Stress bei Hunden nach den Feiertagen - Erkennen, Verstehen und Handeln

In dieser Episode des Hundsf(a)elle Podcasts sprechen die Hosts Yvonne Nawrat und Mustafa Irmak über ein oft unterschätztes Problem: den Stress, den Hunde während und nach der intensiven Weihnachts- und Silvesterzeit erleben. Die Episode richtet sich besonders an Ersthundehalter:innen und bietet eine fundierte Anleitung, um Stresssymptome zu erkennen und dem Hund zu helfen, wieder in einen entspannten Alltag zurückzufinden.

Die zentrale Frage der Folge ist, wie du als Hundebesitzer:in die oft subtilen Anzeichen von Überforderung bei deinem Hund deuten und mit welchen konkreten Maßnahmen du ihn effektiv unterstützen kannst. Anhand der fiktiven Hunde „Erna“ und „Rudi“ werden zwei typische Stressreaktionen - Überdrehtheit und Angst - praxisnah erläutert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Stress hat viele Gesichter: Stress bei Hunden äußert sich sowohl körperlich (z. B. Durchfall, Schuppen, stumpfes Fell) als auch im Verhalten (z. B. Überdrehtheit, Aggression, Anhänglichkeit).
  • „Weniger ist mehr“ im Januar: Um den Hund zu unterstützen, solltest du im Monat nach den Feiertagen die Anforderungen reduzieren. Kurze, ruhige Spaziergänge sind oft besser als actionreiche Abenteuer.
  • Struktur gibt Sicherheit: Ein fester und vorhersehbarer Tagesablauf mit geregelten Fütterungs-, Spaziergangs- und Ruhezeiten hilft deinem Hund, sich zu normalisieren und wieder Sicherheit zu finden.
  • Ruhe aktiv fördern: Sorge dafür, dass dein Hund ausreichend schläft (18 - 20 Stunden pro Tag). Ein ruhiger Rückzugsort, wie eine Box in einem abgedunkelten Raum, kann dabei helfen.
  • Bei körperlichen Symptomen handeln: Bei stressbedingtem Durchfall kann laut den Hosts die „Morosche Suppe“ als Erstmaßnahme helfen. Hält der Durchfall jedoch länger als zwei Tage an, ist ein Tierarztbesuch unerlässlich.
  • Beschäftigung gezielt einsetzen: Ruhige, konzentrierte Aktivitäten wie Suchspiele können Stress abbauen. Bei bereits überdrehten Hunden können sie den Stress jedoch verstärken - hier ist zunächst Ruhe die bessere Wahl.
  • Negative Assoziationen durchbrechen: Zeigt ein Hund Angst oder Aggression in bestimmten Situationen (z. B. beim Anleinen), hilft es, die Routine zu ändern und mit positiver Stimmung und Futter eine neue, entspannte Verknüpfung zu schaffen.

Stress nach den Feiertagen: Zwei typische Fallbeispiele

Um die unterschiedlichen Ausprägungen von Stress zu verdeutlichen, nutzen Yvonne Nawrat und Mustafa Irmak zwei fiktive Hundecharaktere:

  • Erna, ein menschenbezogener und schnell aufgeregter Hund, reagiert auf den Weihnachtstrubel mit Überdrehtheit. Sie springt Besucher an, heischt ständig um Aufmerksamkeit und kann nicht zur Ruhe kommen. Mustafa Irmak erklärt, dass dieses Verhalten eine „Übersprungshandlung“ ist - ein Ventil für den aufgestauten Stress. Einige Tage später zeigt sich die körperliche Folge: Erna bekommt Durchfall.
  • Rudi, ein von Natur aus eher zurückhaltender Hund, leidet extrem unter der Silvesterknallerei. Yvonne Nawrat beschreibt, wie er mit Zittern, Hecheln und starker Angst reagiert. Auch Tage später ist er noch unruhig, läuft rastlos umher und zeigt körperliche Stresssymptome wie stumpfes Fell und „Stressschuppen“.

Die vielfältigen Symptome von Stress erkennen

Die Hosts betonen, wie wichtig es ist, die individuellen Anzeichen von Stress frühzeitig zu erkennen. Neben den bereits genannten Beispielen fassen sie weitere häufige Symptome zusammen:

  • Körperliche Anzeichen: Durchfall, schleimüberzogener Kot, häufiger Kotabsatz, Fellverlust, rote Augen (als Zeichen von Schlafmangel), Appetitlosigkeit und Zittern.
  • Verhaltensänderungen: Plötzliche Aggression, wie im Fall eines Kundenhundes von Mustafa, der nach Silvester aus Angst nicht mehr nach draußen wollte und zuschnappte. Weitere Anzeichen sind übermäßige Anhänglichkeit, hektisches Verhalten, ständiges Springen oder auch Apathie und Müdigkeit.

Maßnahmen bei Verhaltensproblemen: Ruhe und Struktur

Wenn ein Hund Verhaltensänderungen zeigt, ist die wichtigste Maßnahme, den Stresspegel aktiv zu senken. Die Podcaster empfehlen ein „Reset“ des Hundes. Das bedeutet, den Alltag bewusst zu entschleunigen und klare Regeln wieder einzuführen.

Für einen überdrehten Hund wie Erna bedeutet dies: vorerst keinen Besuch empfangen, den Hund bei Anwesenheit von Gästen auch mal anleinen oder in einen separaten Raum bringen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Der Fokus liegt darauf, dem Hund aktiv beizubringen, wieder zur Ruhe zu kommen.

Bei einem ängstlichen Hund wie Rudi oder dem Kundenhund, der Aggression zeigte, ist es entscheidend, Druck zu vermeiden. Statt den Hund in seinem sicheren Rückzugsort (z. B. dem Körbchen) zu bedrängen, sollte man ihn mit positiver, lockerer Stimmung und Leckerlis herauslocken. Routinen, die Stress auslösen, sollten bewusst verändert werden.

Umgang mit körperlichen Symptomen und pflanzlicher Unterstützung

Bei körperlichen Reaktionen wie Durchfall empfehlen die Hosts als Erstmaßnahme die Morosche Karottensuppe, die den Magen-Darm-Trakt beruhigt. Sie stellen jedoch klar: Hält der Durchfall länger als zwei Tage an oder ist er sehr stark, muss die Ursache tierärztlich abgeklärt werden, um Infekte auszuschließen.

Um den Hund bei der Stressbewältigung zu unterstützen, erwähnt Yvonne Nawrat auch pflanzliche Hilfsmittel. CBD-Öl, Bachblüten oder homöopathische Mittel können manchen Hunden helfen, sich zu entspannen. Sie merkt an, dass die Wirkung individuell ist und ausprobiert werden muss, aber in der Regel keine Nebenwirkungen zu befürchten sind.

Die Rückkehr zur Normalität: Routinen und gezielte Beschäftigung

Ein strukturierter Tagesablauf ist laut den Hosts der Schlüssel zur Normalisierung. Feste Zeiten für Spaziergänge, Fütterung und Ruhephasen geben dem Hund Vorhersehbarkeit und Sicherheit. Yvonne Nawrat erklärt, dass selbst sie, obwohl sie kein Fan starrer Zeitpläne ist, im Januar bewusst auf einen festen Rhythmus achtet, um ihren Hunden zu helfen.

Auch Spaziergänge sollten angepasst werden. Statt vieler neuer Reize helfen ruhige, bekannte Wege an der Leine. Gezieltes Training wie Leinenführigkeit kann dem Hund einen klaren Rahmen geben und seine Konzentration auf den Menschen lenken, was ihm Sicherheit vermittelt.

Ruhige Beschäftigung wie Suchspiele oder ein Schnüffelteppich können den Hund geistig auslasten und entspannen. Wichtig ist jedoch der Zeitpunkt: Ein bereits überforderter Hund kann dadurch noch mehr gestresst werden. Erst wenn eine gewisse Grundruhe wiederhergestellt ist, sind solche Aktivitäten sinnvoll.

Praktische Schritte zur Stressreduktion im Januar

  1. Beobachte deinen Hund genau: Achte auf körperliche Anzeichen (Verdauung, Fell, Augen) und Verhaltensänderungen (Unruhe, Aggression, Anhänglichkeit).
  2. Reduziere Reize: Schränke Besuche, Ausflüge an trubelige Orte und laute Umgebungen für einige Zeit ein.
  3. Etabliere einen festen Tagesrhythmus: Halte dich an feste Zeiten für Futter, Spaziergänge und vor allem Ruhephasen.
  4. Fördere aktiv den Schlaf: Sorge dafür, dass dein Hund einen ungestörten, sicheren Rückzugsort hat und seine benötigte Schlafdauer einhalten kann.
  5. Gestalte Spaziergänge entspannt: Wähle ruhige Routinen, nutze die Leine zur Orientierung und vermeide übermäßige Anforderungen wie intensives Training.
  6. Unterstütze die körperliche Gesundheit: Bei leichten Magen-Darm-Problemen kann Schonkost wie die Morosche Suppe helfen. Bei anhaltenden oder starken Symptomen gehe unbedingt zum Tierarzt.
  7. Setze ruhige Beschäftigung gezielt ein: Nutze Nasenarbeit oder Kauartikel, um deinen Hund zu entspannen - aber nur, wenn er dafür aufnahmefähig ist.
  8. Stärke die Bindung: Gemeinsame Kuschel- und Ruhezeiten tun nicht nur deinem Hund, sondern auch dir gut und festigen eure Beziehung.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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