber durch dieses unkontrollierbare Verhalten eingeschränkt.

Lösungsansätze für jagdlich motivierte Hunde

Conny Sporrer analysiert, dass das eigentliche Problem nicht nur der fehlende Rückruf in der Jagdsituation ist, sondern der generelle Mangel an Aufmerksamkeit und Ansprechbarkeit während des Spaziergangs. „Du willst einen Marathon laufen, aber schaffst noch keine fünf Kilometer“, erklärt sie. Der erste Schritt müsse sein, Willi überhaupt dazu zu bringen, draußen Futter anzunehmen und aufmerksam zu sein.

Ihre konkreten Empfehlungen:

  • Fütterung umstellen: Willi sollte sein Frühstück nicht mehr zu Hause bekommen, sondern sich seine Futterration während des Spaziergangs durch einfache Suchspiele verdienen. Das stärkt die Bindung und schafft eine positive Erwartungshaltung gegenüber dem Menschen.
  • Gemeinsame Jagd: Durch das Werfen von Futterstücken oder das Apportieren eines Dummys kann der Jagdtrieb in eine gemeinsame, kontrollierte Aktivität umgelenkt werden. So lernt Willi, dass Jagen mit seinem Menschen mehr Spaß macht und erfolgreicher ist als alleine.
  • Früherkennung: Es ist entscheidend, die Körpersprache des Hundes lesen zu lernen, um die ersten Anzeichen des Jagdverhaltens zu erkennen. In diesem frühen Stadium ist der Hund noch ansprechbar und kann aus der Situation herausgeholt werden, bevor er in den „Tunnel“ gerät. Ist es bereits zu spät, sollte die Situation abgebrochen werden, um eine Selbstbelohnung durch das Jagen zu verhindern.

Marc ergänzt, dass es wichtig sei, dem Hund zu zeigen, dass sich die Orientierung am Menschen immer lohnt. Er schlägt vor, gezielt Situationen zu schaffen, in denen Willi lernt, sich von einem starken Außenreiz abzuwenden und sich stattdessen seinem Halter zuzuwenden, weil es dort eine noch bessere Belohnung gibt.

Problem 2: Das soziale „Hinlegen“ bei Hundebegegnungen

Ein weiteres Thema ist Willis Verhalten, wenn er in der Ferne einen anderen Hund sieht. Er legt sich flach auf den Boden und wartet, bis der andere Hund näherkommt. Erst dann steht er auf und geht freundlich zur Kontaktaufnahme hin. Conny interpretiert dieses Verhalten als hochsozial und deeskalierend. Willi möchte Druck aus der Situation nehmen und dem anderen Hund signalisieren, dass er friedlich gesinnt ist. Problematisch ist jedoch, dass Willi damit die Kontrolle über die Situation übernimmt und dieses Verhalten für andere Hunde missverständlich sein kann.

Der Lösungsansatz besteht darin, dass die Halter die Führung zurückgewinnen. Anstatt Willi die Entscheidung zu überlassen, sollten sie ihn in solchen Momenten hochnehmen und entweder an dem anderen Hund vorbeiführen oder den Kontakt aktiv und kontrolliert gestalten. Dies gibt Willi Sicherheit und vermittelt ihm, dass seine Menschen die Situation managen.

Problem 3: Freundliches, aber unerwünschtes Anspringen

Willi neigt dazu, Menschen, die ihm freundlich begegnen, zur Begrüßung anzuspringen. Das Problem: Viele Menschen finden das bei einem kleinen Dackel süß und bestärken das Verhalten unbewusst, während es für andere (z. B. mit weißer Hose oder Angst vor Hunden) unangenehm ist. Diese Inkonsistenz macht es für den Hund schwer zu lernen, was erwünscht ist.

Die Experten sind sich einig, dass der einzige Weg darin besteht, das Anspringen konsequent zu unterbinden. Marc und Conny empfehlen, das Verhalten mechanisch zu managen, indem man sich auf die Leine stellt. So wird die Leine kurz genug, dass der Hund nicht hochspringen kann, ohne dass man an ihr ziehen muss. Gleichzeitig ist eine klare Kommunikation mit dem Gegenüber essenziell. Ein freundliches „Wir üben gerade, bitte ignorieren Sie ihn“ kann oft Wunder wirken. Bei Besuch zu Hause hilft es, den Hund während der ersten Begrüßungsszene kurz in einem anderen Raum oder auf seiner Decke zu lassen, bis sich die Aufregung gelegt hat.

Ein magisches Intermezzo: Gedankenlesen im Podcast

Mitten im Gespräch stellt Christoph Kuch seine Fähigkeiten als Mentalmagier unter Beweis. Er bittet Conny, sich auf den Namen einer Dackelhündin zu konzentrieren, die sie früher betreut hat. Nach einigen kurzen Fragen schreibt er einen Namen auf eine kleine Tafel. Als Conny den Namen „Fanny“ verrät, dreht Christoph die Tafel um - und genau dieser Name steht darauf. Das verblüffende Experiment unterstreicht auf unterhaltsame Weise, wie sehr seine Kunst auf präziser Beobachtung und Menschenkenntnis beruht.

Praktische Schritte für Dackel Willi (und andere Hunde)

  1. Das Fundament stärken: Beginne das Training in einer reizarmen Umgebung. Bringe deinem Hund bei, draußen aufmerksam zu sein und Futter anzunehmen, bevor du dich den großen Herausforderungen stellst.
  2. Fütterung als Trainingszeit nutzen: Ersetze die Mahlzeiten aus dem Napf durch interaktive Futterspiele während der Spaziergänge, um die Kooperationsbereitschaft deines Hundes zu fördern.
  3. Jagdalternativen etablieren: Führe ein kontrolliertes Jagdspiel ein, zum Beispiel mit einem Futterdummy. Baue das Apportieren kleinschrittig und positiv auf, sodass es zu eurer gemeinsamen Lieblingsbeschäftigung wird.
  4. Hundebegegnungen aktiv gestalten: Übernimm die Führung, wenn dein Hund unsicher oder übermütig reagiert. Nutze deine Körpersprache, um Distanz zu schaffen, oder nimm einen kleinen Hund bei Bedarf kurz hoch, um ihm Sicherheit zu geben und die Situation zu kontrollieren.
  5. Anspringen konsequent verhindern: Stelle dich auf die Leine, um das Hochspringen mechanisch unmöglich zu machen. Kommuniziere proaktiv mit entgegenkommenden Personen und bitte sie, das Training zu unterstützen, indem sie den Hund ignorieren.

📌 Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert und anschließend sorgfältig geprüft und redaktionell überarbeitet.
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