Warum Hunde Kot fressen und was du dagegen tun kannst

In der neuesten Episode des Podcasts HundeRunde widmen sich die Moderatorinnen Liza Gerlach und Mareike Klohr einem Thema, das viele Hundebesitzer kennen, aber nur wenige offen ansprechen: Warum fressen Hunde Kot? Mit fachlicher Tiefe und praktischen Einblicken enttabuisieren sie das Verhalten, das in der Fachsprache als Koprophagie bekannt ist. Sie beleuchten die biologischen und verhaltensbedingten Ursachen, unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Kot und bewerten die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Diese Folge richtet sich an alle Hundehalter, die mit diesem Verhalten konfrontiert sind und nach fundierten Erklärungen und umsetzbaren Lösungen suchen. Die zentrale Frage ist, wann das Fressen von Kot ein normales Verhalten ist und wann es auf tieferliegende Probleme hindeutet, die du ernst nehmen solltest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Natürliches Verhalten: Das Fressen von Kot (Koprophagie) ist in bestimmten Kontexten normal, etwa bei Hündinnen, die die Wurfkiste ihrer Welpen sauber halten, um sie vor Fressfeinden und Parasiten zu schützen.
  • Informationsquelle: Für Hunde ist das Schnüffeln an Kot eine wichtige Form der Informationsgewinnung. Sie erfahren dadurch Details wie Alter, Geschlecht und Stresslevel eines anderen Hundes.
  • Ernährung als Ursache: Sowohl ein Nährstoffmangel als auch ein Überangebot an Proteinen und Fetten im Futter können dazu führen, dass der ausgeschiedene Kot für andere Hunde besonders attraktiv riecht.
  • Verhaltensbedingte Auslöser: Stress, Unsicherheit, Langeweile oder auch erlerntes Verhalten durch Nachahmung anderer Hunde sind ebenfalls wichtige Gründe für dieses Verhalten.
  • Unterschiedliche Risiken: Während der Kot von Pflanzenfressern wie Hasen oft unbedenklich ist, birgt der Kot von Pferden, Hunden und insbesondere Menschen Risiken durch Parasiten, Bakterien und Medikamentenrückstände.
  • Effektives Training: Strafen verschlimmert das Problem meist. Stattdessen sind ein ruhiges Unterbrechen des Verhaltens und das Anbieten einer hochwertigen Alternative (z. B. Leberwurst aus der Tube) die deutlich effektivere Methode.

Warum Kot für Hunde so interessant ist: Biologie und Verhalten

Liza erklärt zu Beginn den Fachbegriff Koprophagie, der aus dem Griechischen stammt und „Kot fressen“ bedeutet. Sie stellt klar, dass das reine Schnüffeln an Hinterlassenschaften ein völlig normales hundliches Verhalten ist. Über die Ausscheidungen sammeln Hunde eine Fülle von Informationen über Artgenossen - ähnlich wie wir Menschen eine Zeitung lesen. Sie können daraus das Geschlecht, das ungefähre Alter und sogar den emotionalen Zustand, wie etwa Stress, herauslesen.

In bestimmten Lebensphasen ist das Fressen von Kot sogar biologisch sinnvoll. Eine Hündin frisst den Kot ihrer Welpen, um die Wurfkiste hygienisch sauber zu halten, Parasitenbefall vorzubeugen und in der freien Natur keine Fressfeinde auf die Spur des Nachwuchses zu locken. Dieses Verhalten stellt sie in der Regel ein, sobald die Welpen feste Nahrung zu sich nehmen und lernen, ihr Geschäft außerhalb des Nests zu verrichten. Es kann jedoch vorkommen, dass Welpen dieses Verhalten von ihrer Mutter beobachten und nachahmen.

Die verschiedenen Arten von Kot und ihre „Attraktivität“

Nicht jeder Kot ist für Hunde gleich interessant. Mareike berichtet, dass ihr Hund Taylor zwar Pferdemist frisst, aber die Hinterlassenschaften von anderen Hunden oder Menschen meidet. Liza Gerlach erläutert, dass viele Besitzer den Kot von Pflanzenfressern wie Pferden oder Hasen als weniger problematisch ansehen.

  • Pflanzenfresser (Hase, Gans): Ihr Kot besteht hauptsächlich aus unverdauten Pflanzenresten und ist für Hunde meist unbedenklich. Liza bezeichnet Hasenköttel scherzhaft als potenzielles „Barf-Produkt“.
  • Pferdekot: Früher galt er aufgrund der vielen Pflanzenfasern als förderlich für die Darmflora. Heute ist jedoch Vorsicht geboten, da Pferde häufig Medikamente wie Wurmkuren oder Antibiotika erhalten, deren Rückstände für Hunde schädlich sein können.
  • Hundekot: Die Anziehungskraft hängt stark von der Ernährung des anderen Hundes ab. Kot von Tieren, die Futter mit hohem Protein- und Fettanteil oder schlecht verdaulichen Zusatzstoffen erhalten, riecht für andere Hunde besonders verlockend.
  • Menschenkot: Dieser ist für Hunde oft am attraktivsten, da die menschliche Verdauung im Vergleich ineffizient ist und viele Nährstoffe unverdaut ausscheidet. Gleichzeitig birgt er die größten Risiken durch Bakterien, Viren und Medikamentenrückstände.

Ernährung als Schlüsselfaktor: Mangel und Überfluss

Eine der Hauptursachen für Koprophagie liegt in der Ernährung. Liza erklärt, dass der Körper des Hundes signalisieren könnte, dass ihm etwas fehlt. Mögliche Mängel an Mineralstoffen, Vitaminen oder Enzymen können den Hund dazu verleiten, diese Nährstoffe instinktiv in den Ausscheidungen anderer zu suchen.

Paradoxerweise kann auch ein Überangebot im Futter das Problem auslösen. Hochleistungsfutter mit sehr hohem Protein- und Fettanteil, das oft an normale Familienhunde verfüttert wird, kann vom Körper nicht vollständig verwertet werden. Die überschüssigen Nährstoffe werden ausgeschieden und machen den Kot zu einem „Jackpot“ für andere Hunde. Ähnliches gilt für minderwertiges Futter mit vielen Füllstoffen, Zucker oder künstlichen Aromen, die den Kot ebenfalls attraktiv machen.

Mareike ergänzt mit ihrer persönlichen Erfahrung, dass ihre Hündin Taylor nach der Umstellung von proteinreichem Welpenfutter auf normales Erwachsenenfutter zur wählerischen Fresserin wurde, was zeigt, wie individuell die Ernährungsbedürfnisse sind.

Emotionale, soziale und medizinische Ursachen

Neben der Ernährung spielen auch psychische und soziale Faktoren eine Rolle. Liza listet Stress, Unsicherheit, Langeweile und Frustration als mögliche emotionale Auslöser auf. Insbesondere das Fressen des eigenen Kots ist oft ein starkes Alarmsignal. Es kann auf tief sitzende Unsicherheit oder eine zu strenge Sauberkeitserziehung in der Vergangenheit hindeuten, bei der der Hund gelernt hat, seine „Beweismittel“ zu beseitigen, um Ärger zu vermeiden.

Zudem ist Koprophagie ein erlernbares Verhalten. Eine Studie hat laut Liza wissenschaftlich belegt, dass Hunde dieses Verhalten von anderen Hunden in ihrem direkten Umfeld übernehmen. Wenn ein Hund in einer Mehrhundehaltung regelmäßig Kot frisst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass andere Hunde es nachahmen.

Auch medizinische Aspekte sind zu berücksichtigen. Bestimmte Medikamente wie Cortison oder Psychopharmaka können den Appetit steigern und als Nebenwirkung zum Kotfressen führen.

Gesundheitliche Risiken und wann du zum Tierarzt solltest

Obwohl ein gelegentlicher Fehltritt meist kein Grund zur Panik ist, birgt regelmäßiges Kotfressen ernstzunehmende Risiken. Dazu gehören die Übertragung von Parasiten (z. B. Würmer), Bakterien und Viren. Besonders bei Menschen- oder Hundekot besteht die Gefahr, dass der Hund Medikamentenrückstände oder Giftstoffe aufnimmt. Meine eigene Hündin hat mal in einem Waldstück neben einem Spielplatz Kot eines (wie ich vermute) Kindes gefressen, der schon mit Maden überhäuft war. Das hat ihr wochenlange Verdauungsprobleme beschert, uns einen teuren Tierarztbesuch und weitere Ausgaben für Darmbakterien und andere Darmaufbaukuren.

Liza betont, dass du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen solltest, wenn das Verhalten plötzlich und gehäuft auftritt und von weiteren Symptomen wie Gewichtsverlust, Durchfall oder starken Blähungen begleitet wird. Dies kann ein Hinweis auf einen Nährstoffmangel oder eine Erkrankung des Verdauungstrakts sein. Ein Blutbild und eine Kotprobe können hier Klarheit schaffen.

Praktische Schritte: Was tun bei und nach dem Kotfressen?

Wenn dein Hund trotz aller Vorsicht Kot gefressen hat, gibt es Sofortmaßnahmen und langfristige Trainingsstrategien.

  1. Sofortmaßnahmen gegen Mundgeruch: Liza empfiehlt, dem Hund Kokosöl (wirkt antibakteriell), frisch gehackte Petersilie oder eine Karotte zu geben, um den Geruch zu binden. Die Zähne sollten mit spezieller Hundezahnpasta geputzt werden. Ganz wichtig: Verwende niemals menschliche Zahnpasta, Essig oder Zitronensaft, da diese für Hunde giftig oder schädlich sind.
  2. Im Training Ruhe bewahren: Schimpfen oder hektisches Eingreifen verschlimmert die Situation meist. Der Hund wird gestresst und versucht, den „Schatz“ noch schneller zu verschlingen.
  3. Positiv unterbrechen: Anstatt zu strafen, ist es effektiver, den Hund ruhig mit einem Abbruchsignal oder einem Alternativkommando wie „Sitz“ aus der Situation zu holen. Belohne ihn anschließend ausgiebig mit einem besonders hochwertigen Leckerli, das attraktiver ist als der Fund.
  4. Eine attraktive Alternative anbieten: Wenn dein Hund bereits frisst, gehe ruhig hin und biete ihm eine unwiderstehliche Alternative an, zum Beispiel Leberwurst aus der Tube. Das Ziel ist, dass er lernt, sich jederzeit von dir unterbrechen zu lassen.
  5. Vorausschauendes Management: Kenne die „Problemzonen“ auf deinen Spaziergängen und sei dort besonders aufmerksam. Ein gutes Management verhindert, dass das unerwünschte, selbstbelohnende Verhalten überhaupt erst auftritt.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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