Solo-Folge mit Alex - Einblicke in Pflegehund, Training & Persönliches

In dieser besonderen Episode des Podcasts Furminant übernimmt Host Alex Schillack das Mikrofon allein, während seine Co-Host Johanna Spahr krankheitsbedingt ausfällt. Alex nutzt die Gelegenheit, um auf Hörerfragen von Instagram einzugehen und liefert dabei eine sehr persönliche und facettenreiche Folge. Er gibt ein detailliertes Update zu seinem Pflegehund Teddy, teilt private Einblicke in seinen Alltag als „Strohwitwer“ und reflektiert offen über seine Entwicklung als Hundetrainer.

Die Episode richtet sich an alle, die sich für die praktischen und emotionalen Aspekte der Hundehaltung und des Tierschutzes interessieren. Sie beleuchtet die zentrale Frage, wie man durch Struktur, Geduld und Selbstreflexion sowohl die Beziehung zum Hund als auch die eigene fachliche und persönliche Entwicklung positiv gestalten kann.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Pflegehund Teddy ist gesund: Anfängliche Sorgen wegen Morbus Addison oder einer Hüftdysplasie haben sich nach tierärztlichen Untersuchungen nicht bestätigt.
  • Struktur ist der Schlüssel: Teddy profitiert enorm von einem klaren, strukturierten Alltag mit festen Regeln und Begrenzungen, die ihm helfen, zur Ruhe zu kommen.
  • Joggen mit Hund ist individuell: Während Alex‘ eigene Hunde beim Laufen viel Freiheit genießen, wird Teddy an der kurzen Leine geführt, um zunächst die Grundlagen zu festigen.
  • Entwicklung als Trainer: Alex beschreibt seine Wandlung von einem anfangs überzeugten Einzelkämpfer zu einem reflektierten Trainer, der planvoll arbeitet und den Wert von Fehlern und Teamarbeit erkannt hat.
  • Beißen ist ein Spektrum: Es ist wichtig zu differenzieren, ob ein Hund nur in die Luft schnappt, zwickt oder ungehemmt zubeißt, da dies das Gefahrenpotenzial und die Trainingsansätze bestimmt.
  • Bellen unterbinden - aber mit Bedacht: Das Verbieten von Bellen ist situationsabhängig und sollte nur erfolgen, wenn der Hund in der Lage ist, die Anforderung auch umzusetzen.
  • Der direkte Draht zum Amt: Angehenden Hundetrainer:innen rät Alex, proaktiv den Kontakt zum zuständigen Veterinäramt zu suchen, um die Anforderungen für die §11-Erlaubnis zu klären.

Update zu Pflegehund Teddy: Gesundheit und Verhalten

Zu Beginn gibt Alex ein ausführliches Update zu seinem Pflegehund Teddy, einem jungen Irischen Wolfshund-Golden-Retriever-Mischling. Die gute Nachricht: Teddy ist kerngesund. Anfängliche gesundheitliche Bedenken, wie übermäßiges Trinken, das auf Morbus Addison hindeuten könnte, oder ein unrundes Gangbild, das eine Hüftdysplasie (HD) vermuten ließ, konnten durch tierärztliche Tests und Röntgenaufnahmen ausgeräumt werden. Alex vermutet, dass das exzessive Trinken eine Stressbewältigungsstrategie war, die sich durch den strukturierten Alltag und die gewonnene Sicherheit gelegt hat.

Im Verhalten zeigt Teddy weiterhin eine große innere Unruhe. Alex erklärt, dass dem Hund ein klarer Rahmen und räumliche Begrenzungen helfen, zur Ruhe zu finden. Besonders die Zeit ohne die Kinder im Haus habe Teddy gutgetan. Auch bei der Leinenführigkeit hat Alex eine wichtige Anpassung vorgenommen: Statt Flexi- oder Schleppleine nutzt er vermehrt eine kurze Leine. Dies gibt Teddy mehr Orientierung, verhindert, dass er überdreht, und reduziert Reibereien zwischen Hund und Halter. Einzig das Thema „Futter klauen“ bleibt eine Herausforderung, da Teddy hier sehr erfinderisch ist. Alex sieht dies jedoch gelassen, solange es keine gesundheitlichen Risiken birgt.

Ein Trainer im Wandel: Alex' persönliche und fachliche Entwicklung

Auf die Frage nach seinen Learnings als Trainer blickt Alex sehr offen auf seine Anfänge im Jahr 2013 zurück. Er beschreibt sich selbst als jungen, selbstbewussten Dogwalker, der dachte, Hundetraining sei „total easy“. Sein Fokus lag damals vor allem auf dem Handling leinenaggressiver Hunde, ähnlich wie sein eigener Hund Balou es war. Er gibt zu, dass sein Training damals wenig planvoll und intuitiv war. Oftmals wiederholte er dasselbe Schema, ohne die Umsetzung durch die Halter nachhaltig zu kontrollieren.

Die größte Entwicklung sieht Alex in seinem heutigen Ansatz: Er arbeitet nun sehr planvoll, hinterfragt Details und versucht, Trainingspläne individuell an die Menschen anzupassen, anstatt ihnen seine Methode überzustülpen. Ein entscheidender Punkt sei für ihn die Entwicklung einer „Fehlerkultur“. Er habe heute das Selbstbewusstsein, Wissenslücken zuzugeben, Fehler einzugestehen und anzuerkennen, dass andere in manchen Bereichen mehr Expertise besitzen. Diese Entwicklung vom Einzelkämpfer zum Leiter eines zehnköpfigen Teams erfüllt ihn mit Stolz.

Aggressionsverhalten verstehen: Die feinen Unterschiede beim Beißen

Ein weiteres Thema ist die Differenzierung von Beißen, Schnappen und Zwicken. Alex betont, dass Beißen im Kontext von Aggressionsverhalten eine Form der Kommunikation ist und als ein Spektrum verstanden werden muss. Dieses Spektrum reicht vom Schnappen in die Luft, bei dem der Hund bewusst niemanden verletzen will (Abwehrschnappen), bis hin zum ungehemmten, kraftvollen Zubeißen mit Verletzungsabsicht.

Ein „Zwicken“ ordnet Alex als sehr gehemmtes Beißen ein, das zwar schmerzhaft sein kann, aber keine tiefen Wunden hinterlässt. Die Unterscheidung ist laut Alex essenziell, um das Gefährdungspotenzial eines Hundes korrekt einzuschätzen. Ein Hund, der nur abwehrschnappt, stellt ein anderes Risiko dar als ein Hund, der ungehemmt zubeißt. Trotz der wichtigen Differenzierung stellt er klar: Sobald Zähne die Haut berühren, handelt es sich um eine Form des Beißens.

Einblicke in den Alltag: Joggen, Alleinsein und praktische Tipps

Alex berichtet auch von persönlichen Erfahrungen, etwa wie er die zwei Wochen allein mit Kindern und Hunden gemeistert hat. Ein strukturierter Tagesablauf und vor allem Sport waren für ihn entscheidend, um den Alltag zu bewältigen. Sport, insbesondere das Laufen, sei für ihn zu einem „Lebenselixier“ geworden, das er bewusst für seine psychische Gesundheit priorisiert.

Beim Thema „Joggen mit Hund“ erklärt er seine Vorgehensweise. Mit seinem neuen Pflegehund Teddy, der zum ersten Mal mitlief, nutzte er eine kurze Leine und achtete auf grundlegende Leinenführigkeit im Lauftempo. Kurze Pausen zum Pinkeln waren erlaubt, solange sie nicht überhandnahmen. Seine eigenen, erfahrenen Hunde dürfen dagegen frei laufen und genießen dabei große Freiheiten. Die Regeln hängen also stark vom Trainingsstand und der Verlässlichkeit des Hundes ab.

Praktische Tipps für deinen Alltag

  1. Für Junghunde & neue Hunde: Schaffe klare Strukturen und Grenzen, um Unruhe zu reduzieren. Nutze räumliche Begrenzungen (z. B. eine Box oder ein abgetrennter Bereich), um deinem Hund gezielt Ruhephasen zu ermöglichen.
  2. Beim Joggen anfangen: Beginne mit einer kurzen Leine, um die Grundlagen der Leinenführigkeit auch im schnelleren Tempo zu etablieren. Erst wenn das zuverlässig klappt, kannst du schrittweise mehr Freiheiten, wie eine längere Leine, gewähren.
  3. Umgang mit Bell-Verhalten: Unterbinde Bellen nicht pauschal. Beobachte die Situation genau und frage dich, ob dein Hund körperlich und mental überhaupt in der Lage ist, das Bellen zu unterlassen, bevor du korrigierend eingreifst. Oft ist der Hund zu erregt, um sich selbst regulieren zu können.
  4. Für angehende Trainer: Denjenigen, die eine Karriere als Hundetrainer:in anstreben, rät er, frühzeitig Kontakt zu einem zuständigen Veterinäramt aufzunehmen. Dort kann man direkt klären, welche Anforderungen für die §11-Erlaubnis gelten, um die Ausbildung passend zu planen und spätere Probleme zu vermeiden.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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