Management im Mehrhundehaushalt: So schaffst Du ein harmonisches Zusammenleben
In dieser Episode des Podcasts Hundsf(a)elle tauchen die Moderatoren Yvonne Nawrat und Mustafa Irmak tief in die Welt der Mehrhundehaltung ein. Sie beleuchten die Herausforderungen und Lösungsansätze, die sich ergeben, wenn man das Leben mit mehr als einem Hund teilt. Im Fokus steht die zentrale Frage: Wie managt man eine Hundegruppe im Alltag so, dass ein harmonisches und sicheres Zusammenleben für alle Beteiligten - Mensch wie Hund - möglich ist? Die Folge richtet sich an alle, die bereits mehrere Hunde halten oder mit dem Gedanken spielen, einen weiteren Hund aufzunehmen, und liefert wertvolle Einblicke in die Bedeutung von Struktur, Führung und individueller Zuwendung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Struktur ist der Schlüssel: Klare Regeln und feste Routinen, wie zugewiesene Liegeplätze oder ritualisierte Abläufe an der Haustür, geben den Hunden Sicherheit und verhindern chaotische Gruppendynamiken.
- Individuelle Zeit zählt: Jeder Hund ist eine eigene Persönlichkeit mit spezifischen Bedürfnissen. Regelmäßige Einzelzeit stärkt die Bindung und ermöglicht es Dir, auf die jeweiligen Charaktereigenschaften und Trainingsanforderungen gezielt einzugehen.
- Zuhause ist ein Ort der Ruhe: Um Stress und Konkurrenz zu vermeiden, sollte im Haus nicht gespielt oder getobt werden. Yvonne rät sogar dazu, kein Spielzeug frei herumliegen zu lassen, damit die Hunde lernen, drinnen abzuschalten. Action findet draußen statt.
- Ressourcen bewusst managen: Ob Futter, Spielzeug oder Deine Aufmerksamkeit - ein aktives Management ist entscheidend, um Konflikte zu vermeiden. Dies kann bedeuten, Hunde getrennt zu füttern oder Streicheleinheiten gezielt einzeln zu vergeben.
- Soziale Dynamiken beobachten: Lerne, die Körpersprache Deiner Hunde zu lesen, um Spannungen frühzeitig zu erkennen. Greife ein, bevor Konflikte eskalieren, insbesondere wenn ein Hund gemobbt wird oder Verletzungsgefahr besteht.
- Führung übernehmen: Als Mensch bist Du der Manager der Gruppe. Deine Aufgabe ist es, Entscheidungen zu treffen und den Rahmen vorzugeben. Das schafft nicht nur Ordnung, sondern gibt den Hunden auch die nötige Sicherheit.
Die Grundlage für Harmonie: Klare Regeln und konsequente Führung
Yvonne und Mustafa sind sich einig: Eine funktionierende Mehrhundehaltung steht und fällt mit klaren Strukturen. Yvonne erklärt, dass sie oft für ihre gut erzogenen Hunde bewundert wird, betont aber, dass dies das Ergebnis konsequenter Regeln ist. Dazu gehören feste Liegeplätze, die ein Gefühl von Ordnung schaffen, und ein geregelter Ablauf beim Verlassen des Hauses. Anstatt dass alle Hunde aufgeregt zur Tür stürmen, wartet bei ihr jeder an seinem Platz, und sie entscheidet, in welcher Reihenfolge es nach draußen geht. Mustafa ergänzt dies mit dem Beispiel des Aussteigens aus dem Auto: Er lässt seine Hunde einzeln heraus, um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig hochschaukeln und sofort „drüber“ sind. Diese Rituale minimieren aufgestaute Energie und fördern von Anfang an eine ruhige Grundstimmung.
Diese Führung setzt sich auch auf dem Spaziergang fort. Yvonne weist jedem Hund eine feste Seite zum Laufen an der Leine zu, um ein Kreuz-und-quer-Laufen zu verhindern. Das Ziel dieser Regeln ist nicht, die Hunde zu dominieren, sondern, wie sie sagt, ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen. Führung bedeutet hier, den Hunden durch Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeit Sicherheit zu geben.
Jedem Hund gerecht werden: Individuelle Bedürfnisse erkennen und erfüllen
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Notwendigkeit, jeden Hund als Individuum zu betrachten. Mustafa unterstreicht, wie wichtig es ist, jedem Hund „Quality-Time“ zu widmen, die auf seine speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Sein Rüde Bootsmann beispielsweise liebt formelle Unterordnungsübungen, während seine Hündin Milly ausgedehnte Spaziergänge und die reine Anwesenheit bei ihm genießt. Diese exklusive Zeit stärkt nicht nur die individuelle Bindung, sondern stellt auch sicher, dass die Bedürfnisse jedes Hundes erfüllt werden.
Yvonne fügt hinzu, dass auch unterschiedliche Alters- und Gesundheitszustände eine Rolle spielen. Ihre ältere Hündin benötigt regelmäßige Physiotherapie, während die jüngere mehr Action und Erziehungstraining braucht. In diesem Zusammenhang warnt sie davor, sich von beiden Hunden gleichzeitig belagern zu lassen. Sie praktiziert ein aktives Management, bei dem ein Hund weggeschickt wird, während der andere ihre volle Aufmerksamkeit bekommt. Dies verhindert Eifersucht und lehrt die Hunde, sich zurückzunehmen.
Auch das Training und die Fütterung müssen individuell angepasst werden. Mustafa beschreibt, dass sein reaktiverer Hund ein anderes, intensiveres Training benötigt als seine sensiblere Hündin. Yvonne berichtet aus ihrer Erfahrung, dass sie bei bis zu fünf Hunden eine regelrechte „Futterküche“ betreiben musste, da jeder Hund aufgrund von Alter, Gesundheit oder Allergien einen anderen Futterplan hatte.
Das Zuhause als Ruheoase: Management von Ruhephasen und Ressourcen
Damit ein Mehrhundehaushalt funktioniert, müssen die Hunde lernen, zur Ruhe zu kommen. Mustafa erklärt, dass jeder Hund einen eigenen, sicheren Rückzugsort benötigt - für seinen Hund Bootsmann ist das eine offene Transportbox, die er freiwillig aufsucht. Diese Ruhephasen sind essenziell für die Regeneration und müssen vom Menschen respektiert werden.
Yvonne geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt, im Haus gar kein Spielzeug zur Verfügung zu stellen. Ihrer Erfahrung nach kommen Hunde deutlich besser zur Ruhe, wenn sie nicht ständig durch Spielzeug animiert werden. Außerdem wird so potenziellen Ressourcenkonflikten von vornherein der Nährboden entzogen. Die Regel lautet: „Zu Hause ist Chillen und Schlafen angesagt, die Action findet draußen statt.“ Ein abwechslungsreicher Spaziergang mit Trainingseinlagen oder Suchspielen lastet die Hunde kognitiv und körperlich aus und ist qualitativ wertvoller als unkontrolliertes Toben im Wohnzimmer.
Soziale Dynamiken verstehen und lenken: Wann Du eingreifen solltest
Die soziale Interaktion innerhalb der Hundegruppe erfordert ein hohes Maß an Beobachtungsgabe. Mustafa berichtet von Situationen, in denen seine kleinere Hündin Milly den älteren Bootsmann gezielt mobbt. Er betont, dass er dieses Verhalten sofort unterbricht, um den älteren Hund zu schützen. Dies wirft die Frage auf, wann man als Halter eingreifen und wann man die Hunde die Dinge unter sich klären lassen sollte.
Beide Experten sind sich einig, dass es hier keine pauschale Antwort gibt. Es hängt stark von den beteiligten Hundetypen und der Situation ab. Yvonne plädiert dafür, so viel wie möglich laufen zu lassen, solange keine Verletzungsgefahr besteht. Sie beschreibt, wie ihre Rüden früher Statuskämpfe ohne Verletzungen ausgetragen haben, was zur Klärung der Rangordnung beitrug. Sobald jedoch Blut fließt oder ein Hund ernsthaft beschädigt wird, ist ein Eingreifen zwingend erforderlich. Bei ihren aktuellen Hündinnen, die sich in Größe und Gewicht stark unterscheiden, greift sie sofort ein, da die ältere, kleinere Hündin keine Chance hätte und ernsthaft verletzt werden könnte. Das frühzeitige Erkennen subtiler Anzeichen wie Fixieren, Knurren oder eine steife Körperhaltung ist entscheidend, um Konflikte zu entschärfen, bevor sie eskalieren.
Praktische Schritte für den Alltag
Um die besprochenen Prinzipien im Alltag umzusetzen, geben Yvonne und Mustafa konkrete Handlungsempfehlungen:
- Feste Plätze definieren: Weise jedem Hund einen festen Liege- und Ruheplatz zu, an den du ihn bei Bedarf schicken kannst.
- Rituale etablieren: Schaffe klare Abläufe für alltägliche Situationen wie das Verlassen des Hauses, das Ein- und Aussteigen aus dem Auto oder die Fütterung.
- Einzelzeit fest einplanen: Nimm dir bewusst Zeit für jeden Hund allein, sei es für einen Spaziergang, eine Trainingseinheit oder eine Kuschelrunde.
- Ressourcen kontrollieren: Lass kein Futter oder Spielzeug frei herumliegen. Du entscheidest, wann und welcher Hund etwas bekommt.
- Körpersprache lernen: Beobachte deine Hunde genau, um ihre Kommunikation untereinander zu verstehen und frühzeitig eingreifen zu können, wenn sich ein Konflikt anbahnt.
- Konsequent bleiben: Regeln funktionieren nur, wenn sie konsequent durchgesetzt werden. Deine Verlässlichkeit gibt den Hunden die Sicherheit, die sie für ein entspanntes Zusammenleben benötigen.
Themen und Herausforderungen
Zugehörige Folge(n)
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.
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