Jahresrückblick mit deinem Hund

In dieser Episode des Hundsf(a)elle Podcasts führen die Hosts Yvonne Nawrat und Mustafa Irmak dich durch einen strukturierten Prozess der Jahresreflexion. Der Fokus liegt dabei auf der Beziehung zu deinem Hund - sei es ein Welpe oder ein Tierschutzhund. Die Episode beleuchtet, wie im hektischen Alltag mit beruflichem Stress und „Freizeitstress“ die wertvollen Momente mit unseren Hunden oft untergehen.

Die zentrale Frage lautet: Wie können wir die begrenzte Zeit mit unseren Hunden bewusster gestalten und die positiven Erlebnisse würdigen, um unsere Bindung zu stärken? Diese Folge richtet sich an alle Hundehalter:innen, die aus dem Hamsterrad des Alltags ausbrechen und die gemeinsame Zeit mit ihrem Vierbeiner achtsamer und erfüllter gestalten möchten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bewusstheit für begrenzte Zeit: Yvonne Nawrat erinnert daran, dass wir oft nur „zehn bis zwölf Sommer“ mit unserem Hund haben. Eine jährliche Reflexion hilft, diese kostbare Zeit wertzuschätzen und bewusst zu gestalten.
  • Fokus auf das Positive: Statt dich nur auf Trainingsprobleme und Schwierigkeiten zu konzentrieren, rät die Episode dazu, gezielt die schönen Momente, die „Marmeladenglas-Momente“, und die erreichten Fortschritte zu notieren.
  • Struktur im Alltag analysieren: Reflektiere eure täglichen Routinen. Mustafa Irmak regt an zu fragen: Welche Rituale tun uns beiden gut? Wo können wir etwas verbessern? Yvonne Nawrat empfiehlt, feste Zeitfenster für den Hund im Kalender zu blocken.
  • Persönliches Wachstum erkennen: Dein Hund ist oft ein Spiegel für dich selbst. Die Reflexion darüber, was dein Hund dich über Geduld, Achtsamkeit oder den Umgang mit Stress lehrt, ist ein zentraler Schlüssel zur persönlichen Weiterentwicklung.
  • Erfolge und Erlebnisse festhalten: Ob durch ein Trainingstagebuch, ein Fotoalbum oder eine Dankbarkeitsliste - das Festhalten gemeinsamer Erlebnisse und Erfolge macht sie greifbar und stärkt die positive Wahrnehmung eurer Beziehung.
  • Achtsamkeit im Hier und Jetzt: Dein Hund lebt im Moment. Yvonne Nawrat teilt persönliche Erlebnisse, die sie schmerzhaft gelehrt haben, wie wichtig es ist, beim Spaziergang oder bei der Fütterung geistig anwesend zu sein, um Stress und Unfälle zu vermeiden.
  • Ziele für die Zukunft setzen: Die Reflexion des vergangenen Jahres dient als Grundlage, um zu erkennen, welche Trainingsbereiche vernachlässigt wurden und welche neuen Ziele du dir für das kommende Jahr setzen möchtest.

Die Notwendigkeit der Reflexion im Hundealltag

Yvonne Nawrat leitet die Episode mit einer persönlichen Erkenntnis ein: Ihre Hündin Carlotta ist bereits seit anderthalb Jahren bei ihr, gefühlt aber erst seit Kurzem. Dieses schnelle Vergehen der Zeit und der moderne „Mental Overload“ führen dazu, dass viele Hundehalter:innen die gemeinsame Zeit nicht bewusst wahrnehmen. Die Episode schlägt vor, sich bewusst 30 Minuten Zeit zu nehmen, um das vergangene Jahr mit dem Hund Revue passieren zu lassen. Der entscheidende Ansatz dabei ist, sich auf die positiven Erlebnisse zu konzentrieren, da die negativen Aspekte und Trainingsbaustellen ohnehin präsenter im Gedächtnis sind. Mustafa Irmak ergänzt, dass eine solche Jahresreflexion eine wunderbare Möglichkeit ist, Dankbarkeit für die gemeinsamen Momente zu entwickeln und Fortschritte zu würdigen.

Reflexionsfragen zu Alltag und Beziehung

Mustafa Irmak stellt eine Reihe von Leitfragen vor, die helfen, den gemeinsamen Alltag zu analysieren. Diese Fragen zielen darauf ab, ein Bewusstsein für funktionierende Strukturen und Verbesserungspotenziale zu schaffen:

  • Alltagsroutine: Wie sah euer typischer Alltag aus? Habt ihr eine Routine gefunden, die für beide Seiten gut funktioniert?
  • Tägliche Rituale: Welche festen Rituale wie Spaziergänge, Spielzeiten oder Ruhepausen haben sich bewährt?
  • Verbesserungspotenzial: Gibt es Aspekte im Alltag, die du optimieren könntest, um mehr Qualität in die gemeinsame Zeit zu bringen? Yvonne Nawrat schlägt hierfür vor, feste Termine für Training oder Pflege in den Kalender einzutragen.
  • Sicherheit und Führung: Eine zentrale Frage lautet: „Wie habe ich meinem Hund Sicherheit und Führung gegeben?“ Warst du in stressigen Situationen ein verlässlicher Anker für deinen Hund?
  • Positive Überraschungen: Gab es Momente, in denen dein Hund dich positiv überrascht oder beeindruckt hat? Solche Erlebnisse bewusst zu erinnern, stärkt die Bindung.

Fortschritte in Training und Entwicklung

Ein weiterer wichtiger Bereich der Reflexion ist das Training. Yvonne Nawrat betont, wie wichtig es ist, sich die eigenen Trainingsziele und die dabei erzielten Erfolge bewusst zu machen. Oftmals werden Fortschritte als selbstverständlich angesehen und nicht ausreichend gewürdigt.

  • Ziele und Erfolge: Welche Trainingsziele hattest du dir gesetzt und welche davon hast du erreicht? Yvonne nennt als Beispiel, dass ihre Hündin Carlotta nun im Wald frei laufen kann und Restaurantbesuche gut meistert.
  • Trainingsmethoden: Wie hast du diese Ziele erreicht? Die Reflexion darüber, welche Ansätze funktioniert haben, hilft, das Training für die Zukunft zu optimieren.
  • Schwierigkeiten und vernachlässigte Bereiche: Welche Themen stellen noch eine Herausforderung dar? Welche Trainingsbereiche hast du möglicherweise vernachlässigt und möchtest ihnen im nächsten Jahr mehr Aufmerksamkeit widmen?
  • Umgang mit Herausforderungen: Wie hast du auf unerwartetes Verhalten oder Rückschläge reagiert - mit Wut, Überforderung oder Gelassenheit? Die Analyse der eigenen Emotionen ist entscheidend, da, wie Yvonne erklärt, Wut oft eine Gegenreaktion beim Hund auslöst und nicht zielführend ist.

Gemeinsame Erlebnisse und Quality Time

Mustafa Irmak unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer Erlebnisse, die über den reinen Trainingsalltag hinausgehen. Diese schaffen positive Erinnerungen und festigen die Beziehung.

  • Schönste Momente: Was waren eure schönsten gemeinsamen Erlebnisse? Waren es besondere Ausflüge, Wanderungen oder eine Reise?
  • Quality Time: Hattet ihr genug bewusste Zeit füreinander? Besonders in Mehrhundehaushalten ist es wichtig, jedem Hund gezielt Aufmerksamkeit zu schenken.
  • Neue Erfahrungen: Habt ihr etwas Neues ausprobiert, wie zum Beispiel eine Hundesportart? Solche Aktivitäten können die Beziehung neu beleben.

Yvonne Nawrat fügt hinzu, dass auch der Besuch einer Hundeschule als wertvolle „Quality Time“ betrachtet werden sollte. Es ist eine intensive Zeit, die man exklusiv mit einem Hund verbringt und die die Bindung stärkt.

Deine Rolle als Hundehalter:in - Persönliches Wachstum

Die letzte und vielleicht tiefgründigste Ebene der Reflexion betrifft dich als Mensch und Hundehalter:in. Oftmals, so die Hosts, bekommen wir den Hund, den wir brauchen, um als Persönlichkeit zu wachsen.

  • Dein persönliches Wachstum: Was hast du durch deinen Hund über dich selbst gelernt? In welchen Bereichen bist du gewachsen - vielleicht in Geduld, Konsequenz oder Gelassenheit?
  • Lektionen für den Alltag: Was hat dein Hund dir für deinen Alltag beigebracht? Yvonne erzählt, wie sie durch Carlottas langes Zögern beim Lösen lernen musste, geduldiger zu sein und die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind.
  • Im Moment leben: Die wichtigste Lektion ist oft die Achtsamkeit. Yvonne teilt prägende Erlebnisse - einen Sturz mit Rippenprellung und einen Beißvorfall -, die sie lehrten, im Hier und Jetzt präsent zu sein, anstatt gedanklich bereits beim nächsten To-Do zu verweilen. Gleichzeitig erinnert sie aber auch an positive Momente purer Gegenwärtigkeit, wie das gemeinsame Schwimmen mit ihrer Hündin im See.

Praktische Schritte zur Jahresreflexion

  1. Führe ein Tagebuch oder Notizbuch: Schreibe die Antworten auf die Reflexionsfragen auf. Das hilft dir, einen klaren Überblick zu gewinnen und Fortschritte über die Zeit zu verfolgen.
  2. Erstelle einen Fotorückblick: Durchforste deine Handyfotos des letzten Jahres. Erstelle ein digitales Album oder, wie die Kollegin Laura von „Be Shepherd and Be Love“, ein gedrucktes Fotobuch, um die schönsten Momente greifbar zu machen.
  3. Schreibe eine Dankbarkeitsliste: Notiere konkret, wofür du deinem Hund in diesem Jahr dankbar bist. Das lenkt den Fokus gezielt auf das Positive und stärkt eure Verbindung.
  4. Nutze Vorlagen: Um den Einstieg zu erleichtern, kündigt Yvonne Nawrat an, ein Mini-Workbook mit allen Fragen aus der Episode zu erstellen und in den Shownotes zu verlinken.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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