Raphael Knop über Authentizität als Petfluencer, Vertrauen in der Hundeerziehung und das Leben mit Hunden und Kindern

Zusammengefasst von Anja Schirwinski
Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida. 
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In Episode 53 des Podcasts The Petfood Family spricht Jan Dießner mit Raphael Knop, bekannt durch seinen Instagram-Account „Toller Bros“. Raphael ist nicht nur erfolgreicher „Petfluencer“ und mehrmaliger Teilnehmer der TV-Show „Top Dog Germany“, sondern auch Familienvater, der seinen Alltag mit zwei Hunden und zwei Kindern meistert.

Die Episode taucht tief in die Themen Authentizität in den sozialen Medien, verantwortungsvolle Hundeerziehung und die nahtlose Integration von Hunden in das Familienleben ein. Im Mittelpunkt steht die Leitfrage, wie man eine tiefe, auf Vertrauen basierende Beziehung zu seinen Hunden aufbaut und diese authentisch mit einer großen Online-Community teilt, ohne dabei die Bedürfnisse von Tier und Familie aus den Augen zu verlieren. Dieses Gespräch ist besonders relevant für Hundehalter, die Inspiration für den Alltag suchen, sowie für alle, die sich für die Dynamik zwischen Social Media und dem echten Leben mit Tieren interessieren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Authentizität auf Instagram: Raphael erklärt, dass sein Erfolg auf dem Zeigen realer Alltagssituationen beruht. 90 % seiner Videos sind „One-Shots“, die spontan entstehen und nicht für die Kamera inszeniert werden.
  • Hundeerziehung basiert auf Vertrauen: Sein Ziel ist es, Hunden beizubringen, eigenständig richtige Entscheidungen zu treffen, anstatt sie permanent zu kontrollieren. Dies fördert er durch situatives Lernen, zum Beispiel das Verhalten an einer Straße ohne Leine.
  • Die Macht der Videoanalyse: Er empfiehlt jedem Hundehalter, sich beim Training oder Spaziergang zu filmen. Die Analyse der eigenen Körpersprache und Kommunikation helfe enorm dabei, Missverständnisse zu erkennen und das eigene Verhalten zu verbessern.
  • Hund und Kind als Team: Anstatt die Hunde nach der Geburt der Kinder auszugrenzen, wurden sie bei Familie Knop vollständig integriert. Er betont, wie wichtig es ist, den Hund nicht auszuschließen, sondern ihm klare Regeln im Umgang mit dem Nachwuchs beizubringen.
  • Ablenkung als Beziehungsfalle: Lange Telefonate oder intensive Handynutzung während des Spaziergangs können die Verbindung zum Hund stören. Der Hund spürt die mangelnde Aufmerksamkeit und neigt dazu, sich auszuklinken oder eigene Entscheidungen zu treffen.
  • „Top Dog Germany“ als Chance: Die Show ist für ihn mehr als ein Wettbewerb. Sie ist eine intensive Erfahrung, die die Bindung zum Hund stärkt und zeigt, dass man mit jedem Hund - unabhängig von der Rasse - durch gemeinsame Arbeit und Spaß viel erreichen kann.
  • Hunde als „Friedensinseln“: Raphael beschreibt Hunde als wichtigen Ausgleich im stressigen Alltag. Sie helfen dabei, im Moment zu leben und sich auf das Wesentliche zu besinnen, dürfen dabei aber nicht zu „mentalen Mülleimern“ für menschliche Probleme werden.

Der Petfluencer Raphael: Authentizität und Verantwortung auf Instagram

Raphael begann seine Instagram-Präsenz „Toller Bros“ vor zehn Jahren als Projekt während seines Volontariats. Der Name leitet sich von der Hunderasse (Nova Scotia Duck Tolling Retriever) und der Tatsache ab, dass seine ersten beiden Hunde Halbbrüder waren. Anfangs ein kleiner Kanal für Familie und Freunde, wuchs die Reichweite exponentiell, als er begann, authentische Videos aus seinem Alltag zu teilen, insbesondere über das Leben mit freilaufenden, gut erzogenen Hunden.

Er betont, dass er Inhalte zeigt, die er ohnehin lebt, und nicht Dinge für die Kamera inszeniert. Viele seiner Videos sind spontane Aufnahmen von Alltagssituationen. Diese Authentizität sieht er als Schlüssel zu seinem Erfolg. Gleichzeitig reflektiert Raphael über die große Verantwortung, die mit über 100.000 Followern einhergeht. Er erklärt, dass er sich dieser Verantwortung bewusst ist und stets darauf achtet, nur Inhalte zu teilen, hinter denen er und seine Frau voll und ganz stehen. Anfragen nach konkreten Trainingstipps lehnt er meist ab und verweist stattdessen auf professionelle Hundetrainer, da er die individuelle Situation von Hund und Halter nicht kenne.

Die Beziehung zum Hund: Vertrauen, Freiraum und situatives Lernen

Raphaels Erziehungsphilosophie zielt darauf ab, selbstständig denkende Hunde zu fördern, die den Kontext einer Situation verstehen und darin angemessen agieren können. Er gibt einen klaren Rahmen vor, lässt seinen Hunden darin aber die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen. Ein zentrales Konzept ist für ihn das „situative Lernen“: Anstatt einen Hund beispielsweise an der Straße nur durch die Leine zu sichern, möchte er, dass der Hund lernt, am Bürgersteig eigenständig zu warten. So ist der Hund auch in unvorhergesehenen Situationen sicherer.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz des persönlichen Raums des Hundes. Er achtet darauf, dass Fremde nicht einfach auf seine Hunde zugehen, und gibt dem Hund so die Sicherheit, dass er sich bei Unwohlsein zu ihm zurückziehen kann. Diese Vorgehensweise stärkt das Vertrauen und die Bindung. Im Gespräch wird auch die negative Auswirkung von Ablenkungen wie Telefonieren während des Spaziergangs thematisiert. Raphael beobachtet, dass Hunde die geteilte Aufmerksamkeit sofort bemerken und sich emotional entfernen, was die Führung in kritischen Momenten erschwert.

Hinter den Kulissen von „Top Dog Germany“

Raphael war bereits dreimal Teilnehmer der TV-Show „Top Dog Germany“. Die Teilnahme war für ihn eine bewusste Entscheidung, um aktiv etwas mit seinem Hund zu erleben, anstatt nur vom Sofa aus zuzusehen. Er beschreibt die Atmosphäre als familiär und den Fokus auf den gemeinsamen Spaß mit dem Hund als zentrales Element.

Als große Chance der Show sieht er, dass sie einem breiten Publikum zeigt, dass man mit jedem Hund arbeiten und eine tolle Zeit haben kann, unabhängig von Rasse oder Alter. Die Sendung inspiriere Menschen, aktiv zu werden. Gleichzeitig erkennt er die Gefahr, dass das Wohl der Tiere kritisch hinterfragt wird. Hier lobt er die Produktionsteam für ihre Lernbereitschaft: Die Show habe sich über die Jahre weiterentwickelt, Kritik angenommen und Hindernisse sowie Abläufe zum Wohle der Hunde angepasst. Für ihn persönlich ist die Show eine einzigartige Möglichkeit, die Beziehung zu seinem Hund unter Druck zu festigen und unvergessliche, intensive Momente zu schaffen.

Familienleben mit Hunden und Kindern: Integration statt Ausgrenzung

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, wie sich das Leben mit Hunden durch die Geburt von Kindern verändert. Raphael und seine Frau entschieden sich bewusst dafür, die Hunde vollständig in das neue Familiengefüge zu integrieren. Sie wählten eine ambulante Geburt, um schnell wieder bei ihren Hunden zu sein. Die Hunde durften das Neugeborene unter Aufsicht beschnüffeln, wobei klare Regeln galten (z. B. kein Abschlecken im Gesicht). Das Ziel war, Eifersucht zu vermeiden und den Hunden zu zeigen, dass sie weiterhin Teil der Familie sind.

Besonders prägend war die Erfahrung, als die Familie fast zeitgleich ein Baby und einen Welpen (Nuvi) bekam. Entgegen mancher Bedenken erwies sich dies als positiv. Der Welpe fand im Baby eine „Ruheinsel“ und legte sich oft zu ihm, was zu vielen magischen Momenten führte. Heute sind die Hunde fester Bestandteil aller Familienaktivitäten, vom Ausflug in den Freizeitpark bis zum Weg in den Kindergarten. Die Kinder lernen früh, Verantwortung zu übernehmen und die Bedürfnisse der Tiere zu respektieren.

Praktische Schritte für ein harmonisches Zusammenleben

  1. Filme dein Training: Nutze dein Smartphone, um dich und deinen Hund in Trainings- oder Alltagssituationen aufzunehmen. Die anschließende Analyse hilft dir, deine eigene Körpersprache zu verstehen und unbewusste Fehler in deiner Kommunikation zu entdecken.
  2. Schaffe ungeteilte Aufmerksamkeit: Verzichte während der Spaziergänge bewusst auf lange Telefonate oder intensive Social-Media-Nutzung. Die Zeit gehört dir und deinem Hund, um die Bindung zu stärken und aufmerksam für die Umgebung zu sein.
  3. Integriere deinen Hund aktiv: Bei Lebensveränderungen wie der Geburt eines Kindes, schließe den Hund nicht aus. Binde ihn kontrolliert und mit klaren Regeln in die neue Situation ein, um ihm Sicherheit zu geben und ihn als Teil der Familie zu bestätigen.
  4. Fördere eigenständiges Denken: Gib deinem Hund einen sicheren Rahmen, in dem er lernen kann, selbstständig gute Entscheidungen zu treffen. Das situative Training (z. B. am Bordstein warten) schafft mehr Verlässlichkeit als rein mechanische Kontrolle.
  5. Lobe mehr, korrigiere weniger: Achte im Alltag bewusst darauf, gutes Verhalten deines Hundes wahrzunehmen und zu loben. Oft wird positives Verhalten als selbstverständlich angesehen, während Fehler überbetont werden. Eine positive Bestärkung festigt die Beziehung nachhaltig.

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert und anschließend sorgfältig geprüft und redaktionell überarbeitet.
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