Was passiert mit meinem Hund, wenn mir etwas zustößt?

Zusammengefasst von Anja Schirwinski
Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida. 
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In dieser nachdenklichen Episode des Podcasts „Sitz! Platz! Bleibt!“ befassen sich die Moderatoren Sami El Ayachi und Nicole Borowy mit einer Frage, die viele Hundebesitzer verdrängen: Was geschieht mit unseren Hunden, wenn wir durch einen Unfall, eine schwere Krankheit oder den Tod plötzlich nicht mehr für sie da sein können? Ausgelöst durch einen persönlichen Schicksalsschlag in Samis Familie, beleuchtet das Gespräch die emotionalen, rechtlichen und praktischen Herausforderungen, die in einem solchen Notfall entstehen.

Die Episode dient als dringender Appell, die Verantwortung über das eigene Leben hinaus ernst zu nehmen und konkrete Vorkehrungen zu treffen. Sie richtet sich an alle Tierhalter und liefert wertvolle Denkanstöße, um sicherzustellen, dass die geliebten Vierbeiner auch im schlimmsten Fall sicher und gut versorgt sind.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Proaktive Planung ist unerlässlich: Ein plötzlicher Notfall lässt keine Zeit für Organisation. Du solltest frühzeitig und konkret festlegen, wer sich im Ernstfall um deinen Hund kümmern soll.
  • Mündliche Absprachen sind nicht genug: Eine lockere Zusage von Freunden oder Familie ist keine Garantie. Die Verantwortung muss offen besprochen und idealerweise schriftlich fixiert werden.
  • Rechtlich absichern durch ein Testament: Ohne testamentarische Verfügung greift die gesetzliche Erbfolge. Das bedeutet, dass dein Hund rechtlich an einen Erben übergeht, der ihn vielleicht nicht annehmen kann oder will.
  • Finanzielle Vorsorge treffen: Die Übernahme eines Hundes ist mit Kosten verbunden. Es ist fair und entlastend, für die zukünftige Betreuungsperson eine finanzielle Rücklage zu schaffen, um die Versorgung zu gewährleisten.
  • Notfallkarte im Portemonnaie tragen: Eine kleine Karte mit Kontaktdaten einer Vertrauensperson kann im Falle eines Unfalls entscheidend sein, damit dein allein zu Hause wartender Hund schnell versorgt wird.
  • Das Verhalten des Hundes bedenken: Trainiere deinen Hund darauf, im Notfall auch fremde Helfer an dich heranzulassen. Ein beschützender Hund kann Erste-Hilfe-Maßnahmen ungewollt behindern.
  • Die Bedürfnisse des Hundes berücksichtigen: Bei der Wahl einer Betreuungsperson solltest du darauf achten, dass diese den spezifischen Bedürfnissen deines Hundes (z. B. Auslastung, Rassemerkmale) gerecht werden kann.

Ein persönlicher Schicksalsschlag als Weckruf

Sami teilt zu Beginn die bewegende Geschichte vom plötzlichen Tod seines Vaters in Tunesien. Sein Vater, 75 Jahre alt, hatte sich kurz zuvor einen jungen Jagdhund zugelegt. Nach einem Herzinfarkt war seine erste Sorge der Hund, für den er eine kurzfristige Betreuung durch einen Nachbarn organisiert hatte. Nach seinem Tod stand Sami vor der großen Herausforderung, innerhalb weniger Tage ein dauerhaftes und passendes Zuhause für den jungen, jagdlich ambitionierten und noch nicht vollständig geimpften Hund zu finden.

Er beschreibt den Druck, unter emotionaler Belastung weitreichende Entscheidungen für das Tier treffen zu müssen. Diese Erfahrung machte ihm schlagartig bewusst, wie wichtig eine durchdachte Vorsorge ist, die über eine temporäre Lösung hinausgeht. Obwohl eine gute Lösung gefunden wurde, verdeutlicht die Geschichte die Lücke, die entsteht, wenn Pläne für den Ernstfall fehlen.

Die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Warum mündliche Absprachen nicht ausreichen

Ausgehend von Samis Erfahrung diskutieren die Moderatoren, dass viele Hundebesitzer sich in falscher Sicherheit wiegen. Oft gibt es vage Zusagen wie „Klar, ich kümmere mich um deinen Hund“, ohne dass die Tragweite dieser Verantwortung wirklich besprochen wird. Nicole gibt zu, dass auch sie nur für einen ihrer Hunde eine klare Regelung getroffen hat - dieser würde im Notfall zur Züchterin zurückkehren. Für ihre anderen beiden Hunde gäbe es keine formelle Vereinbarung.

Das Gespräch macht deutlich, dass die Übernahme eines Hundes den Alltag komplett verändert. Die neue Betreuungsperson muss nicht nur Zeit und Geld investieren, sondern auch mit den spezifischen Bedürfnissen des Tieres zurechtkommen. Ein Hund, der eine hohe Auslastung gewohnt ist, kann in einer Familie ohne diese Möglichkeiten unglücklich werden. Die Moderatoren betonen, wie wichtig es ist, diese Details offen anzusprechen und eine Person zu finden, deren Lebensumstände wirklich passen.

Rechtliche und finanzielle Vorsorge: Testament und Erbfolge

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die rechtliche Absicherung. Sami erklärt, dass ohne ein Testament die gesetzliche Erbfolge greift. Ein Hund gilt rechtlich als „Sache“ und geht somit in den Besitz der Erben über. Diese können jedoch das Erbe - und damit den Hund - auch ausschlagen, etwa wenn Schulden vorhanden sind. In diesem Fall wäre das Schicksal des Tieres ungewiss.

Die einzige sichere Methode ist, die Versorgung des Hundes testamentarisch zu regeln. Hier kann eine konkrete Person als neuer Halter bestimmt werden. Genauso wichtig ist die finanzielle Seite. Um die übernehmende Person nicht zu belasten, sollte überlegt werden, einen Geldbetrag für die anfallenden Kosten (Futter, Tierarzt etc.) zurückzulegen. Dies senkt die Hemmschwelle und stellt sicher, dass die Versorgung nicht an finanziellen Hürden scheitert.

Vorbereitung auf den akuten Notfall: Mehr als nur der Todesfall

Die Episode weitet den Blick von der Todesfallvorsorge auf akute Notsituationen wie Unfälle oder plötzliche Krankenhausaufenthalte aus. Nicole erzählt von einer Bekannten, die sich bei einem Spaziergang mit drei Hunden den Fuß brach und ins Krankenhaus musste. Nur durch ein schnelles Netzwerk konnte die Versorgung der Tiere sofort sichergestellt werden.

Hierzu gibt Nicole einen praktischen Tipp: kleine Notfallkarten für das Portemonnaie oder sogenannte „Notfalldöschen“. Auf diesen können Kontaktinformationen einer Person hinterlegt werden, die im Notfall über die Haustiere informiert werden soll. So können Rettungskräfte oder Ersthelfer dafür sorgen, dass ein allein zu Hause wartendes Tier nicht unversorgt bleibt.

Die Rolle des Hundes in der Krise: Ein oft übersehener Aspekt

Sami bringt einen weiteren, oft übersehenen Aspekt zur Sprache: das Verhalten des Hundes selbst in einer Notsituation. Er berichtet von einer Workshop-Teilnehmerin, die in ihrem Apartment ohnmächtig wurde. Ihre beiden großen Schäferhunde verteidigten sie so vehement, dass selbst ihre Freundin und später auch fremde Helfer nur schwer zu ihr vordringen konnten.

Dies wirft die wichtige Frage auf: Würde dein Hund im Ernstfall Hilfe zulassen? Es sei wichtig, diese Situationen im Training zu berücksichtigen und den Hund darauf vorzubereiten, dass auch Fremde sich nähern dürfen, wenn sein Mensch hilflos ist. Besonders bei Hunden mit ausgeprägtem Schutzverhalten kann dies für Rettungskräfte zu einem ernsten Problem werden und lebenswichtige Zeit kosten.

Praktische Schritte zur Notfallvorsorge

  1. Betreuungspersonen festlegen: Bestimme eine oder idealerweise zwei Personen (eine als Ersatz), denen du deinen Hund anvertrauen würdest. Berücksichtige dabei deren Lebenssituation, Erfahrung und die Bedürfnisse deines Hundes.
  2. Das ehrliche Gespräch führen: Sprich offen mit den ausgewählten Personen. Erkläre genau, was auf sie zukommen würde - von den täglichen Routinen über die Kosten bis hin zu Verhaltensbesonderheiten deines Hundes. Respektiere ein „Nein“.
  3. Schriftlich fixieren: Halte die Vereinbarung in einem Testament oder einer Tierverfügung fest. Lege darin die Person fest, die das Sorgerecht für den Hund erhalten soll.
  4. Finanziell vorsorgen: Richte ein separates Konto ein oder lege einen bestimmten Betrag im Testament fest, der zweckgebunden für die Versorgung deines Hundes verwendet werden soll.
  5. Notfall-Kit erstellen: Führe eine Notfallkarte im Portemonnaie mit dir. Erstelle zusätzlich eine Mappe mit allen wichtigen Informationen zu deinem Hund (Impfausweis, Chipnummer, Futterplan, Tierarztkontakt, Medikamente, Verhaltensweisen), die für die Betreuungsperson leicht zugänglich ist.
  6. Den Hund auf den Ernstfall vorbereiten: Übe mit deinem Hund, dass er sich auch von anderen, dir vertrauten Personen anfassen und versorgen lässt. Trainiere gezielt, dass er in deiner Nähe auch fremde Menschen akzeptiert, ohne in den Verteidigungsmodus zu schalten.

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert und anschließend sorgfältig geprüft und redaktionell überarbeitet.
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